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Umweltorientierte Aktivitäten

  • Joachim Houtman
Part of the Neue betriebswirtschaftliche Forschung book series (NBF, volume 243)

Zusammenfassung

Das Ziel dieses Kapitels besteht darin, umweltorientierte Produktionen im Sinne der Definition 4.5. formal darzustellen. Das erfolgt auf Basis der Aktivitätsanalyse. Hierbei wird uns vor allem die Rolle der unabhängigen Größen Zeit t, u-Situation und v-Situation interessieren, stellen diese doch die Steuerungsmöglichkeiten für Produktionen dar. Die von den Steuerungsgrößen abhängigen Größen sind die x-Situation und die z-Situation. Es interessieren die Quantitäten und Qualitäten der verbrauchten und erzeugten ökonomisch und ökologisch relevanten Güter und der nutzungsabhängige Verschleiß der am Produktionsprozeß beteiligten Anlage. Die formale Darstellung konzentriert sich auf zwei Erkenntnisziele. Zum einen soll der hier gewählte Ansatz möglichst umfassend reale Produktionen erfassen, und zum anderen soll die Abbildung in der Art erfolgen, daß anhand ökonomischer und ökologischer Ziele eine Bewertung und Auswahl von Produktionen möglich ist. Wir formulieren in diesem Kapitel zunächst ein Erklärungsmodell.

