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Kommunikation als idealisierter Dialog

  • Anton Hahne
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Zusammenfassung

Die “Theorie des kommunikativen Handelns” wurde von dem Soziologen und Sozialphilosophen Habermas entwickelt. Um seine Argumentation im Zusammenhang verständlich zu machen, sei etwas weiter ausgeholt. Der Ausgangspunkt seiner Überlegungen ist die “technische Rationalisierung des sozialen Handelns”, die wir bereits oben diskutiert haben1. In den Sozialwissenschaften wurde dieses theoretische Konzept schon in den 50er Jahren als Technokratiethese vertreten. Danach — so meinten vor allem konservative Autoren2 — komme es aufgrund der unaufhaltsamen Bedeutungszunahme der Technik zwangsläufig zu einer Unterordnung der gesellschaftlichen Entwicklung unter technische Sachzwänge. Diese Zeitdiagnose wurde von Habermas kritisch gewendet. Er sieht in ihr “das falsche Bewußtsein einer richtigen Praxis”3. Mit Praxis ist dabei die Tatsache gemeint, daß sich Technik “verselbständigt”, mit falschem Bewußtsein die affirmative Deutung; denn die Möglichkeit von andersgerichteten Prozessen der gesellschaftlichen Rationalisierung wird erst gar nicht erwogen. Den Begriff der “Rationalisierung” führte schon Max Weber ein, um den historischen Vorgang der Ausdehnung zweckrationaler Handlungsmuster bis zur Konsequenz einer technisch verwalteten Gesellschaft zu kennzeichnen. Die Umgestaltung von “traditional bestimmten” Lebenssphären in gesellschaftliche Sub-Systeme wie dem Wirtschaftssystem oder dem Staatsapparat wurde von Weber nicht im Hinblick auf das kommunikative Handeln beschrieben. Gerade in diesem bildet sich aber — laut Habermas — die Totalität institutionalisierter Normen ab.

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Literatur

  1. 1.
    Vgl. Exkurs I, S.98.Google Scholar
  2. 2.
    Schelsky, Freyer und Gehlen; vgl. hierzu Honneth 1985, S.274f.Google Scholar
  3. 3.
    Habermas 1982, S.43, 45ff., 50; vgl. Honneth 1985, 8.242.Google Scholar
  4. 4.
    Honneth 1985, 8.278, der sich auf Parsons bezieht. Dieser diagnostiziert diesselben Erscheinungen, die Weber als Anzeichen für soziale Pathologien gedeutet hat, als Beleg dafür, daß die modernen Gesellschaften des Westens die ihrer Komplexität angemessenen Formen der Solidarität ausgebildet haben. Habermas 1987b, 8.433 kritisiert daran, daß die Gleichschaltung der Rationalisierung der Lebenswelt mit Komplexitätssteigerungen des Gesellschaftssystems eine Diagnose sozialpathologischer Erscheinungen verhindere.Google Scholar
  5. 5.
    Schütz/Luckmann, zitiert nach Habermas 1987b, S.198.Google Scholar
  6. 6.
    Habermas 1987b, S.198. Zum “Als-Ob-Charakter” der kommunikativen Alltagspraxis vgl. Exkurs II, S. 133.Google Scholar
  7. 7.
    Habermas 1987a, S.376f. Erst dieses Konzept der Lebenswelt, das über die von Wittgenstein angeregten Analysen des Hintergrundwissens eingeführt werden könne, sichere den Anschluß der Handlungstheorie an die Grundbegriffe der Gesellschaftstheorie.Google Scholar
  8. 8.
    Vgl. ausführlich zum Konzept der Lebenswelt Habermas 1987b, S.182ff. Google Scholar
  9. 9.
    Vgl. Habermas 1987b, S.215, 217. und Kirsch 1992, S.86. Google Scholar
  10. 10.
    Eine detaillierte Erläuterung der formalpragmatischen Analyse kann an dieser Stelle nicht erfolgen.Google Scholar
  11. 11.
    Vgl. Habermas 1983a, S.144ff.; zur praktischen Umsetzung exemplarisch Burkart 1993, 1995. Google Scholar
  12. 12.
