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Sondierungen im Vorfeld: Status quo und „Deutsche Wende“

  • Friedemann Schmidt
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Zusammenfassung

Die Strategiedebatte der Criticón-Rechten in den 80er Jahren zeigt eine politische Strömung im Übergang: Geht es der Zeitschrift und ihren Autoren in den 70er Jahren noch vorrangig um die Formulierung und Behauptung einer rechtsoppositionellen Position in der Bundesrepublik, so vollzieht die Neue Rechte in den 80er Jahren den Schritt von der Theoriebildung zur Konstituierung eines eigenständigen Diskussions- und Aktionszusammenhangs, der sich bereits punktuell in die Öffentlichkeit wagt. Die in dieser Phase entwickelten Muster und Theoreme werden stilbildend für das neu-rechte Projekt einer „Kulturrevolution von rechts“, das in der zweiten Hälfte der 80er Jahre erste Erfolge verzeichnen kann und nach der Wiedervereinigung auf ein gesteigert aufhahmebereites Umfeld trifft. Die Strategiedebatte des Criticón-Kreises vor der „deutschen Wende“1 ist wesentlich für das Verständnis der Entwicklung der Neuen Rechten zu Beginn der 90er Jahre und soll daher an dieser Stelle kurz umrissen werden.2

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Literatur

  1. 1.
    Vgl. den Titel der Criticón-Ausgabe 116, die unmittelbar nach dem Berliner Mauerfall im November 1989 unter dem programmatischen Titel „Nach der deutschen Wende” erscheint und deren Bei-, träge bereits den Criticön-Diskurs der Folgejahre vorstrukturieren.Google Scholar
  2. 2.
    Beim folgenden Kapitel handelt es sich um eine zusammenfassende Darstellung der wichtigsten Ergebnisse der bislang unveröffentlichten Magisterarbeit des Verfassers zur neu-rechten Strategiedebatte in den 80er Jahren, auf die im Folgenden rekurriert und an einigen Stellen verwiesen wird (Schmidt, F. 1993).Google Scholar
  3. 3.
    Zu Gramscis Konzeption und ihrer neu-rechten Vereinnahmung vgl. die Darstellung bei Terkessidis (1995: 32ff.), Pfahl-Traughber (1998a: 25ff.) sowie Schmidt, F. (1993: 55ff.).Google Scholar
  4. 4.
    Vgl. Schrenck-Notzing (1979, 1980b), Platzdasch (1980) et al. Vgl. exemplarisch Schrenck-Notzing (1987d).Google Scholar
  5. 6.
    Klaus Steinbuch schreibt: „Jede lebende Organisation — ob Tier oder Mensch, ob Einzelwesen oder Gesellschaft — will ihre eigene Existenz erhalten und fördern. Andernfalls wird sie von der Evolution ausgemerzt. Im Deutschland der Nachkriegszeit ist eine — noch — lebende Organisation entstanden, die ihre eigene Existenz nicht mehr unbedingt fördern und erhalten will, die an Schuldgefühlen beinahe erstickt und ihre eigene Nation am liebsten verschwinden sähe.” (1990: 194).Google Scholar
  6. 7.
    Criticón-Herausgeber Caspar von Schrenck-Notzing konstatiert bei den bundesdeutschen Politikern seit den 60er Jahren eine sukzessive Verinnerlichung der durch die alliierte Umerziehung propagierten Werte: „An die Stelle des äußeren Zwanges tritt die innere Überzeugung. Aus den Auflagen der Umerziehung werden Komponenten der »politischen Kultur«.” (1985b).Google Scholar
  7. 8.
    Günter Maschke führt aus: „Die Bundesrepublik wird politisch, ökonomisch und intellektuell nicht mehr von den Vertretern der Vorkriegsgeneration geführt; es ist in etwa die Generation der Flakhelfer, die in die Spitzenpositionen eingerückt ist. Zu dieser Generation gehört Helmut Kohl ebenso wie Hans Magnus Enzensberger, Hans Jochen Vogel ebenso wie Jürgen Habermas, Walt[h]er Leisler Kiep ebenso wie Ralf Dahrendorf. In einem ist sich diese Generation einig: Nie wieder darf Deutschland eine Macht bedeutenden Zuschnitts sein.” (1985: 154). — Vgl. hierzu auch Arndt (1987).Google Scholar
  8. 9.
    Die Vorreiterrolle Criticóns bezüglich dieser Debatte bestätigt Caspar von Schrenck-Notzing im Gespräch (1992i); vgl. hierzu auch Leggewie (1987a: 209). — Zur Thematik insgesamt vgl. Czitrich (1989) u. Mantino (1994: 76ff.). — Auf die zahlreichen Überschneidungen zwischen neu-rechter und konservativer Identitätsdebatte verweist die Darstellung Uwe Worms (1995: 112ff).Google Scholar
  9. 10.
