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Der methodische Aufbau betriebswirtschaftlicher Theorien

  • Wolfram Braun

Zusammenfassung

Die „sozialwissenschaftliche Öffnung“ der Betriebswirtschaftslehre, ihre Ausrichtung am naturwissenschaftlichen Gesetzesbegriff und die Verbreitung und allgemeine Anerkennung der empirischen Forschung — kurz: die Entwicklung einer „empirischen Betriebswirtschaftslehre“ — gingen in eins mit der Kritik am mikroökonomischen Gleichgewichtsmodell betrieblichen Handelns und führten zur Übernahme der Konzeption der Analytischen Verhaltenswissenschaften. Ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung war die in der Betriebswirtschaftslehre vornehmlich rezipierte kritisch-rationak Kritik Hans Alberts am neoklassischen Denkstil.1 Sie richtete sich auf die fische Widersprüchlichkeit einiger Grundannahmen des Gleichgewichtsmodells, seine normativen Implikationen und vor allem auf seine empirische Gehaltlosigkeit.2 Diese Kritik, die in der Ökonomie auf breiter Front und aus unterschiedlicher Position vorgetragen wird3 und zu unterschiedlichen Konsequenzen für die Weiterentwicklung der neoklassischen Theorie oder ihre Aufgabe zugunsten eines alternativen ökonomischen Ansatzes führt,4 ist für Albert der Anlaß zu einer verhaltenstheoretischen Fundierung und sozialwissenschaftlichen Integration der Ökonomie — einer aus individuellem Handeln begründeten Marktsoziologie5 auf der Grundlage der kritisch-rationalen Wissenschaftstheorie. Im Unterschied zur immanenten ökonomischen Kritik schlägt Albert eine „radikale“ Umorientierung vor und versucht eine Reduktion der Wirtschaftswissenschaft auf die Analytische Verhaltenswissenschaft.

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Literaturverzeichnis

  1. 1.
    Vgl. Albert, H., Modellpiatonismus; ders., Marktsoziologie und Entscheidungslogik — und insbesondere den Entwurf einer positiven Theorie in Albert, H., Individuelles Handeln und soziale Steuerung.Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. dazu auch Meyer, W., Die Methodologie der positiven Ökonomie; ders., Erkenntnistheoretische Orientierungen und der Charakter des ökonomischen Denkens — und seinen Entwurf einer positiven Theorie in Meyer, W., Ökonomische Theorie und menschliches Verhalten.Google Scholar
  3. 3.
    Zu den unterschiedlichen Positionen der Kritik vgl. die Beiträge in Vogt, W. (Hrsg.), Seminar: Politische Ökonomie; Bell, D. und Kristol, J. (Hrsg.), Die Krise in der Wirtschaftstheorie; vgl. auch die Diskussionsbeiträge in Hunt, E. u. Schwartz, J.G. (Hrsg.), A Critique of Economic Theory.Google Scholar
  4. 4.
    Sie reichen von einer Revision und empirischen Fundierung der neoklassischen Theorie (z. B. bei Boulding, K. E., Ökonomie als eine Moralwissenschaft) bis zur Forderung, die Grundlagen der Klassischen Ökonomie im Kontext der modernen Wirtschaftstheorie wieder zur Geltung zu bringen (vgl. z. B. Kalmbach, P. u. Kurz, H., Klassik, Neoklassik und Neuklassik) — ein Ansatz, der sich bereits bei Preiser und Gutenberg nachweisen läßt — vgl. Preiser, E., Wachstum und Einkommensverteilung; ders., Grundzüge der Konjunkturtheorie; Gutenberg, E., Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre (Bd.l) und ders., Die Unternehmung als Gegenstand betriebswirtschaftlicher Theorie. Zur Interpretation vgl. neben den Ausführungen weiter unten (§ 2, B.III.4.) auch Kurz, H., D. u. Kalmbach, P., Elemente einer neuklassischen Analyse von Verteilung, Wert, Akkumulation und Beschäftigung (zu Preiser); Nagaoka, K., Brauchen wir eine neue Betriebswirtschaftslehre?; ders., Auf der Suche nach dem Ökonomischen in der Unternehmung und der Betriebswirtschaftslehre; Braun, W., Markt und Produktion: Zur neoricardianischen Kritik und betriebswirtschaftlichen Begründung der Theorie der Unternehmung (zu Gutenberg). Die Parallelen zwischen betriebswirtschaftlicher und ökonomischer Kritik werden weiter unten (§ 2, B.III.4.) wieder aufgenommen.Google Scholar
  5. 5.
    Vgl. dazu auch den „soziologischen Ansatz“ von Opp, K. D., Das „ökonomische Programm“ in der Soziologie. In ähnlicher Weise wie Albert und Meyer verfolgen Baumol u. a. einen sozialwissenschaftlichen Ansatz; Baumol, W. J., Business Behavior; Cyert, R. u. March, J. G., A Behavioral Theory of the Firm; vgl. auch die Beiträge in Marris, R. u. Wood, A., (Hrsg.), The Corporate Economy.Google Scholar
  6. 6.
    Vgl. u. a. Caldwell, B. J., Beyond Positivism; vgl. auch Küttner, M. Methodologie der deduktiven Ökonomie.Google Scholar
  7. 7.
    Diese Kritik betrifft den Gesamtansatz betriebswirtschaftlicher Theorie. In einzelnen Theoriebereichen, wie z. B. dem der Finanzierungstheorie, wurde dagegen durchaus die Weiterentwicklung der neoklassischen Theorie für die betriebswirtschaftliche Analyse nutzbar gemacht. Vgl. exemplarisch das Lehrbuch von Swoboda, P., Betriebliche Finanzierung; Drukarczyk, J., Finanzierungstheorie; vgl. auch Saelzle, R., Investitionsentscheidungen und Kapitalmarkttheorie. Der Gesamtansatz einer ökonomisch- betriebswirtschaftlichen Theorie ist Gegenstand der Diskussion in der Kommission Wissenschaftstheorie im Verband der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft. Vgl. Kappler, E. (Hrsg.), Rekonstruktion der Betriebswirtschaftslehre als ökonomische Theorie; Schanz, G. (Hrsg.), Betriebswirtschaftslehre und Nationalökonomie.Google Scholar
  8. 8.
    Vgl. exemplarisch Schanz, G., Betriebswirtschaftslehre als Sozialwissenschaft; ders., Betriebswirtschaftslehre und sozialwissenschaftliche Integration.Google Scholar
  9. 9.
    Diese Kritik kann inzwischen als gesicherter Wissensbestand gelten; ob er auch begründet ist, wird weiter unten zu prüfen sein („Betriebswirtschaftslehre als ökonomische Theorie“, § 2,B.III).Google Scholar
  10. 10.
    Zu diesem Wissenschaftsbegriff vgl. die nachfolgenden Ausführungen zur Erklären-Verstehen-Kontroverse(§ 2,A.III.).Google Scholar
  11. 11.
    Neuerdings spricht man daher von einem „Satisfaktionsprinzip“.Google Scholar
  12. 12.
    Vgl. Kirsch, W., EntScheidungsprozesse.Google Scholar
  13. 13.
    Vgl. Raffee, H., Marktorientierung der Betriebswirtschaftslehre; ders., Basiswerturteile der Marketingwissenschaft. Zur Kritik vgl. Fischer-Winkelmann, W. F., Marketing — Ideologie oder operable Wissenschaft? Hansen, U. u. Stauss, B., Marketing als marktorientierte Unternehmenspolitik.Google Scholar
  14. 14.
    Vgl. dazu die umfassende Analyse in Steinmann, H., Das Großunternehmen im Interessenkonflikt.Google Scholar
  15. 15.
    Vgl.dazu im einzelnen die Darstellung weiter unten (§ 2, B.III.3).Google Scholar
  16. 16.
    Deshalb dringen in diese Lücke auch immer wieder neoklassische Ideen ein, ohne als solche kenntlich gemacht zu werden.Google Scholar
  17. 17.
    Da man dieses Defizit auch in den Sozialwissenschaften schon seit geraumer Zeit beklagt, dürfte es an der Zeit sein, darüber nachzudenken, ob nicht der Theoriebegriff falsch gewählt wurde. Vgl. dazu die nachfolgenden Ausführungen zum theoretischen und praktischen Begründungsbegriff (§ 2, A.IV.).Google Scholar
  18. 18.
    Zum „naturalistischen Anspruch“ der ökonomischen Theorie vgl. Braun, W., Ökonomie, Geschichte und Betriebswirtschaftslehre, Kap. A und B.Google Scholar
  19. 19.
    Vgl. aktuell Bell, D., Modelle und Realität; vgl. auch Shackle, G. L.S., Epistemics and Economies, der sich deutlich gegen die unkritische Übernahme postanalytischer Standpunkte, wie er z. B. von Blaug (“The Methodology of Economics,,) vertreten wird, wendet.Google Scholar
  20. 20.
    Bell, D., Modelle und Realität, S. 1 o2. Bell beruft sich in diesem Zusammenhang auf so prominente Neoklassiker wie Solow und Samuelson.Google Scholar
  21. 21.
    Hier hatte schon Popper Bedenken (vgl. seinen Beitrag zum Positivismusstreit: Die Logik der Sozialwissenschaften).Google Scholar
  22. 22.
    Max Weber war bekanntermaßen (Neu)Kantianer. Vgl. dazu auch Barker, M., Kant as a Problem for Weber.Google Scholar
  23. 23.
    Vgl. Schluchter, W., Die Paradoxic der Rationalisierung. Zum Verhältnis von „Ethik“ und „Welt“ bei Max Weber; ders., Wertfreiheit und Verantwortungspolitik; vgl. auch die historische Studie zur politischen Situation, in der Max Weber stand: Mommsen, W., Ein Liberaler in der Grenzsituation. Diese Studien wären nachzuvollziehen, cheder Wertfreiheitsgrundsatz zum Prinzip erhoben wird.Google Scholar
  24. 24.
    Sein Standpunkt ist vielmehr als politische Reaktion auf die unkritische wertgebundene Haltung von Sozialwissenschaftlern zu verstehen (vgl. Wissenschaft als Beruf). Vgl. die Studien in Bendix, R., Freiheit und historisches SchicksalGoogle Scholar
  25. 25.
    Der realwissenschaftliche Anspruch der Ökonomie gehört zu ihrer Begründung als Theorie seit Adam Smith. Vgl. dazu Braun, W. Ökonomie, Geschichte und Betriebswirtschaftslehre, Kap. BGoogle Scholar
  26. 26.
    Vgl. dazu auch Schneider, H. J., Der theoretische und der praktische Begründungsbegriff.Google Scholar
  27. 27.
    Zum Platonischen und Baconschen Begriff vgl. die systematische Rekonstruktion in Körner, St., Conceptual Thinking; zur historischen Rekonstruktion dieser unterschiedlichen Theorie- und Erfahrungsbegriffe vgl. Mittelstraß, M. J., Die Rettung der Phänomene. Ursprung und Geschichte eines antiken Forschungsprinzips; ders., Neuzeit und Aufklärung. Studien zur Entstehung der neuzeitlichen Wissenschaft und Philosophie.Google Scholar
  28. 28.
    Eine Vorklärung dieses Unterschieds gibt Schwemmer, O., Konstruktiver und deduktiver Begründungsbegriff, Eine eingehende Erörterung folgt weiter unten (§ 2, A.IV.).Google Scholar
  29. 29.
