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Kommunikationsrelevante Aspekte des Strukturmoments „Deutungsmuster“

  • Anton Hahne
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Zusammenfassung

Menschen bedürfen der mehr oder weniger ausdrücklichen Selbstdarstellung, um psychisch und sozial gesund zu bleiben. Wird dieses Bedürfnis in der kindlichen Sozialisation völlig unterdrückt oder auch in und nach der Adoleszenzphase regelmäßig frustriert, kommt es zu erheblichen Beziehungsstörungen1. Zumindest in unserer Kultur ist die Selbstdarstellung zur Mitteilung der eigenen aktuellen oder habituellen psychischen und sozialen Situation und Orientierung zwingend erforderlich (Lay 1992, S. 108). Hintergrund ist die aktuelle gesellschaftliche Individualisierung2. Selbstdarstellung geht allerdings mit einer Tendenz zum Hedonismus einher, die sich im Postulat nach “ Selbstverwirklichung” ausdrückt und gelegentlich als nar-zißtische Überspanntheit angesehen wird. Dabei hat die Suche nach Selbstidentität keineswegs psychopathologische Züge. Sie stellt — um mit Giddens zu sprechen — die für den modernen Menschen notwendige Lebensstrategie der Selbstaktualisierung dar, die über emanzipatorische Politik (“Freiheit von ...”) hinausgeht. Die Politik der Selbstaktualisierung (“Freiheit zu ...”) schafft den eigenen Lebensstil, das sich Einrichten in den fragmentierten Umgebungen mit ihren Erfahrungen aus zweiter Hand. Entsprechend Giddens’ Theorie der Dualität von Handlung und Struktur3 schafft der einzelne mit seinem Lebensstil auch neue gesellschaftliche Struktur, neue soziale Realität, kurz: die Welt4.

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Literatur

  1. 1.
    Vgl. zur entwicklungspsychologischen Problematik z.B. das Übersichtstableau bei Hofmann 1991, S.58f. Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. Fußnote 58 auf S. 123.Google Scholar
  3. 3.
    Hierauf wurde in Kap.4.2 ausführlich eingegangen. Vgl. zusammenfassend Kießling 1988, S.289ff. Google Scholar
  4. 4.
    Es handelt sich daher um kein unpolitisches Subjektivitätskonzept, was auch dadurch zum Ausdruck kommt, daß Giddens den Begriff “life politics” prägt. Er kennzeichnet eine Haltung, bei der die persönlichen Lebensumstände als eigentlich politische betrachtet werden. So versucht etwa die Frauenbewegung, das Politische auch in privaten Lebenszusammenhängen zu entdecken und zu verändern; vgl. Giddens 1991, S.214ff. Wir kommen darauf zurück (auf S.376 in Kap.8.4).Google Scholar
  5. 5.
    In diesem Sinn hat Watzlawick u.a. 1969, S.56 mit seinem zweiten Kommunikationsaxiom recht, in welchem er formuliert, der Beziehungsaspekt bestimme den Inhaltsaspekt, wie im Exkurs V auf S.233 wiedergegeben.Google Scholar
  6. 6.
    Vgl. Fußnote 18 auf S. 105.Google Scholar
  7. 7.
    Die Verhältnisse sind allerdings noch komplizierter: Aus der Attributionstheorie ist bekannt, daß selbst die Ereignisse abhängig von den verursachenden Personen beurteilt werden. Die Frage, ob überhaupt ein Schaden vorliegt, kann sinnvollerweise nur subjektiv beantwortet werden.Google Scholar
  8. 8.
    Aus der Sozialpsychologie ist bekannt, daß Untersuchungsergebnisse stark verzerrt werden können, wenn Versuchspersonen aufgrund spezifischer Hinweisreize Erwartungen über ihr eigenes Verhalten antizipieren. So bezeichnet man z.B. als “Hawthorne-Effekt” die Wirkung, die das Bewußtsein der Testpersonen auf die Ergebnisse hat, wenn sie erhöhte Aufmerksamkeit erfahren (Titscher 1992, Sp.1011). Google Scholar
  9. 9.
    Vgl. zur Veränderung beruflicher Selbstbilder auch Senghaas-Knobloch u.a. 1996, S.80ff. Google Scholar
  10. 10.
    Vgl. auch zu entsprechenden Ritualen S.254, sowie zur Aushandlung der Situationsdefinition Kap.5.3.1 auf S.211ff.Google Scholar
  11. 11.
    Die von uns modifizierte Übersicht basiert auf Thomas 1991, S.190, der sich u.a. auf Tedeschi 1981 bezieht.Google Scholar
  12. 12.
    Vgl. Giddens 1988, S. 175–182, in Anlehnung an Goffman 1973a. Giddens zeigt allerdings die Grenzen des dramatologischen Modells auf und kritisiert das Fehlen einer genauen Interpretation der Motivation in Goffmans Ansatz. Zu beachten ist ferner, daß sich Organisationsmitglieder von den organisational oder beruflichen Vorschriften für Frontstage-Verhalten lösen können, wenn die Reaktion ihres Gegenübers ebenfalls nicht den Regeln entspricht.Google Scholar
  13. 13.
    Vgl. Giddens 1988, S.179ff. sowie seine Diskussion Foucaults zu Disziplinierung und Macht (S. 199–213). Google Scholar
  14. 14.
