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„Doch nichts ungeheuerer, als der Mensch“. Zu der Antigone des Sophokles

  • Dieter Ohlmeier
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Part of the Beiträge zur psychologischen Forschung book series (BPF, volume 40)

Zusammenfassung

Im berühmten zweiten Chorlied, noch vor der Entfaltung des zentralen Konflikts der Tragödie, läßt Sophokles die alten Männer aus Theben seine Ansicht vom Wesen des Menschen aussprechen:

„Ungeheuer ist viel. Doch nichts

Ungeheuerer, als der Mensch.

Denn der, über die Nacht

Des Meers, wenn gegen den Winter wehet

Der Südwind, fähret er aus

In geflügelten sausenden Häusern.

Und der Himmlischen erhabene Erde

Die unverderbliche, unermüdete

Reibet er auf; mit dem strebenden Pfluge,

Von Jahr zu Jahr,

Treibt sein,Verkehr er, mit dem Rossegeschlecht’,

Und leichtträumender Vögel Welt

Bestrickt er, und jagt sie;

Und wilder Tiere Zug,

Und des Pontos salzbelebte Natur

Mit gesponnenen Netzen,

Der kundige Mann,

Und fängt mit Künsten das Wild,

Das auf Bergen übemachtet und schweift.

Und dem rauhmähnigen Rosse wirft er um

Den Nacken das Joch, und dem Berge

Bewandelnden unbezähmten Stier.

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Literatur

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  4. Mitscherlich, A./M. Mitscherlich (1967): Die Unfähigkeit zu trauern. Grundlagen kollektiven Verhaltens. München: Piper.Google Scholar

Für die Sophokles-Texte wurden folgende Übersetzungen herangezogen:

  1. Hölderlin, F. (1804): Antigonae. Frankfurt/M.: F. Wilmans (zweites Chorlied).Google Scholar
  2. Willige, W./K. Bayer (Hrsg.) (1966): Sophokles. Tragödien und Fragmente. München: E. Heimeran.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Wiesbaden 2000

Authors and Affiliations

  • Dieter Ohlmeier

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