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Ergänzung: Die Rezeption eines Bildes der Artothek

  • Thomas Loer
Part of the Beiträge zur sozialwissenschaftlichen Forschung book series (BEISOFO)

Zusammenfassung

Die bisherige Darstellung der Rezeption, die sich auf Werke aus dem Museum bezog, soll abschließend noch ergänzt werden um ein Interview zu einem Werk, das der Interviewee nicht lediglich die übliche kurze Zeit im Museum betrachten konnte, sondern welches er für mehrere Wochen in seiner Wohnung hängen hatte. Damit sind die wichtigsten der oben explizierten präsentationsabhängigen Bedingungen für angemessene Rezeption erfüllt.

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Literatur

  1. 3.
    Heinz Winch wurde 1950 in Heidelberg geboren; arbeitete unter verschiedenen Künstlernamen (LO, Wapitit, Flying D, Le Cheval); verschiedene Einzelausstellungen im In-und Ausland; Gruppenausstellungen: 1977 Kommunale Galerie Frankfurt a. M., 1978 Kunstverein Frankfurt a. M., 1978 Thrum’ Sparkasse Frankfurt a. M., 1984 Frankfurter Künstler in Kairo und Jeddah, 1985 Daniel-Henry-Kahnweiler-Preis Rockenhausen, 1986 Kunst in Frankfurt a. M., 1978 19e Festival International de la Peinture de Cagnes-sur-Mer, Kunstverein Offenbach, Zeichen Setzen Kommunale Galerie Frankfurt a. M., 1987/88 Inland 1 Frankfurt a. M.Google Scholar
  2. 5.
    Man kann diese Differenz an der Auffassung des russischen Formalismus deutlich machen: „Des Dichters ‘verdrehte’, verschrobene Redeweise hindert die Kommunikation und zwingt den Leser, sich mit der Welt in einer anstrengenderen und daher lohnenderen Weise auseinanderzusetzen.“ (EHRLICH 1973, S. 197) Die ’Verdrehung’ der Redeweise entspricht dem Ungewöhnlichen. Die Frage ist nun, ist es schlicht die Tatsache des ’Verdrehens’, der Kommunikationsverweigerung, des ’Rätselhaften’, der Irritation, was die Suggestivität ausübt, oder gehört zur Suggestivitat noch mehr, nämlich die Strukturiertheit des Unbestimmbaren, die eine motivierte Transformation der „Erlebnisschichtung”, eine strukturierte Erfahrung ermöglicht? Die Irritation ist Funktion des Aufeinandertreffens des Subjekt mit seinen Erwartungen und der dazu nicht passenden ’Welt’ (s. o.). Worin dies gründet, ist offen. Das Faszinierende,das Behexende hat seine Macht bezüglich des faszinierenden Objekts nur kontingent durch eine idiosynkratische Konstellation. Das Suggestive hingegen zieht an, weil es die Antwort auf eine Frage ist, die durch diese Antwort erst als Frage auftaucht (suggestio: Hinzufügung, Beantwortung einer eigenen Frage durch den Redner selbst; Einflüsterung). - Vgl. auch WIND 1925, S. 440: „Ein ’künstlerisches Problem’ […] wird vom kunstwissenschaftlichen Denken frr das künstlerische Schaffen angesetzt, aber nicht derart, daß das Problem der Lösung vorhergeht, sondern so, daß es zu Deutung der Lösung erst gesucht wird.“ (Hervorhebungen im Original) Um Mißverständnisse zu vermeiden, sei hinzugefügt, daß das kunstwissenschaftliche Denken das künstlerische Problem natürlich aus dem Werk zu rekonstruieren hat.Google Scholar
  3. 8.
    Die Artothek und ihr Publikum einmal umfassender zu untersuchen, würde sich v. a. dann lohnen, wenn es gelange Rezipienten gelungener, substantiell gehaltvoller Werke zu interviewen - und dies Ober den Zeitraum der Leihdauer mehrfach, zumindest zu Beginn und zum Ende. - Hier sollte nur eine mögliche Ergänzung vorgeführt werden, die gleichwohl zum Beleg der These eines intuitiven Angmessenheitsurteils bezüglich des Ikonischen beitragen konnte. - Daß hier eine andere Pragmatik vorliegt als bei der Rezeption von Kunst, wird i. a. bei Untersuchungen wie z.B. SCHILLING 1971 a und b nicht berücksichtigt, wenn sie umstandslos der Kunstsoziologie zugeschlagen werden (s. WICK/WICK-KMOCH 1979 ).Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1996

Authors and Affiliations

  • Thomas Loer

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