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Kommunikationsrelevante Aspekte des Strukturmoments „körperliche Prägung“

  • Anton Hahne
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Zusammenfassung

Das Zusammentreffen mit einem Menschen wirkt nie neutral. Stets wird dabei ein mehr oder weniger starkes Gefühl von Sympathie oder Antipathie ausgelöst. Darüber hinaus “enthüllt” sich uns ein Gegenüber, wenn wir ihn nicht nur sehen, sondern auch reden hören. “Sein Auftreten, seine Mimik und Gestik, seine Haltung und Stimme sagen uns etwas über seine Sicherheit, Freundlichkeit, Gelassenheit, Dominanz, Offenheit… kurz: seine Persönlichkeit” (Neuberger 1988c, S.29). Es ist uns selten bewußt, daß wir stets mit einem quasi diagnostischen Blick durch die Welt laufen (Dreitzel 1992, S.97f.), um unser eigenes potentielles Kommunikationsangebot und die äußere Kommunikationsnachfrage aufeinander abzustimmen. Zur Einschätzung fremder Menschen sind unsere “naiven” Klassifikationsschemata des Alltagserlebens unerläßlich. Unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten gelten derartige Typenlehren (“Charakterkunde” etc.) dagegen als höchst problematische Pauschali-sierungen1. Sie sind meist ideologiebehaftet (z.B. ethnisch diskriminierend, sexi-stisch, mittelstandsbezogen etc.) und statisch orientiert2. Diese systematischen Wahrnehmungsverzerrungen sind fatal, wenn in der Praxis platte Eigenschaftstheorien undifferenziert angewendet werden. Um ein Beispiel zu nennen: Ohne daß dies in der Personalauswahl explizit zugegeben wird, spielt die Beurteilung von Bewerberfotos eine große Rolle bei der Vorauswahl3. Die dabei verwandten Sympathiekriterien folgen impliziten Theorien4, bei denen eben doch mehr oder weniger unsystematisch von äußeren Merkmalen auf den Charakter bzw. die potentielle Arbeitsleistung geschlossen wird.

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Notes

  1. 1.
    Gewiß gibt es psychologisch fundierte, empirisch abgesicherte psychoanalytische Diagnostikmodelle, deren Handhabung aber ein hohes Maß an professionellen psychiatrischen Kenntnissen voraussetzt. Vgl. das weiter unten herangezogene Modell zur “Persönlichkeitsklärung” in Abb.37 auf S.422. Zur Problematik psychometrischer Persönlichkeitstests vgl. auch Grubitzsch 1991. Google Scholar
  2. 2.
    Die altertümlich anmutende Vorstellung, aus der Physiognomie lasse sich der Charakter enthüllen, findet auch heutzutage Anhänger. Vaughan 1982 meint z.B. aus äußeren Merkmalen wie Augen, Augenlidern, Brauen, Lippen, Stirn, Haaransatz etc. auf Besitzdenken, Toleranz, Geduld oder die Fähigkeit, mit Geld umzugehen, schließen zu können. Kulturgeschichtlich einflußreich war vor gut 200 Jahren die Physiognomik des Züricher Pfarrers Lavater und die satirische Kritik daran von Lichtenberg. Vgl. auch die Tiermetaphorik der populärpsychologischen Charakterisierung anderer Menschen in Tab.22 weiter unten in diesem Kapitel.Google Scholar
  3. 3.
    Vgl. S.285 in Kap.7.1.Google Scholar
  4. 4.
    Vgl. zu impliziten Persönlichkeitstheorien z.B. Moriz 1991, S.154ff. Google Scholar
  5. 5.
    Vgl. zur Personwahrnehmung im Vorstellungsgespräch Delhees 1994, S.llöjf. Google Scholar
  6. 6.
    Explizit werden Typologien im Rahmen verschiedener Persönlichkeitskonstruktmodelle eingesetzt, so u.a. im Modell der Transaktionsanalyse (Berne 1970), in Form der Typologie der Sinnesmodalitäten im NLP (Bandler/Grinder 1983) oder unmittelbar als Persönlichkeitstypologie, so bei dem in der kirchlichen Beratungspraxis eingesetzten Modell des “Enneagramms” nach Rohr/Ebert 1989. Problematisch sind alle populärwissenschaftlichen Typologien (gerade in der betrieblichen Praxis), wenn persönlichkeitsdiagnostische Vorstellungen verdeckt bleiben und damit nicht diskutierbar sind.Google Scholar
  7. 7.
    So z.B. Berthel 1992b, S.211; vgl. dazu grundsätzlich auch Neuberger 1990c, S.61ff. sowie beispielhaft die Überlegungen zum “Charisma” bei Hanfl 1991, S.99ff. Google Scholar
  8. 8.
    Die Problematik verhaltenstherapeutischer Trainings, die mit Konditionierung (klassisch durch Signalreize und operant durch Bekräftigung) arbeiten, wird besonders deutlich in Selbstlernprogrammen zur Verhaltensmodifikation; vgl. z.B. Teegen u.a. 1975. Google Scholar
  9. 9.
    Czisnik zitiert — ohne weitere Quellenangabe — aus dem Leitfaden “Konferenzführung” der BP Benzin und Petroleum AG. Google Scholar
  10. 10.