    Vgl. Holger Czitrichs (1989) Differenzierung von „Zielkrise” und „Steuerungskrise” (zusammenge-faßt unter dem Oberbegriff der „Orientierungskrise”) einerseits und dem „Bezugspunkt Nation” andererseits (Mantino 1994: 80ff); Mantino verweist in diesem Zusammenhang auf die intensive Beschäftigung des , Studienzentrums Weikersheim’ (SZW) mit der Thematik (ebd.).Google Scholar
  10. 11.
    Claus Leggewie benennt 1987: „»Nationale Identität« versus »Verfassungspatriotismus«“, „»Wiedervereinigung/Mitteleuropa« versus »Westorientierung«“, „»Nationale Identität« versus »multikulturelle Gesellschaft«“, „»Starker Staat«“versus »liberal-libertäre Selbstregulierung«“sowie „»Lebensschutz« versus »Wachstum/Modernisierung«“(1987b: 378).Google Scholar
  11. 12.
    Günter Rohrmoser schreibt 1984: „Die Vorstellung, die Deutschen könnten ihre nationale Identität durch eine geschichtslos-abstrakte demokratische Identität ersetzen, ist ein Wahn geblieben. Die Möglichkeit einer geistigen Wende wird in der Bundesrepublik darum so skeptisch beurteilt, ja von manchen für unrealisierbar gehalten, weil wir alle Reserven unserer nationalen Geschichte und Kultur aufgezehrt oder mutwillig zerstört haben und daher der Vorteile entraten müssen, über die eine Nation verfügt, die ihrer selbst sicher ist und deren Willen zur Selbstbehauptung ungebrochen ist.” (1984: 262).Google Scholar
  12. 13.
    Vgl.Fichte (1965 (Orig. 1808), Bd. VII: 257ff).Google Scholar
  13. 14.
    Rohrmoser verbindet dies mit einem flammenden Bekenntnis zum „Deutschen Sonderweg”: „Wenn wir nach der Ursache der uns heute in den progressiven Verfall führenden Neurotisierung unseres nationalen Selbstverständnisses fragen, dann war es 1945 der erklärte Wille, in der Differenz der Deutschen von allen geschichtslos-abstrakt, naturrechtlich begründeten Traditionen des Westens nur einen Irrtum zu sehen, diese Differenz radikal, das heißt kulturrevolutionär zu beseitigen.” (ebd.).Google Scholar
  14. 15.
    Der Criticón-Herausgeber merkt an: „Der Aufruhr verdichtete sich nicht zu einer Revolution und brachte die staatliche Ordnung nicht in Gefahr, doch die Mentalität, die ihn speiste, ist heute Gemeingut. Was diejenigen, die partout nicht von einem Wertezerfall reden wollen, den »Wertewandel« nennen, ist nicht viel mehr als ein anderer Ausdruck für den »Geist von 1968«. [...] Wenn nach 1968 etwas in das Gemeineigentum überführt wurde, sozialisiert wurde, so sind das nicht die Industriebetriebe und nicht der Grund und Boden, sondern es ist das Empfinden und Denken der Revolutionsstudenten. Wir sind so von »anonymen« 68ern umgeben.” (1988c: 217).Google Scholar
  15. 16.
    Weißmann bezieht sich mit dem „Nasenring” auf Armin Mohlers eingehende Beschäftigung mit der Thematik sowie dessen gleichnamigen Buchtitel (Mohler 1989a); das angeführte Zitat ist einem Buchbeitrag Günter Maschkes entnommen (vgl. Arndt u.a. 1975: 110).Google Scholar
  16. 17.
    Vgl. hierzu Criticón 1986ff. sowie die ausführliche Darstellung bei Schmidt, F. (1993: 93ff.).Google Scholar
  17. 18.
    Vgl. hierzu die Position von Wolfgang Gessenharter, der unter Bezugnahme auf Michael Minkenbergs bewegungstheoretisches Modell einer „Neuen radikalen Rechten” (Minkenberg 1998a) die neu-rechte Gegnerschaft zu den „Modernisierungsveränderungen seit den 60ern” hervorhebt und die Neue Rechte auf dem „»rechten« Pol” einer , , »Neuen-Politik«-Achse” verortet (Gessenharter 1998b: 25ff, insbes. 41ff.). Diese Einschätzung ist angesichts der ausgeprägten Feindschaft der Neuen Rechten gegenüber der 68er-Bewegung und ihren Nachfolgern zweifellos richtig — die Gegnerschaft trägt allerdings ein Janusgesicht, da die Neue Linke dezidiert um erfolgreiche Strategieformen beerbt werden soll, was eine differenzierte Auseinandersetzung (samt der ihr inhärenten, eigentümlichen „Nähe zum Gegner”) voraussetzt.Google Scholar
  18. 19.
    Vgl. exemplarisch Besser (1982: 203).Google Scholar
  19. 20.