    Vgl. zu diesen beiden Modellen die nachfolgenden Ausführungen zur „Erklären-Verstehen“-Kon-troverse(§ 2, A.III.).Google Scholar
  30. 30.
    Vgl. Lorenzen, P., Metamathematik; einführend ders., Das menschliche Fundament der Mathematik.Google Scholar
  31. 31.
    Vgl. einführend Lorenzen, P., Logik und Agon.Google Scholar
  32. 32.
    Vgl. jetzt Inhetveen, R., Norm und Form; einführend Lorenzen, P., Geometrie als meßtheoretisches Apriori der Physik.Google Scholar
  33. 33.
    In diesem praktischen Sinne werden sich auch die Grundlagen der Wahrscheinlichkeitstheorie und Entscheidungstheorie als aus ideativen Normen gewonnen erweisen (vgl. § 2, B.II.4. und 5.).Google Scholar
  34. 34.
    Zum Aristotelischen und Galileischen Erfahrungsbegriff und ihrer Aktualität für die Begründung empirischer Wissenschaft vgl. Mittelstraß, J. Erfahrung und Begründung.Google Scholar
  35. 35.
    Vgl. dazu Antoni, M., Vor einem Paradigmawechsel: Betriebswirtschaftslehre als Kulturwissenschaft?Google Scholar
  36. 36.
    Vgl. hierzu und zum folgenden die einzelnen Abhandlungen von M. Riedel, in : ders., Verstehen oder Erklären? Vgl. zur aktuellen Diskussion Apel, K.O. et al. (Hrsg.), Neue Versuche über Erklären und Verstehen.Google Scholar
  37. 37.
    Vgl. zum daraus entwickelten Erkenntnisprogramm Spinner, H. F., Pluralismus als Erkenntnisprogramm.Google Scholar
  38. 38.
    „Etwas respektlos gegenüber den analytisch gesonnenen Kollegen der eigenen Zunft und dem Anspruch Poppers zum Trotz kann man sagen, daß die Klärung des Zusammenhangs von Theorie und Erfahrung über die Humeschen Antworten auf das Induktionsproblem nicht hinausgekommen ist. Unter der Prämisse der begrifflichen Beschreibung analytischer Wissenschaftstheorie vermag heute niemand zu sagen, wie die Wahrheit einer naturwissenschaftlichen Theorie auch nur halbwegs übersichtlich mit den Einzelerfahrungen zusammenhängt. Ein Indiz dafür ist auf Seiten der Naturwissenschaftler selbst, daß die Kuhnschen Vorschläge zum Verständnis der Theoriefolge nicht, wie es meiner Auffassung nach sein sollte, schlicht als Skandal empfunden werden, und auf Seiten der Wissenschaftstheoretiker, daß man sich heute mit Theorievergleichen befaßt, aus denen sich Kriterien für die Bevorzugung von Theorien gegenüber anderen sollen finden lassen. “Janich, P., Natur und Handlung. Über die methodischen Grundlagen naturwissenschaftlicher Erfahrung, S. 75 f. In voller Breite diskutiert dieses Problem Körner, St., Erfahrung und Theorie (zum Programm der Studien vgl. ders., Abstractions in Science and Morals). Eine eingehendere logische Analyse erfolgt in dieser Arbeit weiter unten (§ 2.A.IV).Google Scholar
  39. 39.
    Vor diesem ungelösten Problem sind wesentliche Teile der neueren analytischen Wissenschaftstheorie als der Versuch zu verstehen, Theorien Bestätigungsgrade zuzumessen und „erfolgreiche“ (progressive) von „weniger erfolgreichen“ (degenerativen) Forschungsprogrammen zu unterscheiden. Vgl. dazu Lakatos, J., Falsification and the Methodology of Scientific Research Programs; vgl. auch die sich daran anschließenden Diskussionen in Radnitzky, G. und Andersson, G. (Hrsg.), Fortschritt und Rationalität der Wissenschaft. Zur strukturalistischen Lösung dieses Problems vgl. Stegmüller, W., Neue Wege der Wissenschaftsphilosophie.Google Scholar
  40. 40.
    Zum hermeneutischen Wissenschaftsbegriff vgl. die umfassende Darstellung in: Gadamer, Wahrheit und Methode.Google Scholar
  41. 41.
    Vgl. die Komplementaritätsthese Apels in: Sprechakttheorie und transzendentale Sprachpragmatik zur Frage ethischer Normen, S. 143 f.Google Scholar
  42. 42.
    Vgl. Apel, K. O., Die Kommunikationsgemeinschaft als transzendentale Voraussetzung der Sozialwissenschaften. In diesem Sinne werden auch in dieser Arbeit weiter unten, die Grundlagen einer Betriebswirtschaftslehre, die sich als ökonomische Theorie versteht, aus ethischen Prinzipien über ihre institutionelle Vermittlung in ökonomischen Ordnungsprinzipien entwickelt. Vgl. § 2, B.III.).Google Scholar
  43. 43.
    Vgl. die methodische Studie in Riedel, M., Geschichtsphilosophie als kritische Geschichtsdeutung; zur historisch genetischen Rekonstruktion der Institutionen und Normen des Handelns vgl. Bubner, R., Geschichtsprozesse und Handlungsnormen; zur Rekonstruktion der historischen Entwicklung am Beispiel der Institution Unternehmensordnung vgl. Braun, W., Ökonomie, Geschichte und Betriebswirtschaftslehre, Kap. D.Google Scholar
  44. 44.
    Vgl. dazu die nachfolgenden Ausführungen zur „Handlungstheorie und ökonomischen Handlungsinterpretation“ (§ 2, A.V.) und insbesondere die Ausführung in § 2, B.III. Vgl. auch Riedel, M, TeleologischeGoogle Scholar
  45. 45.
    Vgl. die umfassende Dokumentation unterschiedlicher Beiträge zur „interdisziplinären“ Handlungsforschung in den von H. Lenk herausgegbenen Bänden: Handlungstheorie — interdisziplinär.Google Scholar
  46. 40.
    Vgl. Stegmüller, W., Probleme und Resultate der Analytischen Philosophie und Wissenachaftstheo-rie, Bd. II; Wartofsky, M. W., Conceptual Foundations of Scientific Thought, part II; zur induktiven Stützung von Theorien vgl. einführend Cohen, L.J., The Implications of Inducction. Vgl.Wright, G. H. V., Erklären und Verstehen; zum praktischen Syllogismus vgl. ders., Norm and Action; ders., The Logic of Practical Discourse; vgl. auch die Beiträge von Wrights „Handlungslogik“ und „Normenlogik“, in: Lenk, H. (Hrsg.), Normenlogik. 48 Zur pragmatischen Begründung der Logik vgl. Gethmann, Protologik; zur Vollständigkeit der Konstruktiven Logik, in der die klassische und intuitionistische Logik widerspruchsfrei eingebettet ist, vgl. die Darstellungen in Lorenzen, P. u. Lorenz, K. Dialogische Logik.Google Scholar
  47. 49.
    Traditionellerweise unterscheidet man in diesem „Positivismusstreit“ der Physik die Position der „Empiristen“, für die der Name Ernst Mach steht (vgl. Mach, E., Die Leitgedanken meiner naturwissenschaftlichen Erkenntnislehre, S. 603 ff.; vgl. auch die Beiträge in : Cohen, R. S. u. Seeger, R. J. (Hrsg.), Ernst Mach. Physicist and Philosopher) und der „Rationalisten“, für die der Name Planck steht. Max Planck wandte sich gegen den neo- Humeschen Positivismus Machs und vertrat den Standpunkt (der im Fortlauf auch hier eingenommen wird), daß die Konzepte der theoretischen Naturwissenschaften als Modelle der Naturtatsachen zu interpretieren sind. (Vgl. Planck, M., Die Einheit des Physikalischen Weltbilds, S. 73 ff.; ders., Zur Machschen Theorie der Physikalischen Erkenntnis, S. 1186 ff.). Diesen Standpunkt vertrat auch Wittgenstein, dessen „Bildtheorie“ im „Tractatus logico-philosophicus“ keine Abbildtheorie der Realität meinte (wozu sie im Wiener Kreis der logischen Empiristen gemacht wurde), sondern eine Modelltheorie im Sinne Planck’s und Hertz’ (vgl. Wittgenstein, L., Tractatus logico-philosophicus, 6, 341 und 6, 362). Der Positivismusstreit der Physik gipfelte schließlich in einer scharfen Polemik zwischen Planck und Mach in der: Physikalischen Zeitschrift (1909/10) und wurde dann in immer ausdifferenzierterer Form von Wissenschaftstheoretikern der Analytischen Philosophie weitergeführt. Einen Überblick über die aktuelle Diskussionslage gibt Stegmüller, W., Neue Wege der Wissenschaftsphilosophie. Zu einer Rekonstruktion der Wittgensteinschen Philosophie, die weder den empiristischen noch den rationalistischen Standpunkt verabsolutiert, sondern einen konstruktiven Weg aus dem Begründungsstreit zeigt, vgl. Lorenz, K., Elemente der Sprachkritik. Zur neueren Diskussion über Wittgensteins Philosophie vgl. Block, J. (Hrsg.), Perspectives on the Philosophy of Wittgenstein; vgl. auch Hacker, P. M. S., Insight and Illusion. Wittgenstein on Philosophy and the Metaphysics of Experience.Google Scholar
  48. 50.
    Die nachfolgende Darstellung lehnt sich eng an St. Körner (Erfahrung und Theorie) an. Vgl. auch: ders., Grundfragen der Philosophie; ders., Conceptual Thinking; ders., Categorial Frameworks; vgl. zu diesem und dem nachfolgenden Kapitel „Zur formalen Struktur der Entscheidung und des Handelns“ als Einführung auch: ders., Abstractions in Science and Morals.Google Scholar
  49. 51.
    Zu dieser und den nachfolgenden logischen Notationen vgl. die Logikdarstellung in dieser Arbeit weiter unten (§ 2, B.II.4 und 5). Vgl. neben der „Logischen Propädeutik“ von W. Kamlah und P. Lorenzen und das Logikkapital in Lorenzen, P. u. Schwemmer, O., Konstruktive Logik, Ethik und Wissenschaftstheorie.Google Scholar
  50. 52.
    Vgl. den abschließenden Teil des Kapitels A und insbesondere die Ausführungen zur Logik in Kapitel B.Google Scholar
  51. 53.
    Feyerabend lehnt die empiristische Auffassung radikal ab und hält (vor seiner „anarchistischen Wende“, vgl. Against Method) nur noch einen Vergleich komplementärer und nicht ineinander übersetzbarer Theorien für möglich. Er verwirft auch die von Lakatos verwendete Unterscheidung zwischen verschiedenen Theorieebenen, von denen die eine der Erklärung, die andere der empirischen Interpretation dient. Zur Position P. Feyerabends vgl. u. a.: Problems of Empiricism II. Zu I. Lakatos vgl.ders., The Methodology of Scientific Research Programmes. Zu Feyerabends Kritik an Lakatos vgl. Feyerabend, P., Consolations for the Specialist.Google Scholar
  52. 54.
    Zum Aufbau einer Logik der Erfahrungssätze vgl. Körner, St., Erfahrung und Theorie, Teil Eins.Google Scholar
  53. 55.
