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Kombinierte Erfolgs- und Substanzbewertung

  • Hans Münstermann
Chapter
Part of the Betriebswirtschaftliche Beiträge book series (BB, volume 11)

Zusammenfassung

Vom Standpunkt der Theorie kann nur derjenige Wert der Unternehmung richtig sein, der aus ihrem künftigen Nutzen abgeleitet wird. Dies wird Schmalen-bach von manchen Kritikern entgegengehalten, die seine theoretische Konzeption irrigerweise mit dem sogenannten „Mittelwertverfahren“ identifizieren1). Tatsächlich sieht aber Schmalenbach den Zukunftserfolgswert als den in theoretischer Sicht einzigen Wert der Unternehmung an2). Indes begnügt er sich bei seinen betriebswirtschaftlichen Untersuchungen niemals allein mit der Klärung theoretischer Zusammenhänge, sondern ist stets auch um die Anwendbarkeit seiner Forschungsergebnisse bemüht. Hierbei empfindet Schmalenbach es als nachteilig, daß die Bestimmungsgrößen des Zukunftserfolges — künftiger Erfolg und künftiger Kapitalisierungszinsfuß — insbesondere wegen der Möglichkeit des Auftretens von neuen Konkurrenten nicht exakt ermittelt werden können. In diesem Zusammenhang räumt er deshalb dem Substanzwert im Sinne eines Teilrekonstruktionsaltwertes die Bedeutung eines Schät-zungshilfswertes ein; denn die Differenz zwischen diesem und dem Zukunftserfolgswert vermag seines Erachtens Anhaltspunkte zur Abschätzung der Flüchtigkeit künftiger Gewinnchancen durch Markteintritt von neuen Konkurrenten zu geben. Dabei geht er von der Überlegung aus, daß eine solche Differenz in der Regel eine über die Verzinsung des investierten Kapitals zum Kapitalisierungszinsfuß hinausgehende Rendite erkennen läßt.

