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Zum Einfluß des Entstehungskontextes auf die Konzeptbildung in der Policy-Forschung

  • Peter Wagner

Zusammenfassung

Die Sorge der “traditionellen” Politikwissenschaftler angesichts des Booms der Policy-Forschung bezieht sich zu einem wesentlichen Teil auf die Gefahr einer Entfernung der Disziplin von ihren Grundfragen. Grundsätzlich berechtigt ist diese Sorge, weil viele Ansätze in diesem Gebiet, die dann insbesondere unter dem Namen “Policy Analysis” oder “Policy Sciences” auftreten, eigentlich “unpolitisch” und mehr noch “unpolitologisch” sind, da sie unter der Prämisse arbeiten, durch eher technische Verbesserungen wie der Anwendung formaler Analyseninstrumente einen rationaleren Ablauf politischer Entscheidungsfindung und -implementation zu erwarten. Ein spezifisch politikwissenschaftlicher Beitrag — und dies ist in der bundesdeutschen Policy-Forschung auch meist so verstanden worden; die an die Policy-Forscher gerichteten Vorwürfe sollten also auch nicht überzogen werden — liegt jedoch an der Erhellung der institutionellen und organisatorischen Voraussetzungen der Formulierung und Durchführung politischer Programme im Aktorengefüge des politisch-administrativen Systems. Die bedeutenden Ansätze dieser politikwissenschaftlichen Policy-Forschung haben dabei von Anbeginn an nicht den Einfluß von Macht- und Interessenkonstellationen auf Politikformulierung und -ergebnisse geleugnet, wenngleich sie “binnenstrukturellen” Faktoren ein hinreichend hohes Gewicht beimessen, um diese zum Kerngegenstand ihres Forschungsprogramms zu machen (vgl. z. B. die Darstellung bei Scharpf 1982).

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Literatur

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Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1985

Authors and Affiliations

  • Peter Wagner

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