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Emigranten beurteilen die deutsche Entwicklung nach 1945

  • Alfons Söllner
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Zusammenfassung

Deutschsprachige Wissenschaftler, die nach 1933 aus Hitler-Deutschland vertrieben wurden, haben in den Ländern, in denen sie Aufnahme fanden, eine erstaunliche Wirkung entfaltet. Die Feststellung dieser Tatsache wird, ebenso wie ihre Differenzierung nach geographischen, sozialen und disziplinären Gesichtspunkten, erst in dem Maße möglich, wie sich die Emigrationsforschung von ihrer „nationalen“ Fixierung emanzipiert und sich den Migrations- und Akkulturationsprozessen zuwendet, mittels derer die Emigranten zu Bürgern, zu sozialen und professionellen Mitgliedern der Aumahmenationen wurden. Dieser überfällige Perspektivenwechsel aber darf nun umgekehrt nicht zur Unterschlagung dessen führen, was die ältere Forschung ins Zentrum gestellt hatte: die Tatsache, daß die emotionale und kognitive Rückbindung an das Ursprungsland bei den Emigranten noch lange erhalten, ein ausschlaggebender Faktor ihrer Lebensgeschichte blieb. Auch wenn viele von ihnen sich rasch aus Flüchtlingen und Emigranten in „Immigranten“ verwandelten, blieben sie „mit dem Gesicht nach Deutschland“ (Friedrich Stampfer/Erich Matthias) gewandt, ja bei manchen verstärkte sich die Rückwendung sogar, und zwar gerade in den Jahren der Etablierung, weil aus der nostalgischen Emotion ein professionelles Interesses wurde.

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Literatur

  1. 11.
    John H. Herz, The Fiasco of Denazification in Germany, in: Political Science Quarterly, Vol. 63, 1948, p. 590. Diese These trifft sich in der Sache vollkommen mit der nach wie vor besten Untersuchung der Entnazifizierung: Lutz Niethammer, Die Mitläuferfabrik. Die Entnazifizierung am Beispiel Bayerns, Bonn 1982.CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1996

Authors and Affiliations

  • Alfons Söllner

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