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Rechtsnatur des Gutachtensvertrages

  • Thomas Bohl
  • Walter Döbereiner
  • Archibald Graf Keyserlingk

Zusammenfassung

Ein Vertrag, der die Erstellung eines Gutachtens zum Gegenstand hat, ist regelmäßig ein Werkvertrag (1). Dabei spielt es keine Rolle, ob eine Feststellung getroffen oder eine Bewertung vorgenommen wird. Unzutreffend ist die gelegentlich geäußerte Meinung (2), daß das Festhalten ordnungsgemäßer oder mangelhafter Zustände noch keine Begutachtung sei. Die verantwortliche Feststellung, ob etwas ordnungsgemäß ist oder nicht, setzt regelmäßig eine wertende Subsumierung voraus. Daher sind Feststellungen in Sachverständigengutachten regelmäßig Wertungen (3). Bei solchen Feststellungen durch Sacwhverständige handelt es sich also regelmäßig um Gutachten (4).

Literatur

  1. (1).
    BGH 10.6.76 BauR 76/354 = BGHZ 67/1,4 m. Anm. Docrry LM Nr. 30 zu § 638 BGB; BGH 28.2.74 BB 74/578; BGH 20.10.64 NJW 65/106; BGH 29.11.65 NJW 66/539; BGH 8.12.66 NJW 67/719; BGH 20.1.72 NJW 72/625; BGH 26.10.78 NJW 79/214f.; Ingenstau/Korbion, VOB/A, 8. Aufl., § 7 RdZ A; Werner/Pastor, Der Bauprozeß, 3. Aufl., 1978, RdZ 53; Döbereiner/v. Keyserlingk, Sachverständigen-Haftung, 1979, RdZ. 72; Locher/Koeble/Frik, HOAI, 2. Aufl., § 33 Rdn. 1; Honseil, Probleme der Haftung für Auskunft und Gutachten, JuS 76/621Google Scholar
  2. (2).
    vgl. Hesse/Korbion/Mantscheff, Komm. z. HOAI, 1978, § 33 Rdn. 1Google Scholar
  3. (3).
    BGH 21.6.66 NJW 66/2010, 2011; BGH 18.10.77 NJW 78/751Google Scholar
  4. (4).
    vgl. Döbereiner/v. Keyserlingk, Sachverständigen-Haftung, 1979, RdZ 177; vgl. auch die sehr beachtliche Auseinandersetzung mit der Rechtspr. d. BGH v. Schneider, Der Widerruf von Werturteilen, MDR 78/613Google Scholar

Copyright information

© Friedr. Vieweg & Sohn Verlagsgesellschaft mbH, Braunschweig 1980

Authors and Affiliations

  • Thomas Bohl
    • 1
  • Walter Döbereiner
    • 1
  • Archibald Graf Keyserlingk
    • 1
  1. 1.MünchenDeutschland

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