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Das Nazi-Regime und seine Maßnahmen zur Kontrolle der Architektur

  • Barbara Miller Lane
Chapter
Part of the Schriften des Deutschen Architekturmuseums zur Architekturgeschichte und Architekturtheorie book series (Arch.)

Zusammenfassung

Trotz der vielen Widersprüche in der Architekturpropaganda der Nationalsozialisten vor 1933 schien diese Propaganda jedoch zwei eindeutige und stets wiederholte Versprechungen zu machen. Auf der einen Seite sollte den Ring-Architekten und ihrer Gefolgschaft jeglicher Einfluß auf die deutsche Architektur entzogen werden, auf der anderen Seite wollte die Partei einen ‚deutschen‘ bzw. ‚nationalsozialistischen‘ Baustil fördern. Diese Versprechungen machten die Gegner des Neuen Bauens nicht nur glauben, daß die Ring-Architekten aus allen öffentlichen Ämtern entfernt würden, sondern auch, daß offizielle Organisationen gegründet würden, die den Architekten bestimmte Baustile vorschreiben würden. Viele Artikel des Völkischen Beobachters schürten diese Erwartungen, und auch der Kampfbund beharrte auf beiden Forderungen. Mehrere Monate vor der Machtergreifung sahen die Führer des Kampfbundes ihre Organisation schon als eine naturgegebene Einrichtung zur Durchsetzung derartiger Reglementierungen und Kontrollen im Bereich der Kunst. Sie sahen den Kampfbund Deutscher Architekten und Ingenieure (KDAI) schon mit den Kompetenzen einer Berufsorganisation versehen, die den Berufsstand nach Ausschluß der radikalen Architekten ‚nationalsozialistisch‘ umerziehen würde. Für die konservativen Architekten, die sich in Rosenbergs Organisation zusammengefunden hatten, war diese Forderung gleichbedeutend mit der Wiederbelebung fortschrittlicher Vorkriegstraditionen des Historismus. Ihr Schwerpunkt lag dabei eher auf einer ländlichen Architektur als auf städtischen Bauformen.