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Literatur

  1. 358.
    Dies ist die entscheidende Bedingung zur quantitativen Erfassung von Gütereinsatz und -ausbringung im hier gewählten Ansatz. Vgl. auch Koopmans [1951], S. 35 und Fandel [1994], S. 35. Wittmann formuliert diesen Sachverhalt sogar als Axiom. Vgl. Wittmann [1968], S. 2.Google Scholar
  2. 362.
    Vgl. Dyckhoff [I993b], Sp. 59–60 und Dyckhoff [1994], S. 50–51. Kistner [1993], S. 3, definiert Aktivitäten in der Bruttoversion. Wittmann [1968], S. 3, weist auf beide Schreibweisen hin, vernachlässigt aber den Zeitbezug. Fandel [1994], S. 36–38, verwendet ausschließlich die Nettoversion.Google Scholar
  3. 366.
    Die Stöchiometrie beschreibt chemische Reaktionen durch Reaktionsgleichungen, die die Stoffmengen (Anzahl der beteiligten Atome und Moleküle) der beteiligten Stoffe bilanzieren. Vgl. Lucas [1995], S. 9. Aufgrund des ersten Hauptsatzes der Thermodynamik bleibt die gesamte Masse aller eingehender Stoffe bei chemischen Reaktionen erhalten. Die Differenz zwischen Outputmengen und Inputmengen dokumentiert die durch die chemische Reaktion hervorgerufene Nettoveränderung. Die Ähnlichkeit zur statischen Aktivitätsanalyse ist offensichtlich. Im Rahmen statischer aktivitätsanalytischer Untersuchungen zur Kuppelproduktion bei chemischen Verfahren gibt Müller-Fürstenberger einen fundierten Überblick. Vgl. Müller-Fürstenberger [1995], S. 285–301, sowie das Beispiel in Anhang A.Google Scholar
  4. 370.
    Innerhalb der statischen Aktivitätsanalyse spricht beispielsweise Fandel von den „… am Transformationsprozeß der Produktion beteiligten Gütern… “. (Fandel [1994], S. 35) Dyckhoff gibt einen impliziten Zeitbezug für Bestands-und Flußversion an. Er formuliert: „Der jeweils am Anfang und am Ende verfügbare Bestand bildet den Input bzw. Output als Bruttoquantität. Der Saldo… beschreibt über die Bestandsveränderungen die quantitativ meßbaren Auswirkungen einer Aktivität des Produktionssystems… ” (Dyckhoff [1994], S. 50) Vgl. hierzu auch Dyckhoff [19936], Sp. 59–60.Google Scholar
  5. 372.
    Auf die Vorteile einer Anwendung der Aktivitätsanalyse in der Produktionsplanung weist Wittmann hin. Vgl. Wittmann [1979], S. 299–301.Google Scholar
  6. 378.
    Ähnlich äußert sich Kern. „Zeiten sind somit offenkundig stets nur im Konnex mit Dispositionen erfolgsprägend. Nicht die verrinnende Zeit wird gemanagt; nur die Zeitnutzungen sind nach ihren Umfängen und ihren Zeitlagen disponibel.“ (Kern [1996], Sp. 2281) Die Zeit an sich wird aber nicht als Produktionsfaktor aufgefaßt. Zur Begründung stützen wir uns auf die Argumentation Kerns: „Wenn bei einer jeder Produktion auch Zeit verstreicht und somit verbraucht wird und diesen Zeiten vielfach sogar, und zwar wegen deren Knappheit, (Opportunitäts)Werte zuerkannt werden, so darf doch konzeptionell der Zeit noch nicht die Eigenschaft eines Produktionsfaktors zugestanden werden. Gründe hierfür sind, daß die Zeit keine Gutseigenschaft besitzt, weil sie sich nicht erwerben, auch nicht reproduzieren oder herstellen läßt und weil ihr Verbrauch sich unbeeinflußbar vollzieht; über den Zeitverlauf kann niemand disponieren, nur über dessen Nutzung.” (Kern [1992], S. 43)Google Scholar
  7. 382.
    Abgeschlossenheit bedeutet, daß ein reelles Intervall alle Beriihrpunkte - das sind hier Anfangs-und Endpunkt - enthält. Zu den Eigenschaften abgeschlossener Mengen in metrischen Räumen vgl. z.B. Herrlich [1986], S. 11–13. Abgeschlossenheit bedeutet aber nicht, daß das Intervall beschränkt ist. Abgeschlossenheit kann auch Tiber Folgen charakterisiert werden. Vgl. z.B. Heuser [1986a], S. 221–222. Demnach ist eine Teilmenge M aus 91 abgeschlossen, wenn der Grenzwert jeder konvergenten Folge aus M wieder in M liegt.Google Scholar
  8. 385.
    Gutenberg formuliert dies nicht explizit, bestimmt aber die Intensität wie folgt. „Die verlangte Intensität d möge in Stück je Zeiteinheit (Tonnen, Hektoliter, Stückzahl, Anzahl eines gleichen Arbeitsganges je Zeiteinheit) gemessen werden. “ (Gutenberg [1983], S. 330)Google Scholar
  9. 387.
    Die Darstellung des Reaktionsverhaltens aufgrund eines „Temperatursprungs“ hin zu einem neuen thermodynamischen Gleichgewicht wird in der physikalischen Chemie als Relaxation bezeichnet. Vgl. Atkins [1996], S. 830–832.Google Scholar
  10. 394.
