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Zusammenfassung

Wohl kaum ein Begriff wird in der öffentlichen Diskussion, in den Medien und auch in der Politik so unzutreffend angewendet wie derjenige des politischen Extremismus. Dabei liegt der Grund für die postmoderne Begriffsverwirrung nicht darin, dass der Extremismusbegriff falschen Phänomenen zugeordnet, sondern zu wenig oder überhaupt nicht angewendet wird. Unzutreffenderweise wird die Erscheinung „Extremismus“ mit politischem „Radikalismus“ gleichgesetzt und sogar beliebig durch diesen substituiert. Niederschlag fand dieser Habitus, befördert durch den angloame-rikanischen Sprachgebrauch, auch in der Wissenschaft. Vereinzelt wurde daher Extremismus gar als umgangssprachliches Substitut für Radikalismus beschrieben.47 Und auch in den älteren einschlägigen Lexika fand noch weitaus häufiger der Radikalismusbegriff Verwendung als derjenige des politischen Extremismus.48

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Literatur

  1. 47.
    Herder Verlag (Hrsg.), Herder Lexikon Politik, Freiburg im Breisgau 71995, S. 186.Google Scholar
  2. 48a.
    So wurde der Terminus „Rechtsradikalismus“ als „Ausdruck für antidemokratische Tendenzen, Bewegungen und Ideologien“ verwendet, was eher dem heutigen Verständnis von Extremismus entspricht. Siehe dazu das Stichwort „Rechtsradikalismus“, in: Görlitz, Axel (Hrsg.), Handlexikon zur Politikwissenschaft Bd. II, München 41972, S. 364–371.Google Scholar
  3. 48b.
    Konsequenterweise werden auch unter dem Register „Linksradikalismus“ radikale wie extremistische Erscheinungsformen zusammen behandelt; siehe dazu das Stichwort „Linksradikalismus“ in Ibid., Bd. I, S. 222–226.Google Scholar
  4. 48c.
    Allgemein ist daher zu berücksichtigen, dass sich keine Einheitlichkeit in der Wissenschaft über den/die Extre-mismusbegriff(e) finden lässt. Vgl. dazu Neugebauer, Extremismus-Rechtsextremismus-Linksextremismus… a.a.O. (Anm. 27), S. 31. Ebenso bedeutsam die Tatsache, dass er trotz differenzierter manifester Ausprägung in der Bundesrepublik nicht die Aufmerksamkeit bekommt, die ihm im Grunde gebühren würde.Google Scholar
  5. 48d.
    Siehe dazu Backes, Uwe/Jesse, Eckhard, Politischer Extremismus in der Bundesrepublik Deutschland, Bonn 41996, S. 19.Google Scholar
  6. 48e.
    Auch gegenwärtig findet ob der vorhandenen Schwierigkeiten mit dem Extremismusbegriff derjenige des Radikalismus dennoch Verteidiger. Siehe zur Abwägung benachbarter Begriffe Pfahl-Traughber, Armin, Der Extremismusbegriff in der politikwissenschaftlichen Diskussion, in: Backes/Jesse (Hrsg.), Jahrbuch Extremismus und Demokratie 1992, Bonn 1992, S. 67–86.Google Scholar
  7. 49.
    Vgl. dazu Mommsen, Wolfgang J., 1848. Die ungewollte Revolution, Frankfurt am Main 1998, S. 127. Zum Radikalismus im Vorlauf der ersten deutschen Revolution siehe außerdem Wende, Peter, Radikalismus im Vormärz. Untersuchungen zur politischen Theorie der frühen deutschen Demokratie, Wiesbaden 1975.Google Scholar
  8. 50.
    Die Literatur zum politischen Extremismus ist mittlerweile auch in der deutschsprachigen Literatur sehr zahlreich, vor allen Dingen seit der Renaissance rechtsextremistischer Bewegungen seit 1991. Neben den bereits erwähnten Publikationen siehe als grundlegende Arbeit vor allem Backes, Uwe, Politischer Extremismus in demokratischen Verfassungsstaaten. Elemente einer normativen Rahmentheorie, Opladen 1989.Google Scholar
  9. 51a.
    Siehe dazu in der älteren Literatur Flechtheim, Ossip K., Extremismus und Radikalismus. Eine Kontraststudie, in: Funke, Manfred (Hrsg.), Extremismus im demokratischen Rechtsstaat. Ausgewählte Texte und Materialien zur aktuellen Diskussion, Düsseldorf 1978, S. 47–61.Google Scholar
  10. 51b.
