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Familienabhängige Leistungen

  • Frank Grätz
  • Kurt Mennecke

Zusammenfassung

Die Zahlung von familienabhängigen Zuschlägen durch Wirtschaftsunternehmen ist solange umstritten, wie es sie gibt. Auf der einen Seite ist es zwar unbestreitbar, daß Kinder für den Arbeitnehmer einen erheblichen zusätzlichen finanziellen Aufwand bedeuten, daß aber gerade das Unternehmen dafür aufkommen soll, ist anzuzweifeln. Bei diesen Kinderzulagen handelt es sich um die Realisierung von weitgehend patriarchalischen Vorstellungen. Dabei ist es in Anbetracht der historischen und der gegenwärtigen Bevölkerungsentwicklung noch nicht einmal entschieden, ob es überhaupt richtig ist, Familien wegen ihrer Kinder finanzielle Zusatzleistungen zukommen zu lassen. Wir können an sich schlecht den Entwicklungsländern raten, die Zahl der Geburten einzuschränken, selbst aber Prämien für Kinder zahlen. Freilich kann man mit Recht einwenden, daß in der Bundesrepublik, trotz gezahlter Kindergelder, kein Geburtenüberschuß vorhanden ist, und daß bereits geborene Kinder nicht durch den Entzug der Kinderzuschläge bestraft werden können. Auch wenn man für die Unterstützung von Familien mit Kindern ist, sollte man sich eindeutig klar machen, daß es zwischen der Arbeitsleistung und der Zahl der Kinder keinen Zusammenhang gibt und im Normalfall auch das Zugehörigkeitsgefühl zum Unternehmen durch die Zahlung eines Kindergeldes nicht gesteigert wird. In vielen Fällen ist das Kindergeld nur ein völlig wirkungsloses Almosen, so zum Beispiel in der Metallindustrie, in der durch Tarif ein Kindergeld von 10 DM festgelegt ist. Lediglich im Öffentlichen Dienst haben Bezüge, die nach der Kinderzahl gestaffelt sind, größere Bedeutung. Dazu kommen Altersversorgung und Beihilfen im Krankheitsfall, deren Höhe ebenfalls weitgehend von der Familiengröße abhängig ist. Speziell für die Kommunalunternehmen bedeutet das ein nicht unwichtiges Werbeargument.

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Copyright information

© Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler KG, Wiesbaden 1979

Authors and Affiliations

  • Frank Grätz
  • Kurt Mennecke

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