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Betriebswirtschaftlicher Forschungskontext

  • Anton Hahne
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Zusammenfassung

Der jahrzehntelange Ruf nach einer Überwindung enger disziplinärer Grenzziehungen hat in der Betriebswirtschaftslehre nur partiell gefruchtet. Immer noch können bestimmte Probleme nicht gelöst werden, da es an einer Integration einzeldisziplinärer Perspektiven mangelt. Obwohl eine wachsende Dysfunktionalität von Fachgrenzen offensichtlich ist, fehlte es bisher am “Widerstreit der Paradigmen in unserem Fach zum Nutzen der wissenschaftlichen Innovation” (Bleicher 1990, 1992). Die Gefahr eines erhöhten “Dilettantismus-Risikos” bei der Preisgabe jeglicher disziplinärer Grenzen erscheint — gerade in der Betriebswirtschaftslehre — viel geringer als die negativen Auswirkungen zu enger disziplinärer Gegenstandsfestlegung: “Die Vorteile einer disziplinären Arbeitsteilung schlagen dort in ihr Gegenteil um, wo im Zuge von Grenzziehungen das wissenschaftliche Problemlösungspotential vermindert wird und/oder wichtige lösungsbedürftige Probleme überhaupt nicht mehr ins Visier kommen” (Raffée 1989, S.5)1.

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Literatur

  1. 1.
    Daß die Betriebswirtschaftslehre inzwischen ein multidisziplinäres Fachgebiet ist — wofür prominente Namen wie Kirsch und Schanz stehen -, wird gerade da deutlich, wo die Verhaltenswissenschaft gemeinhin am wenigsten vermutet wird, im Rechnungswesen, wie der angelsächsiche Ansatz des “Behavioral Accounting” zeigt.Google Scholar
  2. 2.
    Ein klassisches Beispiel einer anwendungsbezogenen Theorie ist die Rhetorik (vgl. Geißner 1994), ein aktuelles Beispiel die Softwareergonomie (vgl. Floyd 1994). Google Scholar
  3. 3.
    Diese “Zugriffsmentalität” betrieblicher Praktiker, die sich angeblich nur holen, was sie an Verständlichem und Umsetzbarem bekommen, dient häufig weniger innovativen Lösungen als vielmehr der Legitimation alter Praktiken.Google Scholar
  4. 4.
    Theis 1991b, S.50 führt dies auf die ungenügende theoretische Fundierung zurück. Mit Weick 1985 könnte man aber auch argumentieren, daß die Ergebnisse bei unterschiedlichen Interessen an der Forschung gar nicht gleich ausfallen können.Google Scholar
  5. 5.
    Neuberger 1988a, S.52 bezeichnet die BWL scherzhaft als “Schweizer Armeemesser”, bei dem je nach Bedarf verschiedene, kleine Werkzeuge herausgeklappt werden können.Google Scholar
  6. 6.
    Gust u.a. 1992, S.90. Außerdem hat die Tendenz in den Sozialwissenschaften abgenommen, eindimensionale, kapitalismuskritische Interpretationen der Wirklichkeit als ultima ratio darzustellen.Google Scholar
  7. 7.
    Für die “Sozialtheorie” Giddens (vgl. Kap.4.2–4.4) gilt jede disziplinäre Trennung zwischen Anthropologie, Ethnologie, Soziologie, Psychologie, Politik- und Geschichtswissenschaft als künstlich und dem theoretischen Fortschritt hinderlich (Müller 1992, S.167, 188). Durch die Einbeziehung von Zeit und Raum als zentrale Kategorien dieser Gesellschaftstheorie verwischen sich auch die Grenzen zur Historiographie und zur Geographie. Eine wissenschaftliche Arbeit über Kommunikation und die dabei verwandte Sprache würde ferner zu kurz greifen, ginge sie nicht kursorisch auch auf Aspekte der Analytischen Philosophie und der Phänomenologie ein. Giddens 1984, S.19, der entsprechende wichtige Verbindungspunkte zwischen Geisteswissenschaft und Sozialwissenschaft nachzeichnet, bemerkt dazu: “Die ‘Nach-Wittgensteinsche Philosophie’ pflanzt uns geradezu in die Gesellschaft hinein, da sie den vielfältigen Charakter von Sprache und die Art und Weise, wie diese in sozialer Praxis fest verankert ist, betont.”Google Scholar
  8. 8.
    Neubergers Kritik (1990a, S.128) zielt auf behavioristische Ansätze, soziologische (Homans) und psychologische (Skinner).Google Scholar
  9. 9.
    Vgl. neben Miebach 1991, S.24ff., Osterloh 1993, S.76ff. zum “Paradigma” auch weiter unten.Google Scholar
  10. 10.
    Das Menschenbild Goffmans ist dabei geprägt durch die Alltagsdramaturgie. Hitzler pointiert diese Vorstellung durch Verwendung das Begriffs “Goffmensch” — in Analogie zum “komplexen Menschen” nach Schein. “Der Goffmensch, der sich hier zeigt, ist der sozusagen prinzipiell in ‘Schwierigkeiten’ befindliche, auf die Vermeidung von Problemen bedachte und mithin ein wesentliches dramatisches Leben führende Mensch” (Hitzler 1992, S.457). In gewisser Weise stellt der amerikanische Schauspieler Woody Allen in einigen seiner Filme den Idealtyp des “Goffmenschen” dar.Google Scholar
  11. 11.
    Vgl. auch die Überlegungen zur kommunikativen Kompetenz in Exkurs VII. Im Schlußkapitel dieser Arbeit (Kap. 10.2) wird darüber hinaus der Zusammenhang von Kommunikation und Glück noch einmal aufgegriffen.Google Scholar
  12. 12.
    Vgl. zu Watzlawick Exkurs V, S.232ff.Google Scholar
  13. 13.
    In der Wissenschaftstheorie wird deshalb auch die Auffassung vertreten, es müsse zwischen einer “Beobachtungssprache” und einer “theoretischen Sprache” unterschieden werden, eine Forderung, der fast nur in naturwissenschaftlichen Theorien Rechnung getragen werden kann (Opp 1976, S.358ff.). Google Scholar
  14. 14.
    Die “objektive Hermeneutik” erhebt dabei den Anspruch, latente soziale Sinnstrukturen herauszuarbeiten, die individualpsychisch nicht bewußt sind. Neben dieser objektivistischen Schule der Hermeneutik existiert eine subjektive Hermeneutik, der z.B. Gadamer zugerechnet werden kann. Für ihn ist das Wesentliche der Akt der Interpretation, verstanden als Wechselwirkung zwischen dem “Horizont” des Textes und dem “Horizont” des Interpreten. Verstehen ist aber nicht einfach eine subjektive Angelegenheit, sondern ein “Einrücken in ein Überlieferungsgeschehen, in dem sich Vergangenheit und Gegenwart beständig vermitteln” (Gadamer 1986, S.274f.). Vgl. auch Kap.3.3.Google Scholar
  15. 15.
    Dieser Mechanismus ist der Stoff vieler Karikaturen, wie Schulz von Thun 1980 in seinem Plädoyer für mehr “Natürlichkeit” unter Psychologen zeigt.Google Scholar
  16. 16.
    Daß dies keine neue Einsicht ist, sondern schon von der pragmatischen Wissenschaftslogik bei Peirce bis Dewey gesehen wird, merkt Habermas 1987a, S.163 an. Seiner Ansicht nach läßt sich das Problem der doppelten Hermeneutik lösen, indem der Sozialforscher seinen Beobachterstatus (“Trennungsmodell”) preisgibt und sich auf die kontrafaktische Unterstellung der idealen Sprechsituation einläßt (“Vereinigungsmodell”); vgl. Osterloh 1993, S.122f. Google Scholar
  17. 17.
    Eine gute Einführung zu Giddens gibt Müller 1992, der die doppelte Hermeneutik auf S.161 behandelt.Google Scholar
  18. 18.
    Habermas 1976 zeigt einen Weg auf, mit Hilfe der “Universalpragmatik”, universale Bedingungen möglicher Verständigung zu identifizieren und nachzukonstruieren. Dieser “hermeneutische Rekonstruktionismus” wird hier nicht explizit besprochen. Vgl. aber seine “Theorie des kommunikativen Handelns” in Kap.3.1ff. auf S.140ff.Google Scholar
  19. 19.
    Ein denkbarer Ausweg ist der Aktionsforschungsansatz (“action research”), der z.B. im Hinblick auf Weiterbildungsevaluation angewandt wird. Bei der Aktionsforschung versucht der Forscher Beteiligter und Anwalt der Menschen zu sein, die er beforscht. Wichtige Prinzipien der Aktionsforschung sind: Rückkopplung der Daten, Beteiligung am Zielfindungsprozeß, Flexibilität innerhalb des Weiterbildungsprogramms, gemeinsame Beurteilung der erhaltenen Daten. Vgl. Conradi 1983, S.110, 113–119; Nieder 1993, S.189ff. Ein prominentes Beispiel für Aktionsforschung stellt der schwedische LOM-Ansatz zur Innovationsförderung und Wettbewerbsverbesserung dar (vgl. Kap.6.5, S.271ff.).Google Scholar
  20. 20.
    Zur “Herstellung” von Realität vgl. die Position der “Radikalen Konstruktivisten” (v.Glasersfeld, Watzlawick u.a.). Sie betonen das Faktum der “gemachten” Wirklichkeit und verneinen objektive Realität und eine darauf beruhende “Wahrheit”. Der Mensch erschaffe sich als Gattungswesen seine Wirklichkeit je nach historischen und gesellschaftlichen Bedingungen. Konstrukthaft mit zeitlich und räumlich beschränkter Gültigkeit seien sowohl philosophische Weltentwürfe wie profane Organisationskulturen. Vgl. Exkurs IV, S.192ff.Google Scholar
  21. 21.
