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Komplexitätsgestaltung in Mediationsverfahren

  • Hans-Joachim Fietkau

Zusammenfassung

In Mediationsverfahren, die sich auf öffentliche Planungen beziehen, kommen Menschen mit sehr unterschiedlichem Hintergrund zusammen. Wissenschaftler treffen auf „Laien”, Verwaltungsmitarbeiter auf Kollegen aus anderen Fachverwaltungen oder Gebietskörperschaften, Mitglieder von Bürgerinitiativen auf Repräsentanten der Wirtschaft. Im Verlauf des Verfahrens haben Beteiligte und Mediator eine Reihe von Entscheidungen zu treffen, die sich direkt oder mittelbar auf den Komplexitätsgrad des Verfahrens beziehen. Die Verfahren können zu einfach aber auch zu komplex konstruiert sein. Es ist schwierig, ein angemessenes Maß zu finden. Hierbei kann es zu fatalen Simplifizierungen, aber auch zu nicht minder problematischen ungerechtfertigten Erhöhungen der Komplexität kommen. In der gruppendynamischen Forschung sind Ausblendungen von Informationen und undifferenzierte Formen der Urteilsbildung (Simplifizierungen) thematisiert worden, die verhindern, dass das in der Gruppe auf verschiedene Personen verteilte Wissen in die gemeinsame Suche nach Problemlösungen eingebracht wird. Diese Befunde bedürfen im Lichte praktischer Erfahrungen der Ergänzung. Die Akteure in Mediationsverfahren tragen aufgrund problematischer Denkmuster oder nachvollziehbarer individueller Interessenlagen unter Umständen auch dazu bei, die Verfahren zu komplizieren. Diese Seite im Prozess des Ausbalancierens von Komplexität soll hier schwerpunktmäßig in den Blick gebracht werden.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2004

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  • Hans-Joachim Fietkau

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