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Körpertext pp 221-241 | Cite as

Zerfall des Komischen

  • Günther Lohr

Zusammenfassung

Dieser Satz aus Gellerts Vortrag Wie weit sich der Nutzen der Regeln in der Beredsamkeit und Poesie erstrecke (1756) bedeutet eine Absage an den äußeren Affekt der klassischen Tragödie und des barocken Tauerspiels: das “Ihr” meint nicht nur die adligen Helden der Bühne, sondern auch die Aristokratie der Zeit ebenso wie das “wir” nicht nur die Zuschauer, sondern auch die Gesamtheit der Bürger als Klasse einschließt. Das Sterben der Könige im Geist des Barock hat auf dem Theater ausgedient, was fortan interessiert, ist das Leben der Bürger. (1)

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Literatur

Zu VII. 1

  1. 1.
    Johann Gottlob Benjamin Pfeil schreibt in seiner Abhandlung Vom bürgerlichen Trauerspiele (1755): “Allein wir haben weder eine Krone zu verlieren, wir werden niemals in die Umstände der Andromache und des Roderichs geraten. Folglich fühlen wir diese Unglücksfälle nur halb. Ganz anders ist es in dem bürgerlichen Trauerspiele. Die Unglücksfälle die wir hier erblicken, haben wir oft selbst empfunden, oder wir sind sie doch noch wenigstens alle Tag zu empfinden fähig.” Pfeil (1755) 1974:54Google Scholar
  2. 2.
    Eine ausgezeichnete -- philologisch orientierte –– Einführung in die Theorie der Rührkomödie und des bürgerlichen Trauerspiels stellt Martino 1972 dar, der die wichtigsten Belegstellen der Theorien auch ausführlich zitiert.Google Scholar
  3. 3.
    Geliert (1751) = 1971:191Google Scholar
  4. 4.
  5. 5.
  6. 6.
  7. 7.
    “Dennoch hat die Liebe, wie mich deucht, mit Recht den Platz auf dem Theater, den sie in dem Herzen der Menschen behauptet. Eine vernünftige, eine zärtliche und unschuldige Liebe ist das empfindlichste Vergnügen der Menschen.” ibid:192Google Scholar
  8. 8.
  9. 9.
    de Buzonnière (1747) = 1971:4Google Scholar
  10. 10.
  11. 11.
  12. 12.
  13. 13.
    ibid:14 u. 18Google Scholar
  14. 14.
  15. 15.
  16. 16.
  17. 17.
    “(...) en excluant de la comédie le ridicule qui tombe sur l’extérieur (...).” ibid:22Google Scholar
  18. 18.
  19. 19.