    In Erweiterung eines Schaubilds von Miebach 1991, S.27. Wir werden später in Kap.4 auf die “Strukturierungstheorie” von Giddens zurückgreifen und damit zwei bislang antagonistisch erscheinende Sichtweisen verbinden, welche ebenfalls als grundlegende sozialwissenschaftliche Paradigmen bezeichnet werden: Strukturtheorie und Handlungstheorie. Sehr oberflächlich betrachtet könnte man die Strukturtheorie dem funktionalistischen Paradigma und die Handlungstheorie dem interpretativen Paradigma gleichsetzen. Die Schwierigkeiten der Zuordnung werden dadurch verursacht, daß schon der Hauptvertreter des Strukturfunktionalismus, Talcot Parsons, seine Theorie “Handlungstheorie” nennt.Google Scholar
  22. 22.
    Die Sozialwissenschaften funktionieren — laut Müller 1992, S.156 — allerdings nicht nach dem naturwissenschaftlichen Modell des radikalen Paradigmenwechsels, in dem ein altes durch ein neues Paradigma einfach ersetzt wird. Es gilt weniger das selektive Prinzip des “survival of the fittest”, sondern das additive Prinzip des gleichzeitigen Bestandes verschiedener Theorien.Google Scholar
  23. 23.
    Die zeitgenössische Gesellschaftstheorie habe die Aufgabe, “Handeln als rational erklärbares Verhalten zu betrachten, das von den Menschen reflexiv organisiert wird”, gerade weil der Postmodernismus (in Form der post-empirischen Wissenschaftsphilosophie, der pragmatisch-linguistischen Wende und der interpretativen Soziologie) Rationalität eher geringschätzt.Google Scholar
  24. 24.
    Kirsch (1992, S.455) zitiert Rorty 1989, der das Menschenbild des “liberalen Ironikers” entwirft: “Dieser ist sich bewußt, daß er sich in jeder sozialen Handlung immer auch selbst identifiziert, wobei er zwischen einer abgrenzenden und einer vereinigungsorientierten Identifizierung ‘switchen’ kann”.Google Scholar
  25. 25.
    Erstmals verwandt wurde er wohl von Fisher 1985. Google Scholar
  26. 26.
    Vgl. Morgan 1986, 1989 sowie (zur imaginierenden Haltung) Morgan 1993. Google Scholar
  27. 27.
    Um ein Beispiel zu nennen: Die bei den Soziologen anerkannte Zivilisationstheorie (vgl. Elias 1979) wird von einigen Ethnologen (Duerr 1987ff. u.a.) vehement bestritten. Diese bezweifeln, daß im Zuge der Verbürgerlichung und der Zentralisierung des Staates ein Prozeß der “Verinnerlichung” von Werten und Normen stattgefunden habe. Vgl. auch Korte 1990; Rehberg u.a. 1991, S.64 sowie Dreitzel 1992, S.260f., Anm.3. Google Scholar
  28. 28.
    Vgl. dazu auch Neuberger 1990c, S.231f.; Türk 1989, S.17ff. In ihrem Analyseschema verwenden Burrell/Morgan eine Subjektiv-Objektiv-Einteilung, orientiert an vier wissenschaftstheoretischen Kernproblemen, die mit den Stichworten “Ontologie”, “Erkenntnistheorie”, “Menschliche Natur” und “Methodologie” umrissen werden.Google Scholar
  29. 29.
    Vgl. Neuberger 1990c, S.233, der Morgan 1980, S.610 zitiert.Google Scholar
  30. 30.
    Zum Gebrauch von Metaphern vgl. auch Schettgen 1991, S.81ff. und Krippendorff 1994, S. 79ff. Google Scholar
  31. 31.
    Besonders stimmig — wenn auch weniger blumig — wirken die Metaphern, die Weick in seiner eigenen Analyse durchgängig bevorzugt: Fluß und Wandel, kybernetisches System und Organismus. Vgl. dazu Schettgen 1991, S.86–100. Google Scholar
  32. 32.
    Burrell/Morgan 1979; vgl. auch Morgan 1980; Morgan/Frost/Pondy 1983; Neuberger 1990c. Neben der wissenschaftstheoretischen Dichotomie subjektiv/objektiv verwenden Burrell/Morgan die gesellschaftstheoretische Dimension Wandel/Stabilität. Das Kontinuum dieser Dimension bewegt sich also zwischen radikaler Veränderung (radikaler Humanismus und radikaler Strukturalismus) und geregelter Ordnung (interpretative Soziologie und Funktionalismus).Google Scholar
  33. 33.
    Burrell/Morgans Kreuzklassifikation ähnelt dem “Berting-Diagramm”, das Miebach 1991, S.326 aus einer Parson-Monographie zitiert.Google Scholar
  34. 34.
    Etwa durch die Managementrhetorik von Rationalität, Effizienz, Kontrolle, Sachlichkeit, Verantwortung etc.Google Scholar
  35. 35.
    Neuberger 1990c, S.236f. Der amerikanische Organisationswissenschaftler Morgan 1986 empfiehlt daher für die Organisationsanalyse das “Reading the Organization”.Google Scholar
  36. 36.
    Zur Organisationstheorie vgl. neben zahlreichen ähnlichen Darstellungen Frese 1990, 1991 oder Kieser/Kubicek 1992. Überblicksartige Darstellungen der Organisationstheorie unter kommunikationstheoretischer Perspektive finden sich bei Conrad 1990 und Theis 1994. Google Scholar
  37. 37.
    Vgl. Reimann 1989, S.347, der sich auf Cooley 1902, S.51f., 104ff. stützt.Google Scholar
  38. 38.
    Barnard 1938, S.226: “The first executive function is to develop and maintain a system of communication”.Google Scholar
  39. 39.
    Mit dem Anglizismus “organisational” kennzeichnen wir die Kommunikation innerhalb oder bezogen auf die Organisation. Im Gegensatz dazu verstehen wir unter “organisatorischer” Kommunikation die Kommunikation von oder zwischen Organisationen. Häufig wird in der deutschsprachigen Literatur nicht zwischen “organisational” und “organisatorisch” differenziert. Wir werden uns daher — zur Vermeidung stilistischer Inkongruenzen auch bei indirekten Zitaten — nicht durchgehend an eine unterschiedliche Verwendungsweise halten können.Google Scholar
  40. 40.
    Redding/Tompkins 1988, die Heron 1942 zitieren; Vgl. Bavelas/Barrett 1951.Google Scholar
  41. 41.
    Dem englischsprachigen Terminus “organizational communication” entspricht im Deutschen am ehesten das Kompositum “Organisationskommunikation”. Wir werden es in dieser Arbeit vornehmlich für “innerorganisatorische Kommunikation” verwenden.Google Scholar
  42. 42.
    Es gibt keine klare Abgrenzung des Fachs. Kernbestandteil ist jedoch die Disziplin “speech communication” mit heute ca. 50 “graduate programs”. Im Gegensatz dazu fristet die Sprechwissenschaft und Sprecherziehung (Geißner 1982) im deutschen Sprachraum ein Schattendasein, verdrängt nicht zuletzt von der etablierten Sprachwissenschaft. Vgl. Schwandt 1995, S.27. Google Scholar
  43. 43.
    Vgl. z.B. die umfassenden Darstellungen bei Redding 1985; Jablin 1987; Goldhaber/Barnett 1988. Google Scholar
  44. 44.
    Die begriffliche Beliebigkeit beklagen u.a. Piepenburg 1988, S.122f. und Köck 1991, S.340f., 347ff. Schon Graumann 1972, Sp.1109ff. legt dar, daß die Begriffe Interaktion und Kommunikation nur schwer zu trennen sind. Wir schließen uns den Auffassungen von Wahren 1987, S.32 und Delhees 1994, 8.12 an, die bei Verwendung von “Kommunikation” stärker Inhalte der interpersonalen Situation und ihre Bedeutung betonen, bei “Interaktion” stärker die Dynamik des zwischenmenschlichen Miteinanders. In vielen Fällen sind beide Begriffe austauschbar.Google Scholar
  45. 45.
    Ähnlich verkürzt wird gelegentlich der Kulturbegriff auf sichtbare Phänomene wie Architektur, Kunst und Design angewandt.Google Scholar
  46. 46.
    Ebenso stellt Baumüller 1968, S.49ff. Analogien zwischen dem Kommunikations- und dem Produktionsprozeß her.Google Scholar
  47. 47.
    In Anlehnung an den Duden soll Kommunikation per Medien hier “mediale” (= die Medien betreffend) genannt werden. Wir verwenden auch das Adjektiv “medialisiert” (= medial gemacht, zum Medium gemacht), nicht jedoch die in der Literatur teilweise anzutreffenden Adjektiva “mediatisiert” (primär ein Fachbegriff des Geschichtswissenschaft) und “mediatorisch” (Ableitung von “Mediator”). Letzteres gibt nur Sinn in bezug auf “Mediationsverfahren”.Google Scholar
  48. 48.
    Z.B. bei Berthel 1975, 8.67; Coenenberg 1966, S.38. Google Scholar
  49. 49.
    Viele Autoren bemängeln den engen, betriebswirtschaftlich geläufigen Informationsbegriff, so z.B. Wittmann 1980, Sp.894; Wittmann 1990; Bode 1993, S.275. Information wird meist als zweckorientiertes, zur Vorbereitung des Handelns dienendes “Wissen” definiert. Wissen ist danach jede Form der Repräsentation von Teilen der realen oder gedachten (d.h. vorgestellten) Welt in einem Speichermedium. “Informationen” sind eine Teilmenge daraus, nämlich spezifische Wissensbestandteile, die in Form menschlicher Sprache repräsentiert oder potentiell repräsentierbar sind (vgl. Bode 1993, S.276, der auf weitere Literatur verweist). Auf die Informationstheorie bezieht sich auch Mag, wenn er Informationen als ein Ergebnis “der Kommunikation, d.h. des Austausches und des Zusammenwirkens von personellen und maschinellen Aufgabenträgern” ansieht (Mag 1980, Sp.1032). Google Scholar
  50. 50.
