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Zusammenfassung

Als die Nazis gegen Ende der Weimarer Zeit den ‚Bauhaus-Stil‘ in der Architektur angriffen, galt dieser Vorstoß nicht der modernen Architektur insgesamt. Obwohl das Neue Bauen Teil einer umfassenderen modernen Bewegung war, zogen die Nazis eine scharfe Trennungslinie zwischen ihr und der übrigen Moderne. Die Bauhaus-Bauten von Walter Gropius und alle Entwürfe, die ihm glichen, lehnte die Partei als ‚architektonischen Bolschewismus‘ ab. Sie tolerierte aber und bewunderte zuweilen sogar andere Erscheinungsformen der Moderne. Die Nazis trafen diese Unterscheidung, weil das Neue Bauen innerhalb der modernen Bewegung eine eigene Identität zu haben schien. Sie allein war von einem ideologischen Programm begleitet, sie allein, so schien es, wurde in der Weimarer Republik politisch begünstigt. Während sich die andere Seite der modernen Architektur in der Tradition der Vorkriegszeit entwickelt zu haben schien und somit in der Vergangenheit fest verwurzelt war, sah die neue Architektur im Gegensatz dazu vollkommen anders aus. 1922 der Öffentlichkeit zum ersten Mal vorgestellt, erschien sie den Zeitgenossen als absolut neu, nicht das Ergebnis einer traditionellen Fortentwicklung deutscher Kultur, sondern geformt von Krieg, Revolution und wirtschaftlichem Zusammenbruch.

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Literatur

  1. 1.
    Diese Darstellung folgt Nikolaus Pevsners Pioneers of Modern Design from William Morris to Walter Gropius (2. Aufl.,New York 1949; 3. Aufl. Baltimore, 1964) und Henry-Russell Hitchcocks Painting toward Architecture (New York 1948) und unterstreicht ebenfalls mehr die formale als die technologische Entwicklung der modernen Architektur in Deutschland. Sie unterscheidet sich von Pevsner und von den meisten anderen Kritikern jedoch in der Bedeutung, die sie dem Historismus vor dem Krieg beimißt, sowie in ihrer Betonung des kriegsbedingten Bruchs in der stilistischen Entwicklung.Google Scholar
  2. 4.
    Eine Version des Plans, dargestellt von Wal- ter Müller-Wulckow in Bauten der Arbeit und des Verkehrs (Leipzig 1929), S. 116, zeigt eine asymmetrische Anordnung der Gebäudeflügel, die dem später ausgeführten Plan der Bauhaus-Gebäude sehr nahe kommt. Aber der endgültige Plan sah neben den Werkstätten parallel verlaufende Lagerhäuser vor, die nicht in das architektonische Gesamtkonzept eingebunden waren.Google Scholar
  3. 5.
    Hans Eckstein, Herausgeber von 50 Jahre Deutscher Werkbund (Frankfurt am Main 1958) skizziert in knapper Form Beginn und Entwicklung des Werkbunds.Google Scholar
  4. 6.
    Hierzu gehören auch Karl Schmidt, Besitzer der Deutschen Werkstätten in Hellerau, Bruno Paul, Direktor der dem Berliner Kunstgewerbe-Museum angeschlossenen Schule, und Richard Riemerschmid, Innenarchitekt und einflußreicher Lehrer. Riemerschmid war Mitbegründer der Münchner Werkstätten für Handwerkskunst, einer den Deutschen Werkstätten in Hellerau vergleichbaren Organisation, und wurde 1913 Direktor der Münchner Schule für angewandte Kunst. Zum weiteren Einfluß der deutschen ‘arts and crafts’-Bewegung siehe Fritz Stern, The Politics of Cultural Despair (Berkeley 1961 ) S. 173–174.Google Scholar
  5. 7.
    Die Aktivitäten und Veröffentlichungen des Werkbunds vor dem Krieg werden von seinem Geschäftsführer Ernst Jackh im,6. Jahresbericht des Deutschen Werkbunds 1913/14’ geschildert, in: Der Verkehr: Jahrbuch des Deutschen Werkbundes 1914 (Jena 1914), S. 87–102.Google Scholar

Copyright information

© Friedr. Vieweg & Sohn Verlagsgesellschaft mbH, Braunschweig 1986

Authors and Affiliations

  • Barbara Miller Lane
    • 1
  1. 1.WayneUSA

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