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Arbeitsmarktpolitik: Zum Verhältnis von Marktsteuerung und staatlicher Beschäftigungssicherung

  • Günther Schmid

Zusammenfassung

Mehr als 14 Millionen Menschen (rund neun Prozent der Erwerbspersonen) sind in den Europäischen Gemeinschaften arbeitslos. Diese Zahl ist größer als die Wohnbevölkerung des Landes Baden-Württemberg und ganz Berlins zusammengenommen. Mehr als zwei Millionen entfallen davon auf die Bundesrepublik, eine Zahl, die der Wohnbevölkerung von West-Berlin entspricht. EG-weit ist etwa die Hälfte der durch Befragungen ermittelten Arbeitslosen länger als ein Jahr arbeitslos; bei den durch Registrierung ermittelten Arbeitslosen in der Bundesrepublik sind es etwa ein Drittel. Die Folge davon ist: »Seit kurzem ist eher Arbeitslosigkeit anstatt Alter der am meisten verbreitete Grund dafür, arm zu werden.«1 In den USA dagegen sind nur etwa sechs Prozent der Erwerbspersonen arbeitslos, in Schweden sogar weniger als zwei Prozent; und in beiden Ländern sind weniger als zehn Prozent der Arbeitslosen länger als ein Jahr ohne Broterwerb.

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Literatur

  1. 1.
    Vgl. Kommission der Europäischen Gemeinschaften, Beschäftigung in Europa 1989, Luxemburg 1989, S. 119.Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. den Beitrag von Ulrich van Suntum, Arbeitsmarktpolitik: Zwischen Marktsteuerung und staatlicher Beschäftigungssicherung, in diesem Band, S. 363–375; für hilfreiche Anmerkungen danke ich Michael Funke, Birgit Mahnkopf, Hedwig Rudolph und Ronald Schettkat.Google Scholar
  3. 3.
    Vgl. u. a. Joseph E. Stiglitz, The causes and consequences of the dependence of quality on price, in: Journal of Economic Literature, vol. 25 (1987), S. 1–48; Markus Scheuer, Die Effizienzlohntheorien — ein Beitrag zur mikroökonomischen Fundierung der Erklärung unfreiwilliger Arbeitslosigkeit, in: RWI-Mitteilungen, 37/38 (1986/87), S. 407–431.Google Scholar
  4. 4.
    Die Investitionsquote im Unternehmensbereich wird ermittelt als Verhältnis der Bruttoanla-geinvestitionen in Prozent der Bruttowertschöpfung; die hier angegebenen Durchschnittswerte sind errechnet aus einer Tabelle des Artikels »Determinanten der Investitionstätigkeit«, in: WZB-Mitteilungen, (1989) 44, S. 23 (nach: Michael Funke [Hrsg.], Factors in Business Investment, Berlin-New York 1989).Google Scholar
  5. 5.
    Eigene Berechnung aus Tabelle 1.26 des Statistischen Taschenbuches 1989, hrsg. vom Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung, Bonn 1989.Google Scholar
  6. 6.
    Vgl. DIW-Wochenberichte vom 30. Oktober 1986 und vom 22. September 1988.Google Scholar
  7. 7.
    Vgl. zu dieser Diagnose Wolfgang Franz/Heinz König, The nature and causes of unemployment in the Federal Republic of Germany since the 1970s. An empirical investigation, in: Economica, vol. 53, Supplement, (1986), S. 219–244; Jürgen Kromphardt, Arbeitslosigkeit und Inflation, Göttingen 1987, S. 103 f.Google Scholar
  8. 8.
    Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Jahresgutachten 1977/78, Ziffer 297.Google Scholar
  9. 9.
    Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Jahresgutachten 1984/85, Ziffer 376.Google Scholar
  10. 10.
    Klassisch dazu vgl. John M. Keynes, Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes (The general theory of employment, interest and money, 1936), Berlin 19836, Kapitel 19;Google Scholar
  11. 10a.
    vgl. zur Diskussion in neuerer Zeit Peter Kalmbach, Lohnhöhe und Beschäftigung. Ein Evergreen der wirtschaftspolitischen Debatte, in: Wirtschaftdienst, (1985) 7, S. 376;Google Scholar
  12. 10b.