    Zur Kritik der Verwendung des Terminus „theoryloden“, den erstmals Popper eingeführt hat (vgl. Anhang zur: Logik der Forschung) und der für Begründungszwecke, auch im Sinne einer deduktiven Begründung, gänzlich unzureichend ist, vgl. Mittelstraß, J., Erfahrung und Begründung. Der konstruktive Aufbau von Theorien, so wie er im „Konstruktivismus“ gefordert und für einzelne Wissenschaften durchgeführt wurde, besteht im Gegensatz dazu gerade in der methodischen Bestimmung einer empirischen Basis für Theorie, um die „kritische Instanz“ von Erfahrung für theoretisches Wissen (wieder) zur Geltung zu bringen. Wie dies im einzelnen geschehen kann, wird in den nachfolgenden Studien zur Entscheidungstheorie und ökonomischen Theorie vorgeführt. (Zum Programm der Proto- Theorie vgl. beispielhaft die Begründung der Physik in der historischen Arbeit: Mittelstraß, J., Die Rettung der Phänomene; zur Systematik vgl. Janich, P., Zweck und Methode der Physik. Zur Begründung der Sozialwissenschaften vgl. einen ersten Entwurf in Mittelstraß, J., Sozialwissenschaften im System der Wissenschaft; eine inhaltliche (theoriegeschichtliche) Begründung der Sozialwissenschaften hat Habermas vorgelegt (Theorie des kommunikativen Handelns).Google Scholar
  54. 56.
    Damit ist gemeint, daß deduktives Schließen im Begründungszusammenhang möglich, für die Bestimmung des Anfangs und Aufbaus von Theorien im „Entstehungszusammenhang“ allerdings ungeeignet ist. Das wird auch von kritischen Rationalisten so gesehen. Daraus allerdings gleich auf ein „Münchhausen-Trilemma“ jeder Begründung zu schließen (vgl. Albert, H., Traktat), ist nicht nur unnötig und verdankt sich der dogmatischen Gleichsetzung von Begründen mit Deduzieren, es ist auch überflüssig: Anfänge lassen sich nun einmal nicht deduzieren, also beginnt man am besten gleich mit methodischen Konstruktionen. Zur Klarstellung dieses Mißverständnisses vgl. Mittel-straß, J., Wider den Dingler-Komplex.Google Scholar
  55. 57.
    Vgl. Tarski, A., Der Wahrheitsbegriff in den formalisierten Sprachen; dazu: Popper, K. R., Truth, Rationality. Zum realistischen Wahrheitsbegriff Tarskis, den konventionalistischen Wahrheitsbegriffen und dem dialogischen Wahrheitsbegriff der Konstruktiven Wissenschaftstheorie vgl. Lorenz, K., Der dialogische Wahrheitsbegriff. Vgl. auch die Diskussion in : Fahrenbach, H. (Hrsg.), Wirklichkeit und Reflexion. Eine systematische Unterscheidung analytischer und synthetischer Wahrheitsbegriffe findet sich in: Lorenzen, P. u. Schwemmer, O., Konstruktive Logik, Ethik und Wissenschaftstheorie; Lorenzen, P., Nicht-empirische Wahrheit.Google Scholar
  56. 58.
    Vgl. dazu Kambartel, F., Was ist und soll Philosophie; ders., Rekonstruktionen und Rationalität.Google Scholar
  57. 59.
    Zu Begriff und Prinzip der Transsubjektivität vgl. Lorenzen, P., Normative Logic and Ethics, S. 73 ff.Google Scholar
  58. 60.
    Vgl. dazu die Ausführung im Kapitel „Betriebswirtschaftslehre als ökonomische Theorie“ (§ 2, B.III. 1.) und exemplarisch die Dialogregeln in § 2, B.H.4., 5.Google Scholar
  59. 61.
    Zur Kritik am Vorwurf, Konstruktivisten beabsichtigten oder bewirkten ein Verlangen nach Letztbegründung vgl. u. a. Lorenzen, P., Hypotheses non fingo.Google Scholar
  60. 62.
    Vgl. Lorenzen, P., Logik und Hermeneutik; ders., Konstruktivismus und Hermeneutik.Google Scholar
  61. 64.
    Zur Modallogik als Grundlage von Entscheidungs- und Wahrscheinlichkeistheorie vgl. die nachfolgende Darstellung (§ 2.B.II.5.C).Google Scholar
  62. 65.
    Zu diesem umfassenden Rationalitätsbegriff der Ökonomie und seiner naturrechtlichen Begründung vgl. Braun, W., Ökonomie, Kap.A und B.Google Scholar
  63. 66.
    Zu dieser Einengung des Rationalitätsbegriffs vgl. die nachfolgende Darstellung (§ 2, A.3.und§ 2, B.H.6.).Google Scholar
  64. 67.
    Die nachfolgenden Unterscheidungen sollen lediglich der Verdeutlichung dienen und implizieren noch kein bestimmtes ökonomietheoretisches Verständnis — wie man z. B. aufgrund der Behandlung des Arbeitsbegriffs vermuten könnte. Als kritische Unterscheidungen einer Vorklärung der Aufgabenstellung der Ökonomie wurden sie erstmals von Kambartel („Ist rationale Ökonomie als empirisch-quantitative Wissenschaft möglich?“) eingeführt und von Steinmann et al. („Vorüberlegungen zur methodischen Basis und Programmatik einer Betriebswirtschaftslehre in praktischer Absicht“) auf die Begründung der Betriebswirtschaftslehre angewandt. Weil es sich hier lediglich um kritische Vorklärungen handelt, ist z.B. ihr Vergleich mit neoklassischen Begriffen unnötig und schafft nur Vewirrungen (wie die Analyse von J. Backhaus, Praktische Philosophie und Politische Ökonomie).Google Scholar
  65. 68.
    Vgl. Mittelstraß, J., Über Interessen; eine theoriegeschichtliche Studie zum Interessenbegriff in der ökonomischen Theorie enthält Neuendorff, H., Der Begriff des Interesses. Zu den divergenten Interessen von Konsumenten, Arbeitnehmern und Kapitaleignern vgl. Braun, W. u. Wimmer, F., Überlegungen zur Kritik und Reform des Interessenkonflikts.Google Scholar
  66. 69.
    Vgl. dazu die Ausführungen im Kapitel „Betriebswirtschaftslehre als ökonomische Theorie“ weiter unten (§ 2, B.III.).Google Scholar
  67. 70.
    Vgl. dazu Bubner, R., Geschichtsprozesse und Handlungsnormen.Google Scholar
  68. 7]
    Vgl. dazu Böhm, F., Die Idee des ORDO; Eucken, W., Grundsätze; ders., Die Grundlagen; vgl. auch die Kritik von Riese, H., Ordnungsidee.Google Scholar
  69. 72.
    Vgl. zu einem solchen (genetisch strukturierten) Vorschlag Steinmann, H. u. Gerum, E., Reform der Unternehmensverfassung. Einen Überblick über die Diskussion gibt Theisen, M. R., Betriebswirtschaftliche Aspekte und Perspektiven der Mitbestimmungsdiskussion.Google Scholar
  70. 73.
    Dies gilt für die klassische Ökonomie eines David Ricardo ebenso wie für Adam Smith und die nach-klassische Ökonomie. Vgl. die Untersuchung zur neoklassischen Wirtschaftstheorie von Hol-lis, M. u.Nell, E. J., Rational Economic Man; zur Dogmengeschichte der klassischen Ökonomie vgl. die Untersuchung zu den naturrechtstheoretischen Ursprüngen und ihre Implikationen für die ökonomische Kategorienlehre in: Braun, W., Ökonomie, Geschichte und Betriebswirtschaftslehre; zur Geschichte der ökonomischen Theorie vgl. Schumpeter, J. A., Economic Doctrine; McCulloch, J. R., A Discourse — zu einzelnen Aspekten vgl. die Diskussion in Kapitel „Betriebswirtschaftslehre als ökonomische Theorie“ (§ 2, B.III.).Google Scholar
  71. 74.
    Zur Diskussion über den Rationalitätsbegriff vgl. u. a. die im Kontext von Wissenschaft und Ethik stehenden Beiträge in Hilpinen, R., Rationality in Science; vgl. auch die anthropologisch orientierten Studien in Wilson, B. R., Rationality — und die Diskussionsbeiträge in Geraets, Th. F. (Hrsg.), Rationality To-Day, La Rationalite Aujourd’hui (darin die Vorarbeiten von J.Habermas zu seiner Theorie kommunikativen Handelns : Aspects of the Rationality of Action; die Analyse der Rationalitätstypen von K. O. Apel, Types of Rationality Today: the Continuum of Reason between Science and Ethics).Google Scholar
  72. 75.
    Vgl. dazu die berühmte Definition von Robbins, derzufolge die Ökonomie diejenige Wissenschaft ist, „die menschliches Verhalten untersucht als Beziehung zwischen Zwecken und knappen Mitteln mit alternativen Verwendungsmöglichkeiten.“ L. Robbins, An Essay on the Nature and Significance of Economic Science, S. 16. Zur Kritik der hinter dieser Definition stehenden Rationalitätsannahme vgl. Myrdal, G., Das politische Element; ders.,Das Zweck-Mittel-Denken.Google Scholar
  73. 76.
    Vgl.zu dieser auf Heinen zurückgehenden Definition die Diskussion zwischen Heinen, E. u. Dietel, B.(Überlegungen zur Wertfreiheit der Betriebswirtschaftslehre) und Steinmann, H. et al. (Zu methodologischen Grundlagenproblemen der Betriebswirtschaftslehre).Google Scholar
  74. 77.
    Vgl. zu dieser Unterscheidung zwischen formaler und prozentualer Rationalität Simon, H. A., Rationality as a Process and as a Product of Thought.Google Scholar
  75. 78.
    Vgl. die Kategorienlehre Max Webers in: „Wirtschaft und Gesellschaft“ und dazu die systematische Rekonstruktion der Kategorien Webers im Rahmen seiner historischen Studien zur gesellschaftli- chen Entwicklung in: Schluchter, W., Die Entwicklung des okzidentalen Rationalismus; vgl. auch die Studien in: ders., Rationalismus der Weltbeherrschung. Vgl. jetzt auch den Versuch von Jürgen Habermas, die Kategorien Max Webers in den umfassenden Zusammenhang „kommunikativen Handelns“ zu stellen und sie, ganz im Sinne der Weberschen These von der zunehmenden Rationalisierung aller gesellschaftlichen Verhältnisse nach dem Muster formaler Zweckrationalität, durch die Verwendung der Kategorien der Theorien von Mead, Durkheim und Parson zu erweitern und aufzustufen. Habermas, J., Theorie des kommunikativen Handelns. Vgl. dazu die Kritik von R. Bubner: „Rationalität als Lebensform“ und die Erwiderung von J. Habermas : „Über Moralität und Sittlichkeit — was macht eine Lebensform rational?“Google Scholar
  76. 79.
    Ohne allerdings dessen doch etwas künstlich wirkende Begründung der Unterscheidung aus den „Weltbezügen“ des Handelns in Anlehnung an Poppers Drei-Welten-Theorie der Erkenntnis (vgl.Popper, K. R., Objective Knowledge) zu übernehmen.Vgl. zu Poppers Drei-Welten- Theorie die kritischen Anmerkungen von Inhetveen, R., Die Dinge des dritten Systems.Google Scholar
  77. 80.