    Siehe dazu in der älteren Literatur Flechtheim, Ossip K., Extremismus und Radikalismus. Eine Kontraststudie, in: Funke, Manfred (Hrsg.), Extremismus im demokratischen Rechtsstaat. Ausgewählte Texte und Materialien zur aktuellen Diskussion, Düsseldorf 1978, hier S. 59.Google Scholar
  11. 52.
    Zur Genese des Extremismusbegriffs siehe Backes/Jesse, Politischer Extremismus in der Bundesrepublik Deutschland… a.a.O. (Anm. 48), S. 42–/43.Google Scholar
  12. 53a.
    Siehe dazu Canu, Isabelle, Der Streit um den Extremismusbegriff. Die Bundesrepublik Deutschland im Vergleich mit anderen westlichen Demokratien, in: Jesse, Eckhard/Kailitz, Steffen (Koordination). Prägekräfte des 20. Jahrhunderts. Demokratie, Extremismus, Totalitarismus, München 1997, S. 103–125.Google Scholar
  13. 53b.
    hier S. 107–/108Google Scholar
  14. 54a.
    Vgl. Neugebauer, Extremismus-Rechtsextremismus-Linksextremismus… a.a.O. (Anm. 27), S. 17.Google Scholar
  15. 54b.
  16. 55a.
    Siehe zu dem daraus resultierenden Begriffsgefüge „Extremismus der Mitte“ besonders Lipset, Seymour M., Soziologie der Demokratie, Berlin 1962, S. 121 ff..Google Scholar
  17. 55b.
    Lipset wollte zeigen, dass sich antidemokratisches Gedankengut auch und besonders in bestimmten Bevölkerungsschichten (z.B. im Mittelstand) verankern kann. Diese Formulierung war daher stets Gegenstand tiefgreifender Auseinandersetzungen in der Extremismusforschung. Siehe dazu Backes, Uwe/Jesse, Eckhard, Extremismus der Mitte? — Kritik an einem modischen Schlagwort, in: Dies. (Hrsg.), Jahrbuch Extremismus & Demokratie 1995, Baden-Baden 1995, S. 13–26.Google Scholar
  18. 55c.
    Zur weiterführenden Kritik siehe Pfahl-Traughber, Der Extremismusbegriff in der politikwissenschaftlichen Diskussion — Definitionen, Kritik, Alternativen… a.a.O. (Anm. 48), S. 74–81.Google Scholar
  19. 55d.
    Siehe unter anderem dazu und zur Verteidigung des Extremismusbegriffes Backes, Uwe/Jesse, Eckhard, Die „Extremismus-Formel“. Zur Fundamentalkritik an einem historisch-politischen Konzept, in: Dies. (Hrsg.), Jahrbuch Extremismus & Demokratie 2001…, a.a.O. (Anm. 42), S. 13–29.Google Scholar
  20. 55e.
    hier S. 14–25Google Scholar
  21. 56.
    Siehe dazu Stöss, Richard, Struktur und Entwicklung des Parteiensystems der Bundesrepublik — eine Theorie, in: Ders. (Hrsg.), Parteienhandbuch. Die Parteien der Bundesrepublik Deutschland 1945–1980 Bd. I, Opladen 1983, S. 17–309.Google Scholar
  22. 57.
    Meyer, Thomas, Fundamentalismus. Die andere Dialektik der Aufklärung in Ders. (Hrsg.), Fundamentalismus in der modernen Welt. Die Internationale der Unvernunft, Frankfurt am Main 1989, S. 13–22.Google Scholar
  23. 58a.
    Vgl. dazu Backes, Uwe/Jesse, Eckhard, Interaktionen im politischen Extremismus Deutschlands — Vergleich zwischen den organisierten, nicht-gewalttätigen und den gewalttätigen, nicht-organisierten Kräften, in: Dies. (Hrsg.), Jahrbuch Extremismus & Demokratie 1999, Baden-Baden 1999, S. 13–32.Google Scholar
  24. 58b.
    Dies. (Hrsg.), Jahrbuch Extremismus & Demokratie 1999, Baden-Baden 1999)) hier S. 14Google Scholar
  25. 59.
    Die fundamentale Gegnerschaft und damit die Tendenz zur wechselseitigen Aufschaukelung wird deutlich in den Selbstbezeichnungen verschiedener Gruppierungen. So setzten die Rechtsextremisten der ohnehin opponierenden „Antifa“-Bewegung die „Anti-Antifa“-Bewegung entgegen. Siehe dazu Edinger/Hallermann, Rechtsextremismus in Ostdeutschland. Struktur und Ursachen rechtsextremer Einstellungen am Beispiel Thüringens, in: ZParl Nr. 3/2001… a.a.O. (Anm. 26), S. 591.Google Scholar
  26. 60a.
