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Die neue Politik der Gewerkschaftsverbände nach der „Ölkrise” 1973/74

  • Wolfgang Seifert
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Zusammenfassung

Dieses Kapitel hat die Politik der japanischen Gewerkschaftsbewegung in Gestalt der Gewerkschaftsverbände (Dachverbände und Branchenföderationen) gegenüber dem Staat, der Regierung und der Regierungspartei für den Zeitraum bis 1990 zum Gegenstand. Es wird nun gezeigt, daß nach der ersten „Ölkrise” 1973/74 bei den politischen Inhalten der Gewerkschaftsbewegung insgesamt eine bedeutsame Verschiebung der Schwerpunkte erfolgte: nicht mehr Forderungen nach erheblichen Lohnsteigerungen standen jetzt im Vordergrund, sondern vielmehr die sogenannten policy- und institutionenbezogenen Forderungen (seisaku seido yôkyû). Derartige Forderungen dominieren auch heute die Politik vonRENGÔ (Konföderation der japanischen Gewerkschaften) und gelten geradezu als Kennzeichnen der von diesem Verband repräsentierten Strömung. Gezeigt werden soll, welche Dachverbände und Branchenföderationen mit dieser Verschiebung der Gewichte am frühesten begonnen und welche Faktoren zur Gründung jener Organisation geführt haben, die schon in ihrem Namen die neue Schwerpunktsetzung ausdrückt — Seisaku suishin rôso kaigi (Gewerkschaftsrat für die Formulierung von Politiken). Es wird außerdem gefragt, wie in der Sicht der Gewerkschaftsführer das Verhältnis zum Lohnkampf bestimmt wurde und welche Erklärungsfaktoren für diesen Wandel in Frage kommen.

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Literatur

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Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen/Wiesbaden 1997

Authors and Affiliations

  • Wolfgang Seifert

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