    Vgl. exemplarisch Sauermann (1980), Wagner, H. (1982) et al.Google Scholar
  20. 21.
    Karl Steinbuch schreibt hierzu: „Bei den intelligenteren Protestierern kommt — wenn durch den Protest ihre Wahrnehmungsfähigkeit nicht allzu sehr gelitten hat — früher oder später die Einsicht: Diese faszinierende Ideologie, der ich mich einst ergeben habe, leistet doch in Wirklichkeit gar nicht, was sie versprach...” (1988: 228). — Vgl. auch die frühe Beschäftigung Criticóns mit linken Renegaten (Schmidt, F. 1993: 131ff), die die Debatten der späten 90er Jahre um Horst Mahler, Bernd Rabehl et al. in weiten Teilen vorwegnimmt (hierzu Kraushaar 1999).Google Scholar
  21. 22.
    Mohler beruft sich hinsichtlich der These von der „postrevolutionären Normalisierung” auf Heimito von Doderer, dessen Grundgedanken er in diesem Zusammenhang ausführlich referiert (ebd.).Google Scholar
  22. 23.
    Vgl. exemplarisch Mohler (1983c, 1985b, 1989d).Google Scholar
  23. 24.
    Vgl. Strauß, B. (1993) sowie die Ausführungen in Kapitel 4.1 und 4.3.2.2.Google Scholar
  24. 25.
    Oswalt von Nostitz bescheinigt Strauß in diesem Zusammenhang ein „Sinnieren..., das religiöses, von Christentum und »Neognosis« inspiriertes Denken mit Anthropologie sowie den neuen Erkenntnissen von Naturwissenschaften und Evolutionstheorie zu vereinen sucht”; neben seiner Absage an die Dialektik und die „anthropozentrischen Selbstherrlichkeit” biete Strauß „gegen die Gegenwartshörigkeit mit ihren »zerschnittenen Wurzeln«... das »geschichtliche Gedächtnis«“auf -Nostitz zitiert in diesem Zusammenhang die Strauß-Worte: „»Das Leben braucht Rückgriffe (mehr noch als Antizipationen) und sammelt Kräfte aus Reichen, die vergangen sind..«.” (1987). — Vgl. hierzu auch bereits Nostitz (1985) sowie Hofmann, J. (1989).Google Scholar
  25. 26.
    Vgl. hierzu Mohler (1986a, 1987a, 1987b, 1988b) sowie die Darstellung bei Schmidt, F. (1993: 146ff). Zum ambivalenten Verhältnis des Criticón-Kreises zur Union sowie zu den unterschiedlichen Haltungen, die zur Unionspolitik eingenommen werden, vgl. Schmidt, F. (1993: 152ff). Bereits in den 70er Jahren wird in Criticón betont: „Zu den offenen Fragen einer konservativen Standortbestimmung gehört neben dem Verhältnis zum Liberalismus und dem Verhältnis zum Christentum zweifellos auch das Verhältnis zur CDU. Die Diskussion über diese kontroversen Themen beschränkt sich nicht auf den Diskussionsteil, sondern erstreckt sich über die verschiedensten Rubriken unserer Zeitschrift. Besonders die Problematik des Verhältnisses zwischen den Konservativen und der CDU ist immer wieder in unseren Beiträgen gestreift worden. Sie gehört zu den notwendigen Diskussionsthemen.” (Mohler 1974: 246, redaktionelle Vorbemerkung).Google Scholar
  26. 29.
    Criticôn-Herausgeber Schrenck-Notzing (1982) plädiert in diesem Zusammenhang für eine klare Arbeitsteilung zwischen Theoretikern und Praktikern auf der Rechten.Google Scholar
  27. 30.
    Vgl. etwa Rohrmoser (1984, 1985a, 1985c).Google Scholar
  28. 31.
    Im Interview mit , Radio Bremen’ weist Rohrmoser auf die ungehaltene Reaktion von Bundeskanzler Helmut Kohl auf seinen Criticön-Beitrag „Das Debakel” (1985c) vom Sommer 1985 hin (1985b: 137).Google Scholar
  29. 32.
    Vgl. hierzu exemplarisch Hartmann/Fürst (1986).Google Scholar
  30. 33.
    An anderer Stelle merkt Weißmann skeptisch zu diesem Vorhaben an: „... das ohne Zweifel vorhandene konservative Personal ist nicht von derselben Gattung wie das linke, mögen die Ausgangsbedingungen noch so günstig sein, das Trägheitsmoment, das durch die natürliche Überproduktion von konservativem Sitzfleisch entsteht, läßt einen baldigen Erfolg unwahrscheinlich werden” (1988b: 300).Google Scholar
  31. 34.
    Vgl. Schönhuber (1985, 1987) sowie Schlierer (1988).Google Scholar
  32. 35.