Zu VII.2

  1. 1.
    Geliert (1751) = 1971:294:304Google Scholar
  2. 2.
    ibid:299f.Google Scholar
  3. 3.
  4. 4.
  5. 5.
    ibid: 148–152; hier: 148Google Scholar
  6. 6.
  7. 7.
    ibid:150. Im Jahr zuvor hatte Thomas Gray mit seiner Elegy written in a Country Churchyard (1759) die Friedhofsromantik als literarisches Thema begründet.Google Scholar
  8. 8.
    Freud (1914) SA III:50f. Im Sprachgebrauch des 18. Jahrhunderts war “Hypochondrie” identisch mit “Milzsucht” und Konstipation, von letzterer wurden bezeichnenderweise hauptsächlich Protestanten und Pietisten befallen (Gebhardt-Wäger 1948:80). Vgl. auch den Artikel Hypochondrie in: Krünitz (ed.): Ökonomisch=techno-logische Enzyklopädie. Berlin 1783:566ff. Auszugsweise zit. in: Gebhardt-Wäger 1948:74Google Scholar
  9. 9.
    Geliert 1763:19Google Scholar
  10. 10.
    Geliert 1770:224Google Scholar
  11. 11.
    “Folge in der Bewegung deinem Geschmacke; Arbeit, die wir hassen, ermüdet bald.” ibid:276. Dies steht in Zusammenhang mit der älteren Scheidung der Arbeit in “edle” und “unedle” durch den Pietismus. Cf. Christoph August Heumann: Der politische Philosophus, das ist, vernunfftmäßige Anweisung der Klugheit im gemeinen Leben (1714) p.51, zit. n. von Graevenitz 1975:18Google Scholar
  12. 12.
    Schings 1977:130; vgl. auch die weitere Darstellung ibid:127–132. Zur Hypochondrie Gel-lerts cf. ferner F. Brüggemann 1933:8f. u. 1935:6; Schlingmann 1967:27f.; D. Brüggemann 1970:203Google Scholar
  13. 13.
    Zu den Begriffen “Waren-Körper” und “Wunsch-Körper” siehe unten meinen Exkurs: Teilung des Körpers in Ware und Wunsch. (Kap. VII.4.)Google Scholar
  14. 14.
    Kristeva (1974) 1978:154Google Scholar
  15. 15.
    Cramer 1774:165f. teilt in seiner Lebensbeschreibung Gellerts mit, daß er an “schmerzlichen Verstopfungen” starb.Google Scholar
  16. 16.
    Mog 1976:14Google Scholar
  17. 17.
    Geliert (1751) = 1971:151 (9. Brief)Google Scholar
  18. 18.
    Leclaire (1968) 1975:118Google Scholar
  19. 19.
    Ebenso wie der Naturtopos taucht in Gellerts Briefsammlung das ödipale Thema immer wieder in Briefen an verheiratete Frauen auf –– insgesamt achtzehnmal: im 8., 15., 16., 17., 23., 27., 29., 30., 31., 44., 54., 55., 57., 59., 61., 63., 66. und im 70. Brief, in: Geliert (1751) = 1971Google Scholar
  20. 20.
    ibid:177–179 (23. Brief)Google Scholar
  21. 21.
  22. 22.
  23. 23.
    Freud 1920, SA III:350f.Google Scholar
  24. 24.
    Lacan (1966) 1975:64f.Google Scholar
  25. 25.
    Der Begriff des “Fantasmas” ist als Weiterentwicklung des Freudschen Imago-Begriffs zu verstehen, er drückt eine “Funktion des Imaginären” im Sinne einer wechselseitigen Erfahrung des Subjekts und seiner Objektkonstitution aus. ibid:79, 67 u. 230Google Scholar
  26. 26.
    Geliert (1747) 1774:146Google Scholar
  27. 27.
    Freud (1915) 1917, SA III:200Google Scholar
  28. 28.
    ibid 203. Dieser Vorgang setzt nicht nur beim Tod des Liebesobjekts, sondern schon bei einer Kränkung durch dasselbe ein. Die melancholische Trauer ist damit von der bewußten Trauerarbeit zu unterscheiden, die die Libido vom nicht mehr verfügbaren Objekt abzieht. Cf. ibid:198f. u. 210Google Scholar
  29. 29.
  30. 30.
    Geliert (1747) 1774:147Google Scholar
  31. 31.
    Cf. Nitschak 1976:233Google Scholar