    Vgl. dazu auch Bardmann 1994, S.386ff. Google Scholar
  11. 11.
    Siehe Abb.38 auf S.423.Google Scholar
  12. 12.
    Vgl. Abb.37 auf S.422. Schulz von Thun 1989 betont aber — im Gegensatz zu reinen Eigenschaftstheoretikern -, daß “alles in jedem/r steckt” und in einer klar definierbaren Weise entwik-kelt werden kann. Sein systemischer Blickwinkel beinhaltet jeweils die Rekursivität der Interaktionssituation, wie wir später (auf S.408 in Abb.35) an einem Beispiel zeigen werden. Es geht ihm außerdem um kommunikative Phänotypen und weniger um entwicklungsgeschichtliche Genotypen (ebd., S.58). Google Scholar
  13. 13.
    Gelegentlich wird zwischen dem “Körper” als gesellschaftlich geformtem Leib und persönlicher Ressource und dem “Leib” als unmittelbarem Ort des Lebens und der Erfahrung unterschieden (Strohmeier 1993, S.266). Diese analytische Differenzierung suggeriert aber, Erfahrungen ließen sich ohne primäre Sozialisation vorstellen — eine transzendentale Fiktion.Google Scholar
  14. 14.
    In der Mainstream-Psychologie wurde bisher versäumt, den Zusammenhang zwischen Körperlichkeit und sozialer Situation systematisch zu reflektieren, wie Maier 1987 unter Verweis auf Reich 1976 konstatiert.Google Scholar
  15. 15.
    Vgl. dazu auch Feldenkrais 1981, 1989; tiefenpsychologisch fundiert: Lowen 1981; überblicksartig: Teegen 1987. Google Scholar
  16. 16.
    Strohmeier 1993, S.264ff. betont die wichtige Rolle in der Personalentwicklung, von all dem, was als Natur und Leib(lichkeit) erfahren wird, u.a. “Schön-Sein”, “Langsamkeit” und “Lachen”.Google Scholar
  17. 17.
    Vgl. zu künstlerisch-kreativen Übungen Beitz 1996, S.216ff.. Neben die Stimulierung der Kreativität tritt zunehmend “körperorientierte Ganzheitlichkeit”, eine Kombination aus Gesundheitsförderung (z.B. in “Wellness”- Programmen), Streßbewältigungstraining und mentalem Training mit den Elementen: Bewegung, Ernährung, positives Denken.Google Scholar
  18. 18.
    Es gehört zum Standardrepertoire von Kommunikationstrainings, bei den Teilnehmern die Be-wußtheit für nonverbale Kommunikation zu forcieren. Besonders ausgeprägt ist dies beim Neu-rolinguistischen Programmieren; vgl. dazu Kap.9.2.1, S.417f.Google Scholar
  19. 19.
    Vgl. dazu Goffman 1977 und 1986. Google Scholar
  20. 20.
    Die Allgemeingültigkeit derartiger Studien ist umstritten. Ungeklärt ist z.B., wie die Gefühlsübertragung konkret erfolgt. Denkbar ist, daß kleine, “hypnotische” Bewegungsmuster imitiert werden und die Synchronisierung der Gefühle bedingen.Google Scholar
  21. 21.
    So erklärt sich auch die Fähigkeit ausdrucksstarker Personen, besonders gut beliebige Emotionen vorzuspiegeln. Dies scheint ihnen aber nur zu gelingen, wenn sie dabei keine “echten” Emotionen überspielen müssen. Vgl. die obigen Ausführungen zum “Impression Management” in Kap.7.1.Google Scholar
  22. 22.
    Neben psychoanalytischen (z.B Lowen 1981) und sozialwissenschaftlichen (z.B. Argyle 1989) Arbeiten zur “Körpersprache” vgl. die populärwissenschaftlichen Arbeiten u.a. von Henley 1977 und Fast 1979, 1988 sowie die künstlerische Demonstration bei Molcho 1983, auch in Managementseminaren zur Verbesserung nonverbaler Kommunikationsfähigkeit (Ertel 1991, S.17ff.); vgl. ferner — unter Berücksichtigung kultureller Spezifika — Molcho 1995. Problematisch ist jedoch immer die eigenschaftstheoretische Interpretation von Körpersprache; vgl. Fußnote 2 auf S.341.Google Scholar
  23. 23.
    Goffman 1986, 8.97 weist aber auf normale Verhaltensbrüche hin, z.B. wenn Untergebene hinter dem Rücken des Vorgesetzten grimassieren, um gegenüber Dritten ihre Eigenständigkeit zu signalisieren oder sogar explizit Verachtung auszudrücken.Google Scholar
  24. 24.
    Zu beachten ist, daß die interne Interpretation durch die Betroffenen mehr gilt als eine allgemeine Einschätzung. Entsprechende Ratgeberliteratur ist schon aus diesem Grund häufig verfehlt!Google Scholar
  25. 25.
    Dies gilt vor allem im administrativen Bereich und im Dienstleistungssektor. Im produzierenden Gewerbe besteht im allgemeinen eine ungleich größere Toleranzschwelle gegenüber Gerüchen.Google Scholar
  26. 26.