    Betriebsrat Gerd Rathgeb in Hasel 1993, S.15. Die Überschneidung von Lebens- und Arbeitswelt wird auch deutlich im Terminus “betriebliche Lebenswelt”, mit dem von Volmerg, Senghaas-Knobloch u.a. die Gesamtheit interaktionaler Bewältigungsformen von Arbeitsvorgaben und -problemen bezeichnet wird.Google Scholar
  13. 13.
    Die kommunikative Konstruktion kultureller Kontexte untersucht ausführlich Knoblauch 1996. Google Scholar
  14. 14.
    Ortmann u.a. 1990, S.39, 282. Wenn Habermas formuliert, daß für das Aushandeln eines Konsenses die Voraussetzung der herrschaftsfreien Kommunikation fehle, so stellt er jedoch nicht das Vorhandensein von Situationsdefinitionen in Frage, also quasi den Konsens über Herrschaftsverhältnisse, der jedoch — wenn auch gewaltfrei — mehr oder weniger erzwungen ist.Google Scholar
  15. 15.
    Diese Position wird allerdings nicht von den “Postmodernisten” geteilt. Für den postmodernen Strukturalisten Lyotard beispielsweise ist “Konsens ein veralterter und suspekter Wert” geworden (zitiert nach Kirsch 1992, S.440). Zu überlegen bleibt, ob seine Zeitdiagnose für den Organisationen Bereich relevant ist. In der öffentlichen Sphäre mag es tatsächlich sein, daß die “neue Unübersichtlichkeit” und die “neue Beliebigkeit” der Postmoderne für Unsicherheit und Orientierungslosigkeit sorgen. Gerade dies verstärkt aber die Suche nach sozialem Halt, die auch zu einem Erstarken des Unternehmenskulturgedanken führt. Ein Indiz für den Wunsch nach konsensueller Übereinstimmung ist ferner, daß sich gerade postmoderne Yuppies um eine “antizipatorische Sozialisation” durch die Teilnahme an Etikette-Trainings bemühen (Klein 1992, der Neuberger zitiert).Google Scholar
  16. 16.
    Kirsch 1988, S. 166 formulierte seine Zweifel an der Möglichkeit einer herrschaftsfreien Kommunikation und damit an einer herrschaftsfreien Führung anhand eines Zwiegesprächs zweier Bayern im Bräustüberl des Kloster Andechs: 1.Bayer: “Gell, Alisi: Je mehr i mir’s überleg — die beste Regierungsform is fei scho’ d’Anarchie.” 2.Bayer (nach einem tiefen Schluck): “Aber a unheimlich starker Anarch müßt’ es sein.”Google Scholar
  17. 17.
    Vgl. Badura 1972, S.246ff. Bei den von Badura später unterschiedenen drei Dialogformen Ent-scheidungs-, Gewinn- und Reflexionsdialoge, stehen nur letztere in der Tradition des sokratischen Dialogs; denn sie entwickeln das gemeinsame Gespräch als “Bildungsprozeß” und liefern so Einsichten in die emotiven Fixierungen und bislang unreflektierten Orientierungen der Gesprächsteilnehmer.Google Scholar
  18. 18.
    Habermas zitiert nach Winograd/Flores 1989, S.109. Google Scholar
  19. 19.
    Scheele/Groeben verwenden diese Analyse in ihrem dialog-hermeneutischen Rekonstruktionsverfahren zur Erhebung “subjektiver Theorien”. Sie verstehen darunter “Kognitionen der Selbst-und Weltsicht als komplexes Aggregat mit (zumindest impliziter) Argumentationsstruktur….” (Scheele/Groeben 1988, S.7). Kognitive Systeme von “Alltagspsychologen” weisen Strukturen und Funktionen auf, die denen wissenschaftlicher Theorien parallel oder analog sind. Vgl. zu sog. “naiven Verhaltenstheorien” z.B. Stroebe 1980, S.82ff. Subjektive Theorien versuchen — nach der sog. kognitiven Wende in der Psychologie — eine Integration von (beschreibendem) Verstehen und (beobachtendem) Verhalten. Vgl. auch den Abschnitt zur Attributionstheorie auf S.318f. sowie zur Sprechakttheorie das Kap.7.3.2 auf S.303ff.Google Scholar
  20. 20.
    Vgl. auch den Versuch von Blickle 1994b, S.10ff., “Argumentationsintegrität” als wünschenswerte und notwendige Kommunikationsfähigkeit von Managern zu definieren; siehe dazu auch Tab.06 auf S.150.Google Scholar
  21. 21.
