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Zur Notwendigkeit einer Arbeitsmarktordnung

  • Christian Jasperneite
Chapter
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Part of the DUV Wirtschaftswissenschaft book series (DUVWW)

Zusammenfassung

Bei einem internationalen Vergleich von Volkswirtschaften fallt auf, daß sämtliche nationalen Arbeitsmärkte selbst dann „Regulierungen“ unterworfen sind, wenn auf den nationalen Gütermärkten eine starke Bewegung hin zu einer „Deregulierung“ auszumachen ist. Die Regulierung der Arbeitsmärkte manifestiert sich dabei in unterschiedlichen Arten von Institutionen, Regelungen zwischen Tarifparteien oder (gesetzlichen) Vorschriften, die in ihrer Gesamtheit die Ordnung des Arbeitsmarktes definieren. Auch wenn das Denken in Ordnungen vielleicht eine eher deutsche Besonderheit ist, so läßt sich de facto ein weltweites Bestreben feststellen, Arbeitsmarktordnungen als Subsysteme von Wirtschaftsordnungen1 derart zu gestalten, daß sie recht wenig mit vollkommen wettbewerblich gestalteten Märkten gemein haben. Offensichtlich scheinen Gründe dafür vorzuliegen, Arbeitsmärkte zumindest einem Minimum an Regulierung zu unterwerfen. In dem folgenden Kapitel werden sowohl distributive als auch allokative Gründe genannt, mit denen prinzipiell die Existenz einer besonderen Arbeitsmarktordnung gerechtfertigt werden kann. Die Gründe sagen dabei noch nichts darüber aus, wie eine optimale Regulierung aussehen könnte, zumal eine solche Frage fundiert kaum beantwortet werden kann. Hier geht es demnach zunächst nur darum zu zeigen, daß eine „Nullregulierung“ im Sinne eines sich selbst überlassenen Arbeitsmarktes unter volkswirtschaftlichen Aspekten suboptimal ist.

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Literatur

  1. 1.
    In Deutschland kommt die Funktion der Arbeitsmarktordnung als bedeutendes Subsystem einer übergeordneten Wirtschaftsordnung beispielsweise recht deutlich dadurch zum Ausdruck, daß bei den konstituierenden und regulierenden Prinzipien von Eucken die Etablierung einer Atheitsmarktordnung eines der regulierenden Prinzinien darstellt vgl dazu Eucken (1990)Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. Eucken(1968),S. 303 f.Google Scholar
  3. 3.
    Vgl. Sesselmeier und Blauermel (1990), S. 78.Google Scholar
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    Vgl. Dörsam (1997), S. 61.Google Scholar
  5. 5.
    Vgl. Hübner (1994), S. 98.Google Scholar
  6. 6.
    Es soll angemerkt werden, daß mit dem Konzept der paretianischen Sozialpolitik keine oder kaum Aussagen über eine konkrete Ausgestaltung spezieller Punkte oder Elemente einer Arbeitsmarktordnung getroffen werden können. Dies ist aber auch nicht Ziel und Zweck der hier vorgestellten Konzeption. Es geht hier vielmehr nur um den grundsätzlichen Versuch einer Legitimierung einer Arbeitsmarktordnung unter Zuhilfenahme eines bisher eher vernachlässigten, aber innovativ erscheinenden Ansatzes, vgl. auch Hübner (1994), S. 99; dementsprechend lassen sich mit dem hier im folgenden vorgestellten Instrumentarium auch kaum Aussagen darüber treffen, welche Auswirkungen eine spezielle Arbeitsmarktordnung auf die Beschäftigung hat. Es geht hier also nur um den Versuch einer Legitimation staatlichen Eingreifens in den Arbeitsmarkt überhaupt. Erst nach der Klärung einer solchen Frage scheint es überhaupt sinnvoll, den Versuch einer konkreteren Analyse von Wirkungen einer Arbeitsmarktordnung auf die Beschäftigung zu unternehmen.Google Scholar
  7. 7.
    Vgl. Hübner (1994), S. 97 ff.Google Scholar
  8. 8.
    Vgl. Sinn (1986).Google Scholar
  9. 9.
    Vgl. Sinn (1986), S. 563 ff.Google Scholar
  10. 10.
    Vgl. Hellweg (1986), S. 237 f.Google Scholar
  11. 11.
    Dies gilt allerdings in erster Linie für Kündigungsregelungen, nur bedingt für Karriereregelungen, da diese aufgrund notwendiger Spezifikationen kaum vom Staat in allgemeiner Form bereitgestellt werden können.Google Scholar
  12. 12.
    Vgl Hübner (1994), S. 122 ff.Google Scholar
  13. 13.
    Eine Parallelität besteht insofern, als daß vor dem Hintergrund des Coase-Theorems im Rahmen der Umweltpolitik eine wohlfahrtsoptimale Umweltverschmutzung bestimmt werden kann. Dabei entsprechen die Wohlfahrtsverluste durch suboptimale Risikoallokation den Grenzvermeidungskosten der Emission bei sinkender Umweltfreundlichkeit der Produktionsanlagen, während die Wohlfahrtsverluste durch negative externe Effekte bei einer Institutionalisierung in Abb. 2.1 den steigenden externen Grenzkosten einer zunehmenden Umweltverschmutzung entsprechen. Für eine Darstellung des Coase-Theorems siehe beispielsweise Bauer und Illing (1992) oder Wiese und Casajus (1995).Google Scholar
  14. 14.
    Vgl. dazu z.B. Calmfors (1993), S. 6 f. oder für einen Überblick auch Moene et al. (1993). Weitere in Kapitel 4.2.4 ausführlicher besprochene Externalitäten sind Inflationsexternalitäten, Vorproduktexternalitäten, fiskalische Externalitäten, Investitionsexternalitäten sowie Neidex-ternalitäten.Google Scholar
  15. 15.
    Siehe auch Hübner (1994), S. 133.Google Scholar

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© Deutscher Universitäts-Verlag GmbH, Wiesbaden 2001

Authors and Affiliations

  • Christian Jasperneite

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