Zu VII.3

  1. 1.
    Vgl. Balet/Gerhard (1936) 1972:181–184Google Scholar
  2. 2.
    Mog 1976:9Google Scholar
  3. 3.
    Geliert (1751) = 1971: 258–259Google Scholar
  4. 4.
    Vgl. a. ibid:239 (47. Brief). Zur weiteren Tradition dieses literaturgeschichtlichen Topos vgl. Ludwig Völker: Muse Melancholie –– Therapeutikum Poesie. Studien zum Melancholie-Problem in der deutschen Lyrik von Hölty bis Benn. München 1978Google Scholar
  5. 5.
    Gerllert (1756) 1774:185. Neben dem Zusammenhang von Schreiben und libidinösem Wunsch enthält der 56. Brief auch eine Abwehr und Erfüllung homosexueller Versuchung: das weibliche Objekt, an dem die Kußtherapie erprobt werden soll, nennt der Briefschreiber mit der männlichen Diminuitivform “Christianchen”. Vgl. a. folgenden Passus: “(...), und was das Schlimmste ist, so finde ich oft eine so große Wollust im Briefeschreiben, daß ich nicht eher aufhören kann, bis der Bogen beschrieben ist.” Geliert (1751) = 1971:153 (11. Brief)Google Scholar
  6. 6.
    Die Lacan-Schule übersetzt den Freudschen Begriff der “Lust” in plaisir und in jouissance, wobei ersterer den traditionellen Sinn der Freudschen Terminologie bewahrt, während jouissance eine imaginäre Körperlust bezeichnet. Vgl. Leclaire (1968) 1975:171, Anm. 140; Leclaire 1974:18; Lacan 1966:181ff.Google Scholar
  7. 7.
    “Eine gemischte Empfindung hat, gegen eine einfache gehalten, etwas neues und etwas sehr rührendes, weil eine Regung die andre durch ihren Widerstand erhöht; und darum gefällt sie uns.” Geliert (1747) 1774:149Google Scholar
  8. 8.
    1749 hatte D. Hartley in seinen Observations on man, his frame, his duty, and his expectations im Rahmen der Assoziationspsychologie Freude und Schmerz als psychische Einheiten definiert, die eine “in einfühlbarem Mitleid geübte Sympathie” vermitteln (Kimpel 1977:57). Bei Geliert ist dieser theoretische Kontrast der Gefühle als Folge einer Rationalisierung im Freudschen Sinn legitimiert.Google Scholar
  9. 9.
    von Graevenitz 1975Google Scholar
  10. 10.
    Pikulik 1966:86 stellte die Empfindsamkeit als eine zunächst “unbürgerliche” Bewegung dar, die erst später von den bürgerlichen Schichten aufgenommen wurde; Birk 1967:148 interpretierte die “empfindsame Moral” als positive Transzendierung der rigiden “bürgerlichen Moral” und Mog 1976:34 konstatiert, daß das neue Gefühlsverhalten “sich sowohl vom aristokratischen Kontrollverhalten als auch von einer noch näher zu charakterisierenden bürgerlichen Rationalität” absetzt. Letztere ließe sich als Tauschrationalität näher bestimmen, der die empfindsame Moral als ideologische Antithese gegenübertritt. Demgegenüber hat Szondi 1973:90 Empfindsamkeit als den “Ausdruck der Tabuierung jedes Konflikts zwischen Angehörigen einer Familie” bestimmt. Von konservativer Seite hat von Graevenitz 1975 diese beiden Momente anhand der Begriffe “Pietismus” und “Bürgerlichkeit” gegenübergestellt –– gegenüber den von Sauder 1974 bereitgestellten Materialien greift er damit zu kurz. Sauder hat die geistesgeschichtlichen Formen und theoretischen Traditionen, unter denen das Phänomen “Empfindsamkeit” gefaßt wurde, in seiner Monografie ausführlich zusammengefaßt: Pietismus, Sensualismus und Empirismus, die “Moral-Sense”-Theorie, die Antithese von stoischem und epikureischem Denken, die “Erfahrungsseelenkunde” als Einheit von praktischer und theoretischer Psychologie, die in einer Ausdruckspsychologie zusammengefaßt wurde, v. Graevenitz zielt auf die Umkehrung der Habermas’schen These einer bürgerlichen “Öffentlichkeit”, die sich zunächst in der Sphäre bürgerlicher “Privatheit” konstituierte (Habermas 1962). Für den Pietismus weist v. Graevenitz eine gleichsam repräsentative, öffentliche Funktion der Innerlichkeit nach, während er das –– davon unterschiedene –– Bürgerliche als “Ostention” eines nur ideologischen Anspruchs definieren will, dem jegliches gesellschaftliches Relatum fehle (von Graevenitz 1975:72f. u. 82). Die These vom doppelten Aspekt der Innerlichkeit des 18. Jahrhunderts denunziert mit derjenigen Methode, die Geschichte als materiellen Prozeß begreift, auch die Geschichtlichkeit des ‘Bürgerlichen’ selbst –– der Verfasser wird damit zum Opfer jener ‘deutschen Verspätung’, deren Schlüssigkeit er gerade bezweifelt; (cf. Helmuth Plessner: Die verspätete Nation (1959) Frankfurt am Main 1974). Merkwürdigerweise kommt Hohendahl 1972 mit Hilfe von Marx-Zitaten zu ähnlichen Ergebnissen. Zwar wird die Dichotomie-These in Form einer historischen “Gleichzeitigkeit des Ungleichen” –– nämlich von bürgerlicher Weltanschauung und absolutistischem Staat –– relativiert (p.204), das Phänomen ‘Empfindsamkeit definiert Hohendahl aber ebenfalls als repräsentativen Ausdruck einer soziologisch nicht zu lokalisierenden Humanitas (p.205).Google Scholar