    Vgl. dazu auch Kap.4.1 auf S. 170ff.Google Scholar
  51. 51.
    Reich 1970; zitiert nach Meiffert 1994, S.9. Die Gestalttherapeuten Perls u.a. 1991b, S.126 erklären diese “Hyperthrophie des Verbalisierens” ganz ähnlich: “Wo immer jemand die Berührung mit dem Gegenwärtigen furchtet — mit Leuten aus Fleisch und Blut, mit dem eigenen Fühlen und Empfinden -, da werden Worte als Schirm zwischen den Verbalisierer und seine Umwelt wie auch zwischen den Verbalisierer und seinen eigenen Organismus geschoben.”Google Scholar
  52. 52.
    Vgl. im einzelnen Kap.8.3, S.358ff.Google Scholar
  53. 53.
    Nach Graumann 1972 und Wiswede 1981, S.226. Google Scholar
  54. 54.
    Fundamentale Kritik hat bereits vor Jahrzehnten Irle an dieser künstlichen Trennung geübt. Vgl. auch die Überlegungen zur Formal- und Verhaltensstruktur in Kap.5.3.2 sowie Küpper 1993, S.296. Google Scholar
  55. 55.
    Vgl. die Beiträge in Bartsch 1994. Google Scholar
  56. 56.
    Vgl. z.B. v.Hahn 1983; Möhn/Pelka 1984. Nichtsdestotrotz sind einige Detailanalysen sehr erhellend; vgl. z.B. zur “‘Schnelligkeit’ im Geschäftsstil” Oksaar 1988, S.72ff. Google Scholar
  57. 57.
    Entsprechend mager sind die in der betriebswirtschaftlichen Literatur referierten sprachwissenschaftlichen Quellen zur Kommunikation. Vgl. z.B. Bärtsch 1993, S.7. Aber auch die Fachsprachenforschung stagniert, solange sie sich allein mit Stilistik und mit den Klassifizierungen oder Kategorisierungen abgibt, die die strukturelle Linguistik vorgibt. Zur Analyse der Organisationskommunikation trug sie in der Vergangenheit wenig bei. Das Forschungsdesiderat scheint jedoch inzwischen erkannt zu sein. Vgl. Anthologien neueren Datums wie Bungarten 1993a oder Schaeder 1994. Google Scholar
  58. 58.
    Zu nennen ist etwa die Arbeit von Fiehler 1980, der sich mit Kommunikation in betrieblichen Kooperationsprozessen auseinandersetzt und den “linguistischen Funktionalismus” (vgl. S.278) und die “Tätigkeitstheorie” als Ausgangspunkt nimmt. Zu letzterer vgl. Fußnote 105 auf S.55.Google Scholar
  59. 59.
    Um die oben erwähnte enge Sichtweise gerade auch in der Empirie zu überwinden, plädiert sie für eine korpusbezogene empirische Untersuchungsweise. Der Methodologie der Diskursforschung komme ein besonderer Stellenwert zu, denn nur mit ihrer Hilfe seien kommunikative Probleme betrieblichen Handelns erst richtig diagnostizierbar. Damit ließe sich Material für detaillierte Analysen der Vorgeformtheit kommunikativen Handelns, der Konstitution sozialer Realität und insbesondere der Widersprüchlichkeit betrieblicher Kommunikation gewinnen. Gegenüber der klassischen Empirie der Organisationspsychologie und -Soziologie sowie der Betriebswirtschaftslehre sollte die pragmatische Sprachwissenschaft eine “realistische Wende” herbeiführen (Brünner 1992, S.35). Eine Wende vollzieht sie dabei gleichzeitig gegenüber der klassischen Sprachwissenschaft, wie wir in Exkurs VI zeigen werden.Google Scholar
  60. 60.
    Ronneberger 1978, S.38 hält das Bedürfnis nach direkter Kommunikation abschätzig für eine Ideologie und bezeichnet Massenkommunikation als eine ebenso unproblematische Dienstleistung wie die Müllabfuhr oder die Straßenreinigung.Google Scholar
  61. 61.
    Belege dafür sind u.a. die Monographien von Wahren 1987, Conrad 1990, Neuhäuser-Metternich 1994, Theis 1994 und Schwandt 1995 oder die Sammelbände von Jablin u.a. 1989, Bungarten 1994, Bartsch 1994; vgl. zur Unterschiedlichkeit des theoretischen Zugangs und des Abstraktionsniveaus die Sammelrezension von Hahne 1994a. Zahlreich sind ferner Veröffentlichungen, die Organisationskommunikation nicht als thematischen Schwerpunkt behandeln, aber wichtige theoretische Beiträge enthalten. Exemplarisch seien genannt Kirsch 1992 und Koerfer 1994, dessen Monographie zur “institutionellen Kommunikation” (ausgehend von Sprechhandlungen über Handlungsmuster bis hin zu Handlungssystemen) hier aus Platzgründen unberücksichtigt bleibt. Schwandt 1995, S.49f. der einen guten Literaturüberblick zu Gesprächen in Organisationen gibt, beklagt zurecht das schwer überschaubare “Feld”, vor allem, wenn man die vielen US-amerikanischen Arbeiten zum Bereich “organizational culture” einbezieht.Google Scholar
  62. 62.
    Vgl. ferner zur Informationsökonomie, auf die hier ansonsten nicht weiter eingegangen wird, z.B. die Nachweise in Schenk 1986. Informationsökonomische Vorstellungen (“informationswirtschaftliches Gleichgewicht” etc.) fließen in viele informationssystemorientierte Ansätze ein; vgl. z.B. Berthel 1975, 1992a. Darüber hinaus diskutiert Alewell 1993, 1994 die Möglichkeit, Personalpolitik informationsökonomisch zu interpretieren.Google Scholar
  63. 63.
    Vgl. dazu Witte 1974 sowie zu Methoden der Informationsbedarfsermittlung auch Koreimann 1976. Vgl. die unten (Abb.05 auf S.58) genannten kommunikativen Aspekte des Entscheidungs-prozesses.Google Scholar
  64. 64.
    Vgl. die Abbildung “Kommunikationsrichtungen” in Staehle 1994, S.550; allgemein zum vernetzten Denken und Handeln Vester 1989. Von Netzwerken spricht Sydow 1992 auch bei interorganisatorischen Beziehungen (strategischen Allianzen etc.). Daneben existieren Netzwerke durch Ämterhäufung auf der Top-Management-Ebene. Die zahlreichen personellen Überschneidungen z.B. in den Aufsichtsräten der Banken und der Industrie führen zur häufigen Gleichschaltung von Interessen in unterschiedlichen Unternehmen; vgl. das Beispiel eines “transorganisationalen Interaktionssystems” in Frey u.a. 1993, S.361. Google Scholar
  65. 65.
    Vgl. auch Probst/Büchel 1994, S.105f., sowie die dort beispielhaft genannten Visualisierungstechniken, die das vernetzte Denken unterstützen: Kartenzeichnen, Mindmapping, COCOMAP, ORGMAP und Topmapping; vgl. ebd., S.163ff. sowie zu “Ursachenkarten” S.318 in Kap.7.4.Google Scholar
  66. 66.
    Dies wird z.B. im Konzept der Teamtheorie (Marschak/Radner 1976 bzw. den Überblick bei Frese 1991, S.264ff.) vorausgesetzt. In teamtheoretischen Koordinationsmodellen wird die simultane Ermittlung der optimalen Entscheidungs-, Informations- und Kommunikationsstruktur angestebt, allerdings unter Vernachlässigung sämtlicher psychologischen oder soziologischen Einflußgrößen.Google Scholar
  67. 67.
    Der Versuch, allgemeine Gestaltungsempfehlungen zur praktischen Durchführung einer nutzwertorientierten Informationsbewertung zu geben, ist allerdings unpraktikabel. Dies gilt auch bei einer weiteren Differenzierung je nach Informationsart, die Wild 1971, S.328 vorschlägt: faktisch (IST-Aussage), prognostisch (WIRD-Aussage), explanatorisch (WARUM-Aussage), konjunktiv (KANN-Aussage), normativ (SOLL-Aussage), logisch (MUSS-Aussage), explikativ (definiert Aussagen) und instrumenteil (WIE-Aussage).Google Scholar
  68. 68.
    Vgl. Wahren 1987, S.72, der sich auf Brönimann 1970, Bartram 1969, Leavitt 1951 und Gutzkow/Simon 1955 stützt.Google Scholar
  69. 69.
    Vgl. zu den problematisierten Kommunikationsstrukturen z.B. Grochla 1975, S.81ff., Mag 1980, Sp.1034. Schon Mag 1970 zeigt die sehr beschränkten Möglichkeiten einer quantitativen Erfassung der Kommunikationsstruktur auf algebraischem Weg mit Hilfe der Graphentheorie.Google Scholar
  70. 70.
    Scott 1986, S.209, der u.a. Arrow 1974, S.68f. und Williamson 1975, S.41–54 zitiert.Google Scholar
  71. 71.
    Kommunikationsnetze sind nicht den Computernetzen in Local Aerial Networks (LANs) gleichzusetzen. Zwar gibt es auch dort Stern-, Bus- und Ringnetze. Die Kennzeichen (z.B. uni- oder bidirektionaler Datenfluß) sind jedoch durch die technische Gestaltung der Netzwerktopologie gegeben, auf die hier nicht einzugehen ist.Google Scholar
  72. 72.