    Jürgen Kromphardt, Lohnhöhe und Beschäftigung, in: Hans-Jürgen Krupp/Bernd Rohwer/Kurt W. Rothschild (Hrsg.), Wege zur Vollbeschäftigung, Freiburg 1986, S. 51–66.Google Scholar
  13. 11.
    Die moderate Lohnpolitik der bundesrepublikanischen Gewerkschaften bestätigt sich vor allem im internationalen Vergleich, nachzulesen und nachzuprüfen u.a. in: Fritz W. Scharpf, Sozialdemokratische Krisenpolitik in Europa, Frankfurt 1987, S. 151 ff. u. S. 248 ff.; Michael Bruno/Jeffrey D. Sachs, Economics of Worldwide Stagflation, Cambridge, Mass., S. 232 ff.Google Scholar
  14. 12.
    Daß diese Ankurbelung der Binnenkonjunktur und ein entsprechender Abbau der Leistungsbilanzüberschüsse vermutlich durch die deutsche Wirtschafts- und Währungsunion zustande kommen werden, steht auf einem anderen Blatt.Google Scholar
  15. 13.
    Eigene Berechnungen aus Tabellen 1.10 und 1.14 des Statistischen Taschenbuchs 1989, hrsg. vom Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung, Bonn 1989; vgl. auch die entsprechenden Literaturhinweise bei J. Kromphardt (Anm. 7), S. 61 f.Google Scholar
  16. 14.
    Anteil des Bruttoeinkommens aus unselbständiger Arbeit am Volkseinkommen, bereinigt vom Einfluß, der sich aus der Änderung der Beschäftigungsstruktur — z.B. Erhöhung der Arbeitnehmerquote — ergibt.Google Scholar
  17. 15.
    Vgl. Rudolf Welzmüller, Kräftige Gewinnsteigerung durch unerwarteten Wachstumsschub. Zur Entwicklung der Einkommensverteilung im Jahre 1988, in: WSI-Mitteilungen, (1989) 7. S. 361.Google Scholar
  18. 16.
    Bruttoeinkommen aus unselbständiger Arbeit je abhängig Beschäftigten in Prozent des Bruttoinlandsprodukts je Erwerbstätigen.Google Scholar
  19. 17.
    Vgl. WSI-Informationsdienst, (1990) 1.Google Scholar
  20. 18.
    Ein wenig schwankendes Lohnniveau trägt zum Funktionieren des marktwirtschaftlichen Systems und damit zu einer Verstetigung der Beschäftigung bei, indem es die Kosten- und Ertragskalkulation der Unternehmen erleichtert und verstetigt. Vgl. Jürgen Kromphardt, Lohnhöhe und Beschäftigung, in: H.-J. Krupp u. a. (Anm. 10), S. 61.Google Scholar
  21. 19.
    Vgl. P. Kalmbach (Anm. 10), S. 376.Google Scholar
  22. 20.
    Berechnet aus den Angaben »Personalzusatzkosten im Produzierenden Gewerbe«, in: IW-Trends, (1982) 2, Tab. 1, S. 23.Google Scholar
  23. 21.
    Dieter Kirchner, Hauptgeschäftsführer Gesamtverband der metallindustriellen Arbeitgeberverbände e. V., Köln, in: Heinz Knebel/Ernst Zander (Hrsg.), Der zweite Lohn, Bonn 1982, S. 147.Google Scholar
  24. 22.
    Vgl. Rudolf Welzmüller, Personalzusatzkosten — Gefahr für die Wettbewerbsfähigkeit oder Nebenschauplatz im Verteilungskonflikt?, WSI-Arbeitsmaterialien Nr. 17, Düsseldorf 1987, S. 17.Google Scholar
  25. 23.
    Denn tarifliche und betriebliche Zusatzleistungen sind im wesentlichen Lohnbestandteile, die nur in anderer Form als die direkten Löhne ausbezahlt werden; darum ist der Begriff »Lohnzusatzkosten« oder »Personalnebenkosten« irreführend. Zum Begriff »Effizienzlohn« vgl. neben den in Anm.4 angegebenen Literaturhinweisen u.a. Lutz Bellmann/Friedrich Buttler, Lohnstrukturflexibilität. Theorie und Empirie der Transaktionskosten und Effizienzlöhne, in: Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, (1989) 2, S. 202–217; Janet L.Yellen, Efficiency wage models of unemployment, in: American Economic Review. Papers and Proceedings, 74/1984, S. 200–205.Google Scholar
  26. 24.