    Vgl. Habermas, J., Theorie des kommunikativen Handelns, Bd. I, S. 126 ff.Google Scholar
  78. 81.
    Hier (S. 128) führt Habermas noch den Begriff des dramaturgischen Handelns ein; dessen theoretische Implikationen bleiben in dieser Arbeit aber unbeachtet.Google Scholar
  79. 82.
    Vgl. dazu Schluchter, W., Gesellschaft und Kultur — Überlegungen zu einer Theorie institutioneller Differenzierung.Google Scholar
  80. 83.
    Hier spricht Apel von der pragmatischen Rechtfertigung der Kommunikationsgemeinschaft als transzendentaler Voraussetzung sozialen Handelns. Vgl. Apel, K. O., Die Kommunikationsgemein-schaft; ders., Das Apriori; vgl. auch die Beiträge in: Oelmüller, W. (Hrsg.), Transzendentalphilosophische Normenbegründungen; ders., Normenbegründung- Normendurchsetzung.Google Scholar
  81. 84.
    Zu einer Theorie der politischen Argumentationen, mit denen das jeweilige Ziel auch gegen eine konsensuale Interpretation der Ausgangslage durchgesetzt wird, vgl. Kopperschmidt, J., Allgemeine Rhetorik.Google Scholar
  82. 85.
    An dieser Stelle ist dann eine methodische Erarbeitung der historischen Umstände als Argument des Diskurses über strittige Normen gefordert. Vgl. dazu die Vorschläge zur methodischen Rekonstruktion historischer Entwicklungen von Blasche, S. u. Schwemmer, O., Methode und Dialektik; die Studien zur Unternehmensverfassung in Braun, W., Ökonomie, Geschichte und Betriebswirtschaftslehre, Kap. D.u.E.. Zu der Erzielung eines Konsenses über die Ausgangslage und die dafür erforderliche ökonomische Interpretation der Unternehmung im gesamtwirtschaftlichen Zusammenhang vgl.Braun, W., Die Unternehmung in der postkeynesianischen Ökonomie.Google Scholar
  83. 86.
    Vgl. die oben gegebene Darstellung (§ 2, A.1II).Google Scholar
  84. 87.
    Vgl. die Beiträge in den Bänden „Handlungstheorie-interdisziplinär“, hg. v. H. Lenk; die Aufsätze Riedels in: ders., Norm und Werturteil; den Versuch Schwemmers, eine „Theorie der rationalen Erklärung“ im Anschluß an Max Weber zu geben; die Beiträge zur Analytischen Handlungstheorie in: Meggle, G., Analytische Handlungstheorie; die kritisch-hermeneutische Handlungstheorie K. O. Apels in : „Erklären und Verstehen“ und die Diskussion in : Apel, K. O., Manninen, J., Tuoemala, R. (Hrsg.), Neue Versuche über Erklären und Verstehen. Den Anfang nahm diese Diskussion mit der (zumeist wenig beachteten Arbeit von) Skjervheim, H., Objectivism and the Study of Man.Google Scholar
  85. 88.
    Der Begriff wird von Habermas zur Kennzeichnung der kritisch- rationalen Position im sogenannten Positivismusstreit verwendet. Vgl. die Diskussion in : Adorno, Th. W. et al., Der Positivismusstreit.Google Scholar
  86. 89.
    Vgl. Popper, K. R., Die Logik der Sozialwissenschaften.Google Scholar
  87. 90.
    Vgl. dazu die nachfolgende Darstellung eines pragmatisch verstandenen kategorischen Imperativ; (§ 2,B.III.l-3).Google Scholar
  88. 91.
    Vgl. zum folgenden Kambartel, F., Rationalität und Rekonstruktion.Google Scholar
  89. 92.
    In der Terminologie Kants „verstehen“ wir unser Handeln, wenn wir praktische Gründe angeben können und wir „begreifen“ es, wenn sich diese Gründe rechtfertigen lassen. Zur Kantschen Begründung der Handlungstheorie vgl. Riedel, M., Teleologische Erklärung und praktische Begründung; zu Kants Philosophie vgl. einführend Körner, St., Kant.Google Scholar
  90. 93.
    Zum praktischen Syllogismus vgl. Wright, G. H. v., Norm and Action, vgl. auch die Erläuterungen zum „Präsumtionsmodell“ der Erklärung im Abschnitt „Erklären und Verstehen“ weiter oben (§ 2, A.III).Google Scholar
  91. 94.
    Vgl. dazu einführend Schwemmer, O., Verstehen als Methode — und die Ausführung in ders., Theorie der rationalen Erklärung.Google Scholar
  92. 95.
    Vgl. Wright, G. H. v., Erklären und Verstehen.Google Scholar
  93. 96.
    Vgl. dazu die Darstellung der neoklassischen Ordnungsprinzipien weiter unten (§ 2, B.III.3.) und die Darstellung der normentheoretischen Grundlagen der Entscheidungstheorie im nachfolgenden Kapitel (§ 2, B.II.6).Google Scholar
  94. 97.
    In diesem Sinne argumentiert auch L. Wittgenstein in seinen „Philosophischen Untersuchungen“. Vgl. dazu die Vorarbeiten in: Wittgenstein, L., Das Blaue Buch. Eine Philosophische Betrachtung (Das Braune Buch). In dieser und auch in Hinsicht auf eine Analyse moralischer Urteile ist der „Wittgenstein-Schüler“ von Wright der philosophischen Kritik der traditionellen Bewußtseinspsy-chologie und Moralphilosophie verpflichtet. Zur Psychologie formuliert Wittgenstein den bemerkenswerten und m E. für die sozialwissenschaftliche Forschung immer noch zutreffenden Satz: „Die Verwirrung und Öde der Psychologie ist nicht damit zu erklären, daß sie eine junge Wissenschaft sei; ihr Zustand ist nicht mit dem der Physik in ihrer Frühzeit zu vergleichen (...). Es bestehen nämlich in der Psychologie experimentelle Methoden und Begriffsverwirrungen“ (Philosophische Untersuchungen, S. 267). Nicht umsonst, so scheint es, bemüht sich die neuere interdisziplinäre Handlungstheorie primär um einen geklärten Handlungs-Begriff und sah von Wright seine Aufgabe gerade darin, die methodischen Implikationen eines geklärten Handlungsbegriffs auszuarbeiten. Zu seinen moralphilosophischen Studien vgl. Wright, G. H. v., The Varities of Goodness; vgl. auch Pitkin, H. F., Wittgenstein on Justice.Google Scholar
  95. 98.
    Vgl. zu diesem Hinweis Kaulbach, F., Naturrecht und Erfahrungsbegriff; zur teleologischen Erklärung in Kants „Kritik der Urteilskraft“ vgl. die Darstellung in: Körner, St., Kant, S. 164 ff.Google Scholar
  96. 99.
    Aus dieser normativen Orientierung der Ökonomie am Selbstinteresse begründet sich auch ihr Verzicht auf eine Interessenkritik, die ja nicht an einem Teil der Handlungspraxis ansetzen kann, sondern den Gesamtzusammenhang dieser Teilpraxen und damit den umfassenden Handlungsbegriff voraussetzen müßte. Zum Prinzip des rationalen Selbstinteresses vgl. die nachfolgende Darstellung (in § 2, A.V.3.d.) und im Zusammenhang einer rationalen Entscheidungstheorie (§ 2, B.H.6.).Google Scholar
  97. 100.
    Darauf wird im nachfolgenden Kapitel (§ 2, B.II.) eingegangen.Google Scholar
  98. 101.
    Vgl. nachfolgend § 2, B.II.4.ff.Google Scholar
  99. 102.
    Vgl. dazu die Darstellung weiter unten (§ 2,B.II.6.a.).Google Scholar
  100. 103.
    Diese Kritik richtet sich auf Schwemmers Darstellung der Grundlagen einer rationalen Ethik. Vgl. zu Schwemmers „Philosophie der Praxis“ die nachfolgende Diskussion im Rahmen der Entscheidungstheorie (§ 2, B.II) und die Erweiterung dieses Modells in § 2, B. III.Google Scholar
  101. 104.
    Als Beispiel sei an die labormäßige Abbildung von Kaufentscheidungen und die Begründung von Aussagen über „Käuferverhalten“ in lebensweltlichen Situationen gedacht.Google Scholar
  102. 105.
    Vgl. z. B. Becker, G. S., Der ökonomische Ansatz zur Erklärung menschlichen Verhaltens. Der umfassende vehaltenstheoretische und ökonomische Anspruch wird auch im „property-right“ Ansatz vertreten. Vgl. Schmid, A. A., The Economics of Property Rights; dazu die Kritik von Nutzinger, H. G., The Economics of Property Rights.Google Scholar
  103. 1.
    Eine solche Unterscheidung findet sich u. a. bei Lorenzen, P. u. Schwemmer, O., Konstruktive Logik, Ethik und Wissenschaftstheorie, Einleitung; Lorenzen, P., Das Begründungsproblem praktischen Wissens. Sie wurde auch der Darstellung der konstruktiven Betriebswirtschaftslehre in: Steinmann, H. et al., „Betriebswirtschaftslehre und Praxis“ zugrundegelegt und daraus in: Steinmann, H. et al., „Vorüberlegungen zur methodischen Basis und Programmatik einer Betriebswirtschaftslehre in praktischer Absicht“ ein programmatisches Raster der Aufgaben der Betriebswirtschaftslehre entwickelt. Im Kommentar zu diesem Raster mußte dann die Unterscheidung wieder zurückgenommen werden. Aus diesen (und den hier genannten) Gründen ist es sinnvoller, auf eine solche wissenschaftssystematische Unterscheidung von vornherein zu verzichten.Google Scholar
  104. 4.
    Der Terminus „Meta“ wurde erstmals für die Kennzeichnung der Bemühung um eine Begründung der Mathematik verwendet (vgl. Boole, G., The Mathematical Analysis) und mit der These, daß die logische Struktur mathematischen Schließens den sicheren Gang aller Wissenschaften gewährleistet, zur Kennzeichnung der logischen Analyse der Wissenschaften erstmals von Whitehead und Rüssel (Principa Mathematica), dann für außermathematische Gebiete von Carnap (Introduction to Semantics) und Tarski (The Semantic Conception) verwendet. In diesem Sinne versteht sich die Analytische Philosophie und die postanalytische Logik der Forschung als Metatheorie (vgl. Stegmüller, W., Probleme und Resultate; Popper, K. R., Logik der Forschung).Google Scholar
  105. 5.
    Zur Unterscheidung zwischen Fundierungs- und Begründungsproblemen und zur Kritik des von kritisch-rationaler Seite erhobenen Vorwurfs, damit einen “Letztbegründungsanspruch„ erheben zu wollen, vgl. Mittelstraß, J., Gibt es eine Letztbegründung?; Gethmann, C. F. u. Hegselmann, R., Das Problem der Begründung zwischen Dezisionismus und Fundamentalismus.Google Scholar
  106. 6.
    Vgl. die Hinweise in: Gottfried Wilhelm Leibniz, Philosophische Schriften, Bd. I, S. 57 f.; Leibniz, Opuscules et fragments inedits, S. 572.Google Scholar
  107. 7.
    Vgl. Itzinger, Methoden der maschinellen Intelligenz.Google Scholar
  108. 8.