    Selbst wenn man keine konstruktivistische Position (als Bsp. vgl. Fußnote 7 auf S.94) einnimmt, so muß man feststellen, daß die Künstlichkeit von Versuchssituationen einen Großteil der sozialpsychologischen Empirie (vgl. etwa Abb.22 auf S.293) nachhaltig beieinträchtigt. Anderer Ansicht ist Scott 1986, S.207, Fußnote 6. Google Scholar
  73. 73.
    In der Praxis existiert keine eindeutige Trennung von Informationsanalyse und Kommunikationsanalyse. Einzelansätze von IuK-Analysen werden von Reichwald/Nippa 1992, Sp.857f. tabellarisch aufgezeigt. Prozeßanalysen administrativer Vorgänge werden gegenwärtig auch unter dem Stichwort “Workflow” thematisiert.Google Scholar
  74. 74.
    Interessant erscheint, daß die Technik in Form der vorhandenen Infrastruktur und ihrer Zweckmäßigkeit wenig untersucht wurde. “Es bleibt zu fragen, warum die Art der eingesetzten Software, vor allem ihre Nutzung, sowie die Zufriedenheit der Benutzer mit ihrer Technikausstattung in den Projekten so wenig Beachtung finden” (Frank/Kronen 1991, S.87). Google Scholar
  75. 75.
    Bei den Erhebungstechniken ist der Einsatz EDV-gestützter Werkzeuge (“tools”) gängige Praxis. Inwieweit neuartige Konzeptions- und Bewertungswerkzeuge (Kommunikations-Struktur-Analysen etc.) oder sogar wissensbasierte Systeme die hochgesteckten Erwartungen erfüllen werden, kann noch nicht generell beantwortet werden. Vgl. dazu z.B. Krallmann u.a. 1989 und Krallmann 1991. Google Scholar
  76. 76.
    Über Pseudo-Wirtschaftlichkeitsberechnungen zur Legitimation von Investitionen wird sich nur der wundern, dessen Effizienzdenken noch völlig ungebrochen ist. Tatsächlich geben oft nicht primär Produktivitätszuwächse den Ausschlag für EDV-Investitionen, sondern Innovationseuphorie, Statusdenken und Fortschrittsideologie. Vgl. dazu auch Fußnote 23 auf S.99.Google Scholar
  77. 77.
    Expertenaussage, zitiert von Frank/Kronen 1991, S.58. Google Scholar
  78. 78.
    Vgl. dazu z.B. Anions 1973, S.206ff., Titscher 1992, Sp.1009ff., Staehle 1994, S.301ff. sowie den kurzen Forschungsüberblick von Matiaske 1993, S.47ff., der Weiterentwicklungen in Form von Netzwerkanalysen behandelt.Google Scholar
  79. 79.
    Auf eine Organisation (Betrieb, Behörde etc.), einen Bereich oder eine Abteilung (Gruppe, Arbeitsraum) bezogen, wird z.B. die Frage gestellt: “Mit welchen Kollegen möchten Sie gemeinsam eine (näher definierte) Aufgabe lösen?” Jeder Teilnehmer erhält zwei Antwortkarten, eine für Wahlen, die andere für Ablehnungen. Die Karten können mehrere Namen enthalten, die Summe beider Karten sollte die Anzahl der insgesamt in Frage kommenden Personen ergeben. Das soziometrische Testergebnis wird graphisch in Form des Soziogramms dargestellt, ein Abbild der dynamisch emotionalen Tiefenstruktur der Gruppe (Saaman 1991, S.20). Google Scholar
  80. 80.
    Ein weiteres Beispiel für eine soziometrische Zustandsprüfung ist der “Situationsspiegel”. Dazu schafft der “Organisationstherapeut” vorher Requisiten und Utensilien in den Raum, die symbolisch für die Arbeitswelt, für den privaten Bereich und für emotionale Aspekte stehen. Die nun in den Raum gerufenen Mitarbeiter werden gebeten, sich ihren passenden/typischen oder angenehmen Platz zu suchen und mit den symbolischen Dingen einzurichten. “Einer hat sich z.B. von Privatem umgeben, ein anderer sitzt mit dem Rücken an der Wand, ein Dritter bestimmt das Mittelfeld, ohne aber auch nur ein emotionales Symbol in seiner Nähe zu haben usw.” (Saaman 1991, S.184). Die Diagnose erfolgt aber nicht allein durch die Interpretation des Standbildes, vielmehr wird nacheinander jeder Mitwirkende durch einen Hilfsdarsteller ersetzt und gebeten, seine Wahrnehmung bezogen auf seine Rolle, auf die jedes anderen und auf die Gruppe zu beschreiben.Google Scholar
  81. 81.
    Vgl. Lazega 1992 sowie Fußnote 28 auf S.213.Google Scholar
  82. 82.
    Vgl. auch Langer/Schulz v.Thun/Tausch 1987, S.14; Neuberger 1988c, S.20ff. Google Scholar
  83. 83.
    Das unten — in Kap.8.3, auf S.359f. — vorgestellte TALK-Modell fußt auf dem Nachrichtenquadrat.Google Scholar
  84. 84.
    Toemmler-Stolze 1992 geht es vor allem um die Integration neuer Mitarbeiter.Google Scholar
  85. 85.
    Neuberger 1990a, S. 127. Vgl. zu Kommunikationsstörungen auch S.398f. in Kap.9.1.1.Google Scholar
  86. 86.
    Brünner 1992, S.32; ausführlich dargestellt in Brünner 1987.Google Scholar
  87. 87.
    Besonders deutlich werden daraus resultierende Mißverständnisse in ethnologischen Studien, z.B. in dem bekannten Bericht Castanedas 1972, der den Gebrauch von Drogen bei mexikanischen Indianern zu beschreiben versuchte, ohne den sicheren Boden des eigenen Weltbildes verlassen zu wollen.Google Scholar
  88. 88.
    Reber 1976, S.114ff. sieht vor allem die Gefahr des Neotaylorismus.Google Scholar
  89. 89.
    Vgl. zur “Managerkommunikation” auch Witt/Witt 1993, S.81ff. sowie Kap.2.2.1, S.105ff.Google Scholar
  90. 90.
    Vgl. Kap.6.2, S.244.Google Scholar
  91. 91.
    Vgl. zum “group think” im folgenden Kapitel Seite S.62.Google Scholar
  92. 92.
    Pfohl 1981, S.98f. unter Verweis auf Reber 1976, S.116f., der Kirsch 1971, S.56 zitiert.Google Scholar
  93. 93.
    Vgl. zu Ergebnissen der amerikanischen Kreativitätsforschung (Guilford u.a.) im einzelnen Beitz 1996, S.67ff. Ähnliche Überlegungen stellte schon der Psychoanalytiker C.G.Jung an, dessen Persönlichkeitstypen einen guten Ansatzpunkt für die Verdeutlichung des Einflusses kognitiver Stile auf die Informationsverarbeitung bieten.Google Scholar
  94. 94.
    Bekanntermaßen gibt es inzwischen “neuronale” EDV-Netze, die biologisch-physiologische Vorbilder haben.Google Scholar
  95. 95.
    Vgl. zur “Körperlichkeit” von Entscheidungen auch Franck 1992, S.631ff. Google Scholar
  96. 96.
    Ähnlich auch Coulmas 1992, der aus sprachwissenschaftlicher Perspektive Kosten-Nutzen-Analysen von Sprache und Sprachgebrauch anstellt.Google Scholar
  97. 97.
    Auf Sprachkonvergenz wird auf S.237f. in Kap.6.1 genauer eingegangen.Google Scholar
  98. 98.
    Die Diskriminierung von Dialektsprechern ist z.B. für England beschrieben (Giles, Labov u.a.) und läßt sich auch im deutschsprachigen Raum zeigen. Anders gestalten sich dagegen die Sprachverhältnisse im deutschsprachigen Teil der Schweiz. Das Schweizerdeutsch ist keine sozial (aber eine stark regional) gegliederte Mundart.Google Scholar
  99. 99.
    Vgl. zur Anreiz-Beitrags-Theorie zusammenfassend Nick 1975, Sp.38ff. oder Staehle 1994, S.405ff. Google Scholar
  100. 100.
    Matties u.a. 1994, S.73, die zwar zugestehen, daß es individuelle Kommunikationsrechte (nach dem Grundgesetz und dem Betriebsverfassungsgesetz) gibt; deren Ausnahmecharakter bestätige aber die generelle Diskursfeindlichkeit des Arbeitsrechts. Kollektive Interessenvertretungen verhindern so gesehen die individuelle Äußerungsfreiheit.Google Scholar
  101. 101.
    Schanz 1978, S.143 weist in diesem Zusammenhang auf immaterielle Gratifikationsarten wie “soziale Anerkennung” und “Information” hin.Google Scholar
  102. 102.
    Vgl. Abb.03 auf S.53.Google Scholar
  103. 103.
    Wie schon Thibaut/Kelley 1959 vorgeschlagen haben; vgl. Bierhoff 1987, S.136ff.; zu Austauschtheorien auch Mikula 1985, Thomas 1991. Google Scholar
  104. 104.
    Siehe Kap.5.3.1 auf S.211ff. Zur Analyse von Verhandlungen ferner Kap.7.3.1, S.300ff.Google Scholar
  105. 105.
    Hacker 1986, S.253, entwickelt seine Handlungstheorie als Weiterführung der “Tätigkeitstheorie”. Diese wurde im Rahmen der kulturhistorischen Schule der sowjetischen Psychologie in der Nachfolge von Wygotski vor allem von Leontjew entwickelt. Die Beschreibung und Erklärung der Entwicklung der menschlichen Psyche sowohl in phylowie in ontogenetischer Perspektive erfolgt mit der “historischen Methode” in naturgeschichtlicher, gesellschaftlich-historischer und individualgeschichtlicher Perspektive. Vgl. Fiehler 1980, S.28ff., der Holzkamp/Schurig 1977 zitiert. Tätigkeit hänge stets mit einem Motiv zusammen, Handlung sei immer einem bewußten Ziel untergeordnet. Auch die Handlungsstrukturtheorie von Hacker und Volpert sowie das neofunktionalistische TOTE-Modell (Text-Operate-Text-Exit) bauen auf der Tätigkeitstheorie auf. Vgl. Wehrstedt 1987, S.1079ff. und in Kap.6.3.4 zum sogenannten “Inneren Sprechen” vor allem S.257f.Google Scholar
  106. 106.