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Literatur

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    Siehe Kapitel 4, Anm. 48, und Hans-Maria Wingler, Das Bauhaus–1919–1933–Weimar, Dessau, Berlin (Bramsche 1962 ), S. 173–186Google Scholar
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    Gleichzeitig wurden weitere Kunstkritiker und Museumsdirektoren, die moderner Kunst und Architektur positiv gegenüber standen, wie z.B. Gustav Hartlaub, Curt Glaser, Walter Riez1er und Max Osborn entlassen. Siehe,Beurlaubte Kunstwerke, beurlaubte Künstler, beurlaubte Kunsthistoriker‘, in: Das Werk, XX (1933), Juli, S. XXXVIIIGoogle Scholar
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    ‚Fünf Stadträte beurlaubt‘, in: Vossische Zeitung, 14. März 1933;,Wieder zahlreiche Beurlaubungen’, 19. März;,Weitere Beurlaubungen’, 23. März;,Stadtrat Czeminski beurlaubt‘, 29. März; ‚Beurlaubungen’, 30. MärzGoogle Scholar
  13. 15.
    Nachdem der Kampfbund ihn in Deutsche Kultur-Wacht, II (1933), H. 6, S. 11, angegriffen hatteGoogle Scholar
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    Johannes Göderitz, Tauts Nachfolger in Magdeburg, in einem Brief vom 7. Januar 1960 an die Verfasserin und mündlichen Informationen zufolge. Konrad Rühl, von 1922 bis 1927 Assistent bei Göderitz und anschließend Wohnungsbaudirektor der Provinzialverwaltung in Düsseldorf, wurde 1933 dieses Amtes enthoben (Brief vom 9. Februar 1960 an die Verfasserin).Google Scholar
  15. 17.
    Wieder zahlreiche Beurlaubungen’, in: Vossische Zeitung, 19. März 1933; und Geschichte der gemeinnützigen Wohnungswirtschaft in Berlin (Berlin 1957), S. 129Google Scholar
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    A.a.O., und Gehag: Gemeinnützige Heimstätten-Aktiengesellschaft 1924–1957 (Berlin 1957), S. 25Google Scholar
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    A.a.O., und Gehag: Gemeinnützige Heimstätten-Aktiengesellschaft 1924–1957 (Berlin 1957), S. 25Google Scholar
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    Die Reichskulturkammer wurde durch das Reichskulturkammergesetz vom 22. September 1933 ins Leben gerufen, nahm ihre Arbeit jedoch erst am 15. November auf. Hellmut Lehmann-Haupt (Art under a Dictatorship [New York 1954 ], S. 68) nennt fälschlicherweise Hinkel als Präsidenten der RKK. Hinkel war Goebbels’ Personalbeauftragter für die Reichskulturkammer. Siehe Hans Hinkel, Handbuch der Reichskulturkammer (Berlin 1937), S. 28–32; und E. Wernert, L’art dans le Ille Reich (Paris 1936), S. 46–47Google Scholar
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    Hinkel, Handbuch, S. 17; und Karl-Friedrich Schreiber,,Das geltende Reichskulturrecht‘, in: Deutsches Kulturrecht (Hamburg 1936), S. 18Google Scholar
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    Hinkel, Handbuch, S. 28–32; Wernert, S. 46. Die Machtstrukturen in der RKK waren sehr kompliziert und werden detailliert beschrieben von Wernert und Lehmann-Haupt sowie in Schreiber, Das Recht der Reichskulturkammer (Berlin 1935–1937), 5 Bde. Dem Verfasser erschien dieser Aspekt nicht von besonderer Bedeutung für das Verständnis der Politik der RKK, da Goebbels seine Mitarbeiter ernannte und die meisten wichtigen Entscheidungen selbst traf oder zumindest überprüfte. Zum Beispiel wurde Goebbels jede Entscheidung über den Ausschluß eines Mitglieds oder über die Ablehnung eines Beitrittsersuchens unterbreitet (Schreiber, Bd. I,,Reichskammer der bildenden Künste, Abschnitt II, Teil 1).Google Scholar
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    ‚Jedem wirklichen Künstler wird das Feld freigemacht…‘, in: VB, 12. April 1933; und Goebbels,,Die deutsche Revolution’, in: Nationalsozialistische Monatshefte, III (1933), S. 247Google Scholar
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    ‚Die bildende Kunst im Dritten Reich’, in: National-Zeitung (Basel), 28. März 1934. Siehe auch,Nationalsozialismus und Kunst in Deutschland’, in: Neue Zürcher Zeitung, 28. August 1933; und,Deutsche Jugend kämpft für die lebendige Kunst’, Das Werk, XX (1933), Juli, S. XXXIV-XXXVIIGoogle Scholar
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    Obwohl er Max Osborns Stelle übernahm, der ein noch überzeugterer Anhänger der radikalen Architekten war; siehe Vossische Zeitung, 17. März 1933. Werners Artikel,Die Kunst im dritten Reich’, in: Deutsche Allgemeine Zeitung, 29. März 1933, richtete sich auch an die Adresse von Hinkel und Rust. Zu diesem Zeitpunkt bekleidete Hans Hinkel ein Amt in Rusts Ministerium, er war jedoch auch über viele Jahre ein Vertrauter Goebbels’ gewesen. Sein Eintritt in Rusts Ministerium wurde daher als Anzeichen einer dort einsetzenden Liberalisierung gewertet.Google Scholar
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    Robert Scholz,,Krisis der Kunstanschauung’, 20. Juni 1933Google Scholar
