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Schlußbetrachtung

  • Stefan Hornbostel

Zusammenfassung

Die Diskussion sowohl um den Begriff der “wissenschaftlichen Qualität” als auch um die Verfahren zur Bewertung von Institutionen, Personen, Gruppen, nationaler Wissenschaftssysteme oder der Ausdifferenzierung neuer Spezialgebiete ist eigentümlich ambivalent geblieben. Die Kritik an den Wissenschaftsindikatoren hebt hervor, daß deren Datengrundlage — das untrennbar von sozialen, kognitiven und strategischen Momenten durchsetzte Verhalten (neben der Konzentration auf das formale Kommunikationssystem und den Unzulänglichkeiten der Datenbanken) — den eigentlich zu indizierenden Sachverhalten (Fortschritt, Qualität, Nutzen etc.) unangemessen sei, die verfahrensmäßige Konstruktion widersprüchliche und uneindeutige Ergebnisse produziere, die in hohem Maße von den Entscheidungen abhingen, die in die Konstruktion der Indikatoren und ihrer Präsentation eingingen. Umgekehrt betont die Kritik am Peer Review-Verfahren dessen mangelhafte Transparenz, die Subjektivität des Verfahrens, den geringen Grad an Gutachterübereinstimmung, die begrenzte Ersetzbarkeit des Verfahrens angesichts steigenden Informationsbedarfs, den großen Aufwand, die Trägheit und schließlich die Manipulationsanfälligkeit (durch Auswahl der Experten) des Verfahrens. Beide Positionen treten nicht nur mit theoretischen Vorbehalten auf, sondern können immer auch auf empirische Befunde und dramatische Einzelfälle zum Beleg ihrer Kritik verweisen.

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Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1997

Authors and Affiliations

  • Stefan Hornbostel

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