    Bekannt ist auch, daß Geruch besonders stark das Gedächtnis stimulieren kann (Eunson 1990, S.133). Für den hier interessierenden Bereich persönlicher Kommunikation im Unternehmen liegt aber keine Untersuchung vor, die zur weiteren Klärung beitragen könnte, wie mit Gerüchen innerbetrieblich kommuniziert wird.Google Scholar
  27. 27.
    Das Tabu körperlicher (vor allem zwischengeschlechtlicher) Berührung ist kein isoliertes Phänomen. Seine Interpretation erfolgt je nach Standpunkt vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Gegebenheiten (z.B. des Partriarchats; der Disziplinierung durch Herrschaft; moralischer Kategorien). Vgl. ferner zum Blickkontakt ausführlich das folgende Kapitel 8.2.2.Google Scholar
  28. 28.
    Tonhöhe, Lautstärke, Sprechgeschwindigkeit, Sprechart.Google Scholar
  29. 29.
    Vgl. Plessner 1970, S.57ff., der eine “Anthropologie der Sinne” zu entwickeln versuchte. Er erklärt die Phänomene des Lachens und Weinens als situativen und sinnhaften Verlust intentiona-len Handelns; vgl. auch (daran teilweise anknüpfend) Dreitzel 1992, S.120f. Google Scholar
  30. 30.
    Vgl. die Beispiele bei Eunson 1990, SA33–136 und Morris 1995. Google Scholar
  31. 31.
    Vgl. dazu Giddens 1988, S.199ff. und 1991, S.57. Google Scholar
  32. 32.
    Zur Thematik “Abwehr von Minderwertigkeitsgefühlen” und “Schutz vor Selbstwertverlust” vgl. z.B. Delhees 1994, S.59ff. Google Scholar
  33. 33.
    Neurolinguistisches Programmieren; vgl. Kap.9.2.1, S.417f.Google Scholar
  34. 34.
    Vgl. die obigen Ausführungen in Kap.2.5 auf S. l”27ff.Google Scholar
  35. 35.
    Vgl. Scherer/Wallbott 1979; Argyle 1989; Neuberger 1988c, S.29; Delhees 1994, S.133ff.; vgl. die Negativabgrenzung (wozu nonverbale Kommunikation nicht geeignet ist) in Wunderlich 1972, S.86. Google Scholar
  36. 36.
    Henley 1977, S.172f., zitiert nach Eunson 1990, S. 129: Autoren zum Organisationsverhalten machten einen Unterschied in ihren Werken zwischen “der Logik der Effizienz der Management-Elite” und “der Logik des Gefühls der Arbeiter”: “Unnötig zu sagen, daß diese Ideologie dazu beigetragen hat, den Ausschluß von Frauen vom Management zu unterstützen und zweifellos den von vielen unassimilierten Menschen eines bestimmten ethnischen Hintergrunds als ‘vom Temperament her ungeeignet’ “.Google Scholar
  37. 37.
    Argyle 1989, S.111ff. und Bildtafeln 10/11; zusammenfassend Herkner 1991, S.278f. Die Beobachtung einer kulturübergreifenden Entsprechung elementarer Formen des Gefühlsausdrucks machte schon Darwin. Vgl. dazu Eibl-Eibesfeldt 1970; Rost 1990, S.62ff.; Dreitzel 1992, S.113f., 122; Tramitz 1993, S.14ff. und Heller 1994, S.214ff. Google Scholar
  38. 38.
    Sozialintegration ist in vormodernen Gesellschaften eine notwendige Bedingung für Vertrauen, Traditon und Identität. Letztere sind in der systemintegrierenden Moderne und in ihren unfreiwilligen Kooperationsgebilden quasi “ortlos” geworden. Vgl. Berger 1995, S.103. Google Scholar
  39. 39.
    Am Rande sei erwähnt, daß Gebser 1949 die These aufstellte, die Entdeckung der Perspektive in der europäischen Malerei des 15.Jahrhunderts sei mit dem Bewußtseinswandel vom mittelalterlichen mythischen Denken zum rationalen Denken der Neuzeit verknüpft: “Die Perspektive, deren Erlernung und deren allmählicher Besitz ein Hauptanliegen des Menschen des 16.Jahrhundert war, bringt ausser der Erweiterung des Weltbildes in der durch sie bewirkten Räumlichung gleichzeitig eine Verengung zum Ausdruck, an deren Folgen wir heute leiden. Denn perspektivisch sehen oder denken heisst, räumlich fixiert sehen und denken” (Gebser zitiert nach Veil 1992, S.88). Das perspektivische Bewußtsein sehe den Raum tiefer, aber zugleich schmaler und enger. Jede Perspektive unterscheidet sich, der eigene Standpunkt wird aber zum absoluten, der mit der Wahrnehmung des anderen differiert. Das genauere, rationale Erfassen des Objektes bringt die Überbetonung des Ichs mit sich.Google Scholar
  40. 40.
    Da Blickkontakte stark ritualisiert sind, gelten für sie auch die in Abb.20 auf S.256 genannten Funktionen.Google Scholar
  41. 41.
    Vgl. auch Ehlich/Rehbein 1982, S.102 (die außerdem das “deliberative Wegblicken” beschreiben, mit dem man signalisiert: Laß mich mal überlegen!) und Sader 1992. Google Scholar
  42. 42.
    Wallbott 1990, S.309 versteht unter Machiavellismus einen “Persönlichkeitszug, der die Tendenz beschreibt, andere zum eigenen Nutzen zu manipulieren und sich selbst im besten Licht darzustellen”.Google Scholar
  43. 43.
