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Die Zerstörung der internationalen Geltung Berlins und die Wirkung der Berliner Emigranten auf die Gastländer

  • Alfons Söllner
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Zusammenfassung

Nimmt man das Jahr 1933 als eine Zäsur der deutschen Kulturgeschichte, so stößt man auf eine Konstellation, die in sich nicht nur die Spannung zwischen Nationalkultur und kulturellem Internationalismus enthält, sondern eine neue Intensität der modernen Verflechtung von Kultur und Politik anzeigt: Während es außer Zweifel steht, daß der nationalsozialistische Eingriff in das Kulturleben der Weimarer Republik rein machtpolitisch motiviert war und kurzfristig einen neuen Provinzialismus beförderte, bewirkte derselbe Eingriff langfristig eine neue Autonomie der Kultur und verstärkte die internationalen Zusammenhänge, die in der deutschen Kunst und Wissenschaft bereits seit dem 19. Jahrhundert vielfältig am Wachsen gewesen waren. Ob die Renaissance des Geschichtsbewußtseins, wie sie sich derzeit in der Bundesrepublik zeigt, dazu beiträgt, dieses komplexe Ineinander von Kontinuität und Diskontinuität in der kulturellen Zeitgeschichte analytisch zu bewältigen, ist durchaus noch offen. Zweifel sind zum Beispiel angebracht gegenüber der in Jubiläumsreden beliebten Metapher von den „Emigrationsverlusten“, die die Nationalsozialisten der deutschen Gesellschaft zugefügt hätten, weil in ihr ein neidischer Blick auf die Fluchtländer nur allzu deutlich durchscheint: „Deutschlands Verluste waren anderer Länder Gewinne!“

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Literatur

  1. 12.
    Klaus Fischer, Der quantitative Beitrag der nach 1933 emigrierten Naturwissenschaftler zur deutschsprachigen physikalischen Forschung, in: Berichte zur Wissenschaftsgeschichte 11 (1988), S. 83–104.CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1996

Authors and Affiliations

  • Alfons Söllner

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