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Die Steuerung von Universitäten: Praktische Relevanz und theoretischer Bedarf einer organisationstheoretischen Analyse der Universität

  • Maria Engels
Chapter
Part of the DUV Wirtschaftswissenschaft book series (DUVWW)

Zusammenfassung

Ein Blick in die Geschichte muss den Eindruck hinterlassen, dass die Universität ein ‘Erfolgsmodell’ darstellt. Kaum einer Institution ist es in vergleichbarer Weise gelungen, über Jahrhunderte hinweg die Notwendigkeit ihrer Existenz nach innen und außen zu legitimieren und unbeschadet der Zeitläufte in Wesen und Gestalt eine bemerkenswerte Konstanz zu bewahren. Dieses außergewöhnliche Beharrungsvermögen beschäftigt Clark Kerr bereits in seiner klassischen Analyse der Universität: „Heraclitus said that ,nothing endures but change‘. About the university it might be said, instead, that »everything else changes, but the university mostly endures‘ [...]. About eighty-five institutions in the Western world established by 1520 still exist in recognizable forms, with similar functions and with unbroken histories, including the Catholic church, the Parliaments of the Isle of Man, of Iceland, and of Great Britain, several Swiss cantons, and seventy universities. Kings that rule, feudal lords with vassals, and guilds with monopolies are all gone. These seventy universities, however, are still in same locations with some of the same buildings, with professors and students doing much the same things, and with governance carried on in much the same ways.“1 Gleichwohl scheint die Universität in ihrer tradierten Form den neuen Herausforderungen, die die Wissensgesellschaft und die damit verbundenen strukturellen Wandlungsprozesse mit sich bringen, nicht mehr gewachsen zu sein.

Literatur

  1. 1.
    Kerr [Uses] 1982, S. 152.Google Scholar
  2. 2.
    Die Betriebswirtschaftslehre definiert sich über ihr Erkenntnisinteresse und die Wahl ihres Erkenntnisobjekts — nicht aber über die als Erkenntnisinstrumente eingesetzten Theorien. Die Frage, inwieweit die Universität die Definitionsmerkmale eines ,Betriebs‘ erfüllt, muss hier nicht weiter vertieft werden. Da nach Gutenberg der Sinn eines Betriebs in der Erstellung oder Bereitstellung von Gütern und Dienstleistungen liegt (vgl. Gutenberg [Grundlagen] 1983, S. 1), weist auch die Universität die Charakteristika eines Betriebes auf.Google Scholar
  3. 3.
    Es gilt insofern, sowohl eine theoretische Erklärungs- als auch eine praktische Gestaltungsaufgabe wahrzunehmen. ,Erklärung‘ ist im weitesten Sinne auf die Angabe von Gründen für das Auftreten von Phänomenen gerichtet. Ziel ist hierbei die Formulierung eines allgemeingültigen Aussagesystems, welches die Reduktion komplexer, beobachtbarer oder denkbarer Sachverhalte auf eine kleinere Anzahl allgemeiner Prinzipien erlaubt. Im Zentrum der praktischen Gestaltungsaufgabe steht dahingegen die Bestimmung situationsadäquater, zweckvoller Handlungsweisen. Die pragmatische Wissenschaftskonzeption ist dabei immer mit der theoretischen verbunden, da aus Sicht der problemorientierten Forschung geeignete Werkzeuge für das Lösen praktischer Probleme zur Verfügung gestellt werden sollen. Vgl. für viele Bretzke [Problembezug] 1980; Witte [Nutzungsanspruch] 1981; Heinen [Wertfreiheit] 1976.Google Scholar
  4. 4.
    Damit ist diese Arbeit der angewandten Organisationstheorie zuzurechnen, die mit dem Bemühen um die Gewinnung praktisch verwertbarer Erkenntnisse dem Wissenschaftsverständnis der Betriebswirtschaftslehre entspricht. Vgl. zum Anliegen der Organisationstheorie Grochla [Organisationstheorie] 1980, Sp. 1795 ff.; [Einführung] 1978, S. 53 ff.; [Entwicklung] 1975, S. 16 ff.Google Scholar
  5. 5.
    Zu nennen sind hier bspw. die Hochschulverwaltung, Bibliotheken, human- und veterinärmedizinische Kliniken, Rechenzentren, Laboratorien und Werkstätten, Hochschularchive und -museen oder Einrichtungen der Studentenwerke wie Mensen, Kindergärten oder Wohnheime.Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2001

Authors and Affiliations

  • Maria Engels

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