    Die ausdrucksdiagnostischen Fähigkeiten nehmen außerdem mit dem Alter, der persönlichen Reife und der sozialen Kompetenz zu. Sie sind trainierbar.Google Scholar
  44. 44.
    Zur interpersonalen Attraktionsforschung vgl. Thomas 1991, S.183ff. Wichtig ist der Befund, daß Attraktivität keine konstante Variable — im Sinne des gesellschaftlichen Ideals Treue — darstellt, sondern durch konkrete Erwartungen bestimmt wird. Aus der Interaktion mit attraktiven Personen wird die Teilhabe an deren Ressourcen erhofft (Hanfl 1991, S.146ff.). Google Scholar
  45. 45.
    Daneben sind Blicke auch bei Primaten Bestandteil des sexuellen Werbeverhaltens. Bei ihnen scheint es dabei weniger Mißverständnisse zu geben als bei Menschen. Wie Tramitz 1993 experimentell nachweisen konnte, mißinterpretieren vor allem Männer die weibliche Körpersprache.Google Scholar
  46. 46.
    Vgl. das sogenannte “Law of Primacy”; zitiert bei Triandis 1975. Zum Primacy-/Recency-Ef-fekt vgl. z.B. auch Delhees 1994, S.100f. Google Scholar
  47. 47.
    Die neurotische Hemmung des Selbst ist sozusagen der Normalzustand. Vgl. Perls 1974, 1976; Riemann 1975, 1982. Google Scholar
  48. 48.
    Der Begriff “humanistisch” zur Kennzeichnung einer neuen Herangehensweise in der Psychologie geht wahrscheinlich auf Erich Fromm zurück.Google Scholar
  49. 49.
    Bisher fand therapiegestützte Selbstverwirklichung fast ausschließlich mittelstandsorientiert statt. Mit einem zunehmenden Gesundheitsbewußtsein in der Gesamtbevölkerung erweitert sich aber der Kreis der Interessenten.Google Scholar
  50. 50.
    Schulz von Thun 1981, der sich bemüht, eine “differentielle Psychologie der Kommunikation” zu begründen, spricht auch vom “Nachrichtenquadrat”. Er nennt als Hauptquellen des Konzeptes das “Sprachtheorie-ModeH” von Bühler, die Arbeiten Ruth Cohns, einige Elemente der Kommunikationstheorie Watzlawicks und die Individualpsychologie Alfred Adlers. Neuberg er merkt an, daß die Raute um eine weitere Dimension, den Bereich der Metakommunikation, erweitert werden müßte, um den Gesprächspartnern die Möglichkeit des Feedbacks zu verdeutlichen.Google Scholar
  51. 51.
    Kritisch äußert sich dazu Geißler 1994, S.232f., der die Kategorienbildung als konzeptionelle Schwäche auffaßt: Der Selbstoffenbarungs-(“Ausdruck”) und der Appellaspekt (“Lenkung”) seien komplementäre Kategorien, die sich als “appellierende Selbstoffenbarung” zusammenfassen lassen; während der Beziehungsaspekt (“Kontakt”) erstere kategorial subsumiere.Google Scholar
  52. 52.
    Mit Tatsachendarstellung ist der Sachinhalt der Kommunikation gemeint, eine Information, ein zu lösendes Problem usw. Die Tatsachendarstellung ist weitgehend identisch mit dem Inhaltsaspekt der Kommunikation bei Watzlawick. Es versteht sich von selbst, daß dieser Aspekt der zwischenmenschlichen Kommunikation in der organisatorischen Praxis als besonders bedeutend gilt. Vgl. Schulz von Thun 1981, S.30. Vgl. auch zum Problem der Verständlichkeit Kap.1.2, S.46ff.Google Scholar
  53. 53.
    Bei der Dimension “Ausdruck” (Selbstoffenbarung und -darstellung) handelt es sich um die “analogen” Ausdrucksmöglichkeiten in Kommunikationsprozessen, also darum, wie ein Objekt vom Sender gekennzeichnet wird. Vgl. zum 4.Axiom Watzlawicks den Exkurs V, S.234.Google Scholar
  54. 54.
    Vgl. zu “Lenkung” (Beeinflussung, Manipulation) S.290ff. in Kap.7.2.Google Scholar
  55. 55.
    Diese Dimensionen sind von Tausch und Fittkau in ein zweidimensionales Raster übernommen worden, auf dessen Grundlage Gespräche analysiert werden können (vgl. Schulz von Thun 1981, S.162ff. und Neuberger 1988c). Google Scholar
  56. 56.
    Idealerweise ist ein guter Kontakt “herzlich” — was allerdings keine wissenschaftliche Kategorie darstellt. Psychotherapeuten gehen soweit, jeden zwischenmenschlichen Kontakt als reifefördernd anzusehen, denn auch aus destruktivem Verhalten eines menschlichen Gegenübers lasse sich lernen. In jedem Kontakt erfahrt das Individuum eine — wenn auch meist kleine — Metamorphose (Orth/Petzold 1990, S.721ff.). Google Scholar
  57. 57.
    Vgl. zur psychoanalytischen Begründung z.B. Fromm 1991. Google Scholar
  58. 58.