    Vgl. Hacker 1986, S.255f.; Holzkamp 1993, S.155ff., der die Handlungsregulationstheorie zu einer subjektwissenschaftlichen Lerntheorie erweitert; Volpert 1983, der im “Modell der hierarchisch-sequentiellen Handlungsorganisation” die Verbalisierung/Verinnerlichung äußerer Handlungen zur Handlungsorganisation darstellt.Google Scholar
  107. 107.
    Hacker erwartet sogar, daß die Psycholinguistik zu einer Grundlagendisziplin der Arbeitspsychologie wird, um einen Arbeitsstil im Sinne eines “Arbeitens mit dem Kopf” zu befördern.Google Scholar
  108. 108.
    Vgl. weiter unten S.317f. in Kap.7.4.Google Scholar
  109. 109.
    Während im deterministischen Paradigma menschliches Tun als gesetzmäßiges “Verhalten” aufgefaßt wird, betont man im interpretativen Paradigma das absichtsgeleitete “Handeln” und versucht, seine impliziten Regelstrukturen aufzudecken. Vgl. oben Kap.1.1.2.Google Scholar
  110. 110.
    Dies gilt vor allem auch für die “betriebswirtschaftliche Handlungstheorie”. Sie stellt — laut Koch 1992, S.808 — eine “Gesamtkonzeption der betriebswirtschaftlichen Theorie dar, definiert durch Gesamtzweck, Objekt und analytische Methode. (...) Dabei ist die Handlungstheorie durch die Anwendung der individualanalytischen Methode gekennzeichnet. Dies will besagen: Es werden Aussagen über das individuelle Handeln des einzelnen Wirtschaftssubjektes abgeleitet. Damit wird unterstellt, daß das betrachtete Subjekt jeweils in seinem Entscheidungskalkül das reaktive Handeln anderer interagierender Wirtschaftssubjekte als externe Variable in seinem Entscheidungskalkül antizipierend in Rechnung stellt.”Google Scholar
  111. 111.
    Küpper 1993, S.68; Coleman 1991, S.6f. Vgl. auch die Diskussion bei Kirsch 1992, S.240, 247ff., der den methodologischen Individualismus Luhmanns Systemtheorie gegenüberstellt. Vgl. ferner Giddens 1988, S.270ff.Google Scholar
  112. 112.
    In Anlehnung an Mintzberg 1983, S.100. Bei Delegation der Entscheidung an eine Gruppe hat man die Möglichkeit, die Kontrolle über den Prozeßablauf zu behalten, wie dies etwa in modernen Moderationsverfahren eingeübt wird, bei denen sich alle Gruppenakteure gleichberechtigt den inhaltlichen Sachverhalten widmen. Vgl. dazu S.322 und S.420.Google Scholar
  113. 113.
    March/Simon 1967, 8.164 betonen in bezug auf Informationsbeschaffer und -sammler die Funktion der “Unsicherheitsabsorption”: Es werden eher die aus den Informationen gezogenen Schlußfolgerungen als die Informationen selbst weitergeleitet.Google Scholar
  114. 114.
    Küpper 1993, S. 116 weist darauf hin, daß nur im Entscheidungszeitpunkt “Gültigkeit” und “Akzeptanz” zusammenfallen. Vgl. Kap.5.3.2, S.244f. sowie zur Entkoppelung von Entscheidungs-prozessen Brunsson 1989a.Google Scholar
  115. 115.
    Vgl. den kurzen Überblick bei Bamberg/Coenenberg 1989, S.44ff., die auch die “behavioral theory of the firm” von Cyert/March 1963 darstellen.Google Scholar
  116. 116.
    Dieses “Muddling through” erübrigt nicht die Diskussion um die beschränkte subjektive Rationalität von Entscheidungsträgern, wobei es u.a. um die Frage geht, welche kognitiven Strategien oder Prozesse Individuen handlungsfähig machen. Begrenzte Rationalität muß — wie u.a. Giddens betont — auch den unbewußten und gewohnheitsmäßigen Handlungen und Kommunikationen unterstellt werden.Google Scholar
  117. 117.
    Diese Überlegungen sollen genügen, um einige Implikationen der verhaltenswissenschaftlichen Entscheidungstheorie aufzuzeigen (vgl. weiterführend Chia 1994, S. 781ff.). Wir werden auf die deskriptive Analyse des EntScheidungsprozesses an späterer Stelle (in Kap.7.3.2, insbesondere Abb.28 auf S.307) zurückkommen.Google Scholar
  118. 118.
    Schein 1969, S.15ff. Vgl. speziell zu Grundprinzipien von Brainstorming-Sitzungen Thomas 1992, S.172f., bei denen sich verbesserte Beurteilungsmöglichkeiten (der Gruppenarbeit) zukünftig durch Computerunterstützung abzeichnen (Dennis/Valacich 1993, S.531ff. und Petrovic/Krickl 1993, S.120ff.).Google Scholar
  119. 119.
    Zu Moderationsverfahren vgl. Abb.30 auf S.322.Google Scholar
  120. 120.
    Dieses Protokoll, das z.B. in der “Survey-Feedback”-Methode verwendet werden kann, stammt von Schein 1969, S.42f., zitiert von Hill u.a. 1992, S.521. Mit ähnlichen Methoden wird versucht, auch inhaltliche Fragen in die Analyse von Interaktionsprozessen beim Problemlösen und Entscheiden in Sitzungen einfließen zu lassen (Boos u.a. 1991). Hierauf sowie auf Probleme gruppendynamischer Verfahren soll an dieser Stelle aber nicht eingegangen werden. Vgl. dazu z.B. Strauß u.a. 1996 sowie Kap.9.2.2.Google Scholar
  121. 121.
    Auch beim “double-loop learning” nach Argyris/Schön wird vorausgesetzt, daß sich die Beteiligten im Problemlösungsprozeß von ihren eigenen individuellen Intentionen distanzieren und diese zu Objekten ihres Diskurses machen (Geißler 1994, S.99). Google Scholar
  122. 122.
    Geißler 1994, S.220, der auch eine problematische, weil unrealistische Voraussetzung nennt: Der kollektive Lernprozeß setze den Verzicht auf jede Form von “power-play” voraus. Auf den Anspruch der “Herrschaftsfreiheit” des Diskursmodells der Kommunikation werden wir in Kap. 3ff. genauer eingehen.Google Scholar
  123. 123.
    Vgl. Steinmann/Schreyögg 1990, S.476f.; Delhees 1994, S.393ff.; im Original Janis 1972. Vgl. auch am Bsp. der Deutschen Bank Fehlentscheidungen, die sich durch “Homogenität, Suche nach völligem Konsens, keine formelle Abstimmung, ein Höchstmaß an struktureller Verantwortungsdiffusion und Sorglosigkeit durch vorangegangene Erfolge” erklären lassen (Lüthgens u.a. 1994). Google Scholar
  124. 124.
    Zu Dysfunktionalitäten der Gruppe vgl. auch S.459f. in Kap.9.3.4.Google Scholar
  125. 125.
    Steinmann/Schreyögg 1990, S.474; vgl. zur Risikoschubforschung z.B. auch Thomas 1992, S.176ff.Google Scholar
  126. 126.
    Vgl. Blickte 1994b, S.241; Steinmann/Schreyögg 1990, S.477f., nach Cosier 1981, S.643ff. und Mason/Mitroff 1981, S.128. Google Scholar
  127. 127.
    Schreyögg G. 1991, S.103; unter Bezugnahme auf Ackoff 1981 und Mason/Mitroff 1981.Google Scholar
  128. 128.
    Vgl. zum Zusammenhang von Ethik und Unternehmenskommunikation weiter unten die Kap.6.4 und 6.5.Google Scholar
  129. 130.
    Die Internalisierung seiner Handhabung hat auch kulturelle Aspekte: Wird im Krimifilm die Telefonschnur gekappt, so weiß der Zuschauer um die Dramatik der Szene. In fünfzig Jahren wird den Cineasten des 21.Jahrhunderts wahrscheinlich die Spannung entgehen, da sie mit schnurlosen Geräten sozialisiert wurden (Rollka 1990). Wie mag dann der Schurke die Verbindung Opfer-Außenwelt abschneiden?Google Scholar
  130. 131.
    Da aber im Zuge der Deregulierung des Telekommunikationsmarktes, der Privatisierung von staatlichen Diensten und der Preisgabe hoheitlicher Befugnisse starke kommerzielle Interessen um einen wachsenden Markt konkurrieren, ist in den letzten Jahren eine Zunahme an wissenschaftlicher Beforschung zu verzeichnen. Entsprechende Untersuchungen werden meist von Telefongesellschaften initiiert oder gesponsert. Vgl. z.B. Dordick/LaRose 1992; Jäger 1993. Google Scholar
  131. 132.
    Baumgarten 1931, S.195. Dieses Zitat wirkt heute komisch, scheinen wir uns doch noch mehr an die Verdrängung von Gefühlen gewöhnt zu haben. Zumindest ist es unter Erwachsenen verpönt, seine Aggressionen an technischen Geräten abzureagieren. Daß medienvermittelte Kommunikation u.U. enthemmter ist, gilt aber auch heute. Jedes Medium gestattet seine spezielle Form der Pornographie (Telefonsex, Mailbox-Magazine, Netzwerk-Kontakte etc.). Anonyme Bidirektionalität ermöglicht z.B. in großen Organisationen verbale sexuelle Belästigungen gegenüber Mitarbeiterinnen. Betroffene können sich nur schwer wehren, weshalb sich — analog zu Telefonbelästigungen (vgl. Schabedoth u.a. 1990, S.112) — auch für Computernetzadministratoren Handlungsbedarf ergibt.Google Scholar
  132. 133.
