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Europapolitik: Zwischen Wirtschafts- und Kulturgemeinschaft

  • Rüdiger Voigt

Zusammenfassung

Die Europäische Gemeinschaft befindet sich auf dem Weg in das Jahr 2000 in einem Spannungsfeld von zwei großen Leitideen. Auf der einen Seite steht die visionäre Idee von der Verwirklichung der europäischen Einheit, und auf der anderen Seite finden wir den eher pragmatischen Gedanken von der Ausschöpfung eines riesigen Wirtschaftspotentials. Die Vision vom gemeinsamen »europäischen Haus«, von einem geeinten Europa, das vom Atlantik bis zum Ural und vom Eismeer bis zum Mittelmeer reicht, ist besonders geeignet, die Phantasie zu beflügeln. Es ist der Traum von einem Europa, das das Zeitalter der innereuropäischen Streitigkeiten und Kriege überwunden hat und nun gemeinsam seine politische und kulturelle Unabhängigkeit gegenüber den mächtigen Nachbarn aus dem Osten wie aus dem Westen verteidigen will. Von dieser Leitidee waren viele Menschen, aber auch bedeutende Politiker der Nachkriegszeit bewegt, als sie versuchten, die Grenzpfähle zwischen den Nachbarländern symbolisch oder mit eigener Hand niederzureißen. Und auch heute noch speist sich das Engagement vieler Politiker und Bürger aus dieser europäischen Idee. Um so bedauerlicher ist es, daß bei uns — im Zeichen nationaler Egoismen und ständiger Querelen in Brüssel — die Europabegeisterung nachläßt und einer gefährlichen Europamüdigkeit Platz zu machen droht.

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Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1990

Authors and Affiliations

  • Rüdiger Voigt

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