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Literatur

  1. 1).
    So beweist Lackmann, daß er die Ausführungen Schmalenbachs nur teilweise verstanden hat, wenn er die Auffassung vertritt, in der Theorie Schmalenbachs konkurriere der Ertragswert mit dem Sachwert. F. Lackmann, Theorien und Verfahren der Unternehmungsbewertung, 2. Aufl., Berlin 1962, S. 71.Google Scholar
  2. 1a).
    Vgl. ferner K. Mellerowicz, Der Wert der Unternehmung als Ganzes, Essen 1952, S. 137.Google Scholar
  3. 2).
    Das geht bis zur 7. Auflage der „Beteiligungsfinanzierung“ zwar nicht wörtlich, dem Sinne nach aber sehr deutlich aus den Ausführungen Schmalenbachs hervor. In der 8. Auflage (Köln und Opladen 1954) findet sich auf Seite 37 der Satz: „... der Unternehmungswert ... (wird) durch die zukünftigen Unternehmungserfolge bestimmt. “Google Scholar
  4. 3).
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  5. 4).
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  6. 5).
    Vgl. H. Jacob, a. a. O., S. 133.Google Scholar
  7. 6).
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  8. 7).
    Vgl. H. Jacob, Die Methoden zur Ermittlung des Gesamtwertes einer Unternehmung, su a. O., S. 146.Google Scholar
  9. 8).
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    Vgl. E. Schmalenbach, Die Beteiligungsfinanzierung, a. a. O., S. 71; A. Schnettler, Die Bewertung von Betrieben nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen, Die Wirtschaftsprüfung, 1. Jg. (1948), Nr. 7, S. 14.Google Scholar
  14. 13).
    Vgl. E. Schmalenbach, Die Beteiligungsfinanzierung, a. a. O., S. 69. 14) Vgl. auch E. Schmalenbach, Die Beteiligungsfinanzierung, a.a.O., S. 69 f.; dort lautet die Formel allerdings erstmals in der achten, von Bauer bearbeiteten Auflage irrigerweiseGoogle Scholar
  15. 15).
    E. Schmalenbach, Die Beteiligungsfinanzierung, a. a. O., S. 71.Google Scholar
  16. 16).
    H. Jacob, Die Methoden zur Ermittlung des Gesamtwertes einer Unternehmung, a. a. O., S. 212 ff.Google Scholar
  17. 17).
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  18. 18).
    Vgl. R. Kenntemich, Mathematisches zur Unternehmungsbewertung, Die Wirtschaftsprüfung, 17. Jg. (1964), S. 594.Google Scholar
  19. 19).
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  20. 20).
    Dargestellt bei E. Schmalenbach, Die Beteiligungsfinanzierung, a. a. O., S. 72.Google Scholar
  21. 21).
    Kolbe verwendet andere Bezeichnungen, die durch die hier bereits eingeführten Symbole ersetzt wurden. K. Kolbe, Ermittlung von Gesamtwert und Geschäftswert der Unternehmung, Düsseldorf 1959, S. 108.Google Scholar
  22. 22).
    Nach H. Jacob, Die Methoden zur Ermittlung des Gesamtwertes einer Unternehmung, a. a. O., S. 215.Google Scholar
  23. 23).
    Vgl. H. Jacob, a. a. O., S. 215.Google Scholar
  24. 24).
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  26. 25) A. Schnettler, Der betriebswirtschaftliche Zins, Stuttgart 1931, S. 56 ff.Google Scholar
  27. 26).
    Ders., Die Bewertung von Betrieben nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen,Google Scholar
  28. a. a. O., S. 15.Google Scholar
  29. 27).
    Vgl. H. Jacob, Die Methoden zur Ermittlung des Gesamtwertes einer Unternehmung, a. a. O., S. 139.Google Scholar
  30. 28).
    Vgl. hierzu die Diskussion Schmalenbach — Fritz — Tgarth, Zeitschrift für handelswissenschaftliche Forschung, 7. Jg. (1912/13), S. 39–41, 132–138 und 369–376.Google Scholar
  31. 29).
    Vgl. hierzu sechstes Kapitel, Abschnitt II. 2., S. 145 ff.Google Scholar
  32. 30).
    Vgl. beispielsweise Union Europeenne des Experts Comptables, Economiques et Financiers (U. E. C), Die Bewertung von Unternehmungen und Unternehmungsanteilen, Richtlinien, ausgearbeitet von einer Studienkommission der U. E. C, Düsseldorf 1961, S. 24.Google Scholar
  33. 31).
    Richtlinien zur Bewertung nichtnotierter Aktien und Anteile an Kapitalgesellschaften, Verwaltungsanordnung zur Bewertung nichtnotierter Aktien und Anteile vom 14. 2. 1955 (BStBl. 1955, I, S. 97). Vgl. auch O. Segitz, Die Bewertung unnotierter Anteile und Aktien. Das Problem in handelsrechtlicher, steuerrechtlicher und betriebswirtschaftlicher Sicht unter besonderer Berücksichtigung der vermögensteuer-rechtlichen Vorschriften, Berlin 1962, S. 122 ff.; Vermögensteuerrichtlinien vom 13. 9.1963, Abschn. 76 ff.Google Scholar
  34. 32).
    Nach Kenntemich ist die Mittelwertformel nur ein Sonderfall der Formel für die verkürzte Goodwillrentendauer mit Zinsen und Zinseszinsen. Die Ergebnisse beider Verfahren stimmen überein, wenn an = 1/2i gesetzt wird. Die Abschreibungsdauer ist dann eine Funktion des Kapitalisierungszinsfußes. R. Kenntemich, Mathematisches zur Unternehmungsbewertung, a. a. O., S. 594.Google Scholar
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    Union Europeenne des Experts Comptables, Economiques et Financiers (U. E. C.), Die Bewertung von Unternehmungen und Unternehmungsanteilen a. a. O., S. 25.Google Scholar
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    Vgl. ebenda, S. 59.Google Scholar
  37. 35).
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    Ebenda, S. 14 und 19 f.Google Scholar
  39. 37).
    Ebenda, S. 20.Google Scholar
  40. 38).
    Vgl. ebenda, S. 24 f.Google Scholar
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    Vgl. H. A. Finney, H. E. Miller, Principles of Accounting, Intermediate, 4th ed., New York 1951, 6th printing 1954, S. 500.Google Scholar
  42. 40).
    Vgl. ebenda, S. 499 ff.; N. E. Mustoe, H. B. Eve, B. Anstey, Complete Valuation Practice, 5th ed., London 1960, reprint 1963, S. 166 f.; Union Europeenne des Experts Comptables, Economiques et Financiers (U. E. C.), Die Bewertung von Unternehmungen und Unternehmungsanteilen, a. a. O., S. 24.Google Scholar
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  47. 45).
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  48. 46).
    Vgl. erstes Kapitel, Abschnitt L, S. 11.Google Scholar
  49. 47).
    K. Mellerowicz, Der Wert der Unternehmung als Ganzes, a. a. O., S. 119.Google Scholar
  50. 48).
    Vgl. L. Dicksee, F. Tillyard, Goodwill and its Treatment in Accounts, a. a. O., S. 79; J. Schreier, Der Geschäftswert, Hamburg 1928, S. 32.Google Scholar
  51. 49).
    J. Schreier, ebenda.Google Scholar

Copyright information

© Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler GmbH, Wiesbaden 1970

Authors and Affiliations

  • Hans Münstermann
    • 1
  1. 1.Universität zu KölnDeutschland

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