    Vgl. Robert A. Hart, The Economics of Non-Wage Labour Costs, London 1983; Internationale Chronik zur Arbeitsmarktpolitik, 8/1982, S. 1–4.Google Scholar
  27. 25.
    So forderte u. a. der jetzige Wirtschaftsminister Haussmann die Möglichkeit für Arbeitslose, unterhalb des Tariflohns zu arbeiten (vgl. Der Spiegel, Nr. 16 vom 15. April 1985, S. 21 ff. Während Ulrich van Suntum diese Forderung nur implizit vertritt, formuliert sie der von ihm häufig positiv zitierte Wissenschaftler Roland Vaubel sehr explizit in seinem Eröffnungsvortrag zur Jahrestagung des Vereins für Socialpolitik im September 1987; vgl. Roland Vaubel, Möglichkeiten einer erfolgreichen Beschäftigungspolitik, in: Harald Scherf (Hrsg.), Beschäftigungsprobleme hochentwickelter Volkswirtschaften (Schriften des Vereins für Socialpolitik, Bd. 178), Berlin 1989, S. 31.Google Scholar
  28. 26.
    Vgl. L. Bellmann/F. Buttler (Anm. 23), S. 202 f.Google Scholar
  29. 27.
    Vgl. zum Nicht-Waren-Charakter der Arbeit u. a. Günther Schmid, Zur politisch-institutionellen Theorie des Arbeitsmarkts. Die Rolle der Arbeitsmarktpolitik bei der Wiederherstellung der Vollbeschäftigung, in: Politische Vierteljahresschrift, 28 (1987), S. 133–161; zum Argument der Flexibilisierung von Tarifverträgen vgl. u. a. Heinz-Dieter Hardes, Vorschläge zur Differenzierung und Flexibilisierung der Löhne, in: Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, (1988) 1, S. 55–60.Google Scholar
  30. 28.
    Vgl. etwa die Diskussion in den Gewerkschaftlichen Monatsheften, (1988) 6, S. 343–368, über »Individualinteressen und Organisationsinteresse zusammenführen«, in der die statusbezogenen Vorteile von Angestellten gegenüber Arbeitern in Frage gestellt und leistungsbe-zogene Differenzierungen, insbesondere im Zusammenhang mit Qualifizierung, gefordert werden (vgl. besonders S. 354, 361, 363 u. S. 365).Google Scholar
  31. 29.
    Die Beeinflussung regionaler und sektoraler Mobilität über finanzielle Anreize wird — nicht zuletzt aus Erfahrungen in den USA — für sehr gering gehalten; vgl. Axel H. Börsch-Supan, Regionale und sektorale Arbeitslosigkeit: Durch höhere Mobilität reduzierbar?, in: Zeitschrift für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (ZWS), 110/1990, S. 55–82; diesselbe Studie gelangt darüber hinaus zum Ergebnis, daß die regionale und sektorale Verteilung der offenen Stellen und Arbeitslosen in der Bundesrepublik (bezogen auf das Jahr 1986) nicht den Schluß zulasse, »daß es gleichzeitig nennenswerte Arbeitsangebotsüber- und -Unterschüsse gibt, die sich durch regionale und sektorale Mobilität abbauen ließen...« (S. 69)Google Scholar
  32. 30.
    Vgl. den Literaturüberblick nebst eigenen Berechnungen von H.-D. Hardes (Anm.27), S. 63.Google Scholar
  33. 31.
    Vgl. ebd.; Martin Koller, Regionale Lohnstrukturen, in: Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, (1987) 1, S. 30–43; L. Bellmann/F. Buttler (Anm.23), S. 212 f;Google Scholar
  34. 31a.
    Herbert Jakoby, Analyse regionaler Lohnunterschiede mit Hilfe von Verdienstfunktionen, in: NIW-Workshop 1988, Regionale Lohn- und Beschäftigungsstrukturen, Hannover 1988, S. 39–66.Google Scholar
  35. 32.