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    Otto-Andreas Schreiber,,Bekenntnis der Jugend zur deutschen Kunst’, in: Deutsche Allgemeine Zeitung, 12. Juli 1933. Kurz nach Ankündigung der Ausstellung verteidigte Alois Schardt, der neue Direktor der Berliner Nationalgalerie, die führenden expressionistischen Künstler in einem Vortrag. Er bezeichnete ihre Kunst als echte „deutsche“ Kunst, und der Titel des Vortrags,Was ist deutsche Kunst?’ wurde zu einer der Losungen in der nachfolgenden Kontroverse. Siehe oben Anm. 39 und Scholz, ,Ist das die deutsche Kunst?’, in: VB, 13. Juli 1933, als Antwort auf Schardts Rede. Zu Schardt und Schreiber sowie zu der offiziellen Reaktion auf ihre Meinungsäußerungen siehe auch ,Brief aus Deutschland’, in: Das Werk, XX (1933), Juli, S. XXXVII-XXXVIII; und ,Nationale Kunstpolitik im Dritten Reich’, Oktober, S. XXXVII-XXXVIII. Dem Artikel ,Deutsche Jugend...‘ (siehe oben Anm. 39) zufolge schickte Schreiber seinen Brief auch an Goebbels und Rust. Hildegard Brenner, Die Kunstpolitik des Nationalsozialismus (Hamburg 1963) analysiert die späteren Aktivitäten Schardts, Schreibers und Weidemanns.Google Scholar
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    Rosenberg, ,Revolution in der bildenden Kunst’, in: VB, 7. Juli 1933Google Scholar
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    Rosenberg kam später auf dieses Thema zurück, als er Goebbels erfolgreiche Werbung um die Gunst Hitlers in der Kulturpolitik kommentierte. Er schrieb, Goebbels sei schon immer ein Revolutionär gewesen und. wäre Kommunist geworden, wenn er Deutschland nicht ein wenig geliebt hätte. (E. Posselt, Hrsg. u. Übers., Memoirs of Alfred Rosenberg [Chicago 1949], S. 165 ff.)Google Scholar
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    Schmitthenners Rede ist in voller Länge abgedruckt in: Sigurd Rabe, ,Tradition und neue Kunst’, in: VB, 16./17. Juli 1933. Siehe auch Schmitthenner, ,Tradition und neues Bauen’, in: Deutsche Kultur-Wacht, II (1933), H. 17 (Juli), S. 11–12. Dieser Artikel schließt mit einer Bitte an Hitler, Deutschland vom ,Geist von 1918’ zu säubern. Die Parabel vom ,unbekannten Steinmetz’ findet sich in: Schmitthenner, Die Baukunst im neuen Reich (München 1934), S. 17 —18.Google Scholar
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    Hitlers Kulturrede…‘, in: VB, 3./4. September 1933Google Scholar
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    Robert Scholz, Verfasser der Widerlegung Werners, in:,Aufbruch der Kunst’, in: VB, 7. September 1933. Die gleiche Interpretation findet sich in:,Was ist deutsche Kunst?’, in: VB, 5. Januar 1934.Google Scholar
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    Siehe z.B. ,Die bildende Kunst im Dritten Reich’, in: National Zeitung (Basel), 28. März 1934Google Scholar
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    Rede anläßlich der Grundsteinlegung für das,Haus der deutschen Kunst’ in München am 15. Okt. 1933:,Das junge Deutschland baut seiner Kunst ein eigen Haus‘, in: VB, 16. Oktober 1933Google Scholar
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    Zum Beispiel ,Neue Kunstbücher’, in: Deutsche Allgemeine Zeitung, 29. September 1933, über den Einfluß der radikalen Architektur; I. Johannes, ,Im gläsernen Irrgarten’, 3. Mai 1934, über die Schönheit industrieller Baustoffe. und Mies auf die moderne italienische Architektur; J. Johannes, ,Im gläsernen Irrgarten‘, 3. Mai 1934, über die Schönheit industrieller Bauteile. Siehe auch Werners letzten Versuch, die radikalen Architekten zu verteidigen: ,Wir brauchen jeden Mann! Kunst als Auslandspropaganda’, in: Deutsche Rundschau, Oktober 1933, S. 41–43, abgedruckt in: ,Deutsche Rundschau‘, in: Vossische Zeitung, 14. Oktober 1933Google Scholar
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    Gropius an Hönig, den Präsidenten der Reichskammer der Bildenden Künste, 27. März 1934. Siehe auch Gropius an Lörcher, den Präsidenten des BDA innerhalb der Reichskammer der Bildenden Künste, 20. Februar 1934, beide in der Reihe,Eigener Kampf mit Nazis’, Gropius-ArchiveGoogle Scholar
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    Hugo Häring, ,Für Wiedererweckung einer deutschen Baukultur‘, Manuskript, Januar 1934, auf Gropius’ Rat an Hönig, Lörcher, Wendland und Hans Weidemann geschickt, der zu dieser Zeit Vizepräsident der Reichskammer der Bildenden Künste war, gleiche Reihe, Gropius-ArchivGoogle Scholar
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    Siehe z.B. Lörcher an Gropius, 28. Februar 1934, gleiche Reihe, Gropius-ArchivGoogle Scholar
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    Staatskommissar Hinkel über die Arbeit des KfDK‘, in: VB, 17./18. Dezember 1933. Ge- gen Februar 1934 wurde die Deutsche Arbeitsfront in die Reichskulturkammer ,korporativ‘ integriert. Goebbels und Ley waren übereingekommen, daß Mitglieder der RKK nicht Mitglieder der Arbeitsfront zu werden brauchten. Das bedeutete, daß der KDK seine ideologische Kontrolle über die Kulturschaffenden verlor, die der Kulturkammer beitreten mußten und daher weder in der Arbeitsfront noch in ihrer Unterorganisation ,Kraft durch Freude‘ mitarbeiteten. Sie-he ,Der deutschen Kunst. Dr. Goebbels über den Ausbau der Kulturberufe’, in: VB, 9. Februar 1934Google Scholar
