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Wissenschaftliche Kompetenz und politische Ohnmacht — Deutsche Emigranten im amerikanischen Staatsdienst 1942–1949

  • Alfons Söllner
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Zusammenfassung

Die deutsche Exilforschung, die als politische Wissenschaft auf den Weg kam, scheint derzeit ihren Erkenntnisfokus zu verändern: von der Exilliteratur zur wissenschaftlichen Emigration. Bleibt auch für diesen Übergang eine praktische Frage erkenntnisleitend — etwa: „Was soll aus Deutschland werden?“ -, so ist klar, daß sie von der andern gar nicht zu trennen ist, was Exilanten denn dafür tatsächlich tun konnten. Schleicht sich dann aber das altbekannte Postulat einer Einheit von Denken und Handeln ein, so ist man bereits bei einer Fragestellung angelangt, die einer systematischen Überforderung gleichkommt.1 Diese Einheit war für das Exil nämlich zu keiner Zeit wirklich zu realisieren, schon gar nicht, seitdem das Herkunftsland, vor allem Deutschland, zu militärischem Feindesland geworden war. Wird dieses Negativum, dieser „durchgeschnittene“ Zusammenhang von Theorie und Praxis, methodisch nicht realisiert, so droht aus der Absicht, die nach wie vor notwendige Solidarität mit den Vertriebenen durch eine nachträgliche Rehabilitierung ihrer Ideen zu unterstreichen, ein larmoyantes Unternehmen zu werden. Auf vertrackte Weise wird das Schicksal der Vertreibung in seiner wissenschaftlichen Rekonstruktion noch einmal wiederholt.

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Literatur

  1. 15.
    Ellen W. Schrecker, No Ivory Tower: McCarthyism and the Universities, New York 1986.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1996

Authors and Affiliations

  • Alfons Söllner

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