    Vgl. L. Bellmann/F. Buttler (Anm. 23), S. 210–212.Google Scholar
  36. 33.
    Vgl. H.-D. Hardes (Anm. 27), S. 66 f.; Kurt Vogler-Ludwig, Flexibilisierung der Lohnstrukturen. Ein Patentrezept der Beschäftigungspolitik?, in: Ifo-Schnelldienst, 16/1985, S. 18–31.Google Scholar
  37. 34.
    Vgl. Wolfgang Franz, Beschäftigungsprobleme auf Grund von Inflexibilitäten auf Arbeitsmärkten?, in: H. Scherf (Anm. 25), S. 310f.Google Scholar
  38. 35.
    Vgl. Linda A. Bell/Richard B. Freeman, Does a flexible industry wage structure increase employment? The U.S. experience, NBER Working Paper Series No. 1604, Cambridge, Mass., April 1985.Google Scholar
  39. 36.
    Vgl. Gemot Nerb, Mehr Beschäftigung durch Flexibilisierung des Arbeitsmarktes? Zusammenfassung der Ergebnisse von Umfragen bei Arbeitnehmern und Unternehmern in den EG-Mitgliedsländern, in: Ifo-schnelldienst, 24/1986, S. 6–11; hier lautet die Rangfolge, warum in der europäischen Industrie im Jahre 1985 nicht mehr beschäftigt werden: unzureichende Nachfrage (64 Prozent), unzureichende Erträge aufgrund von Wettbewerb, dito aufgrund von Personalzusatzkosten, mangelnde Flexibilität bei Einstellungen und Entlassungen, Rationalisierung und/oder Einführung neuer Techniken, und dann erst — an sechster Stelle — das Lohn- und Gehaltsniveau (37 Prozent). Befragt danach, welche institutionellen Änderungen am Arbeitsmarkt — unabhängig von anderen Faktoren wie der Nachfrage — sie am ehesten veranlassen würden, mehr Arbeitskräfte zu beschäftigen, nennt das Verarbeitende Gewerbe immerhin an dritter Stelle besser ausgebildete Arbeitssuchende, insbesondere in den technischen Berufen. Eine Wiederholungsbefragung im Jahre 1989 erbrachte sogar eine Minderung des Lohnkostenfaktors (35 Prozent) als Ursache für mangelnde Beschäftigungsausweitung; an der Spitze standen nach wie vor mangelnde Absatzerwartungen, wenn auch mit verminderter Bedeutung (54 Prozent), während Qualifizierungsengpässe (Anstieg von 29 Prozent auf 43 Prozent) an Bedeutung gewannen; vgl. European Economy, Supplement B, No. 11, November 1989.Google Scholar
  40. 37.
    Vgl. W. Franz (Anm. 34), S. 317; Günther Schmid, Arbeitsmarktpolitik im Wandel, Discussion Papers IIM/LMP 87–17, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, Berlin 1987, S. 36–40.Google Scholar
  41. 38.
    Vgl. z. B. Lester, C. Thurow, Equity, efficiency, social justice, and redistribution, in: OECD (ed.), The welfare state in crisis, Paris 1981, S. 137–150;Google Scholar
  42. 38a.
    Walter Korpi, Economic growth and the welfare state: leaky bucket or irrigation system?, in: European Sociological Review, 1 (1985) 2, S. 97–118;Google Scholar
  43. 38b.
    Manfred G. Schmidt, Vom wirtschaftlichen Wert der Sozialpolitik, in: Georg Vobruba (Hrsg.), Der wirtschaftliche Wert der Sozialpolitik. Die Perspektive der vergleichenden Politikforschung, Berlin 1989, S. 149–172;Google Scholar
  44. 38c.
    Bob Rowthorn, Corporatism and labour market performance, Discussion Papers 93, Labour Institute for Economic Research, Helsinki 1989.Google Scholar
  45. 39.
    Vgl. Jürgen Warnken/Gerd Ronning, Technischer Wandel und Beschäftigungsstrukturen, in: Ronald Schettkat/Michael Wagner (Hrsg.), Technologischer Wandel und Beschäftigung. Fakten, Analysen, Trends, Berlin 1989, S. 235–277.Google Scholar
  46. 40.
