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Bewertungen als wissenschaftstheoretisches Problem

  • Stefan Hornbostel

Zusammenfassung

Wenn wissenschaftliche Leistungen beschrieben, rekonstruiert, abgewogen oder prognostiziert werden sollen, tauchen alsbald Bewertungsprobleme auf: Was sind wissenschaftliche Leistungen? Was sind gute oder schlechte Beiträge zur Wissenschaft? Welche Fragestellungen sind relevant? Welchen Stellenwert hat eine Theorie oder eine Hypothese im Verhältnis zum bestehenden Wissen? Ist eine neue Theorie wissenschaftlich fortschrittlich, oder handelt es sich nur um eine neue Verpackung von schon Bekanntem? Sind empirische oder experimentelle Bemühungen in einem Forschungsgebiet nur noch der Versuch, bedrohte Erbhöfe zu schützen, oder versprechen sie Durchbrüche zu neuem Wissen? Entscheidungen über derartige Fragen müssen — mehr oder weniger reflektiert — in der Wissenschaftspraxis ständig gefällt werden. Die Reflexion derartiger Fragen ist Gegenstand der Wissenschaftstheorie. Für die hiesige Fragestellung ist ein Teilaspekt von besonderem Interesse, nämlich die Frage, ob es gelingen kann, unabhängig von den häufig kontroversen Einschätzungen der betroffenen Wissenschaftler und den im weitesten Sinne sozialen Bedingungen ihres wissenschaftlichen Handelns, methodologische Regeln zu formulieren, die eine Bewertung der wissenschaftlichen Qualität von Theorien oder Forschungsresultaten ermöglichen. Die Frage an die Wissenschaftstheorie richtet sich entsprechend auf die Möglichkeiten erkenntnisinterner Bewertungen (RADNITZKY 1989a: 465) oder, wie Popper es formuliert, auf die Möglichkeit objektiver Erkenntnis.

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Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1997

Authors and Affiliations

  • Stefan Hornbostel

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