    Vgl. Veil 1992, S.93, die im Sinne Ihres Modells einer relationalen Kommunikation (vgl. Kap.4.1 auf S.170ff.) zwischenmenschlichen Kontakt als Realisierung des seelischen “In-Bezie-hung-Seins” bezeichnet.Google Scholar
  59. 59.
    Die Theorie des Kontaktprozesses, die auf den Arbeiten von Fritz Perls und Paul Goodman beruht, steht im Mittelpunkt der gestalttherapeutischen Theorie (Dreitzel 1992, S.10; unter Bezug auf Perls u.a. 1991a, S.196ff.). Vgl. zu “Kontaktfunktionen” auch Fuhr/Gremmler-Fuhr 1991, S.115ff.Google Scholar
  60. 60.
    Vgl. S.354 in Kap.8.2.2.Google Scholar
  61. 61.
    Für unsere Zwecke ist es nicht erforderlich, zwischen den Begriffen Gefühl, Emotion und Affekt zu differenzieren.Google Scholar
  62. 62.
    Hierfür hat sich der Begriff “Abstraktifizierung” von Arbeit eingebürgert, d.h. Entsinnlichung und Entkörperlichung, Entkontextualisierung und Entsituativierung, sowie nicht zuletzt Entsoli-darisierung. Vgl. Neuberger 1993a, S.258f., ausführlicher Heller 1994, S.234ff. sowie die obigen Ausführungen auf S.98 und S.217.Google Scholar
  63. 63.
    Vgl. oben zu “emotionalen Dispositonen” S.228 in Kap.5.3.4.; femer zum Zusammenhang von Emotion und Kommunikation Fiehler 1990.Google Scholar
  64. 64.
    Eine Frage der Lebenspolitik (“life politics”) ist es, ethische Rahmen zu schaffen, die nicht-destruktive Emotionen im individuellen wie im öffentlichen Leben begünstigen. Vgl. auch Fußnote 4 auf S.281.Google Scholar
  65. 65.
    hard 1981, Euler/Mandl 1983, Rost 1990, Vester 1991, Dreitzel 1992, u.a. Populär wurde jüngst die These Golemans 1995, gesellschaftlicher Erfolg hänge weniger von kognitiver, als von “emotionaler Intelligenz” ab.Google Scholar
  66. 66.
    Badura 1990 nennt als wesentliche Ausnahme das Konzept der sozialen Gefühlsregungen von Norbert Elias. Der zentrale Punkt in der Theorie des Zivilisationsprozesses von Elias ist die These des “Vorrückens der Scham- und Peinlichkeitsschwellen” in entwickelten Gesellschaften. Vgl. Elias 1979, S.89 und Fußnote 27 auf S.28 in Kap. 1.1.1.Google Scholar
  67. 67.
    Dies belegen die Arbeitszufriedenheitsforschung (Schanz 1978, S.260ff.) ebenso wie die Bemühungen um den Abbau “psychischer Belastung” (Marstedt/Mergner 1986). Zu fragen ist aber, ob mit der Aufwertung von Emotionalität nicht einfach (neue) Normen formuliert werden, Normen, bei denen der schwer kontrollierbare Anteil spontaner und zweckfreier Affekte weiterhin ausgegrenzt bleibt.Google Scholar
  68. 68.
    Wir haben oben (in Abb. 11 auf S.102) ein entsprechendes Beispiel eines eindimensionalen Modells vorgestellt, dem Kontinuum des Tannenbaum-Schmidt-SchemaiS verwandt ist.Google Scholar
  69. 69.
    Bales/Slater 1969; Neuberger 1990c, S.98f.; Herkner 1991, S.448; Neuberger 1993a, S.264.Google Scholar
  70. 70.
    Zwei Extreme seien genannt: Bei Workoholics ist Arbeit oft geradezu libidinös besetzt; bei Künstlern und (Kunst-)- Handwerkern ist es das selbst geschaffene Arbeitprodukt, das manchmal so eifersüchtig geliebt wird, daß ein Besitzwechsel nicht in Frage kommt.Google Scholar
  71. 71.
    Vgl. neben Böhle/Milkau o.J., S.10 und Famulla u.a. 1992, S.260, Heller 1994, S.82ff.Google Scholar
  72. 72.
    Im folgenden Kap.8.3.3 geht es um positive Gefühle, die am Gelingen von Kommunikation wesentlich beteiligt sind.Google Scholar
  73. 73.
    Vgl. allgemein zu Spielen in Organisationen Kap.6.3.2 auf S.249ff.Google Scholar
  74. 74.
    Vgl. zum “Klatsch” S.288 in Kap.7.2.Google Scholar
  75. 75.
    Vgl. den Exkurs “Erikson: Angst und Vertrauen” bei Giddens 1988, besonders S.104f., sowie Hofmann 1991, S.57ff. Auf “Vertrauen” sind wir ausführlich oben in Kap.5.3.4 auf S.225ff. eingegangen.Google Scholar
  76. 76.
    Riemann 1982 zeigt dies in seinen “Grundformen der Angst” systematisch aus tiefenpsychologischer Sicht.Google Scholar
  77. 77.
