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Die Absicherung der neuen Politik in den Binnenbeziehungen: „Einheit der Gewerkschaftsfront”

  • Wolfgang Seifert
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Zusammenfassung

In diesem Kapitel gehe ich aus der Perspektive der Herausbildung neuer Institutionen der Interessenvermittlung näher auf die Reorganisation der japanischen Gewerkschaftsbewegung in den siebziger und achtziger Jahren ein. Der in der Gründung vonRENGÔ im Dezember 1989 kulminierende Prozeß hat inhaltliche und organisatorische Aspekte. Anschließend wird zunächst ein Überblick über die organisatorische Entwicklung gegeben (8.1), um sodann weitere Umgruppierungen im Bereich der Branchenföderationen als Folge von Konzentration und neuer Fragmentierung auf Dach verbandsebene zu erfassen (8.2). Danach wird der Verlauf der Auseinandersetzung um die inhaltlichen Positionen nachgezeichnet (8.3), um schließlich die jeweilige Sicht der Gewerkschaftsführer, die in diesem Prozeß eine Hauptrolle spielten, zu referieren und einzuordnen (8.4).

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Literatur

  1. 1.
    Siehe Einleitung, Abschnitt 1.3.Google Scholar
  2. 2.
    Wegen dieser Bedeutung wurde auf den Seisaku suishin rôso kaigi bereits in 73 gesondert eingegangen.Google Scholar
  3. 1.
    ”Zenkoku minrôkyô” ist die Abkürzung für Chihô minrôkyô zenkoku renraku kaigi (wörtlich: Nationale Verbindungskonferenz des Rates der Gewerkschaften im privaten Sektor in den Präfekturen). Dieser lockere Zusammenschluß von Unternehmensgewerkschaften wurde 1972 mit dem Ziel gegründet, die Bestrebungen der in Tôkyô gelegenen Hauptverwaltungen der Branchenföderationen und großen Unternehmensgewerkschaften für eine vereinte Gewerkschaftsfront auch in der Provinz zu unterstützen. Trotz seiner ca. 2 Mio. Organisierten wurde kaum etwas über Aktivitäten bekannt, wenn man von wenigen Regionen absieht.Google Scholar
  4. 2.
    Vgl. Rôdôshô (Hrsg.), Shiryô rôdô undo shi 1982, S. 796 f.Google Scholar
  5. 1.
    Vgl. Asami Kazuhiko, ,,’Rengô’ no undo to soshiki”, S. 19.Google Scholar
  6. 1.
    Rôdô undô kenkyûkai (Hrsg.), Shiryô rôdô sensen îôitsu, S. 654.Google Scholar
  7. 2.
    Ômi Naoto, ,,’Rengô’ jidai no rôshi kankei no tenbô”, S. 12.Google Scholar
  8. 1.
    Takaragi Fumihiko, ”Rôdô sensen tôitsu to Shakaitô seiken kiritsu no tame ni”, S. 50.Google Scholar
  9. 2.
    Vgl. zu dieser Phase meine detaillierte Darstellung in Seifert, Die Auseinandersetzungen um eine ‘vereinte Gewerkschaftsfront’eine Skizze des Prozesses von 1967 bis 1981. Google Scholar
  10. 3.
    Für DÔMEI selbst galt dabei die 1971 erfolgte Festlegung des ”Kurses für die Erreichung der Einheit” auf den ”praktischen Trade-Unionismus”, die in Abschnitt 2.2.2 erwähnt wurde.Google Scholar
  11. 4.
    Aufschlußreich ist auch die positive Wertung durch das halboffizielle Japanische Institut für Arbeitsfragen (Japan Institute of Labour): ,,Es ist fast 25 Jahre her, seit die vier großen nationalen Zentren in Japan gegründet wurden und so die Front der Arbeitnehmer teilten. Seither wurden große Anstrengungen zur Einheit der zersplitterten Front gemacht. Angesichts des Wandels der sozialen und wirtschaftlichen Struktur Japans erhob sich die Bewegung zur Einigung in letzter Zeit vor allem bei den führenden Branchenföderationen der Gewerkschaften im Privatsektor. Als Zeichen einer solchen Bewegung wurde 1976 von den großen Branchenföderationen, die alle mit verschiedenen Nationalen Zentren affiliiert sind, Seisakusuishin-rôsokaigi (Trade Union Council for Policy Promotion) organisiert.” Japanisches Institut für Arbeitsfragen (Hrsg.), Gewerkschaften und die Beziehungen zwischen den Sozialpartnern in Japan, S. 18.Google Scholar
  12. 1.
    Vgl. Dokument 2 im Anhang.Google Scholar
  13. 2.
    So z.B. in der Erklärung von Tekkôrôren (Föderation der Gewerkschaften in der Eisen- und Stahlindustrie) vom 9.8.1979. Die erweiterte Beratungskonferenz dieser Föderation beschloß damals hinsichtlich der Organisationsform und Funktion des ”neuen Nationalen Zentrums”, einen ”lockeren Zusammenschluß der großen Industriezweige anzustreben, die Funktionen des Seisaku suishin rôso kaigi (Gewerkschaftsrat für die Formulierung von Politiken), zu übernehmen, etc.” -Vgl. auch Chiba Toshio, ”Rengô no seisaku seido yôkyû”, S. 100.Google Scholar