    Popper spricht sogar vom „Organon der Kritik“. Vgl. Popper, K. R., Science: Conjectures and Reputations, S. 64, ders., Die Logik der Sozialwissenschaften, S. 115 f.Google Scholar
  109. 9.
    Vgl. Chmielewicz, K., Forschungsschwerpunkte, S. 149.Google Scholar
  110. 10.
    Vgl. in: Schluchter, W., „Die Entwicklung des okzidentalen Rationalismus“ insbesondere die Kapitel zum philosophischen und methodischen Verständnis Max Webers, S. 39 – 121.Google Scholar
  111. 11.
    Vgl. die Ausführungen weiter oben zu den „theoretischen Problemen der Betriebswirtschaftslehre im Licht der Forschungslogik Max Webers“ (§ 2, A. I.).Google Scholar
  112. 12.
    Vgl. die Ausführung weiter oben zu den „gegenstandstheoretischen und methodologischen Fragen“ (§ 1, II. 2) und den „wissenschaftstheoretischen Grundfragen“ (§ 1, IV.).Google Scholar
  113. 13.
    Vgl. die pointierte Herausarbeitung der Problemstellung in Bretzke, W. -R., Homo-Oeconomicus. Bemerkungen zur Rehabilitierung einer Kunstfigur ökonomischen Denkens.Google Scholar
  114. 14.
    Vgl. die Darstellung der „formalen Struktur praktischen Denkens“ weiter oben (§ 2, A. V. 1.).Google Scholar
  115. 15.
    Lenk, H., Bemerkungen zu einer praktischen Rehabilitierung, S. 560.Google Scholar
  116. 16.
    Als Beispiel für eine Modellerweiterung, die aber immer noch im engen neoklassischen unternehmenstheoretischen Rahmen bleibt, sei auf Dreze, J. H., Decision Criteria for Business Firms verwiesen. Zur Kritik dieses unternehmenstheoretischen Rahmens vgl. die Ausführungen weiter unten (§ 2, B. III. 4.).Google Scholar
  117. 17.
    Vgl. die Ausführungen zu den Grundbegriffen rationalen Handelns (§ 2, A. V. 2.).Google Scholar
  118. 18.
    Vgl. Ozbekhan, H., Towards a General Theory of Planning.Google Scholar
  119. 19.
    Vgl. die Arbeiten der „entscheidungstheoretischen Schule“ um Kirsch, vgl. auch Kirsch, W. u. Bamberger, J., Strategische Unternehmensplanung.Google Scholar
  120. 20.
    Vgl. die Beiträge und den bibliographischen Nachweis in: Steinmann, H. (Hrsg.), Planung und Kontrolle.Google Scholar
  121. 21.
    In diesem Sinne hat auch Lenk seine ursprüngliche analytisch- verhaltenswissenschaftliche Position (die er in der hier zitierten Arbeit noch einnahm) verändert. Vgl. z. B. Lenk, H., Handlung als Interpretationskonstrukt. Zur Umorientierung der Analytischen Sozialwissenschaft vgl. programmatisch Lampert, K., Explanation and Understanding: An Open Question?Google Scholar
  122. 22.
    Lenk, H., Bemerkungen zu einer praktischen Rehabilitierung, S. 562 (Hervorh. W. B.).Google Scholar
  123. 23.
    Lenk, H., Bemerkungen zu einer praktischen Rehabilitierung, S. 571.Google Scholar
  124. 24.
    Vgl. Patzig, G., Die aristotelische Syllogistik; Kapp, E., Greek Foundations of Traditional Logic.Google Scholar
  125. 25.
    Die Klammerausdrücke stehen für die in der „Dialogischen Logik“ (vgl. Lorenzen, P. u. Lorenz, K., Dialogische Logik) verwendeten Kennzeichnungen. Zum Verhältnis von dialogischer und klassischer Logik vgl. Lorenzen, P., Logik und Agon.Google Scholar
  126. 26.
    Vgl. Grabemann, M., Die Geschichte der scholastischen Methode.Google Scholar
  127. 27.
    Vgl. zur Geschichte der „modernen Logik“ Bochenski, J. M., Formale Logik.Google Scholar
  128. 28.
    Vgl. Boole, G., An Investigation of the Laws of Thought: DeMorgan, A., Formal Logic; Peirce, Ch. S., Elements of Logic; Peano, G., The Principles of Mathematical Logic; Frege, G., Begriffsschrift; Whitehead, A. N. a. Russell, B., Principia Mathematica; Hubert, D. u. Ackermann, W., Grundzüge der theoretischen Logik.Google Scholar
  129. 29.
    Vgl. Tarski, A., Der Wahrheitsbegriff; Carnap, R., Introduction to Semantics.Google Scholar
  130. 30.
    Vgl. den Überblick in: Schleichen, H. (Hrsg.), Logischer Empirismus; vgl. auch Kraft, V., Der Wiener Kreis.Google Scholar
  131. 31.
    Vgl. Popper, K. R., Unended Quest. An Intellectual Autobiography.Google Scholar
  132. 32.
    Vgl. Carnap, R., Logische Syntax der Sprache; ders., Der logische Aufbau der Welt; zu Carnap die Beiträge in: Schilpp, P. A. (Hrsg.), The Philosophy of Rudolf Carnap; Stegmüller, W., Probleme und Resultate der Analytischen Philosophie und Wissenschaftstheorie; ders., Neue Wege der Wissenschaftsphilosophie.Google Scholar
  133. 33.
    Vgl. Popper, K. R., Objective Knowledge; Lakatos, I., Falsification and the Methodology of Scientific Research Programmes.Google Scholar
  134. 34.
    Vgl. Kuhn, Th. S., Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen; Feyerabend, P., Against Method.Google Scholar
  135. 35.
    Vgl. Sneed, J. D., The Logical Structure.Google Scholar
  136. 36.
    Vgl. Stegmüller, W., Probleme und Resultate, Bd. IV/I, S. 7 f., Bd. I, S. 1 – 71; Popper, K. R., Why are the Calculi of Logic and Arithmetic Applicable to Reality.Google Scholar
  137. 37.
    Vgl. Brouwer, L. E. J., De onbetrouwbaarkeid der logische principes.Google Scholar
  138. 38.
    Vgl. Heyting, A., Intuitionism.Google Scholar
  139. 39.
    Lorenzen, P., Einführung in die operative Logik und Mathematik.Google Scholar
  140. 40.
    Vgl. Neurath, O., Wege der wissenschaftlichen Weltauffassung, S. 33; Kaufmann, F., Das Unendliche in der Mathematik, S. 3.Google Scholar
  141. 41.
    Vgl. Carnap, R., Intellectual Autobiography, S. 55.Google Scholar
  142. 42.
    Vgl. Waismann, F., Are There Alternative Logics, S. 90.Google Scholar
  143. 43.
    Vgl. Lorenz, K., Arithmetik und Logik als Spiele; in überarbeiteter Fassung: ders., Dialogspiele als semantische Grundlage von Logikkalkülen; Lorenzen, P., Normative Logic and Ethics; ders. u. Schwemmer, O., Konstruktive Logik, Ethik und Wissenschaftstheorie, Kap. Logik.Google Scholar
  144. 44.
    Vgl. Peirce, Ch. S., Collected Papers; Brouwer, L. E. J., Over de Grondslagen der Wiskunde; Wittgenstein, L., Tractatus logico- philosophicus; ders., Philosophical Investigations.Google Scholar
  145. 45.
    Vgl. Toulmin, St., The Use of Argument; Perleman, Ch., Cours de Logique; ders. u. Olbrechts-Tyteca, L., La Nouvelle Rhetorique; Habermas, J., Wahrheitstheorien; Bar-Hillel, Y., Aspects of Language.Google Scholar
  146. 46.
    Vgl. programmatisch Lorenzen, P., Protologik; ders., Die dialogische Begründung von Logikkalkülen.Google Scholar
  147. 47.
    Vgl. oben: „Zur formalen Struktur praktischen Denkens“ (§ 2, A. V. 1.).Google Scholar
  148. 48.
    Vgl. Whitehead, A. N. u. Russell, B., Principia Mathematica.Google Scholar
  149. 49.
    Vgl. Heyting, A., Intuitionism.Google Scholar
  150. 50.
    Zu den klassischen und intuitionistischen Logikkonzepten vgl. die Exposition und kritische Untersuchung von Körner, St., Philosophie der Mathematik.Google Scholar
  151. 51.
    Vgl. Lorenzen, P. u. Lorenz, K., Dialogische Logik.Google Scholar
  152. 52.
    Vgl. Lorenz, K., Die dialogische Rechtfertigung der effektiven Logik.Google Scholar
  153. 53.
    Zur Einführung und Verwendung elementarer Sätze vgl. Kamiah, W. u. Lorenzen, P., Logische Propädeutik.Google Scholar
  154. 54.
    Zur Bildung komplexer Aussagen aus elementaren und zu den daraus gebildeten Logikkalkülen vgl. Lorenzen, P. u. Schwemmer, O., Konstruktive Logik, Ethik und Wissenschaftstheorie, S. 29 ff. (Elementarsätze), S. 56 ff. (komplexe Sätze), S. 91 ff. (Assertorische Logik und Modallogik). Vgl. auch Kamiah, W. u. Lorenzen, P., Logische Propädeutik, S. 70 ff. (Elementarsätze), S. 151 ff. (komplexe Sätze), S. 2o2 ff. (Logische Partikelregeln).Google Scholar
  155. 55.
    Zu den Partikelregeln und den daraus gebildeten Dialogtableaus vgl. Lorenzen, P., Metamathema-tik, S. 20 f.; ders., Normative Logic and Ethics, S. 21 ff.; Lorenz, K., Dialogspiele als semantische Grundlage von Logikkalkülen, S. 109 ff.Google Scholar
  156. 56.
    Zur neuesten Fassung der Rahmenregel oder „allgemeinen Dialogregel“ vgl. Lorenzen, P. u. Schwemmer, O., Konstruktive Logik, Ethik und Wissenschaftstheorie, S. 68, 78.Google Scholar
  157. 57.
    Grundlegend ist die Bayesianische Theorie der Rationalität, die auf Daniel Bernoulli zurückgeht (vgl. Bayes, T., An essay toward solving a problem in the doctrine of change; Bernoulli, D., Ars Conjectandi) und ihre statistische Interpretation durch Savage (vgl. Savage, L., The foundations of statistics). Zur Wahrscheinlichkeitstheorie vgl. Mises, R. v., Wahrscheinlichkeitsrechnung; Kolmo-gorov, A. N., Grundbegriffe der Wahrscheinlichkeitsrechnung.Google Scholar
  158. 58.
    Vgl. einführend Gäfgen, G., Theorie der wirtschaftlichen Entscheidung; Krelle, W., Präferenz- und Entscheidungstheorie. Vgl. auch die rationale Theorie der Wahrscheinlichkeit von J. M. Keynes (A Treatise on Probability). Die Keynessche Theorie sollte, wie die Theorien von Bacon und Mill, der induktiven Stützung von Hypothesen dienen. Die Kritik dieses empiristischen Standpunktes findet sich, unter Bezugnahme auf die Keynessche Theorie in Ramsey, F. P., The Foundation of Mathematics (vgl. Truth and Probability). Im Unterschied zu Keynes war die Theorie von Ramsey als praktische Entscheidungstheorie angelegt. Zu diesem Problemkreis vgl. auch Shackle, G. L. S., Decision, Order and Time in Human Affairs; zur Dokumentation der im Kreis um Wittgenstein gepflogenen Gespräche, an denen auch Keynes und Ramsey beteiligt waren, vgl. v. Wright, L. (Hrsg.), Ludwig Wittgenstein; Levy, P. G. E., Moore and the Cambridge Apostels.Google Scholar
  159. 59.