    Bei den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus im Januar 1989 ziehen die REP mit 7, 5% der abgegebenen Stimmen ins Parlament ein. — Die REP-Erfolge zu Beginn der 90er Jahre betreffen insbesondere Süddeutschland: In Baden-Württemberg können die REP ihr spektakuläres Landtagswahlergebnis von 1992 (10, 9%) bei der darauffolgenden Landtagswahl 1996 annähernd halten (9, 1%) und scheitern erst 2001 erneut an der 5%-Klausel. — Richard Stöss weist darauf hin, daß bundesweit rund die Hälfte der REP-Wähler aus Bayern und Baden-Württemberg stammen (1994: 34).Google Scholar
  33. 36.
    Vgl. ebenso Klönne 1991; Assheuer/Sarkowicz und Klönne beziehen diese Einschätzung dezidiert auf die gesamte „Neue Rechte”, wobei Assheuer/S arkowicz hierbei auch Grenzfälle wie etwa die Zeitschrift , Nation Europa’ oder die Gesellschaft für freie Publizistik’ (GfP) einbeziehen.Google Scholar
  34. 37.
    Günter Maschke schreibt: „Seien wir Realisten, bleiben wir konjunktivistisch: wenn diese Gesellschaft einmal der Schattenkämpfe müde wird, dann könnte die Stunde des Politischen und die Stunde der Nation kommen. Die USA beginnen, sich von Europa abzuwenden, die UdSSR hat schon vor der Pershing-Stationierung ihr Interesse gezeigt, die deutsche Karte auszuspielen...” (ebd.); vgl. hierzu auch Leidig (1988).Google Scholar
  35. 38.
    Vgl. hierzu Obst (1986) u. insbes. ders. (1987: 151); der Christdemokrat präsentiert hier bereits — in Vorwegnahme späterer Vorschläge der Bundesregierung unter Helmut Kohl — einen Stufenplan zur deutschen Einheit, der über eine Konföderation und Wiedervereinigung von Bundesrepublik und DDR zur Wiederherstellung Deutschlands in den Grenzen von 1937 führen soll. — Vgl. in diesem Zusammenhang auch die Criticön-Beiträge des Mitarbeiters der , Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik’ (DGAP), Harald Rüddenklau (1984, 1985, 1987a, 1987b, 1988).Google Scholar
  36. 39.
    Vgl. die Criticön-Ausgabe 114 vom Juli/August 1989 zum 40. Jahrestag der Gründung der Bundesrepublik Deutschland.Google Scholar
  37. 40.
    Vgl. hierzu auch Lackschewitz (1990); Lackschewitz hebt bereits im Februar 1990 hervor, daß es hinsichtlich der Wiedervereinigung kein Zurück mehr gebe und merkt an: „Und vor allem ist es die Wirtschaft, die eine reißfeste Naht zu knüpfen beginnt. Der Faszination der sozialen Marktwirtschaft werden sich auf Dauer auch jene nicht entziehen können, denen man sie bisher mit dem Begriff der »Ellenbogengesellschaft« hat madig machen wollen.” (1990: 5).Google Scholar
  38. 41.
    Criticón-Ausgabe Nr. 116 vom November/Dezember 1989 trägt den Titel „Nach der deutschen Wende” und zeigt Karl Marx auf dem Titelblatt (Unterzeile: „Karl Marx — Geboren 1818 — Gestorben 1989”).Google Scholar
  39. 42.
    Vgl. hierzu exemplarisch Faul (1990: 66) sowie Schüßlburner (1990b).Google Scholar
  40. 43.
    Vgl. den Titel der Criticón-Ausgabe unmittelbar nach Vollzug der deutschen Einheit (Criticön 122, 1990:257).Google Scholar
  41. 44.
    „Denn”, so Ströhm, „gerade die mittel- und osteuropäischen Nationen haben den westlichen Linken die linke Klaviatur aus der Hand geschlagen. Niemand kann heute noch glaubhaft von einer »linken Alternative« zum Kommunismus sprechen.” (1990c). — Hinsichtlich Jugoslawiens stoßen insbesondere die separatistischen Bestrebungen und die Bemühungen um eine Neubewertung der faschistischen Vergangenheit Kroatiens auf das Interesse des Criticón-Kreises (vgl. etwa Schwartz 1990b).Google Scholar
  42. 45.
    Die von Ströhm in diesem Zusammenhang aufgeworfene Bündnisfrage bleibt innerhalb des Criticon-Kreises strittig: Dieter Storz widerspricht in der darauffolgenden Nummer Ströhms Neutralismusvorstellungen und plädiert für einen Verbleib Gesamtdeutschlands in der NATO (Storz 1990). -Zum Konflikt zwischen „Atlantikern” und „Gaullisten” innerhalb der Criticón-Rechten vgl. die Ausführungen in Kapitel 3.4.1.Google Scholar
  43. 46.