    Diskutiert wurde früher z.B., ob häßliche Menschen (die oft als besonders geistreich gelten, man denke nur an Georg Christoph Lichtenberg) besonders meisterhaft telefonierten. Sind daneben primär Frauen “Meister des ‘blinden Dialogs’”? (Baumgarten 1931, S.191) Bewiesen ist, daß sie (privat) deutlich länger und häufiger telefonieren. Jedoch leisten sie im Rahmen der familiären Arbeitsteilung auch den Großteil sozialer Kontakte der Face-to-face-Kommunikation, so daß hier nur ein Indiz dafür vorliegen könnte, daß die physische Nachbarschaft auf die “psychologische Nachbarschaft” übertragen wurde.Google Scholar
  133. 134.
    Vgl. zur speziellen Struktur der Eröffnung und Beendigung von Telefondialogen Henne/Rehbock 1982. Google Scholar
  134. 135.
    Nach 23 Uhr darf man z.B. nur in Notfallen anrufen; In den 60er und 70er Jahren galt: Zwischen 20 Uhr und 20 Uhr 15 ruft man niemanden an, es sei denn, er hat keinen Fernseher.Google Scholar
  135. 136.
    Vgl. Höflich 1990, S.202. Google Scholar
  136. 138.
    Ändern wird sich das erst durch die Rufnummernkennung im Display eines ISDN-Telefons. Es bürgert sich bei vielen Nutzern jedoch heute schon ein, den Anrufbeantworter — on line, laut — zwischenzuschalten, um nur im Fall eines erwünschten Telefonats ein tatsächliches Gespräch zu beginnen; vgl. zu “Botschaften auf Anrufbeantwortern” Knoblauch 1995, S.187ff. Google Scholar
  137. 139.
    In Hinblick auf das Telefonieren ist schwer einschätzbar, ob es bei der direkten Erreichbarkeit von Teilnehmern bleibt (vgl. die oben genannte Regel der Interaktionsaufforderung). Die enorme Popularität von Anrufbeantwortern deutet darauf hin, daß der Rückruf die neue Regelform des Telefonats darstellen wird. Realisierbar wäre dies z.B., indem sich Anruf und Rückruf in ihrem akustischen Signal unterscheiden. Mit der Verbilligung digitaler Speicher ist generell mit einer Zunahme asynchroner verbaler Kommunikation zu rechnen. Kritisch dazu Gumpert 1987. Google Scholar
  138. 141.
    Die heutige Bedeutung des Telefons für die Wirtschaft läßt sich z.B. daran ablesen, daß nach der bekannten Studie von Mintzberg 1973 75% der Zeit von Managern für reine Kommunikationsaktivitäten aufgebracht wird. Ein Großteil dieser Zeit wird mit Telefonaten verbracht. Vgl. Kap.2.2.1 (In der Tabelle 04 auf S.105 sind niedrigere Prozentsätze angegeben. Diese basieren auf einer deutschen Studie).Google Scholar
  139. 142.
    Brinckmann 1984, S.104. Zu den Funktionen, die sich aus den Regelungserfordernissen in der öffentlichen Verwaltung ergeben vgl. Lenk 1990, S.58f., der die Funktionen arbeitsplatzübergreifender Informationsinfrastrukturen einteilt in: Wissensansauger (Abruf externer Informationen), Kollektivgedächtnis (Speicherung und Wiederauffinden gemeinsamen Wissens, z.B. Ablage und Registratur als gemeinsames Gedächtnis einer Behörde), Büromanager (z.B. Sitzungstermine anberaumen, Terminkalender), Vorgangskoordinator (Zusammenführen einzelner Entscheidungsbeiträge, verteiltes Entscheiden bei der Entwurfsgenerierung), Dokumentproduktionsstraße (arbeitsplatzübergreifende Produktion von Dokumenten, z.B. Vorlagen an den Gemeinderat), Zusammenbringer (Medien für prinzipiell inhaltlich ungeregelte Kommunikation, z.B. zeitversetztes brainstorming, Verabredung zum Kaffee).Google Scholar
  140. 143.
    Seemann/Meier 1991, S.30, die ihrerseits aus der Zeitschrift “Kress-Report” zitieren.Google Scholar
  141. 144.
    Es bietet sich an, die Schriftlichkeit der administrativen Kommunikation mit systemtheoretischen Überlegungen zu verknüpfen. Vgl. die Ausführungen zur “Ausdifferenzierung der Sinndimension” auf S.167.Google Scholar
  142. 145.
    In diesem Zusammenhang ein paar Bemerkungen zum Datenschutz: Das Fernmeldegeheimnis hat nach Art.10 Grundgesetz (GG) Verfassungsrang. Die dort im Absatz 2 vorgesehenen Beschränkungen der Unverletzlichkeit ergeben bei neuen Geräten und Diensten immer neue, rechtlich problematische Fragen. Grundsätzlich ist aber festzustellen, daß das Fernmeldegeheimnis nach wie vor auch von den Gerichten als wichtiges Persönlichkeitsrecht angesehen wird. Der Persönlichkeitsschutz nach Art.2 Absatz 1 GG gilt auch für vertrauliche Gespräche. So hat das Bundesverfassungsgericht klargestellt, daß die Benutzung eines Diensttelefons durch einen Arbeitnehmer nicht den Schluß zuläßt, daß er mit einem Mithören seines Gesprächs durch den Arbeitgeber einverstanden ist. Obwohl in diesem konkreten Fall der Arbeitnehmer von der Mithörmöglichkeit wußte, hatte er nicht sein “Recht am eigenen Wort” verwirkt, nämlich seine Befugnis, den Kreis der Adressaten seiner Worte selbst zu bestimmen (Bundesverfassungsgericht, Beschluß vom 19.12.1991 – 1 BvR 382/85). In anderem Zusammenhang hat dasselbe Gericht eine “Verdinglichung” des gesprochenen Wortes durch heimliche Tonbandaufnahmen untersagt, was sogar — nach §§ 298, 353d StGB — strafrechtlich relevant sein kann. Denkbar ist jedoch, daß eine wachsende Akzeptanz von sogenannten “Lauschangriffen” zu einer Aufweichung der bisherigen Haltung führt. Aus Platzgründen muß hier auf eine weitere juristische Diskussion (auch zum Bundesdatenschutzgesetz) verzichtet werden.Google Scholar
  143. 146.
    Brinckmann 1984, S. 112. Als Beispiel für neue Kommunikationstechniken, mit denen sozusagen die Regelwidrigkeit in das System eingebaut werden kann, sei auf kommunale Bürgerberatungen mittels Hypertext hingewiesen. Vgl. dazu Brüggemeier 1990a, S.87ff. und 1990b, S.47ff. Google Scholar
  144. 147.
    Vgl. zu Phänomenen der An- und Abwesenheit Berger 1995, S.107. Wir werden auf soziale Wirkungen verstärkter Technisierung in Exkurs I eingehen. Einen Ausblick auf neue technische Möglichkeiten gibt Kap.9.3.3.Google Scholar
  145. 148.
    Damit vergrößert sich die postmoderne Entwicklung von “sozialer Integration”, also Anwesenheit, hin zu “systemischer Integration”, bei der Abwesenheit mit kommunikativer Verflechtung einhergeht. Vgl. dazu Giddens 1988, S.80f. und Berger 1995, S.100. Google Scholar
  146. 149.
    Auf die Wechselwirkungen interner und externer Kommunikation weisen vor allem Systemtheoretiker nachdrücklich hin. Vgl. Exkurs III und Exkurs IV.Google Scholar
  147. 150.
    Vgl. Kocks/Krause 1995, S.8ff. Google Scholar
  148. 151.
    Typisch für die Abstraktifizierung in Marktmodellen ist das Ausblenden des Menschen. Ihr soziologisches Pendant ist in dieser Hinsicht die Systemtheorie nach Luhmann “Es ist die SpezialSprache des Kommunikationsmediums Geld, die dem Markt ihre Syntax und Semantik aufprägt und bewirkt, daß der Markt als gesonderter Kommunikationszusammenhang bestimmte — und nicht andere — Steuerungswirkungen entfaltet gegenüber all den Operationen, welche in den Bannkreis seines (re-)konstruktiven Netzwerkes geraten” (Willke 1991, S.144) Vgl. zur Systemtheorie den Exkurs III auf S. 164ff.Google Scholar
  149. 152.
    Hirschman 1989, S.177f., 209f verwirft u.a. die These von Williamson, wirtschaftliches Handeln innerhalb von hierarchischen Organisationsformen sei dem Austauch über Märkte immer dann überlegen, wenn ein ständiger und offener Dialog zwischen der Vertragspartnern nötig sei.Google Scholar
  150. 153.
    Vgl. dazu z.B. Kroeber-Riel 1991, 1992 Google Scholar
  151. 154.
    Vgl. im einzelnen Schmalen 1992; zur interorganisatorischen Kommunikationspolitik Kap. 1.3.3.Google Scholar
  152. 155.
    In der Marketingforschung wird dabei zwischen der Adaptionsforschung auf der Individualebene und der Diffusionsforschung differenziert. Bei letzterer wird der Ausbreitungsgrad einer Neuheit auf aggregierter Basis aller individuellen Übernahmeentscheidungen im Zeitablauf erklärt. Vgl. Schmalen u.a. 1993, S.513f Google Scholar
  153. 156.