    Die strukturelle Verwandtschaft von Links- und Rechtsextremismus und deren offensichtlich gleichermaßen hohe Integrationskraft für ideologieanfällige Individuen lässt sich am Beispiel von Horst Mahler nachvollziehen. Mahler gehörte zu den Mitbegründern der RAF und war neben Ulrike Meinhof der Exponent der terroristischen Bewegung, der zumindest noch in den Anfangsjahren eine fundierte Theoriebildung vorlegte. Nach seiner Lossagung von der RAF und nachhaltiger Kritik an ihr (Siehe dazu u.a. „Der Foltervorwurf — eine Propagandalüge“, in: Der Spiegel Nr. 50/1978, S. 64/65) vollzog er in den letzten Jahren eine Kehrtwende zum Rechtsextremismus der NPD und vertrat sie vor dem Bundesverfassungsgericht anlässlich des von Bundestag, Bundesrat und Bundesregierung eingeleiteten Verbotsverfahrens. Siehe dazu Ramelsberger, Annette, „Die Endzeitvisionen der NPD“, in: SZ vom 27. April 2001, S. 13.Google Scholar
  27. 60b.
    Zur Vita Mahlers siehe Jesse, Eckhard, Biographisches Portrait: Horst Mahler, in: Backes, Uwe/Ders. (Hrsg.), Jahrbuch Extremismus & Demokratie 2001… a.a.O. (Anm. 42), S. 183–199.Google Scholar
  28. 61.
    In der medialen Öffentlichkeit freilich wird mitunter dieses Argument als Relativierung des Rechtsextremismus gegenüber seiner linken Spielart angesehen. Aus diesem Grunde sei dezidiert darauf verwiesen, dass der hier vertretene Argumentationsstrang gerade in der Literatur über den modernen Rechtsextremismus Betonung und Verwendung findet. Siehe dazu, Hoffmann, Uwe, Die NPD. Entwicklung, Ideologie, Struktur, Marburg 1999, S. 16–18.Google Scholar
  29. 62.
    Siehe dazu Pfahl-Traughber, Armin, „Antiamerikanismus“ und „Antiwestlertum“ von links und rechts. Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Spannungsfeld von Demokratie und Extremismus, in: Jesse/Kailitz (Koordination), Prägekräfte des,20. Jahrhunderts… a.a.O. (Anm. 53), S. 193–217.Google Scholar
  30. 63a.
    Siehe zu den Differenzen zwischen Links- und Rechtsextremisten die Ausführungen von Horchern, Hans Josef, Die Grenzen „autonomer“ Gewalt. Eine Bilanz nach der Wiedervereinigung, in: Löw, Konrad (Hrsg.), Terror und Extremismus in der Bundesrepublik Deutschland. Ursachen, Erscheinungsformen, Wege zur Überwindung, Berlin 1994, S. 113–127.Google Scholar
  31. 63b.
    hier S. 114Google Scholar
  32. 64.
    Siehe dazu die Definition im Bundesverfassungsschutzbericht 1999, S. 90.Google Scholar
  33. 65.
    Siehe dazu Jesse, Eckhard, Linksextremismus in Holtmann, Everhard (Hrsg.), Politik-Lexikon, München/Wien 32000, S. 356.Google Scholar
  34. 66.
    Vgl. dazu Moreau/Lang, Linksextremismus. Eine unterschätzte Gefahr… a.a.O. (Anm. 43), S. 19.Google Scholar
  35. 67.
    Siehe dazu Neugebauer, Extremismus-Rechtsextremismus-Linksextremismus… a.a.O. (Anm. 27), S. 18.Google Scholar
  36. 68.
    Moreau/Lang, Linksextremismus. Eine unterschätzte Gefahr.. a.a.O. (Anm. 43), S. 18/19.Google Scholar
  37. 69.
    Dass sich diese Unterscheidung bisher nicht durchsetzen konnte, liegt nicht nur in den unterschiedlichen Sprachgebräuchen, sondern auch in der Uneinigkeit in der Forschung begründet. Zur Diskussion um den schillernden und vielfältigen Terrorismusbegriff in der englisch- und deutschsprachigen Literatur siehe Rabert, Bernhard, Links- und Rechtsterrorismus in der Bundesrepublik Deutschland… a.a.O. (Anm. 41), S. 14–18.Google Scholar
  38. 70.
