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Aufgabenstellung und Materialgrundlage

  • Rüdiger Schmidt
Part of the DUV Sozialwissenschaft book series (DUVSW)

Zusammenfassung

Mit der historischen Rede des damaligen südafrikanischen Staatspräsidenten de Klerk vom 2. Februar 1990 zur Eröffnung der Sitzungsperiode des Parlamentes in Kapstadt wurde der Grundstein für die Abschaffung des alle Lebensbereiche durchdringenden politischen ‘Ordnungssystems’ der Apartheid gelegt. Hier stellte de Klerk die neuen Leitlinien der Regierungspolitik vor, die im Gegensatz zur vorher betriebenen Politik der Apartheid stehen. Zwar wurde die Apartheid seit ihrem Höhepunkt zu Beginn der 70er Jahre zwischenzeitlich in Teilen reformiert und partiell abgebaut, doch geschah dies mit dem Ziel, die Vormachtstellung der weißen Bevölkerung des Landes in wichtigen Bereichen der Politik, Verwaltung und Wirtschaft abzusichern. Das grundsätzlich Neue an de Klerks Änderungsvorhaben war, daß die Apartheid nicht mehr nur in Teilaspekten, z.B. ökonomischen, reformiert oder abgeschafft werden sollte. Vielmehr kündigte de Klerk an, die Apartheid komplett, also auch auf politischem Terrain zu beseitigen. Wie ex post feststellbar ist, waren die politischen Entscheidungen von diesem Zeitpunkt an von der ernsten Absicht getragen, die Apartheid tatsächlich in allen Teilen abzubauen. Zu de Klerks ersten Maßnahmen gehörte die Freilassung bisher inhaftierter Oppositioneller sowie die Zulassung bis dato verbotener schwarzer Oppositionsparteien. Ferner nahmen Vertreter der Regierungspartei Verhandlungen mit den schwarzen Befreiungsbewegungen, allen voran dem ANC auf, um einen friedlichen Übergang in eine neue Ära zu gewährleisten. Das ernsthafte Wollen der Vertreter der regierenden National-Partei, welche stellvertretend fir große Teile der weißen Wählerschaft agierten und nun von breiten Bevölkerungsschichten aller Rassen unterstützt wurden, beendete nach einem vierjährigen weitgehend friedlichen politischen Transitionsprozeß und intensiven Verhandlungen die gesetzlich verankerte Unterdrückung und Benachteiligung der nicht-weißen Bevölkerungsmehrheit.

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© Deutscher Universitäts-Verlag GmbH, Wiesbaden 2000

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  • Rüdiger Schmidt

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