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Führender sein

  • Baldur Kirchner

Zusammenfassung

Die Theoretiker des Führens hätten gut daran getan, intensiv die Aussagen Benedikts zu studieren, bevor sie sich mit der Darstellung von Führungsmodellen beschäftigten. Es wäre ihnen so mancher Aspekt des Menschseins bewußter geworden, den das Theoretische nicht zugelassen hat. Denn die Benediktregel gibt eindeutige Hinweise darauf, was unter „Führen“ wirklich zu verstehen ist. Das Kapitel 2, das die „Eigenschaften des Abtes“ beschreibt, sei deshalb ausführlicher zitiert:

„Er soll wissen, wie schwer und mühevoll die Aufgabe ist, die er übernommen hat: Seelen zu leiten und der Eigenart vieler zu dienen; bei dem einen soll er es mit liebenswürdiger Güte, bei dem andren mit Tadel, beim dritten mit eindringlichem Zureden versuchen. Je nach Veranlagung und Fassungskraft eines jeden soll er sich an alle so anpassen und anschmiegen, daß er an der ihm anvertrauten Herde keinen Verlust zu beklagen hat, sondern im Gegenteil sich am Gedeihen der guten Herde freuen kann. Vor allem darf er nicht über das Heil der ihm anvertrauten Seelen hinwegsehen oder es geringschätzen und seine Hauptsorge den vergänglichen, irdischen und hinfälligen Dingen zuwenden. Vielmehr soll er stets daran denken, daß er die Leitung von Seelen übernommen hat, für die er einst Rechenschaft ablegen muß. Das vielleicht geringe Klostervermögen soll ihn nicht beunruhigen; er denke an das Schriftwort: Euch soll es zuerst um das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben. Und das andere Wort: Wer den Herrn fürchtet, leidet keine Not.

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Copyright information

© Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler GmbH, Wiesbaden 1994

Authors and Affiliations

  • Baldur Kirchner
    • 1
  1. 1.EttenbeurenDeutschland

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