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‚Leibhaftige‘ Sozialarbeit und Gesundheit

Anmerkungen zur Zielbestimmung körper- und bewegungsorientierter Bildungsprozesse bei Jugendlichen
  • Gerd Hölter

Zusammenfassung

1926 fand in Düsseldorf unter dem Namen Gesolei eine Art ‚Bundesgartenschau‘ des Gesundheits- und Sozialwesens statt: mit über 7 Millionen Besuchern, Sonderzügen aus ganz Deutschland und einer enormen Resonanz in der Presse. Der Name Gesolei bringt GEsundheitspflege, SOzialfürsorge und LEIbesübungen als

„die drei Leitsterne, unter denen sich das deutsche Leben in der nächsten Zukunft abspielen muss“

zusammen (Gesolei 1927, 46). Zu einer ‚Hochzeit‘ der Lebensreformbewegung, die u.a. durch einen umfassenden Ganzheitsanspruch von der Ernährung über die Hausgestaltung bis zum Nacktturnen geprägt war, wurde Sozialarbeit eng mit pflegerischen und hygienischen Aspekten verknüpft. Leibesübungen, vor allem unterschiedliche Facetten der Gymnastik sowie Erlebnisse in der freien Natur als Vorläufer der Erlebnispädagogik, schienen in diesem Zusammenhang probate Mittel zur Beeinflussung eines gesundheitsförderlichen Lebensstils zu sein.

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Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 2003

Authors and Affiliations

  • Gerd Hölter

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