    Vgl. das im Kap.5.2 auf S.206 zur “Autorität” zitierte Praxisbeispiel.Google Scholar
  15. 15.
    Wir bevorzugen im weiteren Text den Terminus “story”, da “Geschichte” gleichzeitig Erzähltext und Historie sein kann.Google Scholar
  16. 16.
    Daneben wird in der wissenschaftlichen Literatur ebenfalls gerne auf Geschichten verwiesen, um den eigenen theoretischen Standpunkts zu illustrieren. Bei Kirsch, Ortmann und Weick finden sich z.B. Hinweise auf “Alice im Wunderland”. Dabei geht es um die Rationalität der Irrationalität, um Paradoxien (vgl. auch Watzlawick u.a. 1969) oder um Machtphänomene. In letzterem Sinn zitiert auch der Semiotiker Eco 1991, S.440 aus der Märchenerzählung: “Wenn Alice fragt: ‘die Frage ist, ob du machen kannst, daß die Wörter so viele verschiedene Dinge bedeuten’, antwortet Humpty-Dumpty: ‘die Frage ist, wer der Herr sein soll’. Sobald man diesen Blickwinkel akzeptiert hat, könnte man sich fragen, ob der Kommunikationsprozeß die Umstände, unter denen er stattfindet, verändern kann”.Google Scholar
  17. 17.
    Feldman 1990, S.809ff. zeigt dies am Beispiel eines Führungswechsels in einem Elektronikunternehmen. Kieser 1996, S.29ff. diskutiert die Funktionen, die Organisationsmoden und -mythen in Reorganisationsprozessen erfüllen.Google Scholar
  18. 18.
    Neuberger/Kompa 1987, S.61ff. versuchen in einem Schaubild zu zeigen, wie in der IBM-Story verschiedene “geteilte Annahmen” (Topoi, Heuristiken) zusammenwirken: “Ordnung muß sein.” — “Auf den einzelnen kommt es an.” — “Die Sache (der Erfolg) geht vor.” — “Führung muß sein.” Aus diesen Grundannahmen leiten sich Handlungsmaximen ab, die den spezifischen “Blickwinkel” auf die Situation bestimmen, z.B. “Handle unbürokratisch!”Google Scholar
  19. 19.
    Vgl. Martin u.a. 1983, S.440f.; kommentierend z.B. Blickle 1994b, S.51f. Google Scholar
  20. 20.
    Nach Tab. 14 auf S.243 handelt es sich im Präzedenzfall um eine instrumentalistische Einbindung, aus der jedoch via Story in Laufe der Zeit die Verhaltenskorrelate der bürokratischen, professionalistischen und organisationspolitischen Einbindung werden.Google Scholar
  21. 21.
    Vgl. grundlegend Bergmann 1987; Piwinger/Niehüser 1995, S.218ff. Google Scholar
  22. 22.
    Paris 1993, S.584 greift auf die Unterscheidung von “Lobklatsch” und “Schimpfklatsch” durch Norbert Elias zurück. Vgl. auch das in Kap.8.3.2 (auf S.365f.) beschriebene “Bitching”.Google Scholar
  23. 23.
    Interessant ist dabei die Überlegung, eine Verringerung des Machtabstandes in der sozialen Hierarchie könne eine gravierende Verschärfung von Machtkämpfen bewirken: “Gerade das abgeflachte Gefälle und die Reduzierung der Ungleichheit macht die Kämpfe erbitterter .(...) An die Stelle der wechselseitigen Achtung von Ungleichen und Verschiedenen tritt die feindselige Mißachtung ungleicher Gleicher, die beide danach trachten, den anderen zu verletzen und zu demütigen” (Paris 1993, S.587). Google Scholar
  24. 24.
    Die Untersuchung aus dem März 1992 ist laut Bögel 1993, S.28ff. aufgrund des unsoliden Untersuchungsdesigns nicht sehr aussagekräftig, was uns aber hier nicht weiter zu interessieren braucht.Google Scholar
  25. 25.
    Auch in der Praktikerliteratur schlägt sich das moralische Urteil über “schädigenden Betriebsklatsch” oder zu neutralisierende Gerüchte nieder. Vgl. Beger/Gärtner/Mathes 1989, S.131. Pi-winger/Niehüser 1995, S.218 widersprechen zurecht dieser Auffassung von der Gefährlichkeit unkontrollierter informeller Kommunikation. Sie empfehlen “Vorfeld-Kommunikation” zur Erfassung von Stimmungsbildern, betonen aber die primäre Notwendigkeit eines “offenen Meinungsklimas”, in dem kritische Äußerungen zugelassen sind.Google Scholar
  26. 26.
    Rosenstiel/Bögel fanden in einer wissenschaftlichen Untersuchung in über 60 Betrieben viele Faktoren, die das Klima beeinflussen. Ihrer Ansicht nach spielen — bei schlechtem Betriebsklima — eine größere Rolle “mangelnde Information”, “Nichtbeteiligung an Entscheidungen” und “fehlende Anerkennung für die Übernahme von Verantwortung” (Bögel 1993, S.30).Google Scholar
  27. 27.
    Vgl. Auszüge der von Six/Schäfer zusammengestellten Ergebnisse kommunikationstheoretischer Forschungsergebnisse in Abb.22 weiter unten in diesem Kapitel.Google Scholar
  28. 28.