    Bei den Anschlägen des 11. September 2001 auf die Türme des World Trade Centers und das Pentagon wurde daher von einem „Terrorkrieg gegen Amerika“ (Süddeutsche Zeitung vom 12. September 2001, S. 1) sowie in den Medien vom sich anschließenden „Kampf gegen den Terror“ gesprochen.Google Scholar
  39. 71.
    Siehe zu den folgenden Ausführungen Waldmann, Terrorismus als weltweites Phänomen. Eine Einführung, in: Hirschmann/Gerhard (Hrsg.), Terrorismus als weltweites Phänomen. Schriftenreihe zur Neuen Sicherheitspolitik Band 18, Berlin 2000, S. 16–21.Google Scholar
  40. 72.
    Die klassische Darstellung des Terrors als Mittel zum Machterhalt in den totalitären Systemen des nationalsozialistischen Deutschlands und des stalinistischen Sowjetrusslands siehe in Arendt, Hannah, Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft. Antisemitismus, Imperialismus, totale Herrschaft, München 61998, S. 944–979. Hier muss der Begriff des Terrors allerdings auch für nichttotalitäre Staaten gelten.Google Scholar
  41. 73.
    Vgl. Waldmann, Peter, Terrorismus, in: Nohlen, Dieter, Wörterbuch Staat und Politik, Bonn 1986, S. 781.Google Scholar
  42. 74.
    Laqueur, Walter, Die globale Herausforderung. Neue Gefahren des Terrorismus, München 2001, S. 262–280.Google Scholar
  43. 75a.
    Vgl. dazu die Argumentation von Lindlau, Dagobert, Der Mob. Recherchen zum organisierten Verbrechen, Hamburg 1987, S. 97/98. Allein die Struktur international operierender terroristischer Organisationen wie das Al-Qaida-Netzwerk von Osama Bin Laden oder aber die eng mit der Drogenmafia verwobene kolumbianische FARC können dem gegenüber Verflechtungen mit der organisierten Kriminalität und damit zwischen dem Raum der Legalität und der Illegalität nachgewiesen werden.Google Scholar
  44. 75b.
    Siehe dazu Hirschmann, Kai, Today’s Terrorism: A New Challenge, in: Ders. Nohlen, Dieter/Gerhard, Peter (Hrsg.), Terrorismus als weltweites Phänomen. Eine Einführung... a.a.O. (Anm. 71), Berlin 2000, S. 48–49. Als aktuelle und komprimierte Darstellung siehe Tophoven, Rolf, Fundamentalistisch begründeter Terrorismus: Osama bin Laden als neuer Typ des Terroristen, in: Ibid., S. 181–190.Google Scholar
  45. 75c.
    Populärwissenschaftlich zu empfehlen: Pohly, Michael, Osama bin Laden und der internationale Terrorismus, München 2001;Google Scholar
  46. 75d.
    Bergen, Peter L., Heiliger Krieg Inc. Osama bin Ladens Terrornetz, Berlin 2001.Google Scholar
  47. 76.
    Vgl. dazu Hoffman, Bruce, Der unerklärte Krieg, in: SZ vom 15./16. September 2001 (Feuilletonbeilage), S.1.Google Scholar
  48. 77.
    Zitiert nach Heintze, Hans Joachim, Völkerrecht und Terrorismus, in: Hirschmann/Gerhard (Hrsg.), Terrorismus als weltweites Phänomen. Eine Einführung... a.a.O. (Anm. 71), Berlin 2000, S. 220.Google Scholar
  49. 78.
    Definition gemäß dem jährlich vom Bundesminister des Innern herausgegebenen Verfassungsschutzbericht.Google Scholar
  50. 79.
    Laqueur, Walter, Postmodern Terrorism, in: Foreign Affairs September/October 1996, S. 24.Google Scholar
  51. 80.
    Waldmann, Peter, Terrorismus. Provokation der Macht, München 1998, S. 10.Google Scholar
  52. 81.
    Zu den Definitionsproblemen siehe Hoffman, Bruce, Terrorismus. Der unerklärte Krieg. Neue Gefahren politischer Gewalt, Frankfurt am Main 1999, S. 13–57. Außerdem Herzog, Thomas, Terrorismus. Versuch einer Definition und Analyse internationaler Übereinkommen zu seiner Bekämpfung, Frankfurt am Main 1991.Google Scholar
  53. 82.