    Rix bescheinigt den DDR-Bürgern, durch ihr unbeirrtes Festhalten an der Wiederveinigungsforde-rung erstmalig in der Nachkriegszeit das „Steuerungssystem” Vergangenheitsbewältigung durchbrochen zu haben. Unter Bezugnahme auf die kritischen Stimmen in Ost und West zur SED-PDS-Kundgebung im Januar 1990 anläßlich der Hakenkreuz-Schmierereien am Sowjetischen Ehrenmal in Berlin-Treptow führt er aus: „Seit den Kölner Synagogenschmierereien von 1959 erwiesen sich Malereien dieser Art als effektive Methode östlicher Geheimdienste. Als jetzt das Feindbild Bundesrepublik schnell in sich zusammenbrach, zog die SED unverzüglich das Register der neonazistischen und antisemitischen Schmierereien. Zum ersten Mal in der deutschen Nachkriegsgeschichte verfing dieses Verfahren nicht... Das Volk hatte den von der SED heraufbeschworenen Rechtsradikalismus als das erkannt, was er war: die Chimäre im Dienst kommunistischer Machterhaltung. Auch hier erwies sich die Wiedergewinnung der Sprache als heilsame Entwicklung aus einer von den Intellektuellen gezüchteten Neurose.” (ebd.).Google Scholar
  44. 47.
    Die „Sprecher unserer Gesellschaft” seien „vor den Ereignissen ins Stammeln geraten”, schreibt Armin Mohler und fügt hinzu: „Man muß sogar sagen: sie sind vor ihnen stumm.” (1989e: 262). -Adäquat hierzu führt Walter T. Rix zu den „Intellektuellen” aus: „Sie brauchen die Masse, weil sie diese führen wollen, und sie verachten die Masse zugleich, weil sie mit ihrem geistigen Anspruch über dieser stehen. Dort, wo die Masse sie durchschaut, den Mechanismus der Machtausübung durchbricht und sie entthront, dort werden sie stumm.” (1990: 67).Google Scholar
  45. 48.
    Vgl. die so betitelte Criticön-Ausgabe Nr.l18 vom März/April 1990. Ende 1990 konstatiert der Criticón-Herausgeber bereits erste Anzeichen eines solchen Wandels: „Der braune Farbtopf, der noch vor kurzem mit Weizsäckers 8.-Mai-Rede, dem Historikerstreit, der Jenninger-Affäre unerschöpflich zu sein schien, ist im Zuge der deutschen Wiedervereinigung, gegen die die Bewältigungs-Moralisten mit ihrem Standard-Argument »angesichts unserer Vergangenheit« obstinaten Widerstand leisteten, umgekippt. Der rote Farbtopf ist zugleich mit dem fortschreitenden Zerfall des Ostblocks ausgelaufen.” (Schrenck-Notzing 1990j).Google Scholar
  46. 50.
    Klaus Motschmann konstatiert „kritische Rückblicke” linker Sozialwissenschaftler am Otto-Suhr-Institut (OSI) der FU Berlin auf das , , eigene[] Wirken[] in den vergangenen zwanzig Jahren” und kritisiert in diesem Zusammenhang das Fehlen ähnlicher Tendenzen in der EKD (Motschmann 1990); ähnliche Beobachtungen bei Weißmann (1990c: 1041), Mohler (1990e), Hentze (1990: 231). — Hinsichtlich des Fernsehens wird wiederholt der Einfluß auf den Umwälzungsprozeß im Osten hervorgehoben (vgl. hierzu die Ausführungen im Folgenden zu Armin Mohlers Deutung des Mauerfalls sowie Kraus 1990: 13). — Zum Rechtstrend in der Presse vgl. Schrenck-Notzing (1990b), Weißmann (1990a) sowie die Ausführungen in Kapitel 4.4.2. — Zur nationalen Wendung bei den Sozialdemokraten vgl. Weißmann (1990b: 22).Google Scholar
  47. 51.
    Der Begriff taucht bereits 1989 im Zusammenhang mit den 200-Jahrfeiern zur Französischen Revolution gehäuft in Criticón auf (vgl. hierzu etwa die Beiträge in Ausgabe Nr. 115, die im September/Oktober 1989 unter dem Titel „200 Jahre Gegenrevolution” erscheint; die Verbindung zu den Ereignissen in der DDR stellt der Criticön-Herausgeber im Editorial desselben Heftes her (1989b)).Google Scholar
  48. 52.
    Zu Blühers deutsch-völkischem Denken vgl. bereits Ossietzky (1985 (Orig. 1933): 256ff.). Exemplarisch Hornung (1990); zur Konjunktur des Rassismus in den der Wiedervereinigung folgenden Jahren siehe die Ausführungen in Kapitel 4.2.1.Google Scholar
  49. 54.