    Siehe S.212 in Kap.5.3.1.Google Scholar
  29. 29.
    Vgl. hierzu und im folgenden: Ranft 1991, S.21–26; einen guten Forschungsüberblick gibt ferner O ‘Keefe 1990. Google Scholar
  30. 30.
    Mit Fragen der Glaubwürdigkeit hat sich vor allem die sozialpsychologische Wirkungsforschung auseinandergesetzt; vgl. Triandis 1975, Stroebe 1980, S.309ff., Thomas 1991, S.150ff. In der massenmedialen Wirkungsforschung werden neben dem Zweistufenflußmodell (two-step-flow) der Kommunikation vor allem das Reiz-Reaktions-Modell (stimulus-respons-model), der Nutzenansatz (uses-and-gratifications-approach), der Thematisierungsansatz (agenda-setting-ap-proach) und das Konzept der Schweigespirale diskutiert. Merten 1994, S.302 betont in seinem Überblick zur Wirkungsforschung, daß streng kausale Annahmen für die Wirkungsforschung nicht aufrechterhalten werden können. Alle Befunde müßten daher in einem systemischen bzw. reflexiven Strukturzusammenhang interpretiert werden.Google Scholar
  31. 31.
    Nur so sind massenpsychologische Phänomene letztlich erklärbar, die in unserem Zusammenhang jedoch nicht weiter interessieren.Google Scholar
  32. 32.
    Hovland/Weiss 1951 werden referiert in Triandis 1975, 260ff. und Stroebe 1980, S.290ff.Google Scholar
  33. 33.
    Modifiziert nach Six/Schäfer 1985, S.35f. bzw. Hanfl 1991, S.25. Google Scholar
  34. 34.
    Vgl. Rosenberg1965, zitiert nach Tedeschi/Rosenfeld 1981, S.152 und Hanfl 1991, S.29f. Google Scholar
  35. 35.
    Emotivität: erhöhte Gemütserregbarkeit. Vgl. zur emotiven Funktion Hannappel/Melenk 1984. Google Scholar
  36. 36.
    Für Blickle 1994a wäre dies ein Fall unintegren Argumentierens, in Tab.06 auf S.150 einzuordnen als “nichtrational” auf der formalen Argumentationsebene.Google Scholar
  37. 37.
    Die in Abb.23 genannten Handlungen werden bei Kirsch 1971, S.217ff. als “Manipulationstechniken” etikettiert.Google Scholar
  38. 38.
    Zur Verhaltensstruktur vgl. oben S. 245.Google Scholar
  39. 39.
    Spielstruktur (vgl. S.245) und Formalstruktur (vgl. S.217ff.) bilden im strengen Sinn keine Dichotomie, sollen aber hier zur Veranschaulichung als Gegenpole aufgefaßt werden.Google Scholar
  40. 40.
    Vgl. populärwissenschaftlich Watzlawick u.a. 1969, S.22f.; sprachwissenschaftlich exakt Bußmann 1990. In der Semiotik (vgl. S.274f.) gibt es daneben den sigmatischen Aspekt.Google Scholar
  41. 41.
    Wie schon eingangs erwähnt, dominieren “enge” Betrachtungsweisen nicht nur in den Sprachwissenschaften. So behandelt die Betriebswirtschaftslehre — vor allem im Marketing — kommunikative Probleme fast nur unter ökonomischen, psychologischen und informationstechnischen Gesichtspunkten. Eine Erforschung kommunikativer Probleme des Sprachgebrauchs fand bisher kaum statt, wenn man von spezifischen Fragen der Werbekommunikation absieht. Dabei gibt es in der Wirtschaft einen quantitativ wachsenden wie auch qualitativ sich verändernden Bedarf an “präskriptiver Linguistik” (Antos 1989, S.155). Google Scholar
  42. 42.
    Vgl. zur (psychologischen) Organisationsdiagnostik z.B. die Sammelbände von Sarges 1990 und Strauß u.a. 1996 oder den Überblicksartikel von Büssing 1993. Eine stärkere Verknüpfung von (soziologischer) Organisations- und Kommunikationstheorie liegt in der Arbeit von Theis 1994 vor.Google Scholar
  43. 43.
    Zu Einzelheiten der linguistischen Gesprächsanalyse verweisen wir exemplarisch auf Schank 1981; Henne/Rehbock 1982; Hahne 1989 und Sager 1993. Besonders geeignet erscheint uns das analytische Vorgehen von Brinker/Sager 1989, die Gesprächsbeitrag, -sequenz und -phase unterscheiden, welche nach “Prinzipien der Sinnkonstituierung” auf “lokales und regionales Management” hin untersucht werden.Google Scholar
  44. 44.
    Frey u.a. 1993, S.369ff. verwenden zur Bewegungsbeschreibung der Interagierenden 104 (!) Dimensionen und “messen” in Videoaufzeichnungen zweimal pro Sekunde.Google Scholar
  45. 45.
    Vgl. auch Hanke u.a. 1973 und Mertens/Seiler 1978 Lehrer-Schüler-Interaktionen in Unterrichtssituationen.Google Scholar
  46. 46.
