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Einleitung

  • Ansgar Klein
  • Hans-Josef Legrand
  • Thomas Leif

Zusammenfassung

Die im Gefolge der Studentenbewegung — und auch in Auseinandersetzung mit ihr — entstandenen ‚neuen sozialen Bewegungen ‘wurden von manchen Beobachtern vorschnell zum Phänomen der 70er und 80er Jahre und damit zum Gegenstand der neueren Zeitgeschichte erklärt. Gegen diesen Eindruck, der sich zumeist allein am Maßstab von Großmobilisierungen der Friedensoder Ökologiebewegung der 80er Jahre orientiert und in dem sich zugleich eine Gewöhnung an bewegungsförmige Artikulationen von Protest ausdrückt, wendet sich dieser Sammelband. Er gibt Auskunft über die anhaltende gesellschaftliche und politische Bedeutung, aber auch über Formwandel und geänderte Problemstellungen, mit denen die neuen sozialen Bewegungen seit den 90er Jahren konfrontiert sind. Auf diesen Wandel reagiert auch die wissenschaftliche Diskussion. Eine Bilanz bisheriger Auswirkungen und künftiger Perspektiven neuer sozialer Bewegungen erfordert den Anschluß an Ergebnisse, Fragestellungen und Entwicklungen der Bewegungsforschung in Politik- und Sozialwissenschaften und gibt so zugleich einen Überblick über deren Forschungs- und Erkenntnisstand.

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Anmerkungen

  1. 1.
    Nicht erörtert werden daher die Entwicklungen rechter sozialer Bewegungen, wenngleich auch dies mit den analytischen Instrumenten der Bewegungsforschung möglich ist.Google Scholar
  2. 2.
    Aus us-amerikanischer Sicht, darauf weisen Ferree/Roth in diesem Band hin, werden die Gemeinsamkeiten der sozialen Bewegungen seit den 60er Jahren mit den sozialen Bewegungen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts stärker hervorgehoben und erscheint eine Kennzeichnung als ‚neu ‘für diese Bewegungen schon deswegen unangebracht, weil in den USA eine vorherige Dominanz der Arbeiterbewegung und damit eine entsprechende Abgrenzung zwischen neuen und alten progressiver Sozialbewegungen nicht gegeben war. Auch gegenüber der Beschränkung des Forschungsparadigmas der neuen sozialen Bewegeungen auf ‚progressive’ soziale Bewegungen bestehen hier Vorbehalte: „Reaktionäre oder rechtsextremistische Gruppen sind so alt oder neu wie die progressiven oder links-extremen Gruppen, mit denen sie sich auseinandersetzen“ (Ferree/Roth: 137).Google Scholar
  3. 3.
    Hinzuweisen ist auf europäische und transatlantische wie internationale Vernetzungen der Bewegungsforschung. In den internationalen Vereinigungen der Politik-und Sozialwissenschaften (IPSA und ILA) verfügt die Bewegungsforschung über eigene Sektionen und auch auf europäischer Ebene hat sich unlängst innerhalb der European Sociological Association ein Research Network ‚Social Movements ‘gegründet, das die europäische Bewegungsforschung stärker zu integrieren bemüht ist.Google Scholar
  4. 4.
    Von den 18 Beiträgen des Buches sind 7 bereits im Jubiläumsheft 1/1998 des Forschungsjournals NSB veröffentlicht worden, an dessen konzeptionellem Gerüst sich auch dieser — um Aspekte der Globalisierung erweiterte — Überblicksband orientiert. Bis auf die Beiträge von Joachim Raschke und Andreas Büro sind diese Beiträge (Dieter Rucht; Roland Roth; Myra Marx Ferree/ Silke Roth; Detlef Pollack und Regina Dackweiler/Reinhild Schäfer) jedoch für die Buchfassung noch einmal überarbeitet und erweitert worden. Bei den übrigen Artikeln handelt es sich um Orginalbeiträge.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1999

Authors and Affiliations

  • Ansgar Klein
  • Hans-Josef Legrand
  • Thomas Leif

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