    Vgl. etwa die Beiträge in Heft 117 vom Januar/Februar 1990, dessen Titelblatt — in Anspielung auf die bereits erwähnte SED-PDS-Kundgebung am Sowjetischen Ehrenmal in Berlin-Treptow — den Parteivorsitzenden Gregor Gysi unter der Überschrift „Gefahr von rechts?” zeigt (hierin Schrenck-Notzing 1990a sowie Weißmann 1990b: 19ff.); vgl. auch Szöllösi (1990), Ow (1990) et al.Google Scholar
  50. 55.
    Vgl. Kaschkat (1990a).Google Scholar
  51. 56.
    Vgl. hierzu etwa Pfaehler (1990).Google Scholar
  52. 57.
    Karlheinz Weißmann schreibt bereits zu Anfang 1990: „Fast alle am »Runden Tisch« vertretenen Organisationen gehen in ihren Ursprüngen auf die Friedensbewegung der frühen 80er Jahre zurück, die in der DDR zeitgleich mit der Bundesrepublik entstand. Aus dieser Tradition resultiert die Zersplitterung, das Mißtrauen gegenüber dem eigenen Führungspersonal, die Unfähigkeit, aus unverbindlichen Strukturen zu klaren Organisationsformen zu kommen und das rein moralische Verhältnis zu politischen Machtfragen...” (1990b: 20). — Auch Josef Schüßlburner warnt in Criticón ausdrücklich vor dem „Gedankengut, das vom Verfassungsentwurf des »Runden Tisches« ausgeht, wie [dem] »Recht auf Arbeit« oder auf »selbstbestimmte Schwangerschaft«...” (1990b: 171).Google Scholar
  53. 58.
    Schüßlburner expliziert: „Da sich das bürgerliche Lager unter dem Schirm der m.E. falschen Alternative »Art. 23 oder 146 GG« weitgehend auf eine bloße Verteidigung des Grundgesetzes zurückgezogen hat und lediglich von linker Seite Alternativvorstellungen entwickelt wurden, könnte die bürgerliche Seite schnell in eine verfassungspolitische und ideologische Defensive mit weitreichenden Auswirkungen für das zukünftige Schicksal Deutschlands geraten. Selbst wenn man letztlich mit dem Grundgesetz zufrieden ist, bietet sich daher an, konservative Alternativvorstellungen zu entwickeln, und wenn auch nur, um in Abwägung entgegengesetzter Vorstellungen das Grundgesetz in seiner derzeitigen Gestalt als Kompromiß anbieten zu können.” (1990b: 171).Google Scholar
  54. 59.
    Die Monarchie wird verschiedentlich als „postmoderne Staatsform” empfohlen (vgl. Schwartz 1990a sowie — ironisierend — Schrenck-Notzing 1990h) und ihre „potentiell vereinigende Macht” hervorgehoben (Henriques 1990); vgl. auch Stribrny (1990).Google Scholar
  55. 60.
    Der kroatische Nationalist Mladen Schwartz schreibt: „Auch wenn die alten Königsgeschlechter aber nicht wiederkehren, in der turbulenten Zeit der Postmoderne werden sich früher oder später neue Eliten bilden, die dann vermutlich dem demokratischen Zeitalter ein Ende bereiten.” (1990a: 98); zur Eliteforderung vgl. auch Schrenck-Notzing (1989c), Ströhm (1990e: 274) et al.Google Scholar
  56. 61.
    Vgl. insbes. Kraus (1990: 15), Wenzel (1990), Hentze (1990), Huyn (1990).Google Scholar
  57. 62.
    Vgl. exemplarisch Schmeidel-Roëlman (1990).Google Scholar
  58. 63.
    Vgl. auch Armin Mohlers Ausführungen zu Alain de Benoists Jahres-Rede an die , Nouvelle Droite’ (1990d: 91).Google Scholar
  59. 64.
    Begeistert äußert sich Mohler in diesem Kontext über neuere revisionistische Tendenzen unter jüngeren Historikern um Rainer Zitelmann (1990g: 285); vgl. hierzu auch Kapitel 4.1.2.2. — Zitelmann, der Anfang der 90er Jahre Karlheinz Weißmann zur Buchveröffentlichung im Ullstein-Verlag verhilft, wird von diesem bereits Ende 1989 in Criticón wohlwollend besprochen (Weißmann 1989b).Google Scholar
  60. 65.
    Vgl. hierzu Robejsek (1990: 123), Liminski (1990a) et al.Google Scholar
  61. 66.
    Vgl. hierzu Mohlers Ausführungen zum Umsturz in Rumänien (1990b); Zweifel an der offiziösen Version von der „sanften Revolution” in der DDR läßt Pfaehler erkennen (1990: 212).Google Scholar
  62. 67.
    Gegen Ende 1990 mehren sich die Attacken auf das Fortbestehen des „von Stalin verordneten Parteiensystems, das die traditionelle politische Rechte... ausmerzte” (Schüßlburner 1990b: 172 u. 1990c: 236 sowie Schrenck-Notzing 1990k); flankiert wird dies durch verstärkte Angriffe auf die 5%-Klausel (Pfaehler 1990).Google Scholar
  63. 68.