    Bales 1950 und 1970, S.92; dazu femer Antons 1973, S.63, Seibt 1987, S.213 und Staehle 1994, S.295. Die Interaktionsprozeßanalyse — ursprünglich nur für Fremdbeobachtung entwik-kelt — wurde später erweitert zum “System for the Multiple Level Observation of Groups” (SYMLOG)(Frey u.a. 1993, S.366) sowie weiterführend Strauß u.a. 1996. Google Scholar
  47. 47.
    Laut Staehle 1994, S.296 wird die Bales-Analysetechnik in jüngerer Zeit als Hilfsmittel zur Kandidatenbeurteilung in Assessment Centers eingesetzt. Dabei wird leicht übersehen, daß die Anforderungen an die Leistungsfähigkeit ungeübter Beobachter unrealistisch hoch sind: “Beobachter (…) verkürzen, vereinfachen, ignorieren, akzentuieren, kontaminieren, beschönigen, verzerren (…)” (Frey u.a. 1993, S.366). In Kap.9.3.2 wird auf S.449 auf eine weitere Anwendung verwiesen.Google Scholar
  48. 48.
    Eine trennscharfe Differenzierung der einzelnen Fenster oder eine klare Unterscheidung von tatsächlich Bekanntem und vermutetem Wissen wird mit der Methode offensichtlich gar nicht angestrebt. Ein Versuch der empirischen Validierung ist uns nicht bekannt.Google Scholar
  49. 49.
    Die Kunstbezeichnung “Johari” entstammt den Vornamen der Konzeptentwickler Johannes Luft und Harry Ingham. Vgl. Geißner 1982, S.45ff.; Sabel 1993, S.321; Delhees 1994, S.83f.; Staehle 1994, S.296ff. Google Scholar
  50. 50.
    Vgl. hierzu und im folgenden: Schein 1969, S.22ff.; Bödiker/Lange 1975, 5.75/.Google Scholar
  51. 51.
    Die Korrespondenz ist vage, denn Giddens beschreibt Schichten des inneren Bewußtseins, die Perspektive der Johari-Methode beschränkt sich auf die äußere Wahrnehmung.Google Scholar
  52. 52.
    Rosenstiel 1995, S.51f. erläutert an einem Beispiel, wie Diskrepanzen zwischen Selbst- und Fremdbild aufgedeckt werden können: Bei einer Mitarbeiterbefragung ergaben sich signifikant unterschiedliche Antworten auf die Frage, ob die (männlichen) Vorgesetzten junge und attraktive Mitarbeiterinnen bevorzugen würden. Während die Geschäftsführer in ihrer Selbstbeurteilung die Frage mit “selten” beantworteten, urteilten die nachgeordneten Abteilungsleiterinnen in einer simultan durchgeführten Vorgesetztenbeurteilung gegenteilig: Die Geschäftsführer bevorzugten entsprechende Mitarbeiterinnen “häufig”. Rosenstiel diagnostiziert daraus bei den Geschäftsführern einen “blinden Fleck”. Nach unserem Erachten könnte es sich aber um eine bewußte soziale Anpassungsleistung in der Befragungssituation handeln. Privat — unter Männern und Alkoholein-fluß — würden sich die Geschäftsführer mit ihrem sexistischen Verhalten vielleicht sogar brüsten.Google Scholar
  53. 53.
    Empirische Analysen des Verhandlungsprozesses wurden u.a. von Sozialpsychologen vorgelegt. Der praktische Nutzen derartiger Forschungsergebnisse ist jedoch nicht sehr hoch anzusetzen, wenn die Untersuchungen ex post bzw. allein in Laborsituationen stattfanden. Vgl. exemplarisch Lamm 1975, der auch einen umfassenden Überblick zum Forschungsstand in den 70er Jahren gibt. In jüngeren Arbeiten wird daher mehr und mehr von Laborexperimenten Abstand genommen. Vgl. Carnevale/Pruitt 1992, die einen aktuellen Forschungsüberblick geben.Google Scholar
  54. 54.
    Vgl. S.54 in Kap. 1.2.4 sowie als Überblick Croît 1992, Sp.2526ff. Google Scholar
  55. 55.
    In Kap.5.3.1, S.211ff.Google Scholar
  56. 56.
    Linearität wird nur unterstellt, um die Analyse zu vereinfachen. In Wirklichkeit sind Verhandlungsprozesse meist zirkulär und rekursiv, zumindest in ihrer iterativen Form, wie wir oben bei Weick und bei Giddens gesehen haben.Google Scholar
  57. 57.
    Betrachtet man Verhandlungen am Markt, sei es zwischen Organisationen, sei es zwischen der Organisation und bestimmten Umweltsegmenten (Lieferanten, Konsumenten etc.), so liegt auch dort kein voraussetzungsloses System freien Austausches vor; “vielmehr spiegelt der Markt eine Machtstruktur wider, die für die asymmetrische Begünstigung von Gruppen aufgrund differenti-ell verteilter Ressourcen sorgt” (Müller 1992, S.202). Der Markt ist ein System ökonomischer Beziehungen, das sich auf die relative Verhandlungsstärke der verschiedenen Marktteilnehmer stützt (Giddens 1979, S.123). Diese Verhandlungsstärke kennzeichnet — das ist seit Marx ein Allgemeinplatz — besonders den Besitzer von Produktionsmitteln. Darüber hinaus kann aber auch der Eigentumslose — neben seiner Macht aufgrund gegenseitiger Solidarität — durch Bildungsund Leistungsqualifikationen Macht besitzen. Giddens kennzeichnet derartige marktrelevante Ressourcen mit dem Begriff der “market capacity”. Müller 1992, S.202 bemängelt die mißverständliche deutsche Übersetzung als “Marktchance” statt als “Marktkapazität oder -fähigkeit”. Der Aktor wird von Giddens — wie oben gezeigt — durch “capability” und “knowledgeability” definiert: Wer handelt, hat auch Macht. Selbst der Proletarier, der nichts als seine nackte Arbeitskraft zu verkaufen hat, hat nach dieser Vorstellung Handlungsressourcen im Sinne einer rudimentären Ausstattung mit “Marktkapazität”, die er in Marktverhandlungen einbringen kann (vgl. S.184f. in Kap.4.4, sowie Müller 1992, S.202); denn es existieren drei Kategorien von “Marktkapazitäten”: Kapitalbesitz, Berufsqualifikation und manuelle Arbeitskraft.Google Scholar
  58. 58.