    Vgl. zum folgenden aus analytischer Sicht Stegmüller, W., Probleme und Resultate der analytischen Philosophie und Wissenschaftstheorie, Bd. IV, 1. Halbband: Personelle Wahrscheinlichkeit und rationale Entscheidung, 2. Halbband: Statistisches Schließen — Statistische Begründung — Statistische Analyse.Google Scholar
  160. 60.
    Vgl. in diesem Zusammenhang die Untersuchungen zu Wahrscheinlichkeit und Statistik in Körner, A., Erfahrung und Theorie, S. 167 ff. und über Induktion ebenda, S. 235 ff. Zur Kritik des Apriorismus und Empirismus vgl. Cramer, H., The Mathematical Theory of Probability and Statistics.Google Scholar
  161. 61.
    Vgl. dazu die nachfolgenden Ausführungen zu „Modallogik und Wahrscheinlichkeitstheorie“ (§ 2, B. II. 5. C).Google Scholar
  162. 62.
    Vgl. dazu auch die Kritik in Suppes, P., Probabilistic Empiricism and Rationality.Google Scholar
  163. 63.
    Vgl. Lorenzen, P., Zur Definition von „Wahrscheinlichkeit“; Lorenzen, P. u. Schwemmer, O., Konstruktive Logik, Ethik und Wissenschaftstheorie, S. 243 ff.; Medina, M., Normative Spieltheorie; ders., Ansätze zu einer normativen Spieltheorie — zur analytischen Wahrscheinlichkeitstheorie vgl. Reichenbach, H., Theory of Probability; Stegmüller, W., Probleme und Resultate der analytischen Philosophie und Wissenschaftstheorie, Bd. IV und die Weiterentwicklung in den in „Neue Wege der Wissenschaftsphilosophie“ dokumentierten Studien.Google Scholar
  164. 64.
    Diese Einbettung der Wahrscheinlichkeitstheorie in die Modallogik ist im Konstruktivismus bisher offen geblieben. Vgl. dazu jetzt nachfolgend „Modallogik und Wahrscheinlichkeitstheorie“.Google Scholar
  165. 65.
    Vgl. § 2, A. V. l. und die Einführung in § 2. B. II. 4. b.Google Scholar
  166. 66.
    Zu dieser vortheoretischen Bestimmung vgl. Lorenzen, P., Zur Definition von Wahrscheinlichkeit.Google Scholar
  167. 67.
    „<“ steht für die „konstruktive Subjunktion“. Für die „klassische Subjunktion“ wurde oben „⊦“ verwendet.Google Scholar
  168. 68.
    Zu den Modalitäten und der Definition von Wahrscheinlichkeit aus der Kontingenz vgl. unten: „Modallogik und Wahrscheinlichkeitstheorie“ (§ 2 B, II. 5. c).Google Scholar
  169. 69.
    Vgl. Medina, M., Normative Spieltheorie.Google Scholar
  170. 70.
    Vgl. zur Konstruktion aus ideativen Normen Lorenzen, P., Zur Definition von Wahrscheinlichkeit.Google Scholar
  171. 71.
    Vgl. Gentzen, G., Untersuchungen über das logische Schließen.Google Scholar
  172. 72.
    Vgl. zu diesem Dilemma Bretzke, Homo oeconomicus.Google Scholar
  173. 73.
    Vgl. Kamiah, W. u. Lorenzen, P., Logische Propädeutik.Google Scholar
  174. 74.
    Vgl. Lorenzen, P. u. Schwemmer, O., Konstruktive Logik, Ethik und Wissenschaftstheorie, S. 181 ff.; vgl. auch Lorenzen, P., Gleichheit und Abstraktion.Google Scholar
  175. 75.
    Zum Zusammenhang von „Einführungs-“ und „Verwendungssituation“ und den Aufbau terminologischer und logischer Systeme vgl. Lorenz, K., Elemente der Sprachkritik, S. 147 ff.Google Scholar
  176. 76.
    Vgl. Lorenzen, P., Zur Begründung der zweiwertigen Aussagenlogik.Google Scholar
  177. 77.
    Vgl. Lorenzen, P., Gleichheit und Abstraktion.Google Scholar
  178. 78.
    Vgl. Lorenzen, P., Gleichheit und Abstraktion, S. 198.Google Scholar
  179. 79.
    Vgl. Popper, K. R., Objective Knowledge; dazu: Inhetveen, R., Die Dinge des dritten Systems.Google Scholar
  180. 80.
    Die nachfolgenden Ausführungen schließen sich eng an die Darstellung der Modallogik (S. 109 ff.)und die Darstellung der Wahrscheinlichkeitstheorie (S. 244 ff.) in: Lorenzen, P. und Schwemmer, O., Konstruktive Logik, Ethik und Wissenschaftstheorie (Modallogik) an. Sie setzen wie bisher auch die „formale Struktur“ rationaler Wahl und den deduktiven und konstruktiven Begründungsbegriff (vgl. oben § 2A, IV und V), die argumentative Grundlegung der formalen Logik (§ 2B, II. 4. b.), die formale Logik (hier nicht ausgeführt) und die aus diesen Begründungsteilen entwickelte konstruktive Wahrscheinlichkeitstheorie (§ 2B, II. 4. b.) voraus. Mit diesen Voraussetzungen wird die (noch offene) Integration von Modallogik und Wahrscheinlichkeitstheorie ausgeführt.Google Scholar
  181. 81.
    Vgl. nachfolgend § 2B, III.Google Scholar
  182. 82.
    Vgl. dazu einführend Lorenzen, P., Normative Logic and Ethics, 61 ff.Google Scholar
  183. 83.
    Eine solche (dreiwertige) Logik entwickelt St. Körner u. a. in: Conceptual Thinking.Google Scholar
  184. 84.
    Vgl. den praktischen Begründungsbegriff weiter oben (§ 2, A. IV., V. 1.).Google Scholar
  185. 85.
    Vgl. weiter oben: “Rationalitätstypen„ (§ 2, A. V. 2.) und die Handlungsbegriffe in: Habermas, J., Theorie des kommunikativen Handelns, Bd. I, S. 127.Google Scholar
  186. 86.
    Vgl. weiter oben § 2 A. IV. 1.Google Scholar
  187. 87.
    Vgl. dazu die Überlegungen Rawls’: Rawls, J., Eine Theorie der Gerechtigkeit.Google Scholar
  188. 88.
    Vgl. Wright, G. H. v., Erklären und Verstehen.Google Scholar
  189. 89.
    Vgl. § 2A, IV. l.Google Scholar
  190. 90.
    Sie ist zudem eine der Entscheidungstheorie angemessene Begründungsform, da sie sich als „teleologische Erklärung“ auf teleologisches Handeln als Basis strategischen Handelns bezieht.Google Scholar
  191. 91.
    Vgl. dazu Riedel, M., Teleologische Erklärung und praktische Begründung.Google Scholar
  192. 92.
    Vgl. zum folgenden Schwemmer, O., Verstehen als Methode; und dieGoogle Scholar
  193. 93.
    Wie sich später zeigen wird — und oben bereits notiert wurde (vgl. § 2A, III) — folgt daraus aber auch, daß es normative Einschränkungen enthält, die zurückgenommen werden müssen, wenn es im Kontext normativer Ethik verwendet werden soll (vgl. § 2, BII. 6 und B. III. 1.).Google Scholar
  194. 94.
    Im folgenden weiche ich in einigen grundsätzlichen Punkten von der Darstellung Schwemmers ab. Diese Abweichungen begründen sich aus meiner Einordnung dieses Deutungsschemas als zweckrationales Schema. Infolgedessen scheint es mir für die entscheidungstheoretische Forschung besonders geeignet. Ich bin daher nicht (wie Schwemmer) der Auffassung, daß es sich hier um ein universelles Schema handelt, sondern um einen Vorschlag für die Begründung technischen Handelns. Im Rahmen von Normbegründungen zeigt sich dies besonders klar. Vgl. dazu die nachfolgenden Überlegungen.Google Scholar
  195. 95.
    Vgl. die Darstellung weiter oben (§ 2A, III und V. 3).Google Scholar
  196. 96.
    Vgl. die Diskussion in: „Empirische und normative Probleme entscheidungstheoretischer Forschung“ (§ 2, B. II. 3).Google Scholar
  197. 97.
    Dieses Verfahren wurde von Schwemmer auf einen klaren Begriff gebracht. Vgl. Schwemmer, O., Philosophie der Praxis; ders., Grundlagen einer normativen Ethik. Vgl. auch die pragmatische Rückbindung des Moralprinzips, die Schwemmer jetzt vorschlägt, u. a. in: Die praktische Ohnmacht der reinen Vernunft.Google Scholar
  198. 98.
    In Anlehnung an Schwemmer, O., Philosophie der Praxis, S. 128 ff.Google Scholar
  199. 99.
    Zur Kritik am Prinzip zweckrationaler Universalität vgl. Kambartel, F., Universalität als Lebensform.Google Scholar
  200. 100.
    Wir werden sie im nachfolgenden Kapitel § 2 B, III. an zentraler Stelle behandeln.Google Scholar
  201. 101.
    Vgl. die universelle Fassung dieses Prinzips in Becker, G. S., Der ökonomische Ansatz zur Erklärung menschlichen Verhaltens. Zur theoriegeschichtlichen Einordnung und Relativierung dieses Prinzips, das erst mit der neoklassischen Theorie in dieser „reinen“ Form zur Darstellung gelangte, vgl. Braun, W., Ökonomie, Geschichte und Betriebswirtschaftslehre, Kap. B. Den Versuch einer ethischen Relativierung unternimmt Rawls, J., Eine Theorie der Gerechtigkeit. Eine ökonomische Relativierung findet sich in Braun, W., Die Unternehmung in der postkeynesianischen ÖKonomie.Google Scholar
  202. 102.
    Vgl. die einführende Bemerkung (S. V) und die Beiträge in Teil 3 (S. 191 ff.) in Stegmüller, W., Balzer, W., Spohn, W. (Hrsg.), Philosophy of Economics.Google Scholar
  203. 103.
    Vgl. u. a. Becker, Der ökonomische Ansatz zur Erklärung menschlichen Verhaltens; ders., Altruism, Egoism and Genetic Fitness; Marglois, H., Selfishness, Altruism, and Rationality; Phelps, E. S., Altruism, Morality, and Economic Theory.Google Scholar
  204. 104.
    Vgl. dazu einführend Habermas, J., Zur Logik des theoretischen und praktischen Diskurses.Google Scholar
  205. 105.
    Vgl. dazu die nachfolgende Darstellung: „Ökonomische Rationalität und praktische Vernunft“ und die „Ökonomishen Ordnungsprinzipien“ einer institutionellen Vermittlung (§ B, III. 1., 2. und 3.).Google Scholar
  206. 106.
    Vgl. dazu die nachfolgende Darstellung: „Ökonomie als Kritik und die betriebswirtschaftliche Kritik der MikroÖkonomie“ (§ 2, B. IIIA).Google Scholar
  207. 107.
