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Zusammenfassung

Das lyrische Werk der vier in diesem Abschnitt darzustellenden Autoren, Droste-Hülshoff, Mörike, Platen, Lenau, ist, bei aller Verschiedenheit im einzelnen, von einigen grundlegenden Gemeinsamkeiten geprägt. Alle vier reagieren auf die die Epoche zwischen 1815 und 1848 prägenden historisch-gesellschaftlichen Phänome des Übergangs von der feudal bestimmten zur bürgerlichen und von der vorindustriellen zur Industriegesellschaft in ähnlicher Weise: sie alle erfahren diese Verschiebungen je individuell als fundamentalen Ordnungsverlust und existenziell bedrohliche und zugleich irreversible Orientierungskrise. Diese Verlusterfahrung bleibt in ihren Gedichten präsent, sei es in der Hinwendung auf eine noch nicht entfremdete Realität in den Naturgedichten der Droste, in der mit deutlicher Mühe ausbalancierten heiteren Gelassenheit der Gedichte Mörikes, in den poetischartistischen Gegenwelten Platens oder den melancholisch-weltschmerzlichen Lenaus. Gerade in dieser Erfahrung und der Tatsache, daß sie in die Gedichte hineingenommen wird, gründet die Authentizität ihres Schreibansatzes, der sie aus der Masse der epigonalen reaktionären Lyriker des konservativen Biedermeier heraushebt.

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Literaturhinweise

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Authors and Affiliations

  • Josef Jansen

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