    “Winner”- und “Loser”- Strategien werden in der psychologischen Ratgeberliteratur zahlreich beschrieben; vgl. z.B. Birkenbihl 1992, S.66ff. Google Scholar
  59. 59.
    Dieses “Harvard-Konzept” nach Fisher/Ury 1984 ist nicht mit dem betriebswirtschaftlichen “Harvard-Konzept” zu verwechseln, das das Management der Human Resources in den Mittelpunkt stellt; vgl. z.B. Staehle 1994, S.747. Google Scholar
  60. 60.
    Vgl. zum semantischen Rahmen “Kampf” S.321 im folgenden Kap.7.4.Google Scholar
  61. 61.
    Köhler 1992, S.101, der Fisher/Ury und Schulz v.Thun zitiert; vgl. ferner Rogers 1972. Google Scholar
  62. 62.
    Einen Überblick zu ‘ex-post’-Untersuchungen empirischer Verhandlungsstudien im Investitionsgüterbereich gibt Koch 1987, S.208ff. Google Scholar
  63. 63.
    Giddens 1984, S.103f. verwirft diese Vorstellung, während z.B. D.Baecker 1993, S.239f. gerade darin eine sinnvolle Weiterung der Theorie sieht: “Vielleicht sollte man die Sprechakttheorie soziologisieren, also die Eingrenzung der Handlungstypen auf sprachliche Handlungen aufgeben und schlicht und ergreifend Handlungstheorie treiben”.Google Scholar
  64. 64.
    Vgl. Wittgenstein 1989: “Die Bedeutung eines Wortes ist sein Gebrauch in der Sprache.”Google Scholar
  65. 65.
    Austin 1962; Searle 1969. Vgl. grundlegend auch Wunderlich 1972, S.119ff. und Wunderlich 1976; zusammenfassend Bußmann 1990, S. 726f. Google Scholar
  66. 66.
    Vgl. Wunderlich 1976 und Winograd/Flores 1989, S.104 (letztere verwenden den Begriff “Glük-kensbedingungen”).Google Scholar
  67. 67.
    Winograd/Flores 1989, S.258; vgl. D.Baecker 1993, S.238. Eine kritische Einschätzung der kognitiven Theorie von Winograd/Flores geben Mohnhaupt/Rehkämper 1990, S.36ff. Google Scholar
  68. 68.
    Winograd/Flores berufen sich bei ihrer Kritik des Entscheidungsansatzes vor allem auf Keen/ Scott-Morton 1978. Google Scholar
  69. 69.
    Wir hatten den Entscheidungsprozeß weiter oben — in Abb.05 auf S.58 — als “Kontinuum der Kontrolle” betrachtet und können ihn hier ergänzend als kommunikativ-emotionalen Handlungsablauf beschreiben.Google Scholar
  70. 70.
    Im Gegensatz dazu wird in der Phänomenologie von Schütz das Verhältnis von alltagsweltlichem und theoretischem Wissen deduktiv untersucht. Die Schützschüler Berger/Luckmann charakterisieren ihre Wissenssoziologie sogar als “philosophische Prolegomena”, d.h. Vorbemerkungen einer geisteswissenschaftlichen Theorie.Google Scholar
  71. 71.
    Den (offensichtlichen) Zusammenhang zur konstruktivistischen Systemtheorie stellt Hausendorf 1992, S.83ff. heraus. Einen — aus der Sicht einer materialen Sozialforschung zwangsläufig — kritischen Überblick zum ethnomethodologischen Programm gibt Eickelpasch 1982, S. 7ff. Google Scholar
  72. 72.
    Vgl. zusammenfassend Hettlage 1989, S.168 und Miebach 1991, S.152f; im Original z.B. Gar-finkel 1973, S.189ff. Google Scholar
  73. 73.
    Dieses Beispiel eines kurzen fiktiven Dialogs orientiert sich an Garfinkel 1967, S.35ff. Dieser gibt eine ähnliche Konversation wieder, die aber keine Bezüge zur beruflichen Sphäre hat.Google Scholar
  74. 74.
    In ähnlicher Art transkribiert z.B. Argyris Gesprächsausschnitte aus Organisationsentwicklungsprozessen; vgl. Argyris 1993a, S.136ff. Google Scholar
  75. 75.