    Vgl. dazu Waldmann, Peter, Terrorismus und Guerilla — Ein Vergleich organisierter antistaatlicher Gewalt in Europa und Lateinamerika, in: Backes/Jesse (Hrsg.), Jahrbuch Extremismus & Demokratie 1993, Bonn 1993, S. 69–103.Google Scholar
  54. 83.
    Siehe Waldmann, Terrorismus als weltweites Phänomen. Eine Einführung... a.a.O. (Anm. 71), Berlin 2000, S. 17–20.Google Scholar
  55. 84.
    Ähnlich verhält es sich mit dem Begriff des Partisanen. In Carl Schmitts wegweisender Beschreibung ist es neben seiner Irregularität, der Intensität seines politischen Engagements und seiner Mobilität in Anlehnung an Jover Zamora der „tellurische Charakter“ (von Tat. tellus = Boden, Landschaft, Erde, Erdreich) des Partisanen, seine Verankerung im heimatlichen Territorium, aus welcher er seine Stärke bezieht. Siehe dazu Schmitt, Carl, Theorie des Partisanen. Zwischenbemerkungen zum Begriff des Politischen, Berlin 1963, S. 26.Google Scholar
  56. 85.
    Vgl. dazu Mao Tse-Tung, Theorie des Guerilla-Krieges oder Strategie der Dritten Welt. Mit einem einleitenden Essay von Sebastian Haffner, Hamburg 1966, S. 57.Google Scholar
  57. 86.
    Vgl. dazu Waldmann, Peter, Terrorismus als weltweites Phänomen. Eine Einführung... a.a.O. (Anm. 71), Berlin 2000, S. 12.Google Scholar
  58. 87.
    Waldmann, Terrorismus und Guerilla... a.a.O. (Anm. 82), Waldmann, Peter, Terrorismus und Guerilla — Ein Vergleich organisierter antistaatlicher Gewalt in Europa und Lateinamerika, in: Backes/Jesse (Hrsg.), Jahrbuch Extremismus & Demokratie 1993, Bonn 1993, S. 76.Google Scholar
  59. 88.
    Ibid., S. 92.Google Scholar
  60. 89.
    So Rabert, Links- und Rechtsterrorismus in der Bundesrepublik Deutschland... a.a.O. (Anm. 41), S. 21.Google Scholar
  61. 90a.
    So Wördemann, Franz, Mobilität, Technik und Kommunikation als Strukturelemente des Terrorismus, in: Funke, Manfred (Hrsg.), Terrorismus. Untersuchungen zur Strategie und Struktur revolutionärer Gewaltpolitik, Bonn 1977, S. 140–158, hier S. 145.Google Scholar
  62. 90b.
    So Wördemann, Franz, Mobilität, Technik und Kommunikation als Strukturelemente des Terrorismus, in: Funke, Manfred (Hrsg.), Terrorismus. Untersuchungen zur Strategie und Struktur revolutionärer Gewaltpolitik, Bonn 1977, hier S. 145.Google Scholar
  63. 90c.
    Siehe dazu auch Wördemann, Franz, Terrorismus. Motive, Täter, Strategien, München 1977, S. 53–60.Google Scholar
  64. 91.
    Terrorismus als kommunikatives Phänomen betrachtet vor allem und überzeugend Waldmann, Terrorismus. Provokation der Macht... a.a.O. (Anm. 80), S. 13, S. 48 und besonders S. 28–39.Google Scholar
  65. 92.
    Frappierend dahingehend die bislang bewährte und auch gegenwärtige praktizierte Strategie Israels gegen den palästinensischen Terrorismus, führende Mitglieder der Fatah gezielt zu „liquidieren“, wobei allein der Sprachduktus Demokratien nicht einträglich ist. Darüber hinaus ist die Tatsache bedenkenswert, dass Israel im Kampf gegen den Terrorismus faktisch die Folter legalisiert hat. Siehe dazu ibid., S. 63. Siehe zur rechtlich bedenklichen Form der präventiven Terrorismusbekämpfung im Gefolge der Bush-Doktrin besonders „Weg in eine andere Rechtsordnung“, in: FAZ vom 10. Januar 2003, S. 8.Google Scholar
  66. 93.
    Waldmann, Terrorismus als weltweites Phänomen. Eine Einführung... a.a.O. (Anm. 71), S. 12.Google Scholar
  67. 94.
    Siehe dazu Kaouras, Georgios, Terrorismus. Historische und politische Komponenten des terroristischen Phänomens, Frankfurt am Main et alii 1994, S. 15.Google Scholar
  68. 95.