    Der Verhaltens Wissenschaftler Delhees 1994, S.61ff. differenziert — in Anlehnung an Buss — zwischen vier Ausdrucksformen “sozialer Ängstlichkeit”, die im Gegensatz zur “Realangst” mit erhöhter öffentlicher Selbstaufmerksamkeit des Betroffenen verbunden sind: Verlegenheit (durch Befangenheit), Scham (durch Selbstverachtung), Publikumsangst (durch Schreck) und Schüchternheit (durch Hemmung).Google Scholar
  78. 78.
    Emotions- bzw. Gefühlsarbeit beinhaltet das Zeigen oder Unterdrücken eigener Gefühle, wie es von der Berufsrolle definiert wird, unabhängig von der eigenen Befindlichkeit. Diese Regulierung eigener Gefühle dient der Arbeit an den Gefühlen des Gegenüber. Vgl. im einzelnen Hochschild 1990 und Heller 1994, S.200ff. Google Scholar
  79. 79.
    Die seelische Problematik helfender Berufe war schon Freud aufgefallen, der den übertriebenen Impuls, helfen zu wollen, als sublimierten Sadismus deutete. Schmidbauer 1977 interpretiert die bekannten Streßerkrankungen als “Helfer-Syndrom” und vermutet, daß weniger die Sozialkontakte an sich, als ihre Verquickung mit der eigenen psychischen Neurose zu Komplikationen führen. Er lenkt die Aufmerksamkeit auf unsymmetrische Interaktionsmechanismen, die von dem scheinbar dominierenden Helfer aufrechterhalten werden: auf die wenig ausgebildete Fähigkeit bei Helfern, erfüllbare eigene Wünsche zu äußern und auf Aggressionen, die oft hinter einer altruistischen Fassade versteckt sind.Google Scholar
  80. 80.
    Auch in der Experimentalpsychologie stellt die Reaktanz ein großes Problem dar, wie erst in den letzten Jahrzehnten durch methodenkritische Experimente herausgefunden wurde: “Gewöhnlich fühlt sich die Versuchsperson in der experimentellen Situation in ihrem Handlungsspielraum eingeschränkt. Sie kann darauf mit Ärger reagieren und versuchen, den Versuch zu ‘sabotieren’, indem sie entgegen den von ihr vermuteten Hypothesen des Versuchsleiters reagiert” (Sommer 1987, S.839). Ähnliche Effekte treten bei Interventionen auf, die zusätzlich einer Evaluation unterzogen werden; vgl. Moser 1993, S.97f. Google Scholar
  81. 81.
    Negative Emotionen haben darüber hinaus wichtige Steuerungsfunktion, worauf wir aber an dieser Stelle nicht umfassend einzugehen brauchen.Google Scholar
  82. 82.
    Vgl. zur Integration neuer Mitarbeiter auch Kap.9.1.1, vor allem S.392f. Obwohl das Selbstwertgefühl in hohem Maße durch die aktuelle soziale Situation bedingt ist, sind die bisherigen Sozialisationserfahrungen von entscheidender Bedeutung dafür, ob die neue belastende Situation bewältigt werden kann. Vgl. zu Forschungsarbeiten über den Zusammenhang von Selbstwertgefühl und zwischenmenschlicher Beziehung Delhees 1994, S.57f. Google Scholar
  83. 83.
    “Befolgungsgefühle” stellen das positive Äquivalent zu den erwähnten “Übertretungsgefühlen” (vgl. S.367) dar. Sie können sich bis zu Gefühlen der seelischen Harmonie, des Einsseins mit der zwischenmenschlichen Ordnung steigern (Herrmann 1989, S.69). Für Csikszentmihalyi 1992, S.274ff. gehört dies zum “Flow”, womit er Glückserfahrungen bezeichnet, die Folge persönlicher Handlungen (und nicht primär äußerer Gegebenheiten) waren. Er nennt mehrere Voraussetzungen, um Flow zu erleben: 1. Ziele — im Sinne von Herausforderungen — setzen; 2. Sich in die Handlung vertiefen; 3. Aufmerksamkeit auf das Geschehen richten; 4. Lernen, sich an der unmittelbaren Erfahrung zu freuen. Vgl. dazu auch S.467 in Kap. 10.Google Scholar
  84. 84.
    Durch Computerunterstützung wird die Verfügbarkeit quantitativer Daten zukünftig wesentlich gesteigert werden. Die hohen Unsicherheitsgrade bleiben jedoch bestehen, da die Bewertung der Daten nur in wenigen Fällen maschinell möglich ist. Außerdem verringern sich die Zeitspannen zur Entscheidungsfindung gerade durch neue technische Entwicklungen eklatant.Google Scholar
  85. 85.
    Vgl. Agor 1989; zum gegenwärtigen Forschungsstand Beitz 1996, S.104ff. Google Scholar
  86. 86.
    Vgl. Heismann 1986, S.293; Levy 1986, S.34 und 1989. Allerdings ist das Hemisphärenkonzept inzwischen teilweise revidiert, da die Lokalisierung funktionaler Schwerpunkte im Gehirn weniger eindeutig ist als angenommen.Google Scholar
  87. 87.
    Kieser u.a. 1990, S.129; ähnlich Fechtner u.a. 1994, S.370. Google Scholar
  88. 88.
    Fechtner u.a. 1994, S.370f.; vgl. Delhees 1994, S.82ff. sowie S.299ff. in Kap.7.3.1.Google Scholar
  89. 89.
