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Steuerungsgrößen umweltorientierter Produktionsprozesse

  • Joachim Houtman
Part of the Neue betriebswirtschaftliche Forschung book series (NBF, volume 243)

Zusammenfassung

Wenn der Output eines Produktionsprozesses nicht nur aus dem erwünschten Produkt besteht, sondern gleichzeitig noch — bedingt durch die technologischen Eigenschaften der Produktion — zwangsläufig mindestens ein weiteres Gut anfällt, liegt eine Güterkopplung vor. Vom Standpunkt der Thermodynamik kann jede Produktion als Kuppelproduktion angesehen werden, da jede stoffliche oder energetische Transformation mit einer Entropieproduktion (einem Exergieverlust) einhergeht.286 Die Aussagen der Thermodynamik werden jedoch primär aus naturwissenschaftlicher Sicht getroffen. Wir haben gesehen, daß diese Sichtweise im allgemeinen nicht kongruent mit der ökonomischen und ökologischen Analyse von Produktionen ist.

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Literatur

  1. 287.
    Vgl. Riebel [ 1955 ], S. 27–28. Er betont an der angegebenen Stelle, daß die Anlässe der „… zwangsläufigen Entstehung verschiedenartiger Produkte in einem gemeinsamen Produktionsprozeß“ Elementarvorgänge wie Trennen, Zerlegen, Sortieren, Reinigen, Umwandeln, Umformen, Zusammenflügen, Zusammenstellen, Umsortieren und Austauschen sind. Weiter hebt Riebet an der genannten Stelle ausdrücklich hervor: „Jedem Entstehen von Kuppelprodukten muß ein Aufspaltungsprozeß (im weitesten Sinne) vorausgehen und sei er auch ganz untergeordneter Natur.”Google Scholar
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    Vgl. von Stackelberg [ 1932 ], S. 53–69, und Riebel [1955]. Die zentralen Gedanken Riebels werden im weiteren vorgestellt.Google Scholar
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    Vgl. Riebel [ 1955 ], S. 91–108, und die dort angebenen Beispiele sowie Riebel [1996], Sp. 1000.Google Scholar
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    Vgl. Riebel [ 1955 ], S.103. Nach Einschätzung des Verfassers hat Riebe! dies wohl als erster in dieser umfassenden Weise analysiert. Aus diesem Grund wird das auch an dieser Stelle gewürdigt. Die umweltbezogene Relevanz der genannten Einflußgrößen ist unmittelbar klar.Google Scholar
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    Vgl. Gutenberg [ 1983 ], S. 326. Allerdings ist die Sichtweise Gutenbergs noch statisch, das heißt er analysiert nur Verschleiß durch bestimmte, sich gegenseitig ausschließende, Produktionen an einem Aggregat. Kistner bezeichnet dies als „… horizontale Konkurrenz alternativer Einsatzmöglichkeiten in einem Zeitpunkt… “. (Kistner [1993], S. 211) Diese unterscheidet er von der zeitlich-vertikalen Konkurrenz gegenwärtiger und zukünftiger Verwendungsmöglichkeiten eines Betriebsmittels. Er äußert sich an der genannten Stelle: „Der gegenwärtige Einsatz einer Maschine führt zu technischem Verschleiß und damit zu einer Verringerung künftiger Nutzungsmöglichkeiten.” Zeitlich-vertikaler Konkurrenz liegt eine dynamische Sichtweise zugrunde. Vgl. hierzu auch das Beispiel in Abschnitt 6.1. 2.Google Scholar
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    Vgl. Lucas [ 1995 ], S. 72. Die Ammoniak- Synthese läuft bei ca. 450 °C und einem Druck von 250 bar ab.Google Scholar

Copyright information

© Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler GmbH, Wiesbaden 1998

Authors and Affiliations

  • Joachim Houtman

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