    Gumperz 1975; Hymes 1973, 1975, 1979; Labov 1976/1978. Einen kurzen Überblick zu angelsächsischen ethnographischen Untersuchungen in Organisationen sowie zu einem adäquaten Methodenverständnis gibt Schwandt 1995, S.65ff. Google Scholar
  76. 76.
    Vgl. exemplarisch Bausinger 1984. Besonders interessant ist auch der Spracherwerb bilingual aufwachsender Kinder, deren doppelte Sprachfertigkeit häufig mit einem geringer ausgeprägten Sprachgefühl einhergeht. Diese Analysen sind jedoch für die Organisationskommunikation kaum zu gebrauchen, denn die Arbeitswelt blieb als Kommunikationskontext meist ausgeblendet. Ihr pädagogischer Ausgangspunkt in der Nachfolge von Bernsteins “Defizit-Hypothese” macht sie ferner aus heutiger Sicht ideologieverdächtig.Google Scholar
  77. 77.
    Kritisch bzw. modifizierend äußerten sich schon 1973 Oevermann und 1976/1978 Labov. Google Scholar
  78. 78.
    Frauen vermeiden z.B. eher sprachliche Analogien, die das Wirtschaftsgeschehen mit Kampf und Krieg gleichsetzen (siehe dazu S.321). Ausführlich wird auf geschlechtsspezifische Sprachverwendung in Kap.8.4, S.376ff. eingegangen.Google Scholar
  79. 79.
    Es mangelt an empirischen Untersuchungen, anhand derer sich ein Zusammenhang zwischen geschlechtsspezifischem Sprachverhalten und Partizipationschancen am Arbeitsplatz schlüssig nachweisen läßt. Aus den bisherigen Ausführungen müßte jedoch klar geworden sein, daß bei patriarchalischen Herrschaftsmechanismen ebenso wenig monokausale Erklärungen greifen wie bei anderen Machtphänomenen.Google Scholar
  80. 80.
    Auf das grundsätzliche Problem der “ethnomethodologischen Indifferenz” wurde schon hingewiesen.Google Scholar
  81. 81.
    Als Beispiel für eine weitere angelsächsische ethnographische Untersuchung sei auf die Feldstudien von Manning 1992 verwiesen, der u.a. die interne und externe Kommunikation von Polizeibehörden analysiert. Der Integrationsgedanke öffentlichkeitswirksamer politischer Außendarstellung und interner mikropolitischer Organisationskommunikation spielt jedoch in unserem Zusammenhang nur eine untergeordnete Rolle.Google Scholar
  82. 82.
    Schwartzman dokumentiert eine umfangreiche Feldstudie, die im Midwest Community Mental Health Center in Midtown, Illinois durchgeführt wurde. Diese soziale Einrichtung fungiert als regionales Therapiezentrum für eine breite Palette psychosozialer Störungen. Ihre innere Organisation stellte sich in der Untersuchung als eine “organized anarchy” (im Sinne von March/Olsen) heraus. Die Autorin zeigt anhand mehrerer Transkripte, wie diese Organisation Entscheidungen und Konflikte geradezu benötigte, um sich in Meetings ihrer selbst zu versichern.Google Scholar
  83. 83.
    Vgl. die klassischen Studien (in Industriegesellschaft und Stammeskultur) von Douglas 1986, die aber stärker nonverbal körperbezogen sind. Vgl. auch Neuberger/Kompa 1987, S.116ff., besonders ihre Abbildung “Rituell geregeltes Verhalten”. Die Thematik “Ritual” haben wir bereits in Kap.6.3.3 (S.253ff.) behandelt.Google Scholar
  84. 84.
    Zentral für Meetings sind “Prestigeauktionen” (Schwartzman): Mit wessen Eintreffen beginnt der offizielle Teil? Wer ist wichtig? Wessen Zeitplan hat bei der Terminfindung für das nächste Treffen Vorrang? etc.Google Scholar
  85. 85.
    Vgl. Schwandt 1995, S.64, der die Arbeiten Schwartzmans und anderer ethnographischer Autoren zusammenfaßt.Google Scholar
  86. 86.
    Der “professional stranger” reflektiert die Rolle der eigenen Fremdheit im Forschungsprozeß; der “teilnehmende Beobachter” verfügt außerdem über genug Kontextwissen, um sich gelegentlich selbst einzubringen.Google Scholar
  87. 87.
    Vgl. zur Verwendung der Theatermetapher für Gespräche u.a. Goffman oder Mangham/Overing-ton. Vgl. ferner die kurzen Hinweise in Fußnote 6 auf S.135 in Exkurs II sowie zur Dramatolo-gie des Handelns S.161 in Kap.3.4.Google Scholar
  88. 88.
    Eine andere Gefahr sieht Helmers 1993, S. 178 in ihrem Überblicksartikel zur Anwendung ethnologischer Forschung in der Unternehmenskultur: Da die holistische Kulturauffassung der modernen Ethnologie in der wirtschaftswissenschaftlichen Literatur gar nicht verstanden werde, würden präzise Fachtermini wie “Zeremonie”, “Tabu”, “Mythos” etc. alltagssprachlich banalisiert.Google Scholar
  89. 89.
    Vgl. die Beiträge von Sprechwissenschaftlern (siehe Fußnote 42 auf S.32) in Bartsch 1994. Google Scholar
  90. 90.