    Vgl. Immanuel Kant, Kritik der praktischen Vernunft, S. 3o; zur Kant-Interpretation vgl. einführend Körner, St., Kant; vgl. insbesondere Schwemmer, O., Philosophie der Praxis; vgl. auch die pragmatische Interpretation des kategorischen Imperativs, der wir hier weitgehend folgen, in: Schwemmer, O., Die praktische Ohnmacht der reinen Vernunft.Google Scholar
  208. 108.
    Die ethische Aufstufung: „Handlung-Handlungsschema-Handlungsregel- Handlungsform“ entspricht der Aufstufung in der (oben dargestellten) Theorie der Deutung.Google Scholar
  209. 109.
    Diese Interpretation ökonomischer Maximen als eines Teils der ethischer Beurteilung zugänglichen Maximen entspricht ihrer Behandlung bei Kant — und auch ihrer Behandlung in der naturrechtlichen Tradition der klassischen und nach-klassischen Ökonomie. Vgl. zu dieser ethischen Tradition der Ökonomie Braun, W., Ökonomie, Geschichte und Betriebswirtschaftslehre, Kap. B. E.Google Scholar
  210. 110.
    Darauf werden wir im folgenden noch zu sprechen kommen (vgl. § 2, B. III. 2. und 3.)-Google Scholar
  211. 111.
    Vgl. dazu Schwemmer, O., Grundlagen einer normativen Ethik; vgl. auch die Kritik und Erweiterung bei Kambartel, F., Universalität als Lebensform.Google Scholar
  212. 112.
    Vgl. dazu Schwemmer, O., Die praktische Ohnmacht der reinen Vernunft, S. 15 ff.. Im Unterschied zur Interpretation Schwemmers sehen wir (mit Kambartel) die handlungsleitende Kraft gerade darin, daß eine konstruktive Ethik von vornherein diese Lücke zwischen kategorischem und pragmatischem Imperativ ausfüllt und so den kategorischen Imperativ mit praktischem Handeln vermittelt. Vgl. dazu auch die aufschlußreichen Analysen G. H. v. Wrights (The Varieties of Goodness) und J. C. Edwards (Ethics without Philosophy — Wittgenstein and the Moral Life).Google Scholar
  213. 113.
    Diese Behandlung der Handlungsziele als sakrosant ist allerdings eher für die moderne Wirtschaftstheorie charakteristisch. Adam Smith zum Beispiel widmete der Behandlung dieser Frage den größten Teil seines Werkes. Vgl. dazu Braun, W., Ökonomie, Geschichte und Betriebswirtschaftslehre, Kap. B.Google Scholar
  214. 114.
    Zur Methode dieser historischen Bestimmung vgl. im Anschluß an Kant, Riedel, M., Geschichtsphilosophie als Kritische Geschichtsdeutung. Zum Verhältnis von vernünftiger und historischer Erkenntnis vgl. Kambartel, F., Erfahrung und Struktur, S. 94 ff.. Zu Kants Geschichtsphilosophie vgl. die Zusammenstellung der Schriften in: Immanuel Kant, Schriften zur Geschichtsphilosophie, hg. v. M. Riedel.Google Scholar
  215. 115.
    Dies unterscheidet die Kantsche Ethik von allen utilitaristischen Ethiken, daß sie auch deren Prinzipien noch in einen allgemeineren Begründungszusammenhang stellt und von daher erst beurteilbar macht. Denn: Das Bestehen darauf, daß der Mensch ein Vernunftwesen ist, macht jeden zum potentiellen Gesetzgeber und Richter, und es gibt keine Berufungsinstanz für die Gerechtigkeit unserer Entscheidungen außer oder über dieser Vernunft. Vgl. Schwemmer, O., Die praktische Ohnmacht der reinen Vernunft, S. 17.Google Scholar
  216. 116.
    Vgl. die nachfolgenden Überlegungen zu den neoklassischen Ordnungsprinzipien (§ 2, B. III. 3.), zur „Ökonomie als Kritik und die betriebswirtschaftliche Kritik der MikroÖkonomie“ (§ 2, B. II 1. 4.).Google Scholar
  217. 117.
    Vgl. dazu Bubner, R., Geschichtsprozesse und Handlungsnormen, S. 283 f.Google Scholar
  218. 118.
    Zum verfügungsrechtlichen Ansatz vgl. auch die Kritik H. G. Nutzingers (The Economics of Property Rights).Google Scholar
  219. 119.
    Vgl. dazu die Darstellung einer Walrasianischen Gleichgewichtsökonomie (Walras, L., Elements d’economie pure) in Braun, W., Die Unternehmung in der postkeynesianischen Ökonomie, S. 12 ff.Google Scholar
  220. 120.
    Vgl. u. a. den Überblick in Marris, R. u. Mueller, D. C., Corporation, Competition and the Invisible Hand.Google Scholar
  221. 121.
    In diesem Sinne argumentierte R. Marris dafür, trotz der unabweisbaren und selbstläufigen Akku-mulations- und Konzentrationstendenzen ordnungs- und wirtschaftspolitisch die Bedingungen einer Konkurrenzwirtschaft wiederherzustellen. Vgl. Marris, R., The Theory and Future of Corporate Economy and Society; zu einem ähnlichen, auf die Unternehmensverfassung bezogenen Vorschlag vgl. Braun, W., Die Unternehmung in der postkeynesianischen Ökonomie („Neoklassische Perspektiven“).Google Scholar
  222. 122.
    Zur Kritik Sraffas und ihrem Bezug zur betriebswirtschaftlichen Kritik vgl. nachfolgend § 2, B. III. 4.Google Scholar
  223. 123.
    Vgl. z. B. Steinmann, H. u. Gerum, E., Reform der Unternehmensverfassung.Google Scholar
  224. 124.
    Vgl. dazu auch die Hinweise in: Braun, W., Markttheorie und Unternehmensführung in der postkeynesianischen Ökonomie; ders., Markt und Produktion: zur neoricardianischen Kritik und betriebswirtschaftlichen Begründung der Theorie der Unternehmung.Google Scholar
  225. 125.
    Vgl. dazu programmatisch Blasche, S. u. Schwemmer, O., Methode und Dialektik.Google Scholar
  226. 126.
    Vgl. zu einer methodischen Rekonstruktion der Gesellschaftsgeschichte Max Webers: Schluchter, W., Die Entwicklung des okzidentalen Rationalismus; vgl. auch die Studien in: ders., Rationalismus der Weltbeherrschung.Google Scholar
  227. 127.
    Zur Methode historischer Rekonstruktion und ihrer Anwendung auf die Rekonstruktion einer politischen Theorie der Unternehmung aus der klassischen Ökonomie vgl. Braun, W., Ökonomie, Geschichte und BetriebswirtschaftslehreGoogle Scholar
  228. 128.
    Vgl. Adam Smith, Eine Untersuchung über das Wesen und die Ursachen des Reichtums der Nationen. Zum theoriegeschichtlichen Hintergrund vgl. Braun, W., Ökonomie, Geschichte und Betriebswirtschaftslehre, Kap. B.Google Scholar
  229. 129.
    Vgl. Walras, L., Elements d’economie politique pure. Zur Allgemeinen Gleichgewichtstheorie und ihrer Aktualität vgl. die grundlegenden Arbeiten von Arrow, K. J. und Debreu, R., Existence of equilibrium for a competetive economy; Arrow, K. J. u. Hahn, F. H., General Competetive Analysis; Debreu, R., Theory of Value; Hahn, F. H., On the notation of equilibrium in economics — und das einführende Lehrbuch von Quirk, J. u. Saposnik, R., Introduction to General Equilibrum Theory and Welfare Economics.Google Scholar
  230. 130.
    Vgl. dazu die Erläuterungen in Weintraub, S., A general theory of price level, output, income distribution, and economic growth.Google Scholar
  231. 131.
    Vgl. The Works and Correspondence of David Ricardo, hg. v. Piero Sraffa und die darauf aufbauenden Studien von Pasinetti, L. L., Structural Change and Economic Growth — auf der Grundlage von Sraffa, P., Production of Commodities by Means of Commodities.Google Scholar
  232. 132.
    Vgl. dazu Bhagwati, J. N., Oligopoly Theory, Entry-Prevention and Growth.Google Scholar
  233. 133.
    Vgl. Debreu, R., Theory of Value.Google Scholar
  234. 134.
    Vgl. zur „Knappheit der Unternehmung“ Baumol, W. J., On the Theory of Oligopoly.Google Scholar
  235. 135.
    Vgl. Knight, F. H., Risk, Uncertainly and Profit; vgl. auch Alchian, A. A. u. Demsetz, H., Production, Information Costs and Economic Organization.Google Scholar
  236. 136.
    In diesem Sinne argumentiert Blaug, M., Economic Theory in Retrospect.Google Scholar
  237. 137.
    Vgl. Debreu, G., New Concepts and Techniques for equilibrum analysis.Google Scholar
  238. 138.
    Krelle, W., Produktionstheorie, S. 1. Die „optische Täuschung“ läßt manchen Betriebswirt vermuten, der Hinkommenserwerb sei Basisziel der betriebswirtschaftlichen Theorie. So z. B. Schneider, D., in: Geschichte betriebswirtschaftlicher Theorie.Google Scholar
  239. 139.
    In diesem Sinne weist u. a. Krupp nach, daß ökonomischen Kontroversen immer methodische Kontroversen zugrunde liegen. Vgl. Krupp, Sh. R., Types of Controversy in Economics.Google Scholar
  240. 140.
    Vgl. z. B. Arrow, K. J., The Firm in General Equilibrum Theory.Google Scholar
  241. 141.
    In diesem Sinne lassen sich die mit R. M. Coase (The Nature of the Firm) einsetzenden neueren unternehmenstheoretischen Ansätze als der Versuch verstehen, mit den Mitteln der neoklassischen Theorie, aber entgegen den Grundintentionen des neoklassischen Gesamtansatzes eine eigenständige Theorie der Unternehmung zu konstitutieren. So z. B. der Ansatz von A. A. Alchian und H. Demsetz (Production, Information Costs and Economic Organization), W. J. Baumol (Economic Theory and Operation Analysis), R. Cyert und J. G. March (A Behavioral Theory of the Firm), oder auch O. E. Williamson (Markets and Hierarchies). Umso mehr gilt dies natürlich für den neuesten Versuch eines verfügungsrechtlichen Ansatzes. Vgl. u. a. Demsetz, D., Towards a Theory of Property Rights; Schmid, A. A., The Economics of Property Right. Selbst Autoren, die sich als Post-Keynesia-ner bezeichnen, argumentieren zumindest implizit aus der theoretischen Sicht des neoklassischen Gesamtansatzes und erreichen die Bestimmungsgründe der Unternehmensentscheidungen „von außen“ aus dem Marktansatz. Vgl. z. B. Eichner, A. S., The Megacorp and Oligopoly. Vgl. auch die Übersicht in R. Marris und D. C. Mueller, The Corporation, Competition and the Invisible Hand.Google Scholar
  242. 142.
