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Perspektiven der Solidaritätsbewegung

  • Peter Wahl

Zusammenfassung

Die Diskussion um die Perspektiven der Solidaritätsbewegung ist für diese seit Mitte der 70er Jahre eine dauerhafte Begleiterscheinung, deren Auslöser in den periodisch immer wieder auftretenden Krisendebatten zu finden ist. Hervorgegangen aus dem ‚Urknall ‘neuer sozialer Bewegung in der Bundesrepublik, der 68er Studentenbewegung, sollte die Solidaritätsbewegung früh die Erfahrung einer eigentümlichen Dialektik des Erfolgs machen: Der Sieg der Vietnamesen über die USA 1975, der doch eigentlich auch ein Sieg der Solidarität war, verwandelte sich alsbald in deren erste große Krise. Der sogenannte ‚Vietnamschock ‘entstand, als sich herausstellte, daß die ‚Befreiungsbewegung an der Macht ‘die in sie projizierten Erwartungen nicht erfüllen konnte. Die gesellschaftliche Realität des wiedervereinigten Vietnams mit Umerziehungslagern und anderen Menschenrechts- und Demokratiedefiziten, die mit großer Medienwirkung begleitete Fluchtbewegung der ‚Boat People‘, der Krieg zwischen Vietnam und China und schließlich der Genozid des Pol Pot-Regimes am eigenen Volk führten zu einem traumatischen Bruch in der Bewegung (vgl. Alsheimer 1979). Massenhafte Resignation und Rückzug waren die Folge.

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1999

Authors and Affiliations

  • Peter Wahl

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