    Zusammengefaßt bei Scheele/Groeben 1988, S.24. Google Scholar
  22. 22.
    Habermas 1975, S.321; zitiert nach Duerr 1983, S.146. Google Scholar
  23. 23.
    Zurecht warnt Duerr an gleicher Stelle vor der naiven Form des “going native”, einer Erfahrung, die linke Studenten machen mußten, wenn sie glaubten, sich durch “ein bissei Dialekt und vier Wochen Fabrikarbeit” in einen Industriearbeiter verwandeln zu können.Google Scholar
  24. 24.
    “Tugend” und “Handel” werden von der kritischen Theorie als entgegengesetzte Prinzipien auf-gefaßt. So ist für Erich Fromm der “Marketing-Charakter” der Prototyp heutiger gesellschaftlicher Fehlentwicklung. Vgl. dazu die Einzelreferate in Johach 1993. Google Scholar
  25. 25.
    Wir verwenden die Begriffe “Kolonisierung” und “Kolonialisierung” synonym. Vgl. zum Gegensatz von Lebenswelt und System in der Habermasschen Diktion S. 142f. in Kap.3.1.1.Google Scholar
  26. 26.
    Die deontische Logik (abgeleitet vom griechischen “deon”: Erfordernis, Pflicht) ist eine ethische Modallogik, die mit den Begriffen erlaubt, verboten, geboten operiert.Google Scholar
  27. 27.
    Vgl. Pieper 1985, S.119ff., die sich vor allem auf die “Erlanger Schule” um Paul Lorenzen bezieht. Vgl. dazu den Überblick von Rasmussen 1993 sowie die Zusammenfassung bei Kreikebaum 1996, S.84f. Google Scholar
  28. 28.
    Vgl. allgemein zur Diskursethik Habermas 1983b, 1991 und Apel 1973a, 1990. Der Hinweis von Habermas, daß es keine umfassende Theorie der Argumentation gäbe, daß bisherige Versuche meist auf die Abstraktionsebene der Rhetorik beschränkt seien und nur wenig über Geltungsansprüche der Beteiligten aussagen könnten, kann in bezug auf Organisationskommunikation insofern revidiert werden, als es in jüngster Zeit verstärkte Anstrengungen gibt, Wirtschaftskommunikation mit ethischen Beiträgen zu unterfuttern. Vgl. auch Anmerkung 32 auf S.54.Google Scholar
  29. 29.
    Vgl. Blickte 1994a, S.87f., ausführlich dargestellt in 1994b. Als Verfahren schlägt er die “Ziel-Mittel-Analyse” nach Scheele/Groeben vor, die hier aber nicht weiter dargestellt werden soll.Google Scholar
  30. 30.
    Bekanntermaßen empfiehlt Axelrod 1991 für kooperative Spiele die Tit-for-Tat-Strategie.Google Scholar
  31. 31.
    Vgl. Keller/Poferl 1994, die anhand Willmann/Stolz 1993 kritisch die Konjunktur von Mediationsverfahren (“Politik des runden Tisches” u.a.) kommentieren.Google Scholar
  32. 32.
    Zur “kommunikativen Unternehmensethik” siehe Kap.6.5, S.266ff., wo auch kurz auf den philosophiegeschichtlichen Hintergrund der Erlanger Schule eingegangen wird.Google Scholar
  33. 33.
    Wir werden später (in Kap.6.4 und 6.5) auf ethische Fragen des kommunikativen Handelns zurückkommen und praktische Umsetzungen einer kommunikativen Unternehmensethik besprechen.Google Scholar
  34. 34.
    Vgl. Burkart 1993, 1995; Willmann/Stolz 1993; kritisch dazu Keller/Poferl 1994. Google Scholar
  35. 35.
    Um z.B. die Zustimmung der betroffenen Bevölkerung für die Einrichtung von Abfalldeponien zu erreichen.Google Scholar
  36. 36.
    Vgl. S.317 in Kap.7.4.Google Scholar
  37. 37.
    Vgl. z.B. de Bono 1986, 1990 und Urban 1996, kritisch Beitz 1996. Vgl. zur produktiven Rolle von “Hofnarren” Neuberger 1992b; wir kommen auf S.431 in Kap.9.2.3 darauf zurück.Google Scholar
  38. 38.