Zu VII.4

  1. 1.
    von Graevenitz 1975Google Scholar
  2. 2.
    Hohendahl 1972Google Scholar
  3. 3.
    Koselleck 1959Google Scholar
  4. 4.
    Habermas 1962Google Scholar
  5. 5.
    Koselleck 1959 passim, bes. 48f. u. 85Google Scholar
  6. 6.
    Habermas 1962:41 u. 67Google Scholar
  7. 7.
    ibid:41. Vgl. auch die –– etwas zu einfache –– Darstellung in Pütz 1978:166f.Google Scholar
  8. 8.
    Zur Maschine als Metapher und Realität vgl. Deleuze/Guattari (1972) 1974Google Scholar
  9. 9.
    Habermas 1962:67Google Scholar
  10. 10.
    Kristeva (1974) 1978:137Google Scholar
  11. 11.
    Cf. Lacan 1971,II:175; (1966) 1975,I:213Google Scholar
  12. 12.
    Lacan 1971,II:166f. Vgl. a. Nasio (1971) 1976:113f.Google Scholar
  13. 13.
    Habermas 1962:58Google Scholar
  14. 14.
    Lacan 1971,II:175 u. 180f.Google Scholar
  15. 15.
    Cf. Nasio (1971) 1976:114f. Vgl. auch unten Kap. VII.6., Anm. 6Google Scholar
  16. 16.
    Habermas 1962:67Google Scholar
  17. 17.
  18. 18.
  19. 19.
  20. 20.
    Nitschak 1976:125. “Die ödipale Form der Literatur macht ihre Warenform aus.” Deleuze/Guattari (1972) 1974:173Google Scholar
  21. 21.
    Günther 1926:175f.Google Scholar
  22. 22.
    Gerhard Bondi: Der Beitrag des hallischen Pietismus zur Entwicklung des ökonomischen Denkens in Deutschland (1964). In: Greschat (ed.) 1977:259–293, hier p.280Google Scholar
  23. 23.
    Gebhardt-Wäger 1948:51. Cf. auch Gellerts Tagebuch aus dem Jahre 1761.Google Scholar

Zu VII.5

  1. 1.
    Geliert (1751) 1973:137Google Scholar
  2. 2.
    Liugi Riccoboni: Lettre sur la comédie de l’École des Amis. Paris 1737. Zit. n. Martino 1972:378Google Scholar
  3. 3.
    Fontenelle: Vorrede zu (1753). In: 1766,IIIGoogle Scholar
  4. 4.
    Wölfel 1971:84Google Scholar
  5. 5.
    Goldsmith (1773) 1964:262. Den gleichen Vorwurf des “Romanhaften” hatte auch schon Chassiron 1749 in seinen Reflexions sur le Comique-larmoyant erhoben: Chassiron (1749) 1973:110Google Scholar
  6. 6.
    Goldsmith (1773) 1964:262. (Meine Übersetzung, G. L.)Google Scholar
  7. 7.
    ibid. (Meine Übersetzung, G. L.)Google Scholar
  8. 8.
    Nasio 1976:116Google Scholar
  9. 9.
    Martino 1972:379Google Scholar

