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Reimport aus der Emigration? — ein hypothetischer Ausblick auf die Gründung der westdeutschen Politikwissenschaft

  • Alfons Söllner
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Zusammenfassung

Die Entstehungsphase der Politikwissenschaft in der Bundesrepublik ist, zumindest im Vergleich mit anderen Gebieten, ein relativ gut erforschtes Gelände der kulturellen Nachkriegsgeschichte. Dennoch zeichnet sich in der Literatur bislang kein einheitliches Bild ab. Zwar gibt es einen breiten Konsens darüber, daß die Etablierung des Faches von Anfang an ein dezidiert politisches Projekt war, das viele Parallelen zu den Demokratisierungsmaßnahmen der westlichen Besatzungsmächte aufwies, doch ergibt sich daraus zwangsläufig, daß dieses Projekt auch politisch, d.h. kontrovers bewertet wird. Was Hans Joachim Arndt zu Ende der 70er Jahre als ein „lage-vergessenes“ Oktroi der Westmächte gegenüber den „Besiegten von 1945“ glaubte deuten zu müssen,1 erschien Hans Kastendiek zur gleichen Zeit als die endliche Etablierung des Faches nach langer Inkubationszeit und gleichermaßen als provisorische Zwischenstation auf dem Weg zur Gesellschaftskritik der Studentenbewegung,2 während Arno Mohr zehn Jahre später zwischen beiden Extremen vermittelte und die Institutionalisierung der Politikwissenschaft als einen autochthonen und alternativlosen Lernpozeß in Sachen Demokratie darstellte.3

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Literatur

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Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1996

Authors and Affiliations

  • Alfons Söllner

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