    Im Criticön-Bericht heißt es: „Die Initiatoren kündigten an, unter dem Stichwort »Vernetzung« Konzepte für eine Zusammenarbeit »nonkonformer Patrioten« vorzustellen, um jenseits des Parteienwesens neue politische Wirkungsmöglichkeiten zu eröffnen. [...] Die Gewißheit, daß herkömmliche Methoden nicht ausreichen, um die Ghettoisierung zu durchbrechen, und daß eine konservative Monatszeitung von moderner und professioneller Aufmachung auch durch hundert Flugblattverteiler nicht aufgewogen wird, dürfte die Quintessenz der weithin interessanten Vorträge gewesen sein.” (Criticön 122, 1990: 304). — Zu dem Kongreß und zur „pro-»republikanische[n]<< Subkultur” vgl. auch die Darstellung bei Hundseder (1991, 1990a).Google Scholar
  64. 69.
    Noch 1992 unterstreicht Erik von Kuehnelt-Leddihn in Criticön, daß der Niedergang des Sowjetimperiums „ein Glücksfall” und „keine ideologische, politische oder militärische Niederlage” der Sowjetunion gewesen sei, sondern auf ökonomischen Faktoren beruhe: „Der rote Riese war ganz einfach bankrott, hißte die Weiße Fahne und schwenkte sein leeres Portemonnaie.” (1992d: 210).Google Scholar
  65. 70.
    Als das „Politische” wird hierbei die offensive Vertretung der „deutschen Interessen” nach außen definiert (exemplarisch Kremp 1994).Google Scholar
  66. 71.
    Daß es „Völker, Grenzen, historische und geographische Lagen” gebe, schreibt Caspar von Schrenck-Notzing, müsse „erst wieder mühsam gelernt werden”, denn „die Träger unserer Politischen Bildung sind für diesen Lehrstoff so geeignet wie ehemalige Stasi-Offiziere für den Verfassungsschutz” (ebd.).Google Scholar
  67. 72.
    Exemplarisch hierzu Kremp (1994); vgl. auch Schüßlburner (1992a: 27, 29). — Zur angesprochenen Themenhierarchie („harte Themen” vs. „weiche Themen”) vgl. bereits Schrenck-Notzing (1981b).Google Scholar
  68. 73.
    Die Einschätzung, daß in Criticón nach 1989 „die Außenpolitik durch die Veränderung der Weltsituation in den Vordergrund getreten [sei]”, bestätigt der Criticôn-Herausgeber im persönlichen Gespräch (1992i).Google Scholar
  69. 74.
    Der Criticôn-Herausgeber spitzt den Gedanken im Folgenden noch zu und ruft zu verstärkten organisatorischen Anstrengungen auf der Rechten auf: „Warum die Kultur dann nicht gleich den Linken überlassen? Möge diese sich doch mit den Verlagen und Kulturpreisen, den Sendern und Theaterspielplänen, den Denkmälern und Ausstellungen über ihr Herausfallen aus der Politik trösten. Wo aber bleibt die konservative Rechte? Sie hat nun zumindest die Chance, aus gemachten Fehlern zu lernen und die Verachtung jedweder Organisation abzulegen.” (ebd.).Google Scholar
  70. 75.
    Auch im Gespräch (1992i) distanziert sich Schrenck-Notzing vom „Gramscisme de droite”, den er als eine wirkungslose Erfindung der , Nouvelle Droite’ darstellt. — Vgl. auch die distanzierte Darstellung des Konzepts anläßlich des 100. Geburtstages von Gramsci (Criticön 123, 1991: 29).Google Scholar
  71. 76.
    Im Gegensatz dazu habe, so Mohler, die DDR schon vorher einige Ernstfälle zu bestehen gehabt habe, nämlich den „Aufstand vom 17. Juni 1953... oder [den] 13. August 1961 als Baubeginn der Mauer, die 100 Jahre hätte stehen sollen” (ebd.).Google Scholar
  72. 77.
    Mohler schreibt: „Die deutschen Intellektuellen aus Bundesrepublik und DDR haben ihr Spiel überreizt, als sie sich geschlossen gegen die deutsche Einheit stemmten. Bisher hatten sie im Volk doch mit einer Art gutmütigem Respekt rechnen können. Den haben sie sich im »Deutschen Herbst« von 1989 verscherzt, der dem von ihnen unterschätzten Volk durch Mark und Bein ging wie nichts anderes seit der Stunde Null von 1945. Da hat sich ein tiefer Graben aufgetan, der sich nicht so leicht wieder schließen wird.” (320). — Zu dieser Deutung vgl. auch die Ausführungen von Mohler (1989e), Walter T. Rix (1990) et al. in Criticón unmmittelbar nach dem Mauerfall.Google Scholar
  73. 78.