    Vgl. Heckhausen 1980 sowie Anmerkung 72 auf S A3 und die Bemerkungen auf S.293.Google Scholar
  90. 90.
    Genannt seien exemplarisch Schwäbisch/Siems 1974, S. 70ff. und Birkenbihl 1992, S.175ff. Google Scholar
  91. 91.
    Vgl. Antons 1973; Vopel/Kirsten 1977; Fittkau u.a. 1989. Google Scholar
  92. 92.
    Zu Feedback-Regeln im Rahmen des organisational Lernens vgl. Probst/Büchel 1994, S.114. Google Scholar
  93. 93.
    Selbst bei ungehemmter Offenheit — die meist peinlich wirkt — muß selektiert werden. Diese Selektion ermöglicht Anschlußinteresse. So vergrößert sich durch eine Mitteilung der Raum potentieller Geheimnisse.Google Scholar
  94. 94.
    Vgl. zu defensiven Routinen auch S.429 in Kap.9.2.2.Google Scholar
  95. 95.
    Was gegenüber anderen enthüllt werden will, läßt sich als Teil des “inneren Dialogs” bezeichnen, den wir schon in Kap.6.3.4 auf S.257ff. besprochen haben.Google Scholar
  96. 96.
    Auf die Regulierung der räumlichen Distanz sind wir oben auf S. 130f. und S.347 eingegangen.Google Scholar
  97. 97.
    Vgl. auch S.304 zu den Glückensbedingungen nach Searle. Google Scholar
  98. 98.
    Gordon 1979, S.64ff.; Fittkau 1990, S.303; Rogers/Roethlisberger 1992. Google Scholar
  99. 99.
    Zu TZI vgl. S.414 in Kap.9.2.1.Google Scholar
  100. 100.
    In der Gestalttherapie gibt es ein Wahrnehmungsexperiment, bei dem zuerst der inneren Stimme, dem “subvokalen Denken”, solange zugehört wird, bis ein Gefühl der Integration zwischen Sprechen und Zuhören entsteht. Als zweiter Schritt wird dann versucht, “inneres Schweigen” herzustellen. Vgl. Perls u.a. 1991b, S.127f. Google Scholar
  101. 101.
    Stroeken 1993, S.85, der die amerikanische Publizistin Susan Sontag heranzieht.Google Scholar
  102. 102.
    Vgl. allgemein zu Erwartungen Kap.5.3.3 auf S.219ff.Google Scholar
  103. 103.
    Die amerikanische Sprachwissenschaftlerin popularisiert linguistische Theorien im Sinne einer psycho-sozialen Lebensberatung. Dies gilt auch für ihre jüngste Veröffentlichung (Tannen 1995) zum “Job-Talk”.Google Scholar
  104. 104.
    Vgl. Ernst/Goodison 1986, S.348 sowie in Kap.3.2 auf S.148 das Zitat von Benhabib 1991, S.156f. Google Scholar
  105. 105.
    Juristische Versuche, die alltägliche Diskriminierungspraxis partiell zu unterbinden, sind die Richtlinie 76/207/EWG zur Verwirklichung des Grundsatzes der Gleichbehandlung (…) sowie das Gleichbehandlungsgesetz von 1980 bzw. 1994, das durch den §61 1b BGB geschlechtsneutrale Formulierungen in Stellenausschreibungen vorsieht. Da es sich um eine “Soll”-Vorschrift handelt, haben sich egalitäre Bezeichnungen nicht völlig durchgesetzt. Hinzu kommt, daß sie keineswegs für ein diskriminierungsfreies Auswahlverfahren bürgen, selbst wenn §61 1a Abs.1 BGB Benachteiligungen bereits im Stadium der Anbahnung eines Arbeitsverhältnisses verbietet.Google Scholar
  106. 106.
    Das Englische kennt die Unterscheidung von “sex” (biologisches Geschlecht) und “gender” (was im Sinne von “soziokulturelle Konstruktion der sexuellen Identität” gebraucht wird), eine entscheidende Vereinfachung der Debatte um das Geschlechterverhältnis. Entsprechend differenzierte “Gender Studies” haben die radikalfeministischen “Women’s Studies” in jüngster Zeit weitergeführt; vgl. im einzelnen Hof1995, S.11ff. Google Scholar
  107. 107.
    Alle Beispiele nach Josefowitz 1991; aus dem amerikanischen Original 1986 zitiert bei Neuber-ger 1991a, S.100. Google Scholar
  108. 108.
    Frauen neigen eher zum bedürftig-abhängigen, selbstlosen und mitteilungsfreudigen Stil; bei Männern findet sich eher ein distanzierender, aggressiv-entwertender und sich beweisender Stil. Vgl. Schulz von Thun 1989, S.245 sowie Abb.38 auf S.423.Google Scholar
  109. 109.
    Watts 1994 widerspricht der These Tannens, es gäbe in der westlichen Kultur ganz allgemein zwei verschiedene geschlechtsspezifische Kulturen. Aufgrund eigener “Netzwerk/Status-Analysen” kommt er zu dem Schluß, daß geschlechtstypische Gesprächsstrategien von Männern und Frauen gleichermaßen wählbar sind. Der einzig richtige, funktional begründbare Maßstab jeglichen Sprachverhaltens ist danach “Situationsadäquatheit” (Linke u.a. 1994, S.323). Google Scholar
  110. 110.