    Waldmann, Peter, Terrorismus, in: Nohlen, Dieter (Hrsg.), Wörterbuch Staat und Politik..., a.a.O. (Anm. 73), Bonn 1986, S. 780.Google Scholar
  69. 96.
    Siehe dazu die Darstellung von Hirschmann, Kai, Terrorismus in neuen Dimensionen. Hintergründe und Schlussfolgerungen, in: APuZ B 51/2001, S. 8. Als wohl bekanntestes Beispiel für „Ökoterrorismus“ und Tierschutz fungiert wohl die britische „Animal Liberation Front“ (ALF). Siehe dazu Laqueur, Walter, Die globale Bedrohung. Neue Gefahren des Terrorismus... a.a.O. (Anm. 74), S. 255–261.Google Scholar
  70. 97.
    Siehe dazu die Ausführungen von Backes, Uwe, Die geistige Wurzeln des Linksterrorismus in der Bundesrepublik Deutschland, in: APuZ B 3/41992, S. 40–46.Google Scholar
  71. 98a.
    Siehe dazu Kropotkin, Pjotr, Eroberung des Brotes. Über den anarchistischen Kommunismus, Berlin 1972; Bakunin, Michael, Gesammelte Werke, 3. Bde., Berlin 1921/24;Google Scholar
  72. 98b.
    Lehning, A., Michel Bakounine et ses relations avec Serge Nechaev, Leiden 1971.Google Scholar
  73. 99.
    Vgl. Landesamt für Verfassungsschutz Baden-Württemberg (Hrsg.), Linksextremismus in der Bundesrepublik Deutschland, Stuttgart 1998, S. 3.Google Scholar
  74. 100.
    Siehe dazu Hoffman, Bruce, Terrorismus. Der unerklärte Krieg... a.a.O. (Anm. 81), in: SZ vom 15./16. September 2001 (Feuilletonbeilage), S. 20.Google Scholar
  75. 101.
    Eine Vorstellung, welcher die RAF schriftlich Ausdruck verliehen hat in „Dem Volk dienen. Stadtguerilla und Klassenkampf“, in: RAF: Texte... a.a.O. (Anm. 10), S. 112.Google Scholar
  76. 102.
    So Kaouras, Georgios, Terrorismus. Historische und politische Komponenten des terroristischen Phänomens, Frankfurt am Main et alii 1994, Kaouras, Terrorismus... a.a.O. (Anm. 94), S. 27.Google Scholar
  77. 103.
    Vgl. dazu Waldmann, Terrorismus als weltweites Phänomen. Eine Einführung... a.a.O. (Anm. 71), Berlin 2000, S. 19.Google Scholar
  78. 104.
    So begann sich innerhalb der ETA gegen Ende der sechziger Jahre kurzfristig die Präferenz eines „red separatism“ durchzusetzen, der sich neben der nationalistisch-ethnischen Komponente der marxistischen Ideologie als zusätzlichen Integrationsinstruments bediente. Siehe dazu Sullivan, John, ETA and Basque Nationalism. The Fight for Euskadi 1890–1986, London/New York 1988, S. 92.Google Scholar
  79. 105.
    Vgl. dazu Schröder, Dieter, Der fanatische Nationalismus der IRA, in: Ders. Nohlen, Dieter (Hrsg.), Terrorismus. Gewalt mit politischem Motiv, München 1986, S. 141.Google Scholar
  80. 106.
    Waldmann, Terrorismus als weltweites Phänomen. Eine Einführung... a.a.O. (Anm. 71), S. 19. Siehe dazu auch Rapoport, David C., Fear and Trembling. Terrorism in Three Religious Traditions, in: American Political Science Review 78 (1984), S. 658–677.Google Scholar
  81. 107.
    So konnte die Abu-Nidal-Gruppe zu jeder Phase ihrer Existenz auf mindestens 500 stets einsatzbereite Männer zählen, während die RAF bestenfalls 20–25 Personen in der Kommandoebene vorweisen konnte. Auch die personelle Stärke der ETA und der IRA ging wohl nie über 200–400 Personen hinaus. Siehe dazu Hoffman, Bruce, New Forms of Terrorism and The Threat of Terrorist Use of Chemical, Biological, Nuclear and Radiological Weapons, in: Hirschmann/Gerhard (Hrsg.), Terrorismus als weltweites Phänomen. Eine Einführung... a.a.O. (Anm. 71), Berlin 2000, S. 38.Google Scholar
  82. 108a.
