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Kernphysik pp 290-333 | Cite as

ß-Zerfall und schwache Wechselwirkung

  • Theo Mayer-Kuckuk

Zusammenfassung

Mit der Erforschung des β-Zerfalls verbinden sich einige der aufregendsten Episoden in der modernen Physik. Durch Messungen mit magnetischen Spektrometern war schon 1914 von Chadwick gezeigt worden, daß Kerne Elektronen mit einer kontinuierlichen Energieverteilung emittieren. Die Kernladungszahl des emittierenden Kerns ändert sich dabei um Eins (Soddy). Da es sich um einen Übergang zwischen Grundzuständen mit fest definierter Energie handelt, mußte die Gültigkeit des Energiesatzes bei diesem Prozeß in Zweifel gezogen werden. Ähnlich verhält es sich mit dem Drehimpuls: Bei der häufigsten Form des β-Zerfalls unterscheiden sich die Spins von Mutter- und Tochterkern um 0 oder 1, während man bei der Emission eines Spin-1/2-Elektrons eine halbzahlige Spinänderung erwarten sollte und zwar unabhängig vom eventuell mitgenommenen Bahndrehimpuls. Pauli zeigte 1930 einen hypothetischen Ausweg, indem er die Existenz eines weiteren emittierten Teilchens, des „Neutrino“ forderte. Experimente zum direkten Nachweis des Neutrinos konnten aber erst in den 50er Jahren ausgeführt werden. Der erste theoretische Ansatz zur Beschreibung des Zerfallmechanismus wurde 1934 von Fermi vorgeschlagen. Es dauerte jedoch rund 30 Jahre bis eine einigermaßen gesicherte Formulierung des Wechselwirkungsgesetzes angegeben werden konnte. Fermis intuitiv gefundener ursprünglicher Ansatz ist dabei im wesentlichen bestätigt worden.

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1992

Authors and Affiliations

  • Theo Mayer-Kuckuk
    • 1
  1. 1.Universität BonnBonnDeutschland

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