    Vgl. zur Hermeneutik S.24f. in Kap. 1.1.2, zu Fragen der Verständlichkeit Kap. 1.2, S.46ff.Google Scholar
  39. 39.
    Giddens fährt fort, dies sei ganz gewiß eine der Ironien einiger angeblich präziser “Maße” der Sozialwissenschaften, bei denen der Kontext auf wenige Variabein reduziert wird. Die nichtwissenschaftliche Öffentlichkeit ärgere sich über diese Art von Wissenschaftlichkeit zu recht, da deren Kategorien fremd und aufgesetzt erscheinen.Google Scholar
  40. 40.
    Winograd/Flores 1989, S.61, die sich u.a. auf Heidegger 1979 beziehen. Kritisch dazu Mohnhaupt/Rehkämper 1990, S.36ff. Google Scholar
  41. 41.
    Die Idealform einer psychoanalytischen Sitzung (insbesondere deren Rekonstruktion als tiefen-hermeneutischer Prozeß durch Lorenzer 1973) kann als ein Muster der Verbindung von herme-neutischer Interpretation, nomologischer Erklärung und Kritischer Theorie angesehen werden. Vgl. Habermas 1968, S.262ff.; Giddens 1984, S.71f.; Osterloh 1993, S.112f. Google Scholar
  42. 42.
    Vgl. z.B. Rebstock 1993 oder R.König 1992, beide zitiert in Kap.6.4 auf S.264f.Google Scholar
  43. 43.
    Zur Illustration vgl. das ethnomethodologische Bsp. auf S.309.Google Scholar
  44. 44.
    Vgl. dazu detaillierter Kap.5.1.: Machtbeziehungen und Machtstrategien.Google Scholar
  45. 45.
    Vgl. die Überlegungen zu Normen und Regeln in Kap.6, S.237ff. und zur “Sinnkonstanz” S.386.Google Scholar
  46. 46.
    “Sind Wissenschaftler zurechnungsfähig?” ist eine bei Sprachkritikern beliebte rhetorische Frage. Sie lieben die Kritik am abgehoben elaborierten wissenschaftlichen Code. Indem sie soziologische oder philosophische Textversatzstücke im Kontext eines Alltagssprachgebrauch zitieren, meinen sie, universitären Sprachdünkel decouvriert zu haben. Vgl. z.B. “Wer läßt die Luft aus Habermas?” von Schneider 1987, S.31ff. Google Scholar
  47. 47.
    Vgl. Kirsch/Knyphausen 1993, S.233, die von der je eigenen “Systemgeschichte” der Akteure sprechen. Sie folgern daraus, daß man von der Handlungstheorie fast zwangsläufig in systemtheoretische Argumentationslinien hinüberwechseln müsse. Diese Auffassung teilen wir nicht, werden aber durch den folgenden Exkurs III systemtheoretische Aspekte in unsere Diskussion einbeziehen.Google Scholar
  48. 48.
    Eder 1994, S.559 in einem Beitrag zum 65.Geburtstag von Habermas. Google Scholar
  49. 49.
    Müller beruft sich auf Giddens, der Habermas’ Rekonstruktionsversuch des Historischen Materialismus aufgrund seiner normativen Konnotationen als “Evolutionismus” (1988, S.292ff.) verwirft.Google Scholar
  50. 50.
    Die Gegensätzlichkeit schließt nicht aus, daß über die Rahmenbedingungen Konsens besteht. Das Vorhandensein von Bereichen des Einverständnisses im Sinne gemeinsamer Überzeugungen ist sogar Voraussetzung für das Austragen des Dissens.Google Scholar
  51. 51.
    Vgl. oben S. 142 sowie Fußnote 25 auf S. 149.Google Scholar
  52. 52.
    Vgl. z.B. die ausführliche Diskussion der Theorie des kommunikativen Handelns in Kirsch 1992. Eine breite Rezeption Habermasscher Thesen fand in den letzten Jahren auch im Ausland statt; vgl. u.a. Ferry 1987; Sica 1991; Calhoun 1992; Shalin 1992; Burrell 1994. Die Rezeption von Philosophen ist dabei sehr viel skeptischer als die von Sozialwissenschaftlern. Vgl. z.B. Rorty 1989, S.142f., der ebenso wie Habermas “freie” — allerdings nicht ideologiefreie — Diskussionen in der liberalen Gesellschaft fordert. Er hält Habermas vor, seine “aufklärerische Rede von ‘Universalität’ und ‘Rationalität’“sei eine Art “Sozialleim”, eine soziales Bindungsmittel zur Substitution des religiösen Glaubens.Google Scholar
  53. 53.
