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Baden-Württemberg — Versuch einer Wegbeschreibung. Praxiserfahrungen aus der Sicht einer lernenden Landesverwaltung

  • Siegfried Mauch

Zusammenfassung

Die öffentliche Verwaltung steht vor ihrer größten Herausforderung seit rund 200 Jahren. Wie Anfang des 19. Jahrhunderts die Professionalisierung und Spezialisierung der öffentlichen Verwaltung und der Aufbau einer bürokratischen Rationalität zu einem Bruch mit der Verwaltungstradition geführt hat, so werden auch die ökonomischen, gesellschaftlichen, politischen und ökologischen Entwicklungen des endenden 20. Jahrhunderts zu einem völligen Neudenken von Verwaltung im 21. Jahrhundert führen. So erfordert die Dynamik der Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft neue Formen der Wahrnehmung von Umfeldveränderungen und der Umsetzung. Büroherrschaftliche Handlungs- und Steuerungsformen wie Aktenmäßigkeit, Hierarchie, zentrale Ressourcensteuerung und Verhaltenskontrolle, die an weitgehend stabile Zustände anknüpfen und von einer Binnenorientierung ausgehen, kollidieren mit Erfordernissen wie Kundenorientierung, Dynamik und Flexibilität. Die Globalisierung und die Verflechtung von Wirtschaft und staatlicher Verwaltung erfordern einen kritischen Umgang mit dem bestehenden Regelwerk. Entscheidend ist nicht mehr allein die Rechtmäßigkeit staatlicher Akte, sondern gleichermaßen auch die Effizienz und Effektivität des Handelns. Die Entmystifizierung des Rechts und der öffentlichen Institutionen, der gesellschaftliche Wertewandel und die Entfaltungsorientierung der Bürgerinnen und Bürger wie auch der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie das schlechte Image von Bürokratie, führen zu Legitimationsproblemen bei der Ausübung staatlicher Gewalt. Neue Dialogformen, weiterentwickelte Ansätze zur Erzeugung von Akzeptanz und andere Formen der Kommunikation der öffentlichen Verwaltung mit den Bürgerinnen und Bürgern, der Wirtschaft, den Verbänden und der Politik sind daher notwendig.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1997

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  • Siegfried Mauch

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