    Zur Rolle des Fernsehens bemerkt Mohler: „... im Ausnahmezustand des Ernstfalles spielt auch die Mattscheibe verrückt. Man erlebte mit Schmunzeln, wie die Groß-Apparatur des Fernsehens ihre Eigengesetzlichkeiten und Unberechenbarkeiten entwickelte — man konnte das den verzerrten Gesichtern von Eser & Co. ablesen, als sie Worte sprechen mußten, die wahrlich nicht aus ihren Herzen kamen. [...] Ein Versuch des West-Fernsehens, die immer stärkeren »Wir sind ein Volk«-Rufe als »rechtsextremistisch« zum Schweigen zu bringen, gingen [sic!] daneben: Wenn man siebzig Prozent eines Volkes in die rechte Ecke steckt, wird daraus die Mitte.” (1991a: 320f).Google Scholar
  74. 79.
    Vgl. hierzu die Ausführungen in Kapitel 4.2.3.Google Scholar
  75. 80.
    Vgl. (Peisl/Mohler (Hrsg.) 1979); die Vortragsreihe fand im Juni/Juli 1978 in München statt. — Zu Armin Mohlers langjähriger Tätigkeit als Geschäftsführer der Stiftung vgl. Kratz (1991).Google Scholar
  76. 81.
    Die institutionalisierte Form der „normierten Ausnahme” ist die (Interims-)Diktatur; vgl. hierzu im genannten Band den Beitrag von Christian Meier (ebd.: 40ff.) sowie die legalistisch argumentierende Inschutznahme der Zerstörung der Weimarer Republik von Seiten Hellmut Diwalds (20ff.).Google Scholar
  77. 82.
    Rüdiger Altmann bringt dies auf den Punkt, wenn er den Ernstfall als „Schlüsselwort für die Erwartungen, die keiner so recht aussprechen will” , als „Omen ohne Nomen”, charakterisiert (1979: 9).Google Scholar
  78. 83.
    Karlheinz Weißmann droht bereits im Sommer 1989 unmißverständlich: „Nichts läßt vermuten, daß die gegenwärtige Schönwetterperiode der Geschichte weiter anhält, die Verhältnisse sind längst ins Tanzen geraten. Eine Gesellschaft, der es allein um Wohlstand und Nabelschau geht, die sich der existentiellen Sorgen für immer enthoben glaubt oder sich darauf beschränkt »Angst« zu haben, kann nicht Grundlage eines Staates sein.” (1989a: 131).Google Scholar
  79. 84.
    Rüdiger Altmann schreibt hierzu: „Die Krise an sich ist noch nicht der Ernstfall. Sie ist die Strömung, die dem Katarakt der Revolution zutreibt. Die Revolution ist dann die Lösung der Krise.” (1979: 12). — Hieran schließt 15 Jahre später nahtlos Günter Rohrmoser an, der das Entstehen einer Neuen Rechten als Drohung gegenüber dem etablierten Konservatismus in der Bundesrepublik in Stellung bringt: „Will man aber weder die linke noch die rechte Lösung, dann muß man einen selbstkritischen Konservativismus wollen, der fähig und bereit ist, aus seinen Fehlern zu lernen.” (Rohrmoser 1994: 9).Google Scholar
  80. 85.
    Weißmann verweist hier explizit auf Rüdiger Altmanns Position (Altmann 1979: 9).Google Scholar
  81. 86.
    Rohrmoser schreibt: „Steht der Sozialismus nach seinem Scheitern als Alternative wenigstens vorerst nicht mehr zur Verfügung, ist das Entstehen einer Neuen Rechten fast unaufhaltsam.” (1994: 9).Google Scholar
  82. 87.
    Vgl. hierzu auch die Position des damals amtierenden Bundesverteidigungsministers, Volker Rühe (CDU) (1994: passim). — Günter Rohrmoser verbindet dies hingegen mit einem Generalangriff auf die regierenden Christdemokraten: „Auch die CDU ist in einer pragmatischen Weise einem Modell von Demokratie gefolgt, nach dem sich der Staat den zufälligen und sich naturwüchsig entwickelnden Bedürfnissen der Gesellschaft anpaßt, bis hin zur schrittweisen Auflösung des Staates in die Gesellschaft. [...] Unser Land hatte nach 1945 keine politische Verantwortung in der Welt zu tragen. Politisch weitgehend entlastet, konnte es sich exzessiv der Förderung des materiellen Wohlstandes hingeben. Der Sozialstaat hat den Deutschen tendenziell sämtliche Risiken und Sorgen abgenommen. [...] Jetzt bewegen wir uns auf den Ernstfall zu, und es wird sich zeigen, wie es um das kulturelle Fundament unseres Gemeinwesens bestellt ist.” (Rohrmoser 1994: 548).Google Scholar

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© Westdeutscher Verlag GmbH, Wiesbaden 2001

Authors and Affiliations

  • Friedemann Schmidt

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