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    Die NSK wurde am 14. Juni 1934 gegründet, durch Zusammenlegung des KDK mit dem,NS Bund Deutsche Bühne’, (,Die NS-Kulturgemeinde gegründet’, in: VB, 15. Juni 1934). Ihr neuer Vorsitzender war der Theaterkritiker Walter Stang, der seinerzeit im KDK aktiv gewesen war. Die meisten Hinweise im Völkischen Beobachter auf Aktivitäten der NSK zwischen 1934 und 1935 beziehen sich auf die Theateraufführungen, die diese Organisation für die Mitglieder von,Kraft durch Freude‘ organisierte. Gleichzeitig mit der Überführung des KDK in die NSK verlor der KDAI die Architekten als Mitglieder und wurde zum,NS Bund Deutscher Technik’ umgestaltet, unter der Leitung von Fritz Todt, dem Verantwortlichen für den Autobahnbau (Deutsche Technik, II, 1934, S. 585 ).Google Scholar
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    Z.B. Konrad Nonns Briefe in der Reihe Peter Behrens, Mitgliederverzeichnisse der Berliner Abteilung der RDBK, U.S. Documents Center, Berlin; und Winfried Wendland am 29. Januar 1936 in einem Brief an Eugen Hönig mit dem Titel ,Kritische Anmerkungen zur Reichskammer der bildenden Künste’, Reihe WendlandGoogle Scholar
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    Helmut Heiber, Joseph Goebbels (Berlin 1962), S. 213, behauptet, Rosenberg sei über das Eingreifen Ribbentrops in die auswärtigen Angelegenheiten so erbost gewesen, daß er sich erneut der Kulturpolitik zuwandte.Google Scholar
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    ‚Dr. Goebbels verkündet die erste Verleihung des Nationalpreises für Kunst und Wissenschaft’, in: VB, B. September 1937Google Scholar
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    Neuregelung des Architektenberufes’, in: VB, 12. Oktober 1934; und Deutsche Technik, II (1934), S. 585. Es gibt Belege dafür, daß der vom BDA 1933 geforderte Ausschluß von Juden nicht sofort in die Tat umgesetzt wurde und daß Goebbels’ Vorgehen in dieser Angelegenheit nach wie vor nicht dogmatisch war. In seiner Rede vor deutschen Theaterdirektoren im Mai 1933 (VB, 10. Mai 1933) hatte Goebbels geäußert, eine gesetzlich verankerte Diskriminierung von Juden in kulturellen Angelegenheiten sei nicht notwendig. Anfang 1934 (VB, 9. Februar 1934) konstatierte er, daß die RKK Juden nicht von der Mitgliedschaft ausschließe, dies aber möglicherweise ratsam sei. 1935 schließlich wurden in die Aufnahmeanträge der Berliner Abteilung der RDBK Fragen zur Herkunft des Bewerbers aufgenommen, woraufhin viele Juden ausgeschlossen wurden (siehe unten, Anm. 73). Nachforschungen in der gleichen Reihe erlauben jedoch den Schluß, daß einige Mitglieder, trotz nicht eindeutig ,arischer‘ Herkunft, der Organisation weiterhin angehören durften.Google Scholar
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    Die Heimstatt der Kunst’, in: VB, 5. Juni 1934 (Bericht über den Nationalkongreß der RDBK in München); und ,Im Glauben an die deutsche Kunst. Reichskulturamtsleiter Moral1er über die Arbeit der Reichskulturkammer‘, in: VB, 5. September 1935. 1936 wurde Adolf Ziegler Nachfolger Hönigs (Hinkel, Handbuch, S. 71).Google Scholar
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    Es handelt sich um die, Verordnung über Baugestaltung’ vom 10. November 1936. Nach Schreiber, Das Recht der Reichskulturkammer, Bd. I,,Reichskammer der bildenden Künste’, Abschnitt IV, Teil 20 (S. 37–50), wurde diese Verordnung als Teil der Satzung der RDBK angenommen.Google Scholar
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    Aus diesem Grunde interpretieren deutsche Gerichte dieses Gesetz heute so, es nie als Mittel zur Errichtung einer,Diktatur des Geschmacks’ gedacht gewesen sei. Eine gründliche Untersuchung der Anwendung dieses Gesetzes und der Prozesse, in denen es angewendet wurde, findet sich in M. Büge, Der Rechtsschutz gegen Verunstaltung (Düsseldorf 1952 ).Google Scholar
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    Mündliche Auskunft von Ernst May und Max Taut. Taut reiste 1934 illegal ein, auf seinem Weg nach Japan und Istanbul, wo er 1938 verstarb.Google Scholar
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    Brief von Ursula Elsaesser, Stuttgart, 14. Januar 1960Google Scholar
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    Brief von Otto Haesler, Potsdam, 15. Januar 1960Google Scholar
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    Briefe von Johannes Göderitz, Braunschweig, 7. Januar 1960; Richard Döcker, Stuttgart, 4. Januar 1960; und Wassili Luckhardt, 9. Januar 1960Google Scholar

Copyright information

© Friedr. Vieweg & Sohn Verlagsgesellschaft mbH, Braunschweig 1986

Authors and Affiliations

  • Barbara Miller Lane
    • 1
  1. 1.WayneUSA

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