    Die durch die Verquickung von Religion und Nationalismus — eine dem Islam eher fremde Verbindung — entstehende Integrationskraft führte auf Seiten der Palästinenser etwa dazu, dass die traditionellen Diskrepanzen zwischen Schiiten und Sunniten auf Seiten der Selbstmordattentäter keine Rolle mehr zu spielen scheinen. Vgl. dazu Tophoven, Rolf, Sterben für Allah. Die Schiiten und der Terrorismus, Herford 1991, S. 185.Google Scholar
  83. 108b.
    Zur Logik von Selbstmordattentaten siehe Reuter, Christoph, Mein Leben ist eine Waffe. Selbstmordattentäter — Psychogramm eines Phänomens, Gütersloh 2002.Google Scholar
  84. 109.
    Vgl. dazu Heine, Peter, Religiös motivierter Terrorismus, in: Hirschmann/Gerhard (Hrsg.), Terrorismus als weltweites Phänomen. Eine Einführung..., a.a.O. (Anm. 71), Berlin 2000, S. 96. Es kann jedoch angesichts der aktuellen Entwicklung nicht häufig genug betont werden, dass einc so geartete generelle Fronstellung und Antithetik Islam-Westen nicht vorliegt, sondern lediglich in der Perzeption islamistischer Splittergruppen existiert. Siehe dazu Ibid., S. 72. Vgl. dazu besonders auch Biermann, Werner/Klönne, Arno, Ein Kreuzzug für die Zivilisation? Internationaler Terrorismus, Afghanistan und die Kriege der Zukunft, Köln 2002 und Benoist, Alain de (Hrsg.), Die Welt nach dem 11. September. Der globale Terrorismus als Herausforderung des Westens, Tübingen 2002. Vereinzelt wird aus dieser Frontstellung und den daraus resultierenden Verschiebungen in der internationalen Politik auch eine grundlegende Neuordnung der Weltpolitik in Aussicht gestellt. Siehe dazu besonders Czempiel, Ernst-Otto, Weltpolitik im Umbruch. Die Pax Americana, der Terrorismus und die Zukunft der internationalen Beziehungen, München 2002 und als aktuelle Behandlung der Thematik Laqueur, Walter, Krieg dem Westen. Terrorismus im 21. Jahrhundert, München 2003.Google Scholar
  85. 110a.
    Waldmann bezeichnet den Vigilantismus daher auch als eine Mischform aus Terror und Terrorismus. Siehe dazu Waldmann, Terrorismus. Provokation der Macht..., a.a.O. (Anm. 80), München 1998, S. 92–97. In der neuesten Literatur wird in Anlehnung an Samuel P. Huntington, Kampf der Kulturen. Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert, München/Wien 61997, Terrorismus unabhängig von seiner Zielstellung als Ergebnis von Globalisierungsprozessen und daraus resultierenden regionalen Krisen und quasi-staatlichen Implosionen beschrieben. Dadurch entstünde eine quasinatürliche Verbindung von Terrorismus und organisierter Kriminalität. Wie anderweitig dazu angeführt wird, ist mit diesem Ansatz eine zweifelhafte und neuerliche Verkomplizierung eines bisher ohnehin nicht geklärten Begriffes geleistet.Google Scholar
  86. 110b.
    Siehe dazu Lange, Klaus, Terrorismus als Folge regionaler Konflikte: Einige Hypothesen zur Frage eines erweiterten Terrorismusbegriffes, in: Hirschmann/Gerhard (Hrsg.), Terrorismus als weltweites Phänomen. Eine Einführung... a.a.O. (Anm. 71), Berlin 2000, S. 61–66.Google Scholar
  87. 111.
    Siehe dazu Laqueur, Terrorismus… a.a.O. (Anm. 31), S. 65.Google Scholar
  88. 112.
    So die Aktivistin der dritten RAF-Generation, Birgit Hogefeld, in ihrer Prozesserklärung vom 21. Juli 1995, nachzulesen in Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main gegen Birgit Elisabeth Hogefeld vom 29. Juni 1998, S. 23.Google Scholar
  89. 113.
    In der Terrorismusforschung hat der Satz “Der Terrorist des Einen ist der Freiheitskämpfer des Anderen” weitreichende Diskussionen hervorgerufen. Vgl. dazu am Beispiel der IRA Braun, Nikolas, Terrorismus und Freiheitskampf. Gewalt, Propaganda und politische Strategie im Irischen Bürgerkrieg 1922/23. (Veröffentlichungen des deutschen historischen Instituts Bd. 54), Oldenburg 2003. Siehe zur Verteidigung dieser Sichtweise und zur Einordnung von Terrorismus und Freiheitskampf als verwandten Arten der Kriegführung Merari, Ariel, Terrorism as a Strategy of Insurgency, in: Terrorism and Political Violence, Vol. 5, No. 4/1993, S. 213–251.Google Scholar
  90. 114.