    Ein aktuelles Beispiel für den Versuch, aus der neoklassischen Theorie zu einer nicht-neoklassischen Unternehmenstheorie zu gelangen, ist Marris, R., The Theory and Future of Corporate Economy and Society. Von betriebswirtschaftlicher Seite hat jetzt auch H. Albach deutlich gegen die neueren „Markttheorien der Unternehmung“ Stellung genommen (The Nature of the Firm — A production-theoretical viewpoint). Vgl. auch meinen Versuch aus der Walrasianischen Theorie und ihrer Keynesschen Kritik eine betriebswirtschaftliche Unternehmenstheorie zu begründen: Die Unternehmung in der postkeynesianischen Ökonomie — Eine neue ökonomische Theorie der Unternehmensentscheidung; Markttheorie und Unternehmensführung in der postkeynesianischen Ökonomie; Markt und Produktion: Zur neo-ricardianischen Kritik und betriebswirtschaftlichen Begründung der Theorie der Unternehmung.Google Scholar
  243. 143.
    Unter dem „realistischen“ Standpunkt der Betriebswirtschaftslehre verstehe ich nicht die weitgehend von H. Albert (Modellpiatonismus) übernommene Kritik an der Nicht-Falsifizierbarkeit ökonomischer Modelle und die Forderung nun nach einer verhaltenstheoretischen Fundierung Ausschau zu halten. Diese Kritik scheint mir — wie oben ausführlich erläutert — einfach am Thema der Ökonomie vorbeizugehen. Gemeint ist damit vielmehr der pragmatische Standpunkt der Betriebswirtschaftslehre, daß es wesentlich auf unternehmensinternen Determinanten der Entscheidungen und hier auf die produktionsökonomische Sicht ankommt, die bereits E. Gutenberg in seiner Habilitationsschrift gegen Schumpeter (Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung) deutlich herausgearbeitet hat (Die Unternehmung als Gegenstand betriebswirtschaftlicher Theorie), die dann in Auseinandersetzung mit Nicht-Neoklassikern wie Penrose und Marris von Moxter und Albach weitergeführt und jetzt von Albach wieder auf den Punkt gebracht wurde.Google Scholar
  244. 144.
    Zu diesem neoklassischen Integrationsversuch vgl. E. Schneider, Einführung in die Wirtschaftstheorie. Zur Kritik der Differenzierung zwischen Mikro- und Makroanalyse vgl. Machlup, F., Der Wettstreit zwischen Mikro- und Makrotheorien.Google Scholar
  245. 145.
    Vgl. Gutenberg, E., Die Unternehmung in der betriebswirtschaftlichen Theorie; Schumpeter, J. A., Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung.Google Scholar
  246. 146.
    Vgl. dazu die nachfolgende Darstellung (§ 2, B. IIIAa.).Google Scholar
  247. 147.
    Dies betrifft neuerdings insbesondere die am Kapitalmarkt ansetzenden Analysen finanzwirtschaftlicher Probleme. Besonders pointiert nimmt dazu Moxter Stellung (er bezeichnet die These von der Irrelevanz der Kapitalstruktur der Unternehmung schlicht als „Skandal“ — vgl. Moxter, A., Optimaler Verschuldungsgrad und Modigliani-Miller-Theorem). Die neuere betriebswirtschaftliche Finanzierungstheorie begründet sich, besonders deutlich bei Swoboda (Betriebliche Finanzierung), geradezu aus einer, allerdings immer nur partiell bleibenden, Kritik der Kapitalmarkt- und Gleichgewichtsanalyse. Vgl. dazu auch Schmidt, R. H., die Entwicklung der Finanzierungstheorie. Eine grundsätzliche (nicht- neoklassische) Umorientierung der Theorie ist dabei allerdings noch nicht in Sicht.Google Scholar
  248. 148.
    Vgl. Smith, A., Eine Untersuchung über das Wesen und die Ursachen des Reichtums der Nationen; The Works and Correspondence of David Ricardo, hg. von P. Sraffa.Google Scholar
  249. 149.
    Vgl. Walras, L., Elements d’Economie politique pure;Marshall, A., Principles of Economies.Google Scholar
  250. 150.
    Vgl. Keynes, J. M. A., Treatise on money; ders., The general theory of employment, interest and monyGoogle Scholar
  251. 151.
    Vg. Sraffa, P., Production of commodities by means of commodities.Google Scholar
  252. 152.
    Diese Perspektive ist bereits für die frühe Kritik der Behandlung von Produktionskosten in der neoklassischen Theorie leitend. Vgl. Sraffa, P., Sulle relazioni tra costa e quantita prodotta; ders., The Laws of Return under Competetive Conditions. Zur Bedeutung dieser Kritik für die betriebswirtschaftliche Theorie vgl. Braun, W., Markt und Produktion: Zur neoricardianischen Kritik und betriebswirtschaftlichen Begründung der Theorie der Unternehmung.Google Scholar
  253. 153.
    Diese betrifft insbesondere den gemeinsamen produktions- bzw. unternehmenstheoretischen Standpunkt der Kritik Sraffas einerseits, der keynesianischen Kritik andererseits.Google Scholar
  254. 154.
    Auf dieses Spezifikum ökonomischer und betriebswirtschaftlicher Theorienbildung und ihre methodischen Implikationen für eine betriebswirtschaftlich/ökonomische Entscheidungstheorie sind wir bereits ausführlich in den Kapiteln „Betriebswirtschaftslehre als Erfahrungswissenschaft“ und „Betriebswirtschaftslehre als rationale Entscheidungstheorie“ eingegangen.Google Scholar
  255. 155.
    Vgl. Sraffa, P., Sulle Relazioni tra Costa e Quantita Prodotta; ders., The Laws of Return under Competitive Conditions.Google Scholar
  256. 156.
    Vgl. Sraffa, P., Introduction.Google Scholar
  257. 157.
    Vgl. zum folgenden jedes Lehrbuch über neoklassische MikroÖkonomie. Z. B. Franke, J., Grundzüge der MikroÖkonomieGoogle Scholar
  258. 158.
    In der Betriebswirtschaftslehre wurde diese Produktionsfunktion kritisiert und erweitert von E. Gutenberg. Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre, Bd. I; vgl. auch den Überblick über die Entwicklung der Produktionstheorie (insbesondere die Weiterentwicklung durch Heinen) in: Reichwald, R., Die menschliche Arbeit in der betriebswirtschaftlichen Produktionstheorie.Google Scholar
  259. 159.
    Vgl. Krelle, W., Produktionstheorie, S. 28 ff.Google Scholar
  260. 160.
    Vgl. Krelle, W., Produktionstheorie, S. 36 ff.Google Scholar
  261. 161.
    Vgl. Schlicht, E., Einführung in die Verteilungstheorie, S. 58 ff.Google Scholar
  262. 162.
    Vgl. Robinson, J., Ökonomische Theorie als Ideologie, S. 61.Google Scholar
  263. 163.
    Vgl. Franke, J., Grundzüge der MikroÖkonomie, S. 159.Google Scholar
  264. 164.
    Vgl. Robinson, J., Ökonomische Theorie als Ideologie, S. 61.Google Scholar
  265. 165.
    Vgl. Kalecki, M., The Principle of Increasing Risk. Zur Konvergenz beider Ansätze vgl. Sardoni, C., Some ties.Google Scholar
  266. 166.
    Vgl. Schumpeter, J. A., Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung.Google Scholar
  267. 167.
    Vgl. Gutenberg, E., Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre, Bd. I und Bd. II. Eine Neuorientierung setzte erst mit der Rezeption der „Postkeynesianer“ Penrose und Marris ein. Nach einer ersten Phase der Rezeption nicht-neoklassischer Unternehmensmodelle im Zeichen der damaligen Konzentrationsdebatte und den betriebswirtschaftlichen Gründen für Unternehmenswachstum zunehmender Unternehmenskonzentration trat diese Theorieentwicklung allerdings wieder in den Hintergrund und wird erst jetzt wieder unter umgekehrten Vorzeichen: betriebswirtschaftliche (finanzwirtschaftliche) Gründe der Stagnation wieder aufgenommen. Zur Rezeption nicht-neoklassischer Erklärungsansätze vgl. z. B. Albach, H., Zur Theorie des wachsenden Unternehmens; Hax, K., Die Kapitalwirtschaft des wachsenden Industrieunternehmens; Wittmann, W., Überlegungen zu einer Theorie des Unternehmenswachstums; Gutowski, A., Eine Theorie des Unternehmenswachstums und ihre wirtschaftsordnungspolitischen Konsequenzen. Zur neuerlichen Diskussion vgl. u. a. Steiner, M., Ertragskraftorientierter Unternehmenskredit und Insolvenzrisiko; Eisele, W., Betriebswirtschaftliche Kapitaltheorie und Unternehmenswachstum.Google Scholar
  268. 168.
    Vgl. Gutenberg, E., Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre, Bd. II.Google Scholar
  269. 169.
    Vgl. Fassing, W., Wettbewerb, Unternehmenskonzentration und Investitionsverhalten.Google Scholar
  270. 170.
    Vgl. dazu die Ableitung des Monopolgleichgewichts in: Braun, W., Die Unternehmung in der postkeynesianischen Ökonomie.Google Scholar
  271. 171.
    Vgl. Chamberlin, E. H., The Theory of monopolistic competition; Robinson, J., Economics of imperfect competition.Google Scholar
  272. 172.
    Vgl. die Kritik von Robinson im Vorwort der zweiten Auflage von „Economics of imperfect competition“.Google Scholar
  273. 173.
    Vgl. Gutenberg, E., Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre, Bd. II; vgl. dazu auch Schneider D. J. G. u. Knapp, H. G., Die doppelt geknickte Preis-Absatz-Kurve Gutenbergs.Google Scholar
  274. 174.
    Vgl. Hall, R. C. und Hitch, C. J., Price theory and economic behvior.Google Scholar
  275. 175.
    Vgl. Sweezy, P. M., Die Nachfrage im Oligopol.Google Scholar
  276. 176.
    Vgl. Rothschild, K. W., Preistheorie und Oligopol, S. 361 ff.Google Scholar
  277. 177.
    Vgl. das voranstehende Kapitel „Neoklassische Ordnungsprinzipien“ (§ 2, B. III. 3.).Google Scholar
  278. 178.
    Vgl. Weizmüller, R., Preispolitik und Akkumulation, S. 23.Google Scholar
  279. 179.
    Schumpeter, J. A., Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung; ders., Konjunkturzyklen.Google Scholar
  280. 180.
    Vgl. Gutenberg, E., Die Unternehmung als Gegenstand betriebswirtschaftlicher Theorie.Google Scholar
  281. 181.
    Vgl. die „zweite“ Kritik der neoklassischen Theorie in der auf die beiden Aufsätze aufbauenden Arbeit: Sraffa, P., Production of Commodities by Means of Commodities.Google Scholar
  282. 182.
    Vgl. u. a. Steinmann, H. u. Gerum, E., Reform der Unternehmensverfassung.Google Scholar
  283. 183.
    Vgl. jetzt auch Gerum, E. u. Steinmann, H., Unternehmensordnung und tarifvertragliche Mitbestimmung.Google Scholar
  284. 184.
    Vgl. im einzelnen Braun, W., Die Unternehmung in der postkeynesianischen Ökonomie.Google Scholar
  285. 185.
    Vgl. dazu Braun, W., Die Unternehmung in der postkeynesianischen Ökonomie, § 6 Neoklassische Perspektiven, S. 166 ff.Google Scholar

Copyright information

© Betriebswirtschafticher Verlag Dr. Th. Gabler GmbH, Wiesbaden 1985

Authors and Affiliations

  • Wolfram Braun

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