    Vgl. dazu u. a. Burkhart Lutz, Arbeitsmarktstruktur und betriebliche Arbeitskräftestrategie, Frankfurt-New York 1987, S. 203.Google Scholar
  47. 41.
    Die referierten Ergebnisse stützen sich auf Christoph F. Büchtemann unter Mitarbeit von Armin Höland, Befristete Arbeitsverträge nach dem Beschäftigungsförderungsgesetz, Forschungsbericht 183 des Bundesministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Berlin-Bonn 1989; Christoph F. Büchtemann, Kündigungsschutz als Beschäftigungshemmnis?, Discussion Paper FS I 90–3, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, Berlin 1990;Google Scholar
  48. 41a.
    Armin Höland, Vom Machen und Messen von Gesetzen — Erkenntnisse aus der Forschungspraxis zur Reichweite der Gesetzesevaluation, in: Zeitschrift für Rechtssoziologie, (1989) 2, S. 202–221; in allen drei Arbeiten finden sich reichhaltige Empirie und Literaturverweise.Google Scholar
  49. 42.
    Vgl. u.a. den überblickenden Aufsatz von Christian Brinkmann, Die Langzeitarbeitslosen und ihre Familien. Latente und offene Spannungen in einer Wohlstandsgesellschaft, in: Beiträge zur Konfliktforschung, 18 (1988) 2, S. 63–82; R. Welzmüller (Anm. 15), S. 372–373; die folgenden Zahlenangaben sind diesen beiden Aufsätzen entnommen.Google Scholar
  50. 43.
    Von den registrierten 2 242 000 Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt 1988 bezogen 42,1 Prozent Arbeitslosengeld, 23,6 Prozent Arbeitslosenhilfe — insgesamt waren also im Durchschnitt 65,7 Prozent der Arbeitslosen Leistungsempfänger; Berechnungen nach Bundesanstalt für Arbeit, Amtliche Nachrichten der Bundesanstalt für Arbeit, (1989) 3.Google Scholar
  51. 44.
    Vgl. Dieter Hotz, Arbeitslosigkeit, Sozialhilfeausgaben und kommunales Investitionsverhalten, in: Informationen zur Raumentwicklung, (1987) 9/10, S. 596–603.Google Scholar
  52. 45.
    Vgl. Günther Schmid, Modell Schweden ein Vorbild? Licht- und Schattenseiten der schwedischen Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik, in: Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt-und Berufsforschung, (1989) 1, S. 75–84.Google Scholar
  53. 46.
    Vgl. ausführlicher G. Schmid (Anm. 37); ders. Vollbeschäftigung in der sozialen Marktwirtschaft. Prämissen aktiver Arbeitsmarktpolitik im internationalen Vergleich, Discussion Paper FSI 90–1, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, Berlin 1990; insbesondere ergänzt um Fragen der Arbeitszeitpolitik vgl. Friederike Maier/Ronald Schettkat, Potentiale aktiver Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik, Discussion Paper FS I 88–17, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, Berlin 1988.Google Scholar
  54. 47.
    Vgl. dazu insbesondere die Beiträge von Matzner, Herr, Hannapi/Wagner in Egon Matzner (Hrsg.), No way to full employment? The full documentation of the reports, papers, and contributions presented and addressed to an international conference by WZBs research area »Labour Market and Employment« LME in Berlin from 5th to 7th July 1989, Discussion Papers des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung FS I 89–16, 2 Bde., Berlin 1989.Google Scholar
  55. 48.
    Zu den wachstumskritischen produktionsnahen Dienstleistungen zählen insbesondere die wissensintensiven Dienstleistungen wie Rechts- und Unternehmensberatung, chemische und biotechnische Spezialleistungen, Architektur- und Ingenieurleistungen, Marketing und Vertrieb, Softwareentwicklung; vgl. Bernd Reissert/Günther Schmid, Mehr Arbeitsplätze durch Dienstleistungen?, in: Wirtschaftsdienst, (1990) 3, S. 159–164.Google Scholar
  56. 49.
    Vgl. Hans-Jürgen Krupp, Die Erschließung von Arbeitsplatzreserven im Tertiärsektor als Beitrag zur Lösung struktureller Probleme, in: H.-J. Krupp u. a. (Anm. 10), S. 238.Google Scholar
  57. 50.