  14. 3.
    Zit. nach Rôdô undô kenkyûkai (Hrsg.), Shiryô rôdô sensen tôitsu, S. 121.Google Scholar
  15. 4.
    Vgl. oben Tabelle 6.Google Scholar
  16. 5.
    Zit. nach Rôdô undô kenkyûkai (Hrsg.), Shiryô rôdô sensen toitsu, S. 128.Google Scholar
  17. 1.
    Nihon tekkô sangyô rôdôkumiai rengôkai (Hrsg.), Rôdôsensen no toitsu — sono nagare to genjô,Google Scholar
  18. 2.
    Vgl. Rôdô undô kenkyûkai (Hrsg.),Shiryô rôdô sensen tôitsu, S. 137.Google Scholar
  19. 3.
    Rôdô undô kenkyûkai (Hrsg.), Shiryô rôdô sensen toit su, S. 642.Google Scholar
  20. 1.
    Zit. nach Rôdô undo kenkyûkai (Hrsg.), Shiryô rôdô sensen tôitsu, S. 134 f.Google Scholar
  21. 2.
    Siehe Dokument 3 im Anhang.Google Scholar
  22. 1.
    Dies geht aus dem Interview mit Warashina hervor, das der Verfasser 1984 führte.Google Scholar
  23. 2.
    Ich folge hier meiner Darstellung in Die Auseinandersetzungen um eine ‘vereinte Gewerkschaftsfront’ — eine Skizze des Prozesses von 1967 bis 1981, S. 32 ff.Google Scholar
  24. 1.
    Zum vollständigen Text siehe Dokument 3 im Anhang.Google Scholar
  25. 1.
  26. 2.
  27. 3.
    Zit. nach Rôdôsha kyôiku kyôkai (Hrsg.). Rôdô sensen tôitsu mondai no subete, S. 89.Google Scholar
  28. 4.
    Zit. nach Rôdô undô (Juli 1981), S. 52–59.Google Scholar
  29. 1.
    SÔHYÔ-Dokument Fünf Punkte zur Ergänzung und Bekräftigung, zit. nach Rôdô undô kenkyûkai (Hrsg.).Shiryô rôdô sensen tôitsu, S. 179.Google Scholar
  30. 2.
    Siehe Ôta K./Ichikawa M./Iwai A. u.a., Chokugen Sôhyô san komon. Ninon rôdô undô saisei e no kôsô. Google Scholar
  31. 1.
    ”Rôdô sensen o yûryô sum” (Wir sind besorgt über die Einheit der Gewerkschaftsfront), in Rôdô undo kenkyûkai (Hrsg.), Shiryô rôdô sensen iôitsu, S. 205.Google Scholar
  32. 1.
    Vgl. Rôdô undo kenkyûkai (Hrsg.), Shiryô rôdô sensen tôitsu, S. 659.Google Scholar
  33. 1.
    Diese Gesichtspunkte nannte u.a. Hikuma Hiroyoshi im Interview mit dem Verfasser.Google Scholar
  34. 2.
    Diese Politik der KPJ erinnert an die Linie der ”Revolutionären Gewerkschaftsopposition” (RGO) der KPD in den Jahren der Weimarer Republik.Google Scholar
  35. 1.
    Z.B. Makieda Motofumi im Interview mit dem Verfasser.Google Scholar
  36. 1.
    Diese Form war eben der der Grundkonzeption hinzugefügte Zusatz, welcher die Ausgrenzung beinhaltete.Google Scholar
  37. 1.
    Diese Taktik wurde z.B. Ende der vierziger und Anfang der fünfziger Jahre verfolgt, als sich der Aufstieg des 1950 gegründeten SÔHYÔ-Verbandes und die gleichzeitige Schwächung des bisher dominierenden SANBETSU KAIGI-Verbandes abzeichneten. Die kommunistisch orientierten Gewerkschafter in letzterem strömten nun in die SÔHYÔ-affiliierten Gewerkschaftsorganisationen.Google Scholar
  38. 1.
    Man beachte, daß Hikuma hier DÔMEI und Zenminrôkyô undifferenziert derselben Strömung zuordnet.Google Scholar
  39. 1.
    In SANPÔ gingen die nur geduldeten, aber nicht legalen Gewerkschaftsorganisationen auf. Das Vorbild dieser Organisation war die deutsche DAF (Deutsche Arbeitsfront). Vgl. hierzu S. Garon, The State and Labor in Modern Japan, 1988.Google Scholar
  40. 1.
    Es sei hier nur angedeutet, daß diese Regelung organisationssoziologisch in der Tat von großer Bedeutung ist: Der einzelne Arbeitnehmer kann sich demnach hier für oder gegen den Beitritt zur Gewerkschaft entscheiden, da es einen kollektiven, quasi automatischen Beitritt wie in den Unternehmensgewerkschaften nicht gibt. Vgl. hierzu W. Seifert, ”Some thoughts on the Problem of Internal Union Democracy in Japan”.Google Scholar
  41. 2.
    So erklärt z.B. der Vertreter von Gôkarôren, die Stimme der Gewerkschaftsbewegung werde in der Öffentlichkeit mehr Gehör finden, wenn es nach Herstellung der umfassenden Einheit unter Einschluß der Gewerkschaftsorganisationen des öffentlichen Dienstes zu einem einzigen Dachverband in Japan kommen wird.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen/Wiesbaden 1997

Authors and Affiliations

  • Wolfgang Seifert

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