Zu VII.6

  1. 1.
    “(...); wer wird nicht dann und wann diejenige Wollust, in welcher das ganze Gemüt gleichsam zerfließt, derjenigen vorziehen, welche nur, so zu reden, sich an den äußern Flächen der Seele aufhält?” Geliert (1751) 1973:136Google Scholar
  2. 2.
    Fontenelle (1753) 1766,III:XXXVGoogle Scholar
  3. 3.
    “Ce que j’appelle ici la vie ordinaire, comprend aussi celle des Empereurs & des Rois dans tous les temps oü ils ne sont qu’hommes.” Fontenelle (1753) 1766,III:XXXV. Aber Fontenelle greift zugleich einen zuerst 1688 in seiner Schrift Disgression sur les anciens et les modernes geäußerten Gedanken wieder auf (vgl. Krauss 1969:28ff.), der diese Ausweitung bürgerlicher Vernunft und Lebensweise als ideologisches “Vorurteil” (préjugé) entlarvt. Es könne sein, so gibt er zu bedenken, daß unsere Regeln nichts als Gewohnheiten sind, die in der Zukunft genausowenig Geltung haben könnten wie der Großteil der antiken oder außereuropäischen Kulturen, die im Licht europäischer Vernunft nicht länger bestehen können. Fontenelle (1753) 1766,III:XXXVIIGoogle Scholar
  4. 4.
    Pellegrini 1952:8f.Google Scholar
  5. 5.
    Leclaire (1971) 1976:22Google Scholar
  6. 6.
    Nasio 1976:106Google Scholar
  7. 7.
    Honnefelder 1977:119Google Scholar
  8. 8.
    von Graevenitz 1975:46Google Scholar
  9. 9.
    Vgl. die Bedrohung durch phallische Wahnvorstellungen bei Adam Bernd: M. Adam Bernd’s Evangel. Pred. Eigene Lebensbeschreibung, samt einer Aufrichtigen Entdeckung und deutlichen Beschreibung einer der größten, obwohl großen Theils noch unbekannten Leibes= und Gemüthsplage, und auch wohl über seine eigenen Kinder verhänget. Leipzig 1738. Gebhardt-Wäger 1948:55 stellt fest, “daß bestimmte Körpersensationen in Bernd bestimmte Gedankenreihen immer wieder auslösen und ihn in Angst und Schrecken versetzen.”- Nach Lacan konstituiert sich das Subjekt über das, was ihm fehlt, über einen grundsätzlichen Mangel (des Signifikanten/Anderen); während des sogenannten Spiegelstadiums definiert sich ein imaginäres Ich durch das Fehlen des Körpers, indem es das eigene Spiegelbild besetzt (cf. Lacan (1966) 1975:61–70; Safouan 1975:302; Kristeva (1974) 1978:55). Der Ort, an dem das Subjekt sich immer wieder findet, ist der signifikante Mangel in ihm selbst –– die (symbolische) Kastration (cf. Leclaire (1968) 1975:159). Die Kastration leitet den Trennungsvorgang von der Mutter ein und lokalisiert das Lusterleben im Genitalen –– und überführt wegen “dieses Mangels die phallische in eine symbolische Funktion –– in die symbolische Funktion schlechthin.” (Kristeva (1974) 1978:56). In diesem Ort des Mangels durchkreuzen sich die imaginäre Beziehung zu den Objekten und die Linie des Unbewußten, (cf. Lacan (1966) 1975:53). Der Signifikant, der Körperbuchstabe –– die imaginierte Abwesenheit des Phallus und das imaginierte Lusterleben als Ausdruck des Wunsches –– ist zugleich eine Metapher des Subjekts und eine Metonymie des Objekts. (Cf. Lacan (1966) 1975:213 u. 274; Leclaire (1968) 1975:143f.; Wahl 1975:416; Nasio 1976:106)Google Scholar
  10. 10.
    Leclaire (1971) 1976:26Google Scholar
  11. 11.
  12. 12.
    Deshalb ist es auch richtig, von einer Säkularisierung pietistischer Einflüsse bei Geliert zu sprechen. Zum Einfluß des pietistischen Sprachgebrauchs auf Geliert vgl. August Langen: Der Wortschatz des deutschen Pietismus. Tübingen 1954:454f. Die Transformation kerygmatischer “Figurationen” in poetische Prozesse hat Schöne anhand ausgewählter Beispiele bis ins 20. Jahrhundert verfolgt. Albrecht Schöne: Säkularisaiton als sprachbildende Kraft –– Studien zur Dichtung deutscher Pfarrerssöhne. Göttingen 1958:22–28 u. 227–252Google Scholar
  13. 13.
    “In Dingen, welche empfunden werden und deren Wert durch die Empfindung beurteilt wird, sollte ich glauben, müsse die Stimme der Natur von größerm Nachdrucke sein als die Stimme der Regeln.” Geliert (1751) 1973:129Google Scholar