    Sie hedazu Taylor, Maxwell, The Way to Terrorism: Typology of the Formation of Terrorist Groups, in: Hirschmann/Gerhard (Hrsg.), Terrorismus als weltweites Phänomen… a.a.O. (Anm. 71), S. 28.Google Scholar
  91. 115.
    So Cooper, Barry, The Spiritual Structures of Contemporay Terrorism, in: Bendel, Petra/Hildebrandt, Mathias (Hrsg.), Im Schatten des Terrorismus. Hintergründe, Strukturen und Konsequenzen des 11. September 2001, Wiesbaden 2002, S. 135.Google Scholar
  92. 116.
    Vgl. dazu etwa Janssen, Helmut, Sind „die Terroristen“politisch motivierte Straftäter oder Terroristen? Probleme mit der Begriffsdefinition, in: Kriminalistik 1/84, S. 19.Google Scholar
  93. 117.
    So Binder, Sepp, Terrorismus. Herausforderung und Antwort, Bonn 1978, S. 56.Google Scholar
  94. 118.
    Siehe dazu Waldmann, Peter, Terrorismus. Provokation der Macht… a.a.O. (Anm. 80), S. 56–61. Vgl. dazu auch Boge, Heinrich, Neue Entwicklungen des Terrorismus, in: Kriminalistik 12/85, S. 591 sowie. Mitunter wird den Massenmedien auch eine entscheidende Rolle bei der Verbreitung des internationalen Terrorismus zugeschrieben. Siehe dazu Brosius, Hans-Bernd/Weimann, Gabriel, The contagiousness of mass-mediated terrorism, in: European journal of communication, No. 1/1991, S. 63–75 und als aktuelles Beispiel Münkler, Herfried, Terrorismus als Kommunikationsstrategie. Die Botschaft des 11. September, in: Internationale Politik Nr. 12/2001, S. 11–18. Ein konkretes Beispiel für die öffentliche Begehrlichkeit und deren mediale Bedienung war die spektakuläre Aktion der japanischen Behörden gegen die Japanische Rote Armee. In einer mehr als zehnstündigen Live-Übertragung im Landesfernsehen wurde die gesamte Aktion gegen die Terroristen gezeigt, lediglich die geschichtsmächtige Abreise Nixons aus China konnte die Berichterstattung unterbrechen, wenngleich nur für wenige Minuten. Siehe dazu Wördemann, Mobilität, Technik und Kommunikation als Strukturelemente des Terrorismus… a.a.O. (Anm. 90), S. 154.Google Scholar
  95. 119.
    Siehe dazu Hoffman, Bruce, Terrorismus. Der unerklärte Krieg… a.a.O. (Anm. 81), S. 176.Google Scholar
  96. 120.
    Hoffman, Bruce, „Der unerklärte Krieg“, in: SZ vom 15./16. September 2001 (Feuilletonbeilage), S. 1.Google Scholar
  97. 121.
    Vgl. dazu Hertel, Gerhard, Der linke Terrorismus in Wissenschaft, Publizistik und Belletristik — Mehr Quantität als Qualität, in: Backes, Uwe/Jesse, Eckhard (Hrsg.), Jahrbuch Extremismus und Demokratie 1989, Bonn 1989, S. 207.Google Scholar
  98. 122.
    Siehe dazu vor allem die zum Teil rigide Abhandlung von Netanjahu, Benjamin, Der neue Terror. Wie die demokratischen Staaten den Terrorismus bekämpfen können, München 1996. Dem diametral entgegen steht die Sichtweise von Schumann, Harald, Die wahren Globalisierungsgegner oder: Die politische Ökonomie des Terrorismus, in: APuZ B 13/14 2003, S. 24–30. Er geht von der Bewältigung fundamentaler ökonomischer Ungleichgewichte als dem probaten Mittel der Terro-rismusbekämpfung aus. Zusammenfassend siehe daher Carr, C., Terrorismus, die sinnlose Gewalt. Historische Wurzeln und Möglichkeiten der Bekämpfung, München 2002.Google Scholar

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© Westdeutscher Verlag/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2003

Authors and Affiliations

  • Alexander Straßner

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