    Schmalen u.a. 1993, S.516 Vgl. zu Meinungsführer-Modellen: Hummrich 1976, S.34ff.; Beba 1993, S.149ff.; zur Kritik am traditionellen Ansatz der Zwei-Stufen-Theorie: Schenk 1978, S.174ff.; weiterführend: Schenk 1993, S.254ff Der klassische Meinungsführer als real vorhandene Person wird tendenziell abgelöst durch den “virtuellen Meinungsführer”, der nur in den Medien vorhanden ist (Merten 1994, S.161)Google Scholar
  154. 157.
    Vgl. Katz/Lazarsfeld 1972, S.97ff.; Beba 1993, S.151 untersucht mehrphasige persönliche werbliche Kommunikation mit Hilfe eines eigenen Modellansatzes, worauf hier aber nicht weiter eingegangen werden soll. Vgl. zur “Gate Keeper”-Problematik auch S.229f. in Kap.5.3.4.Google Scholar
  155. 158.
    Schmalen u.a. 1993, S.516 Zur Erforschung der Zusammenhänge von Massen- und interpersonaler Kommunikation vgl. z.B. Merten 1994, S.315ff Laut Schenk 1987a, 5.7 ist die Zahl der Studien zum Meinungsführerproblem stark rückläufig. Auch Studien, bei denen die interpersonale Kommunikation als intervenierender Faktor vorkomme, seien selten geworden, da kein Fortschritt in methodischer Hinsicht zu verzeichnen sei.Google Scholar
  156. 159.
    In Analogie zu Mixmodellen im Absatzbereich spricht man im Personalmarketing ebenfalls von “Kommunikationsmix”, vor allem in bezug auf die Imagewerbung des Unternehmens (Public Relations) am Arbeitsmarkt und die gezielte Personalwerbung. Wunderer 1975, Sp.1694 unterscheidet bei der Personalwerbung die vier Kommunikationselemente (Sub-Mixes): Information, Akquisition, Selektion und Aktion. Beba 1993, S.102ff hält eine Neuorientierung im Personalmarketing für erforderlich: Potentielle Bewerber sollten langfristig an das werbende Unternehmen gebunden werden, z.B. durch das “Kontaktketten-Konzept der Direktkommunikation”.Google Scholar
  157. 160.
    Vgl. z.B. die Darstellung eines heuristischen Modells zur Bestimmung des optimalen Kommunikationsmix nach Meffert 1979, S.135; zitiert bei Bruhn 1992, S.23 Google Scholar
  158. 161.
    Zur Evolution von Kommunikation vgl. u.a. Merten 1977; Merten 1994, S.141ff.; Merten/Westerbarkey 1994, S.188ff Die Problematik des Evolutionsbegriffs liegt darin, daß er zu quantitativen Vergleichen verführt und inhaltliche Aspekte vernachlässigt. Das exponentielle Wachstum an Medien und verfügbarem Wissen korreliert jedoch mit inhaltlicher Verarmung bzw. dem immer schnelleren Verschwinden scheinbar veralteten Wissens. Soweit es sich um prozedurales Wissen, um Kulturwissen (im Sinne von Eingebettetsein in eine Kultur), um Erfahrungswissen u.ä. handelt, besteht keine Möglichkeit der Speicherung und des späteren Retrieval.Google Scholar
  159. 162.
    Wiedmann 1988, S.237 faßt — in Anlehnung an Birkigt/Stadler 1988 — diese Begriffe folgendermaßen: “Corporate Behavior” steht für eine in sich schlüssige und widerspruchsfreie Ausrichtung aller Verhaltensweisen der Unternehmensmitglieder; “Corporate Communication” bezeichnet den systematisch kombinierten Einsatz aller Kommunikationsinstrumente (von der Personalwerbung bis zur Verkaufsförderung); “Corporate Design” meint die systematische Abstimmung aller visuellen Elemente der Unternehmenserscheinung (Zeichen, Farben, Schrifttypen etc.) zur symbolischen Identitätsvermittlung. Vgl. zur Corporate Communication Raffée/Wiedmann 1989Google Scholar
  160. 163.
    Zur Kritik an derartigen Konzepten vgl. Ranft 1991 Google Scholar
  161. 164.
    Scholz 1993, S.133ff nennt dies “schillernde Fassaden ohne Tiefenwirkung”.Google Scholar
  162. 165.
    Vgl. die Beiträge in Bungarten 1993b. Für den Wissenschaftler ist es manchmal irritierend, auf Praktiker zu stoßen, die viel kritischer zu ihrem eigenen Metier stehen als sie selbst. So setzen etwa Kocks/Krause 1995 (verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit der Ruhrgas AG) alle Formen des Werbens gleich mit “Agitprop” (Agitation und Propaganda) im Sinn von Lenin. Google Scholar
  163. 166.
    Der Grundsatz “Vertrauen gegen Vertrauen” zwischen Organisation und Umwelt (Presse) setze voraus, daß die Grundsätze solider Öffentlichkeitsarbeit (Wahrheit, Klarheit und Einheit in Wort und Tat) eingehalten werden. Das ist jedoch eine Lehrbuchmeinung, denn entscheidender als die inhaltliche Stimmigkeit ist in der Praxis die Übereinstimmung zwischen dem professionellen Verständnis interner und externer Meinungsbildner.Google Scholar
  164. 167.
    Wird die kritische Öffentlichkeit als “lästige Störer”, “armselige Bittsteller” oder “dümmliche Kinder” behandelt, so verhindert das ein kundenorientiertes Unternehmensprofil. Vgl. bspw. Kocks/Krause 1995, S.23, die mit dem System “Dialogi-Call” der Ruhrgas AG einen “echten” Dialog zur “Communication Community” rund um ihr Unternehmen aufbauen wollen. Vgl. ferner Conradi 1994, S.30f.; 1995, S.189ff., der in der Siemens-Abteilung “Unternehmenskommunikation” für “Gesellschaftspolitische Analysen und Training” verantwortlich ist. Er beschreibt, wie durch betriebsinterne Weiterbildung Führungskräfte an gesellschaftspolitische Dialoge herangeführt werden können.Google Scholar
  165. 168.
    Kommunikationspolitik als Teilgebiet der Massenkommunikation ließe sich nur als Teilaspekt des politischen Handelns unserer modernen Industriegesellschaft mit liberal-demokratischer Verfassung zutreffend verstehen und abhandeln, so Ronneberger 1978, S.3. Entsprechend unterscheidet er als kommunikationspolitische Leitideen: Autonomie, Vielfalt und Ausgewogenheit.Google Scholar
  166. 169.
    Gelegentlich wird diese Selbstdarstellung “Corporate Identity Advertisement” (CIA) genannt.Google Scholar
  167. 170.
    Vgl. Fisher/Ury 1984, auf deren Konzept weiter unten (auf S.302f.) genauer eingegangen wird; vgl. zur Artikulation aufgeputschter Emotionen Buono/Bowditch 1989. Google Scholar
  168. 171.
    Für alle internen und externen Kommunikationsempfänger verwenden Müller-Stewens u.a. den Begriff “Stakeholder”. Sie halten Image und Identität der Unternehmung für gestaltbar und differenzieren die kommunikative Aufgabenstellung im Akquisitionsprozeß nach Koordinationsfunktion, Übersetzungsfunktion und Persuasionsfunktion. Vgl. Müller-Slewens/Salecker 1991, S.105; Salecker/Spickers 1994, S.307ff. Google Scholar
  169. 172.
    Vgl. hier und im folgenden Läpple 1993, S.31. Die Komplexität der zwischenbetrieblichen Integration im Transportgewerbe verdeutlichen gut Mertens u.a. 1992, S.116ff. Google Scholar
  170. 173.
    Vgl. dazu: o.V. 1988, S.22ff. An dieser Stelle sei nur angemerkt, daß umfassende Logistikprojekte keineswegs immer erfolgreich verlaufen. Ortmann u.a. zeigen Fälle auf, die mit Ernüchterung beendet wurden: “Wenn es dabei zu effizienten Lösungen kommt, dann ist dafür (..) die Tatsache verantwortlich, (..) daß a posteriori Irrationalitäten in der Planung, Strategieformulierung und der Realisation unter Einsatz eben jener Machtmittel behoben werden, die schon die Durchsetzung jener Strategiekonzepte erlaubt” hatten (Ortmann u.a. 1990, S.8). Vgl. auch die kritische Anmerkung zur Aufblähung der Logistik in Fußnote 178 auf S.82.Google Scholar
  171. 174.
    Nach Szyperski/Winand 1989, S.144 sowie aktuellen Firmenunterlagen. Solch eine Abbildung sollte jedoch nicht dazu verführen, die Informationsströme zwischen den Beteiligten den dinglichen Warenströmen gleichzusetzen. Vgl. die kritischen Überlegungen in Kap. 1.4.Google Scholar
  172. 175.
    Vgl. zu “Realtime Selling” und “Realtime Production”: Meyer 1994; zu “strategischen Netzwerken”: Sydow 1992. Google Scholar
  173. 176.
    Die Modularisierung innovativer Organisationskonzepte kann — laut Picot/Reichwald 1994, S.555ff. und Picot u.a. 1996 — nur auf der Basis einer IuK-technischen Vernetzung umgesetzt werden. Zu den Schlagworten “virtuelles Unternehmen” und “Corporate Networks” vgl. Mertens 1994b, S.169ff.; Stahlknecht/Schäffer 1994, S.379ff. sowie — kritisch modifizierend — Stegbauer 1995, S.535jf. Google Scholar
  174. 177.