    Für Habermas 1987b, S.224, der sich nicht nur speziell auf Organisationen bezieht, sind diese Fiktionen “Fehlschlüsse” des hermeneutischen Idealismus einer verstehenden Soziologie, welche Gesellschaft und Lebenswelt nicht trennt.Google Scholar
  54. 54.
    Vgl. zum (Dis-)Embedding S.17 in der Einleitung.Google Scholar
  55. 55.
    Vgl. Haug 1994 sowie 1972, S.62, Anm.10. Sie pointiert ihre Kritik an der “wertfreien Darstellung” Goffmans: Die Unterhaltungen von Menschen hätten bei ihm “etwas von Verkaufsgesprächen” an sich; sie seien vielfach darauf bedacht, durch Erscheinung, Redeweise und sonstige Ausstattung einen höheren “Gebrauchswert” zu signalisieren, um für den Fall einer beruflichen Einstellung oder eines Aufstiegs einen höheren “Tauschwert” zu erhalten (Haug 1972, S.105; zitiert nach Kiss 1989, S. 140). Google Scholar
  56. 56.
    Der Kritischen Theorie gilt “Interaktion” als oberflächliche Kategorie, wenn bei ihrer Analyse nicht nach den Ursachen des Verhaltens gefragt wird. Goffmans Realität bestehe nur aus “verzerrten Kommunikationen”, die auf gesellschaftliche Verhältnisse zurückzuführen seien, die die Verständigungsmöglichkeiten unter den Menschen systematisch störten. Habermas will dagegen zeigen, wie kommunikativ handelnde Subjekte verständigungsorientiert koordiniert interagieren.Google Scholar
  57. 57.
    Ein großer Vorteil dieses Karpikschen Modells besteht darin, ohne systemtheoretische Anleihen (à la Luhmann — siehe Exkurs III) auszukommen. Wie werden in Kap.4 mit Giddens’ Dualitätsmodell daran anknüpfen.Google Scholar
  58. 58.
    Zitiert nach Türk 1990, S. 75, der sich auf die Diskussion dreier Logiken konzentriert: Kooperations-, Verwertungs- und Reproduktionslogik. Vgl. zusammenfassend auch Neuberger 1995b, S.44ff Google Scholar
  59. 59.
    Vgl. zu dieser konstruktivistischen Fragestellung auch den folgenden Exkurs IV.Google Scholar
  60. 60.
    Hitzler 1992, S.454, für den in Anlehnung an Goffman allein die “Dramatologie des tatsächlichen Handelns” zählt.Google Scholar
  61. 61.
    Heller 1994, S.206f. unterscheidet in Anlehnung an Hochschild und Stanislawski zwei Arten des “Schauspiels”: das Oberflächenhandeln (Ausdruck eines situativ passenden Gefühls) und das Tiefenhandeln (Ausdruck eines echt erlebten und empfundenen Gefühls). Diese Unterscheidung ist z.B. bedeutsam bei Trainings im Rahmen von Personalentwicklungsmaßnahmen. Die Frage von Heller 1994, S.212ff. lautet: Gelingt es, die erforderliche Gefühlssozialisation als Tiefenhandeln oder nur als Oberflächenhandeln zu verankern?Google Scholar
  62. 62.
    Ortmann 1995b versucht am Beispiel der Auseinandersetzungen an der Hambuger Hochschule der bildenden Künste zu zeigen, wie die Beteiligten gar nicht umhinkönnen, inkonsistent zu agieren und dadurch zu heucheln.Google Scholar
  63. 63.
    Martin u.a. 1983, S.438ff.; Neuberger/Kompa 1987, S.59; Mumby 1988, S.117. Google Scholar
  64. 64.
    Mumby 1988, S.86f., 120f.; unter Bezugnahme auf Giddens. Vgl. zu organisationalen “Stories” auch Kap.7.2 auf S.286ff.Google Scholar

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© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen/Wiesbaden 1998

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  • Anton Hahne

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