Advertisement

Mitternachtssport: Beitrag zur Gewaltprävention?

  • Gunter A. Pilz

Zusammenfassung

Becker/Schirp (1986) haben schon sehr früh erkannt, dass Sport, sport-, körper- und bewegungsbezogene Angebote häufig das einzige Mittel sind, um an „problematische“ männliche Jugendliche heranzukommen und sie in die offene Jugendarbeit zu integrieren. Der Sport ist für viele Jugendlichen und gerade auch für auffällige junge Männer oft das einzig übriggebliebene Erfahrungsfeld, auf welchem sie Erfolg, Selbstbestätigung, positives Gruppenerlebnis mit Anerkennung und Gruppenerfolg erfahren können. Durch sport-, körper- und bewegungsbezogene Angebote können Aggressionen und motorischer Betätigungsdrang „gesteuert“ abgearbeitet, vorhandene körperliche Fähigkeiten positiv eingesetzt, mit vertrauter Betätigung Schwellenängste gegenüber dem sonstigen Angebot abgebaut, die Beziehungen von Jugendlichen — vor allem aus Randgruppen — untereinander, zu ihrer Umwelt und zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geübt und verbessert, das Akzeptieren vorhandener Regeln erlernt, Erfolgserlebnisse erzielt werden. Sportliche Aktivitäten sind entsprechend Inhalt und Methode der offenen Jugendarbeit zugleich.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Becker, P.: Kompetenz und Kontrolle der Biographiekonstruktion. Eine schul-und berufsbe-zogene Jugendsozialarbeit gegen Zukunftsangst, Gewalt und Langeweile, Marburg 1993Google Scholar
  2. Becker, P./Dietrich, J./Schirp, J. (Red): Paddelboote und Säureteiche. Zur Kooperation von Schule und Gemeinwesen, Marburg 1993Google Scholar
  3. Becker, P./Koch, J./Schirp, J.: Jugendhilfe in Bewegung, Frankfurt/M. 1991Google Scholar
  4. Becker, P./Koch, J./Vieth, J.: Mit Kopf, Herz und Hand. Ansichten einer Sozialarbeit mit Jugendlichen, Butzbach-Griedel 1995Google Scholar
  5. Becker, P./Schirp, J.: Bewegungs-und sportorientierte Sozialarbeit mit Jugendlichen, Marburg 1986Google Scholar
  6. Becker, P./Schirp, J. (Hrsg.): Umbau der Jugendhilfe, Butzbach-Griedel 1997Google Scholar
  7. Brettschneider, W.-D./Kleine, T.: Jugendarbeit in Sportvereinen: Anspruch und Wirklichkeit, Schorndorf 2002Google Scholar
  8. Dreier, P.: Der Mitternachtssport — Möglichkeiten und Grenzen vernetzter Prävention aus polizeilicher Sicht. In: Härdrich, D./Griesheimer, M./Kablau, U. (Red.): Forum Gesellschaft — Macht — Prävention. Tagungsdokumentation, Hannover 2001, S. 6Google Scholar
  9. Giesecke, S.: Der Mitternachtssport — Möglichkeiten und Grenzen vernetzter Prävention aus der Sicht einer Sportjugendorganisation. In: Härdrich, D./Griesheimer, M./Kablau, U. (Red.): Forum Gesellschaft — Macht — Prävention. Tagungsdokumentation, Hannover 2001, S. 65Google Scholar
  10. Koch, R./Bern, S.: Gewaltbereite Jugendkulturen. Theorie und Praxis sozial pädagogischer Gewaltarbeit, Weinheim und Basel 1997Google Scholar
  11. Kösterke, A./Stöckle, G.: Neue Bewegungskultur als Anregung für die Jugendarbeit? Konzepte und Vorschläge des Sportprojektes „Traumfabrik“. In: deutsche jugend (1989), S. 477–484Google Scholar
  12. Kurz, D.: Freizeitsport und gesellschaftlicher Wandel. In: Magglingen (1986) Heft 3, S. 1–3Google Scholar
  13. Pilz, G.A.: Plädoyer für eine sportbezogene Jugendsozialarbeit. In: deutsche jugend 39, (1991), S. 334–343Google Scholar
  14. Pilz, G.A.: „Mach die Nacht zum Tag — Mitternachtssport und Grenzen vernetzter Prävention“ — Eine Einleitung zum Thema. In: Härdrich, D./Griesheimer, M./Kablau, U. (Red.): Forum Gesellschaft — Macht — Prävention. Tagungsdokumentation, Hannover 2001, S. 62Google Scholar
  15. Pilz, G.A.: Möglichkeiten, Notwendigkeiten und Grenzen sport-, körper-und bewegungsbezogener sozialer Arbeit am Beispiel der Gewalt und Gewaltprävention im, um und durch den Sport. In: Pjz, G.A./Böhmer, H. (Hrsg.): Wahrnehmen — Bewegen — Verändern. Beiträge zur Theorie und Praxis sport-, körper-und bewegungsbezogener Sozialer Arbeit, Hannover 2002, S. 13–58Google Scholar
  16. Pilz, G.A.: Mitternachtssport: Medienwirksames Spektakel oder Beitrag zur Gewaltprävention? In: Pilz, G.A./Böhmer, H. (Hrsg.): Wahrnehmen — Bewegen — Verändern. Beiträge zur Theorie und Praxis sport-, körper-und bewegungsbezogener Sozialer Arbeit, Hannover 2002, S. 237–260Google Scholar
  17. Sportjugend Niedersachsen: go sportstour 2002 — Planungsordner: Anlage zu 3.8 — Positionspapier der Sportjugend Niedersachsen, 2002Google Scholar
  18. Weishaupt, H.: Sport und Lebensraum — Überlegungen zu einem ökologischen Verständnis der Sportsozialisation. In: Becker, P. (Hrsg.): Sport und Sozialisation, Reinbek 1982, S. 67–82Google Scholar

Copyright information

© Leske + Budrich, Opladen 2003

Authors and Affiliations

  • Gunter A. Pilz

There are no affiliations available

Personalised recommendations