    Eine ähnliche Vorstellung verfolgt Bruhn 1992, dessen Ansatz einer integrierten Unternehmenskommunikation hier nicht weiter dargestellt werden soll. Die Überlegungen von Steinmann/Zerfaß 1995, S.24ff. sind insofern weiterführend, weil sie die strukturelle Verflechtung verschiedener “Kommunikationsarenen” interner und externer Art einbeziehen, hier Führungssituation, Abteilungs- und Betriebsöffentlichkeit, dort politische Öffentlichkeit und Weltöffentlichkeit. In ähnlichem Sinne sprechen Ahrens/Behrent 1995, S.97ff. von “Kommunikationsplattformen” zur Verbesserung interner und externer Abstimmungsprozesse. Es würde den Rahmen unserer ArbeitGoogle Scholar
  175. 178.
    Vgl. Steinmann/Zerfaß 1995. Strittig bleibt allerdings, inwieweit unternehmensexterne Wirkungen berücksichtigt werden müssen. Läppte 1993, S.27ff. zeigt am Beispiel holländischer Tulpenzüchter auf, wie aus dem traditionellen nationalen Blumenhandel ein internationaler “Verschiebebahnhof von Waren entstanden ist. Die Ausweitung logistischer Prozesse durch verbesserte Kommunikationsmöglichkeiten führt dazu, daß die Transportkosten und die ökologischen Folgekosten in einem krassen Mißverhältnis zur Verbesserung des Warenangebots stehen. Dies wird sich erst ändern, wenn derartige externe Effekte stärker in betriebswirtschaftliche Entscheidungen einfließen. Zur Berücksichtigung ökologischer Aspekte vgl. z.B. Seidel 1989. Google Scholar
  176. 179.
    Zitiert in Bräutigam 1975, Sp.1038. Google Scholar
  177. 180.
    “Solche sehr verschiedenartig akzentuierten, gleichsam unter der Belegschaft fließenden Informationsströme konkurrieren in oft eigenartiger und komplizierender Weise mit den betrieblichen Bemühungen. Sie besitzen für die Mitarbeiter unterschiedlich starken Reiz und Einfluß. Sie auszuschalten, dürfte kaum möglich (…) sein” (Bräutigam 1975, Sp 1038). Google Scholar
  178. 181.
    Der damalige Dialog-Versuch war wenig erfolgreich, da die Belegschaft kaum daran teilnahm. Einzige Ausnahme war eine kritische Debatte über die Praxisferne der technischen Leitung, die ein Modellschreiner mit einem Beitrag über materialverschwendende Gewohnheiten bei der Herstellung von Gußstücken auslöste.Google Scholar
  179. 182.
    Katz/Kahn 1966; vgl. dazu auch Wiswede 1981, S.227 und Theis 1994, S. 135–138. Google Scholar
  180. 183.
    Dotzler/Schick beziehen sich auf die Bayerische Hypotheken- und Wechselbank. Google Scholar
  181. 184.
    Bei Höring ist — wie bei andernen Promotoren in eigener Sache — mit unzureichender Kommunikation offensichtlich gemeint, daß sich die Unternehmensleitungen häufig nicht nach den Vorstellungen der EDV-Fachspezialisten richten. Dabei wüßten die Fachspezialisten am besten, inwieweit die Informationstechnik heute “zum Geschäft beiträgt”.Google Scholar
  182. 185.
    In der Literatur wird vereinzelt vorgeschlagen, den Prozeß der internen Informationsabgabe durch ein Prämienanreizsystem zu stimulieren. Da es jedoch keine objektive Wertermittlung für Informationen geben kann, müßten die potentiellen Nutzer erst eine Nutzwertanalyse durchführen, damit eine Bemessungsgrundlage für das Anreizsystem vorliegt. Dies ist eine gänzlich praxisferne Betrachtung. Tatsächlich spielen extrinsische Anreize zur organisationsinternen Informationsgewinnung — wie das Beispiel des betrieblichen Vorschlagswesens zeigt — im organisationalen Leistungserbringungsprozeß nur eine untergeordnete Rolle. Zusatzanreize — das ist aus der Diskussion um Innovationsförderungen bekannt — sind für den “normalen” Arbeitsablauf eher kontraproduktiv. Vgl. Sprenger 1995a mit seiner zugespitzten Kritik an Anreizsystemen: “Alles Motivieren ist Demotivieren”.Google Scholar
  183. 186.
    Da der in den USA gebräuchliche Begriff “Information Resource(s) Management” auch hierzulande verwendet wird, muß darauf hingewiesen werden, daß die Ressource Information anderen Ressourcen wie Kapital oder Betriebsmitteln nicht gleichzusetzen ist. “Information” ist sehr viel schwieriger ökonomisch zu bewerten: Ihre Knappheit muß man eher als eine Eigenschaft ihres Trägers sehen; denn, obwohl es — wie man umgangssprachlich sagt — “magere” Informationen gibt, ist Knappheit im Gegensatz zu materiellen wirtschaftlichen Gütern keine Eigenschaft der Ressource selbst. Außerdem bleibt die Information ihrem ursprünglichen Besitzer erhalten, wenn er sie weitergibt. Die (orginalgetreue) Reproduktion (und evt. schon die reine Tatsache der Reproduzierbarkeit) allerdings senkt den Wert der Ressource, sobald das Kontrollrecht über ihre Verfügbarkeit aufgegeben wird. Vgl. Brüggemeier 1991, S.29 und Coleman 1991, S.41f. Google Scholar
  184. 187.
    Brüggemeier 1991, S.29 verweist auf die Schwierigkeiten, die mit der Vorstellung verbunden sind, der Informationsbedarf für Führungsentscheidungen lasse sich objektiv erfassen: “Besonders kritisch sind (…) Versuche zu beurteilen, den in bezug auf die organisationsinterne Machtverteilung hochsensiblen Informationsbereich in erheblichem Umfang aus dem unmittelbaren Ziel- und Sachzusammenhang zu lösen und organisatorisch zu zentralisieren”. Wird Führung als politischer Prozeß interpretiert, so entsteht die Relevanz jeder Information erst in der jeweiligen sozialen Interaktion.Google Scholar
  185. 189.
    Mit der Abb.08 auf S.80 wurde schon gezeigt, wie Strategieüberlegungen in neue Marketingkonzepte einfließen können, die die unternehmensübergreifende Integration mittels EDI (= Electonic Data Interchange) berücksichtigen.Google Scholar
  186. 190.
    Ortmann 1989, S.10.; weiterführend: Ortmann u.a. 1990 sowie Ortmann 1995 a. Allgemein zu “Moden & Mythen des Organisierens” Kieser 1996, S.21ff. Google Scholar
  187. 191.
    Kritisch dazu Kieser/Kubicek 1992, S.360f. Google Scholar
  188. 192.
    Vgl. unsere Kritik an den Vorstellungen von Frank/Kronen auf S.439f. in Kap.9.3.1.Google Scholar
  189. 193.
    Neben technologischen Überlegungen kann das Plädoyer für eine integrierte Unternehmenskommunikation auch mit ethischen Argumenten (Steinmann/Zerfaß 1995, S.11ff.) oder aus generellen Effizienzgesichtspunkten (Cantin/Thom 1992, S.287ff.) geführt werden. Bruhn 1993, S.474 betont die Integrationsnotwendigkeit, damit ein konsistentes Erscheinungsbild des Unternehmens entstehen und vermittelt werden kann.Google Scholar
  190. 194.
    Wie wir in Kap. 1.3.3 auf S.81 schon angesprochen haben, verweisen u.a. Picot u.a. 1996 darauf, daß sich das klassische Unternehmen mehr und mehr aufzulösen scheint durch die praktische Umsetzung von Dingen, die bis vor kurzem nur als Schlagworte existierten: Enthierarchisierung, Vernetzung mit Dritten, Standortstreuung, Telearbeit, Virtualität etc.Google Scholar
  191. 195.
    Mit der mechanistischen Transmissionsvorstellung geht die Erwartung einher, mit tayloristischen Rationalisierungsmethoden strukturelle Anpassungen vollziehen zu können, wovor z.B. Kappler 1990, S.201 ff. eindringlich warnt.Google Scholar
  192. 196.
    Untersucht wird dabei primär die Frage, ob und unter welchen Bedingungen es beim Rezipienten zu Einstellungsänderungen kommt (Laswell 1948, S.47); vgl. auch Merten 1977, S.14ff. Google Scholar
  193. 197.
    Kritisch zur “Sterilität” mechanistischer Sichtweisen äußern sich auch Cantin/Thom 1992, S.287, die globale Effizienzkritierien aus interdisziplinär-interaktiver Sicht ableiten.Google Scholar
  194. 198.
    Vgl. entsprechend Heinrich 1964, S.146 oder Coenenberg 1966, S71f. Google Scholar
  195. 199.
    Wiswede 1981, S.230; vgl. dort auch die Gestaltungsvorschläge für Kommunikationskanäle u.a. nach Barnard. An diese Struktursichtweise schließt die Betrachtungsweise der EDV nahtlos an. Die dort getroffene- Unterscheidung in Hard- und Software ist allerdings nicht deckungsgleich mit der zwischen Kanal- und Informationssystem.Google Scholar
  196. 200.
    Vgl. Köck 1991, S.355–358, Theis 1994, S.29–33; im Original Shannon/Weaver 1963. Google Scholar
  197. 201.
    Der Begriff “Beobachterparadoxon” wurde von Labov 1971, S.135 eingeführt. Vgl. auch Henne/Rehbock 1982, S.49ff. Gemeint ist die Paradoxie der Forderung nach unverfälschender Empirie im Sozialbereich.Google Scholar
  198. 202.
    “Naive Kommunikationsforscher à la Shannon argumentieren hier wie die Physiognomen des Mittelalters, die aus dem oberflächlichen Gesichtsausdruck, wie ihn der Beobachter wahrnimmt, strenge Aussagen über die ganze Persönlichkeit ableiteten” (Köck 1991, S.358); vgl. zu entsprechenden eigenschaftstheoretischen Vorstellungen Kap.8.1, S.341ff.Google Scholar

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© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen/Wiesbaden 1998

Authors and Affiliations

  • Anton Hahne

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