    Die Schnittmenge beider Register stellt einen gemeinsamen “Pool” dar, ein System von Ge-sprächsmarkern, die Verlauf, Struktur und Klima bestimmen, z.B. Unterbrechungen, Überlappungen, Zurückweisungen, Zurücksetzungen, ein Gepräch initiieren oder beenden, das Rede-recht erlangen oder abgeben, paraphrasieren und zusammenfassen.Google Scholar
  111. 111.
    Vgl. weiterführend Bußmann 1995, S.145ff. Bei Schriftstücken, in denen sich ein “feministischer” Stil (z.B. in Form von “man/frau” statt “man”) eingebürgert hat, wird es aus Gründen der “political correctness” schnell zur Pflicht, diesen beizubehalten. Vgl. Neuberger 1995b, S.308, Fußnote 15. Google Scholar
  112. 112.
    Vgl. z.B. in personalwirtschaftlichen Lehrbüchern: Neuberger 1990c, S.1f.; Scholz 1992, S.69; Staehle 1994, S.VII. Google Scholar
  113. 113.
    Zur Verwendung des Genus, besonders zum “generischen Maskulinum” vgl. Bußmann 1995, S.114ff., 136g. Google Scholar
  114. 114.
    Neuberger 1990c, S.lf., 41ff. thematisiert das “Geschlecht der Führung” und die im Unterbe-wußtsein wirkenden männlichen “Archetypen”, benennt aber — zumindest an dieser Stelle — keine empirischen Untersuchungen zur Wahrnehmung der Frau als Führungskraft. Domsch/Regnet 1990, S.27 sehen in der “Isolation der Token-Frau” den entscheidenden Grund, daß sie “im Grunde also mehr ‘Mann’ als ‘Frau’“sei.Google Scholar
  115. 115.
    Vgl. Giddens 1993b, der die Demokratisierung des Geschlechterverhältnisses als wesentliche Zivilisationsleistung der Moderne ansieht.Google Scholar
  116. 116.
    Volmerg u.a. 1995 dokumentieren anhand der Auseinandersetzungen um das Präsidentenamt an der Hamburger Hochschule für bildende Künste, wie anders und eigenwillig eine Frau (Adrienne Goehler) ihre Führungsposition gestalten kann. Sie durchbricht nicht nur das “Tabu weiblicher Macht”, sie scheut auch nicht den offen ausgetragenen Dauerkonflikt mit ihren Gegnern.Google Scholar
  117. 117.
    Auffallend ist ja, daß der sogenannte weibliche Führungsstil fast deckungsgleich mit der (rechten) Seite der Neubergerschen Rollendilemmata ist, die für sozio-emotionale Nähe etc. steht. Vgl. Neuberger 1990c, S.91. Konsequenterweise plädiert Krell für eine “Männerförderung” statt der bisherigen, wenig erfolgreichen “Frauenförderung”; denn die Defizite liegen ihrer Ansicht nach eindeutig bei den Männern. Vgl. auch das Zitat von Pascale/Athos, zitiert auf S.324, zur Unfähigkeit westlicher Manager, “Pflegearbeiten” zu übernehmen.Google Scholar
  118. 118.
    Verständlicherweise wird daher auch die “Dechiffrierungsthese” vertreten, es gehe in der öffentlichen Debatte der Diskriminierung von Frauen im Management nicht um die Karrierechancen der Frauen, sondern um die Neu- oder Umsozialisierung von Männern. Die Debatte enthalte implizite Anweisungen an rückschrittliche Männer in Führungsetagen, endlich “soft skills” in ihr Verhaltensrepertoire zu (re-)integrieren (Weber C. 1993, S.211f.). Google Scholar
  119. 119.
    Vgl. auch zur Nutzung des World Wide Web (WWW) durch Frauen Sandbothe/Turkle 1996. Google Scholar
  120. 120.
    Zur Machtfrage vgl. Schelhowe 1989, S.65. Famulla u.a. 1992, S.86 weisen auch darauf hin, daß die These einer geschlechtsspezifischen Computernutzung umstritten sei; die Analogie der Mensch-Computer-Beziehung “im Sinn einer Spiegelbeziehung” müsse in Frage gestellt werden, wie wir im folgenden Exkurs VIII noch thematisieren werden; vgl. dort Fußnote 4 auf S.384.Google Scholar
  121. 121.
    Dagegen wurde früher in typischen Frauenberufen Sozialkompetenz als “natürliche weibliche Domäne” selbstverständlich vorausgesetzt und nicht extra entlohnt (Hoets 1993, S.126). Google Scholar
  122. 122.
    Vgl. Gilligan 1991 sowie die Beiträge in Nunner-Winkler 1991. Google Scholar
  123. 123.
    Die empirisch belegbaren geschlechtsspezifischen Arten des Argumentationsverhaltens und moralischen Urteilens nötigen — laut Gilligan — zu einer Überprüfung des Stufenmodells nach Kohlberg (vgl. Tab. 15 auf S.265); denn dort würden unbemerkt dominante Muster männlicher Problemreflexion ratifiziert und monopolisiert. Vgl. Kopperschmidt 1989, S.175. Google Scholar

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© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen/Wiesbaden 1998

Authors and Affiliations

  • Anton Hahne

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