    Vgl. Christa Sellin/Eugen Spitznagel, Chancen, Risiken, Probleme und Expansionspotentiale von Allgemeinen Maßnahmen zur Arbeitsbeschaffung (ABM) aus der Sicht der Maßnahmeträger. Ergebnisse einer Befragung, in: Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, (1988) 4, S. 487.Google Scholar
  58. 51.
    Vgl. ausführlich dazu und international vergleichend Günther Schmid/Bernd Reissert/Gert Bruche, Arbeitslosenversicherung und aktive Arbeitsmarktpolitik, Berlin 1987.Google Scholar
  59. 52.
    Ein Großteil der »Transaktionskosten« schlägt sich natürlich nicht in den statistisch erfaßba-ren Lohnnebenkosten nieder, dennoch erscheinen die beiden letztgenannten Vorschläge in diesem Zusammenhang erwähnenswert; Einarbeitungs- und Rekrutierungszuschüsse sind sinnvollerweise auf Regionen und/oder Betriebe und/oder Personen zu konzentrieren, die besonders von Arbeitslosigkeit oder Umstrukturierung betroffen sind.Google Scholar
  60. 53.
    Das Kurzarbeitergeld ist eines der erfolgreichsten Instrumente der bundesdeutschen Arbeitsmarktpolitik; leider liegen für die jüngste Zeit keine Evaluierungen vor; für den Zeitraum der siebziger Jahre vgl. Hans R. Flechsenhar, Kurzarbeit — Strukturen und Beschäftigungswirkung, in: Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, (1979) 3, S. 362–372;Google Scholar
  61. 53a.
    Günther Schmid/Klaus Semlinger, Instrumente gezielter Arbeitsmarktpolitik: Kurzarbeit, Einarbeitungszuschüsse, Eingliederungsbeihilfen, Königstein 1980. Seine Hauptwirkung entfaltet Kurzarbeit allerdings nur bei konjunktureller Arbeitslosigkeit, die — darin stimme ich mit den Neoklassikern überein — zur Zeit eine geringe Rolle spielt; das kann sich aber bald ändern. Immerhin praktizierten in der vom anhaltenden Konjunkturaufschwung geprägten Zweijahresperiode von Mai 1985 bis April 1987 nicht weniger als elf Prozent aller Betriebe mit 20 Prozent aller in der Privatwirtschaft beschäftigten Arbeitnehmern zumindest zeitweise Kurzarbeit (nach Ch. F. Büchtemann [Anm. 41]). Außerdem könnte dieses Instrument in Kombination mit beruflicher Weiterbildung eine gewichtige Rolle bei der Umstrukturierung vieler DDR-Betriebe spielen.Google Scholar
  62. 54.
    Vgl. Fritz W. Scharpf u.a., Implementationsprobleme offensiver Arbeitsmarktpolitik, Frankfurt 1982;Google Scholar
  63. 54a.
    Friederike Maier, Beschäftigungspolitik vor Ort. Die Politik der kleinen Schritte, Berlin 1988;Google Scholar
  64. 54b.
    Hubert Heinelt, Chancen und Bedingungen arbeitsmarktpolitischer Regulierung am Beispiel ausgewählter Arbeitsamtsbezirke, in: Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, (1989) 2, S. 294–311;Google Scholar
  65. 54c.
    Günther Schmid, Handlungsspielräume der Arbeitsämter beim Einsatz operativer Arbeitsförderungsmaßnahmen, in: Peter Hurler/Martin Pfaff (Hrsg.), Lokale Arbeitsmarktpolitik, Berlin 1987, S. 31–56.Google Scholar
  66. 55.
    Vgl. Christian Brinkmann, Neue arbeitspolitische Hilfen für den »harten Kern« von Langzeitarbeitslosen, SAMF-Arbeitspapier 1989–8, Paderborn 1989.Google Scholar
  67. 56.
    Vgl. als Überblick Friederike Maier/Ronald Schettkat, Beschäftigungspotentiale der Arbeitszeitpolitik, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, B 3/90, S. 37–51.Google Scholar

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© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1990

Authors and Affiliations

  • Günther Schmid

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