Zu VII.7

  1. 1.
    Fontenelle (1753) 1766,III:XVIIIGoogle Scholar
  2. 2.
    Hurd (1753) 1967,II:79Google Scholar
  3. 3.
    Kilian 1971:25Google Scholar
  4. 4.
    Warning 1975:356Google Scholar
  5. 5.
    Chassiron (1749) 1973:105Google Scholar
  6. 6.
  7. 7.
    Geliert (1751) 1973: 119Google Scholar
  8. 8.
    Hurd (1753) 1967,II:72Google Scholar
  9. 9.
    ibid,II:58Google Scholar
  10. 10.
    ibid,II:59Google Scholar
  11. 11.
    Hurd (1753) 1967,II:72. (Meine Übers., G. L.)Google Scholar
  12. 12.
    Geliert (1751) 1973:118Google Scholar
  13. 13.
    ibid. Geliert schließt damit an die Unterscheidung an, die Adam Daniel Richter 1741 in seinen Regeln und Anmerkungen der lustigen Schaubühne getroffen hatte; dort unterscheidet er “das Lustige in der Sache” von einem Lustigen “in Worten” (589). Dabei bezeichnet das Lustige in Worten das gaghafte Moment der traditionellen Komik, während der Begriff der “Sache” einen durchgehenden Handlungsstrang im Sinne des Kontinuums der Fiktion meint. Das “Lustige in der Sache” positiviert das Komische und ruft “eine innerliche angenehme Bewegung de Gemüths über die empfundenen Vollkommenheiten” hervor (590).Google Scholar
  14. 14.
    Gellert (1751) 1973:119Google Scholar

Zu VII.8

  1. 1.
    Geliert (1751) 1973:122Google Scholar
  2. 2.
  3. 3.
    N. Frye 1975:170Google Scholar
  4. 4.
    Das ist einer der Gründe, weshalb in so vielen Dramen der Epoche die Mutter in der Liste der dramatis personae fehlt.Google Scholar
  5. 5.
    Voltaire (1749) 1833,II:641Google Scholar
  6. 6.
    Geliert (1751) 1973:122f.Google Scholar
  7. 7.
    Honnefelder 1977:121Google Scholar
  8. 8.
    Geliert 1770:551Google Scholar
  9. 9.
    J. M. R. Lenz (1773) 1966,I:335Google Scholar
  10. 10.
  11. 11.
    “Gott ist nur Eins in allen seinen Werken, und der Dichter muß es auch sein, wie groß oder klein sein Wirkungskreis auch immer sein mag.” ibid,I:345Google Scholar
  12. 12.
    Lenz (1775) 1966,I:419Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1987

Authors and Affiliations

  • Günther Lohr

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