    Vgl. May [1992], S. 15–17. Der Begriff „Geschwindigkeit“ wurde im Rahmen produktions-und kostentheoretischer Untersuchungen nach Wissen des Verfassers zum ersten Mal von von Stackelberg in die Diskussion eingebracht. Von Stackelberg [1932], S. 5, äußert sich hierzu: „Die Produktion stellt sich dar als ein Bereitstellen einer bestimmten Menge innerhalb einer bestimmten Zeit. Die Produktion besitzt also eine bestimmte Geschwindigkeit. Wir messen die Produktionsgeschwindigkeit eines Betriebes durch die jeweils in der Zeiteinheit vom Betriebe produzierte Menge einer bestimmten Produktsart. ” Hinsichtlich des Faktoreinsatzes bemerkt er auf der gleichen Seite: „Bei den Produktionsmitteln ist zu beachten, daß auch deren Anwendung innerhalb der Zeit als ein fortdauernder Prozeß vor sich geht. (..) Sie stellt nämlich einen Güterverzehr dar. Diese Anwendung wird als Aufwand bezeichnet. Da dieser in der Zeitdauer als fortlaufender Prozeß vor sich geht, können wir auch hier von Aufwandsgeschwindigkeiten sprechen. Und zwar wird jedem einzelnen Produktionsmittel eine Aufwandsgeschwindigkeit (als eine veränderliche Größe) zugeordnet.“ Ende der fünfziger Jahre wird diese Sichtweise von Heinen und Gälweiler zur Erklärung produktionstheoretischer Zusammenhänge erneut aufgegriffen. Vgl. Heinen [1983], S. 252–253, und Gälweiler [1960], S. 28–33. Die Einführung von Momentanverbräuchen ist eine fundamentale Grundlage bei der Formulierung der Produktionsfunktion vom Typ C durch Heinen. Google Scholar
  11. 408.
    Eine ähnliche Darstellung, die allerdings auf die x-Situation beschränkt bleibt, gibt May [1992], S. 45–47. Allerdings werden Produktions-und Steuerungsparameter bei May nicht erörtert.Google Scholar
  12. 415.
    Gutenberg [1983], S. 322–324 zeigt anhand eines Beispiels, daß die z-Situation grundsätzlich zu berücksichtigen ist, geht aber in der weiteren Analyse, S. 329–332, von einer konstanten z-Situation aus.Google Scholar
  13. 426.
    Vgl. Heinen [1983], S. 250. Leistung ist physikalisch definiert als Quotient aus Arbeit/Zeit.Google Scholar
  14. 427.
    Vgl. Heinen [1983], S. 253. Heinen fordert explizit, daß, falls der Momentaninput und -output noch von anderen technischen Größen wie Temperatur, Druck und Drehzahl abhängt, diese Größen ebenfalls als unabhängige Variable in die technische Verbrauchsfunktion mit aufzunehmen sind. Vgl. Heinen [1983], S. 251, dort: Fußnote. Hinsichtlich der Erfassung der Produktionsparameter stimmt die Sichtweise Heinens mit der hier präsentierten überein.Google Scholar
  15. 433.
    Zur allgemeinen Modellierung der Wärmebilanz vgl. Fitzer/Fritz u.a. [1995], S. 180–183. Zur Berechnung der Wärmebilanz in einem idelaen Rührkessel vgl. ebenda, S. 187–188.Google Scholar
  16. 434.
    Auf die Abhängigkeit der Reaktionsgeschwindigkeit vom Produktionsparameter Prozeßtemperatur kann an dieser Stelle nicht eingegangen werden. Eine Darstellung dieser Abhängigkeiten erfordert spezielle Kenntnisse in physikalischer Chemie und in chemischer Reaktionstechnik. Für das Beispiel des idealen Rührkessels vgl. Fitzer/Fritz u.a. [1995], S. 189–206, insb. den Abschnitt zur optimalen Temperaturführung im Hinblick auf die Ausbeute eines interessierenden Reaktionsprodukts.Google Scholar
  17. 435.
    Für eine Einführung in die chemische Reaktionskinetik vgl. Fitzer/Fritz u.a. [1995], S. 156–165.Google Scholar
  18. 437.
    Im Falle konstanter Prozeßbedingungen hängt die explizite Angabe von f(x(t) insbesondere von der Ordnung der Reaktion ab. Vgl. Fitzer/Fritz u.a. [1995], S. 158.Google Scholar
  19. 454.
    Luhmer fordert lediglich eine empirisch überprüfbare Gesetzmäßigkeit, die die Abhängigkeit von i für jeden beliebigen Zeitpunkt durch z und v beschreibt. Vgl. Luhmer [1975], S. 101. In den meisten Fällen wird man diese Abhängigkeit als stetige oder zumindest stückweise stetige Funktion angeben, um den Einfluß der z-und v-Situation auf die x-Situation erfassen zu können.Google Scholar
  20. 455.
    Vgl. Luhmer [1975], S. 58–60. Dies geschieht, indem die Produktions-und Instandhaltungsparameter in zwei disjunkte Mengen aufgeteilt werden. Die Parameter der ersten Menge bewirken stetige Veränderungen der x-und z-Situation gemäß der Systemdynamik (6.47.), die der zweiten sprunghafte, das heißt unstetige, Veränderungen. Die Darstellung der x-Situation verkompliziert sich dadurch, daß jetzt die Wirkungen der „Sprünge“ durch einen gesonderten Term erfaßt werden müssen. Die gesamte Änderung der x-Situation kann dann durch abschnittweise Integration unter Berücksichtigung der Unstetigkeitsstellen erfolgen. Die Berechnung des Verlaufs der z-Situation muß ebenfalls abschnittweise erfolgen. Die Existenz der Lösung wird durch Satz 7.1. (vgl. Kapitel 7 und dort die genannte Quelle) gesichert, worauf auch Luhmer verweist.Google Scholar
  21. 456.
    Vgl. Luhmer [1975], S. 60 und 62. Wenn beispielsweise bei einem Kraftfahrzeug die Bremse erneuert werden muß, dann ist die Fahrtüchtigkeit erst nach dem erfolgten Einbau wieder hergestellt, und zwar unmittelbar nach dem Einbau beziehungsweise nach dem letzten Funktionstest.Google Scholar

Copyright information

© Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler GmbH, Wiesbaden 1998

Authors and Affiliations

  • Joachim Houtman

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