    Konzepte sind flexible Repräsentationseinheiten, die “als eine Art Faustregeln” bei der konzep-tuellen Kategorisierung fungieren (Schwarz 1992, S.87). Google Scholar
  91. 91.
    In der Sprachwissenschaft spielt vor allem die grammatische und thematische (Text-)Kohärenz eine große Rolle (Brinker 1985, S.20ff.). Google Scholar
  92. 92.
    Ausgehend von der generativen Transformationsgrammatik Chomskys wird eine psychologische Realität des eigentlich analytischen Regelapparates erwartet. Diese psychologischen Vorgänge der (Satz-)Produktion und -Verarbeitung lassen sich dann in Informationsverarbeitungsmodelle übertragen. Vgl. zur Informationsverarbeitung oben in Kap. 1.2.4 S.49ff.Google Scholar
  93. 93.
    Über die Abbildbarkeit der objektiven Welt im subjektiven Bewußtsein kann aber — so schon Kant — keine definitive Aussage gemacht werden. Trotzdem handelt es sich um einen analytischen, keinen echten Gegensatz, wie Davidson (1993, S.76ff.) betont; denn das Kohärenzprinzip kann nicht ohne Korrespondenzprinzip bestehen: “Erkenntnis eines fremden Bewußtseins ist jedoch nur möglich, wenn man über Erkenntnis der Welt verfügt, denn es ist eine Bedingung der für das Denken unerläßlichen Triangulation [des Bezugs auf einen gemeinsam wahrgenommenen Reiz und seine Ursache; A.H.], daß diejenigen, die miteinander kommunizieren, einsehen, daß sie ihre Standpunkte in einer gemeinsamen Welt einnehmen. Daher sind die Erkenntnis des Fremdpsychischen und die Erkenntnis der Welt wechselseitig abhängig” (ebd., S.80). Die relativistische (common sense-)Vorstellung, verschiedene Personen oder Kulturen würden in verschiedenen Begriffs-Schemata denken und — verkürzt gesagt — ihre Wahrheit sei relativ zu ihrer Rahmentheorie, wird daher von Davidson verworfen. Vgl. Fulda in Davidson/Fulda 1993, S.61. Google Scholar
  94. 94.
    Mit diesem sprachwissenschaftlichen, aber eigentlich erkenntniswissenschaftlichen Theorienstreit wird ein alter Gegensatz fortgeführt, der in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen fortbesteht. Hörmann 1991, S.127ff. z.B. differenziert die beiden Positionen der “Unabhängigkeitsthese” und der “Intentionsthese”. Verkürzt gesagt handelt es sich immer um die Unvereinbarkeit einer eng kausalistischen und einer mehrdimensionalen, nichtdeterministischen Theorie, häufig in der Gestalt von materialistischen und idealistischen Positionen.Google Scholar
  95. 95.
    Damit kritisiert Davidson eine Psychologie, die glaubt, Sprache sei für den Umgang mit Wörtern und Sätzen eine klar umrissene Struktur, in die man beim Sprechenlernen sozusagen hineinwächst, etwa im Sinn von Gadamers Ausspruch “die Sprache spricht uns”. Sprache in diesem Sinn gibt es nicht, lautet die These Davidsons 1990 (zitiert nach Fulda in Davidson/Fulda 1993, S.60). Wir müßten die Auffassung revidieren, Bedeutungen sprachlicher Ausdrücke beruhten auf konventionellen Regeln des Gebrauchs dieser Ausdrücke. Mit dieser Auffassung grenzt sich Davidson auch gegenüber Wittgenstein ab und rüttelt sozusagen am Fundament linguistischer Pragmatik und Semantik.Google Scholar
  96. 96.
    Vgl. hierzu und im folgenden wörtlich Anderson 1989, S.103ff. Sein Modell verfügt über ein Kurzzeitgedächtnis und zwei Langzeitgedächtnisse (für deklaratives und für prozedurales Wissen). Obwohl es — nach Herkner — die derzeit detaillierteste Netzwerktheorie darstellt, erfaßt es nicht alle Bedeutungsaspekte, vor allem keine Gefühle und Stimmungen; vgl. Herkner 1991, S.167. Google Scholar
  97. 97.
    Eine Proposition ist eine Aussage bzw. ein Satz als Informationseinheit (zunächst ohne Untersuchung seiner grammatikalischen Form).Google Scholar
  98. 98.
    Vgl. die kurzen Überblicksdarstellungen zu Schematheorie und soziale Kategorisierung in Herkner 1991, S.168ff.; Thomas 1992, S.244ff. Vgl. auch den Zusammenhang zwischen Schemata und Wahrnehmungszyklen in der Darstellung von Weick 1985, S.223ff. Google Scholar
  99. 99.
    Vgl. van Dijk 1980a, S.128ff., der von “Superstrukturen” spricht, die er von semantischen Makrostrukturen abgrenzt; vgl. den Verweis bei Donnellon 1986, S.143 auf van Dijk 1980b; zur Linearisierung des Denkens auch Anderson 1989, S.352; zu Problemen des Stereotypenansatzes z.B. Franck 1992, S.638. Google Scholar
  100. 100.
    Selbst im Halbschlaf funktioniert eine mitlaufende Beobachtung, die z.B. den Aufmerksamkeitslevel sofort erhöht, wenn aus der diffusen Geräuschkulisse der eigene Name gehört wird.Google Scholar
  101. 103.
    Die Attributionstheorie wurde schon kurz in Kap.6.1, S.238f. im Zusammenhang mit Sprachkonvergenz erwähnt.Google Scholar
  102. 104.
    Die Attributionstheorie wird in allen sozialwissenschaftlichen und in den meisten personalwirtschaftswissenschaftlichen Lehrbüchern ausführlich dargestellt, worauf hier nur verwiesen werden soll; vgl. z.B. Neuberger 1990c, S.201ff.; Herkner 1991, S.285ff.; Thomas 1991, S.176ff. Instruktiv ist auch Schettgen 1991, S.99ff. Google Scholar
  103. 105.
    Zur linguistischen Rahmenanalyse vgl. Müller 1984. Google Scholar
  104. 106.
    Zu Einzelheiten der Gesprächsanalyse vgl. Fußnote 43 auf S.296.Google Scholar
  105. 107.
    Zur Institutionsanalyse vgl. Dittmann 1979, S.287ff. und Ehlich/Rehbein 1994, S.287ff. Google Scholar
  106. 108.
    Die Rekursivität zwischen rechter und linker Seite des Schaubilds könnte durch Pfeile verdeutlicht werden, die aus Gründen der Übersichtlichkeit weggelassen wurden.Google Scholar
  107. 109.
    Vgl. die Bemerkungen zu Schaubild 02 auf S.49.Google Scholar
  108. 110.
    In Kap.8.4 (S.376ff.) werden wir auf diese Problematik zurückkommen.Google Scholar
  109. 111.
    Meyersen 1992 entwickelte sein Konzept mit dem Unternehmensberater Schnelle, der es unter dem Markennamen “METAPLAN” bekannt machte; vgl. Schnelle 1982, 1991, 1992, Freimuth/ Straub 1996 und Kap.9.2.2 auf S.430.Google Scholar
  110. 112.
    In Anlehnung an Thomann/Schulz v.Thun 1988, S.35ff. und Redlich 1995. Die Länge der Phasen variiert, nicht aber die Reihenfolge. Gängige Moderationsverfahren sind gekennzeichnet durch ein striktes Einhalten von Abfolgeplänen. Mit festgelegten Techniken (Visualisierung, Selektion, Bewertung etc.) wird von einer Phase zur anderen übergeleitet. Durch die Konzentration auf einen vorgegebenen Rahmen können zuvor fruchtlose, da unstrukturierte Gespräche zu sinnvollen Ergebnissen geführt werden.Google Scholar
  111. 113.
    Zu NLP vgl. S.417f. inKap.9.2.1.Google Scholar
  112. 114.
    Vgl. Fußnote 15 auf S. 175.Google Scholar
  113. 115.
    Vgl. zu den Überlegungen Weicks oben S.120 in Kap.2.3 sowie S.318.Google Scholar
  114. 116.
    Wir beschränken uns hier auf national- bzw. sprachkulturelle Unterschiede — im Gegensatz etwa zu Knoblauch 1995. Unsere kulturanthropologische bzw. ethnologische Diskussion entbehrt nicht der ideologischen Brisanz, weil selbst in wissenschaftliche Abhandlungen ein Verhalten -meist das eigene — und eine Weltsicht — meist die geozentrische — als Normalform angesehen werden.Google Scholar
  115. 117.
    Haupt 1977, S. 7; zitiert nach Eunson 1990, S.80, Anm.18.Google Scholar
  116. 118.
    Pascale/Athos 1981, S.200, 202; zitiert nach Weber 1992, S.162.Google Scholar
  117. 119.
    Vgl. zur organisational Binnenkultur Kap.2.4 auf S. 12.ff.Google Scholar
  118. 120.
    Vgl. zur “Leitdifferenz” S.166ff. in Exkurs III.Google Scholar
  119. 121.
    Duerr schreibt über die Grenze zwischen Wildnis und Zivilisation, eine Grenze, die gewisse Ähnlichkeiten mit der bei interkulturellen Phänomenen aufweist.Google Scholar
  120. 122.
    “Am sichersten vermeidet man Mißverständnisse, wenn man sich verhält, als gäbe es Frauen überhaupt nicht”, empfiehlt der britische “Knigge” Debrett’s Etiquette and Modern Manners (Donald 1981, S.311); zitiert nach Argyle/Henderson 1986, S.62. Google Scholar
  121. 123.
    Ito 1992, S.238ff., der einen Überblick zum Forschungsstand über Differenzen des Kommunika-tionsstils in Japan und Amerika gibt, kommt allerdings zu dem Schluß, daß sich die Kulturen langfristig angleichen.Google Scholar
  122. 124.
    Beispiele mißglückter Kommunikation nennt z.B. auch Gembries 1994, S.49ff. Google Scholar
  123. 125.
    Ähnlich Argyle 1989, S. 77; S.244f. und Rost 1990, S. 129f. Google Scholar
  124. 126.
    Vgl. zu kulturellen Unterschieden organisationaler Kommunikation Stewart 1987; zu linguistischen Einflüssen durch die japanische Sprache Ulfhielm 1987. Google Scholar
  125. 127.
    Vgl. auch den Versuch von Morris 1995, Gebärden und Gesten unter Nennung ihres geographischen Verbreitungsgebietes systematisch aufzulisten.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen/Wiesbaden 1998

Authors and Affiliations

  • Anton Hahne

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