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Herrschaft bei Marx und Weber — Der Versuch einer theoretischen Zusammenführung

  • Michael Bruch
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Zusammenfassung

Marx und Weber haben der kapitalistischen Wirtschaftsverfassung gleichermaßen eine zentrale Bedeutung für die moderne Gesellschaft und die ihr eigene Form von Herrschaft beigemessen. Gleichwohl unterscheiden sie sich hinsichtlich ihrer theoretischen Zugangsweise und den Konsequenzen, die sie aus ihren Analysen ziehen. Gemeinsam ist zudem beiden Autoren die Rückbindung ihrer Analysen an einen Formwandel von Herrschaft, deren Eigenart und Konsequenzen kritisch mit der Selbstbeschreibung der modernen Gesellschaft konfrontiert werden. Im Vergleich zu Wallerstein nehmen die Arbeiten von Marx und Weber denn auch insofern einen anderen Stellenwert ein, als ihr eigentliches Thema die Analyse der Spezifika moderner Herrschaft ist.

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Literatur

  1. 1.
    Marx 1985, S.515.Google Scholar
  2. 2.
    Marx/Engels 1981, S. 7. S. auch Marx 1981c insbesondere S. 370.Google Scholar
  3. 3.
    Löwith 1960.Google Scholar
  4. 4.
    Weber 1988a, S. 4.Google Scholar
  5. 5.
    Marx/Engels 1981, S. 35.Google Scholar
  6. 6.
    Marx/Engels 1981, S. 21.Google Scholar
  7. 7.
    Marx/Engels 1981, S, 6.Google Scholar
  8. 8.
    Marx/Engels 1981, S. 22. S. dazu auch Türk 1987, S. 69f.Google Scholar
  9. 9.
    Marx/Engels 1981, S. 32.Google Scholar
  10. 10.
    S. dazu Holz 1993, S. 55ff.Google Scholar
  11. 11.
    Marx 1985, S. 515.Google Scholar
  12. 12.
    Dieser Sachverhalt wird deutlich an folgender Formulierung: „Der Arbeiter wird um so ärmer, je mehr Reichtum er produziert, je mehr seine Produkte an Macht und Umfang zunehmen.“ (Marx 1985, S. 511). An anderer Stelle heißt es dazu: „Endlich als Resultat des Produktions- und Verwertungsprozesses erscheint vor allem die Reproduktion und Neuproduktion des Verhältnisses von Kapital und Arbeit selbst, von Kapitalist und Arbeiter. Dies soziale Verhältnis, Produktionsverhältnis, erscheint in fact als ein noch wichtigeres Resultat des Prozesses als seine materiellen Resultate. Und zwar produziert innerhalb dieses Prozesses der Arbeiter sich selbst als Arbeitsvermögen und das ihm gegenüberstehende Kapital, wie andererseits der Kapitalist sich produziert als Kapital und das ihm gegenüberstehende lebendige Arbeitsvermögen. Jedes reproduziert sich selbst, indem es sein Anderes, seine Negation reproduziert.“ (Marx 1974, S. 362)Google Scholar
  13. 13.
    Marx 1985, S. 514.Google Scholar
  14. 14.
    Marx 1985, S. 514.Google Scholar
  15. 15.
    Marx 1985, S. 515.Google Scholar
  16. 16.
    Marx 1985, S. 516.Google Scholar
  17. 17.
    Marx 1985, S. 518.Google Scholar
  18. 18.
    Marx 1985, S. 515.Google Scholar
  19. 19.
    Marx 1985, S. 521.Google Scholar
  20. 20.
    Marx 1981a, S. 619.Google Scholar
  21. 21.
    Vgl. Marx 1981a, S. 638.Google Scholar
  22. 22.
    Ich werde hier nicht weiter auf die von Marx in der ‘Kritik der politischen Ökonomie’ angewendete Methode eingehen, da dies für meine Argumentation von keiner unmittelbaren Bedeutung ist. Zu dieser Thematik s. das zweite Nachwort zum ‘Kapital’ (Marx 1979, S. 25ff.) und die Arbeit von Bader u.a. 1975 u. Haug 1985.Google Scholar
  23. 23.
    Vgl. Marx 1979, S. 50.Google Scholar
  24. 24.
    Marx 1979, S. 85.Google Scholar
  25. 25.
    S. Petry 1916.Google Scholar
  26. 26.
    Marx 1982, S. 127. Im Kapital führt Marx dazu Folgendes aus: “Erinnern wir uns jedoch, daß die Waren nur Wertgegenständlichkeit besitzen, sofern sie Ausdrücke derselben gesellschaftlichen Einheit, menschlicher Arbeit, sind, daß ihre Wertgegenständlichkeit also rein gesellschaftlich ist, so versteht sich auch von selbst, daß sie nur im gesellschaftlichen Verhältnis von Ware zu Ware erscheinen kann”.(Marx 1979, S. 62)Google Scholar
  27. 27.
    Marx 1979, S. 91.Google Scholar
  28. 28.
    Marx 1979, S. 92f.Google Scholar
  29. 29.
    Zum Fetischcharakter der Ware s. Bader u.a. 1980, S. 143ff. u. Zodel 1990, S. 57.Google Scholar
  30. 30.
    Marx 1985a, S. 446.Google Scholar
  31. 31.
    Marx 1979, S. 170.Google Scholar
  32. 32.
    Vgl. dazu Marx 1979, S. 168f. und Marx 1983, S. 109.Google Scholar
  33. 33.
    Marx/Engels 1983, S. 475f.Google Scholar
  34. 34.
    Marx 1973, S. 409.Google Scholar
  35. 35.
    S. Marx 1970, S. 14.Google Scholar
  36. 36.
    Marx 1979, S. 189.Google Scholar
  37. 37.
    Türk 1995b, S. 46.Google Scholar
  38. 38.
    Türk 1995b, S. 53.Google Scholar
  39. 39.
    Sohn-Rethel 1972.Google Scholar
  40. 40.
    Marx 1970, S. 17f.Google Scholar
  41. 41.
    Weber 1995, S. 318.Google Scholar
  42. 42.
    Sombart 1928, S. 19.Google Scholar
  43. 43.
    Sombart 1928, S. 13.Google Scholar
  44. 44.
    S. dazu auch Weber 1988b, S. 322f.Google Scholar
  45. 45.
    Sombart 1928, S. 20.Google Scholar
  46. 46.
    Sombart, der sich mit der gleichen Fragestellung auseinandersetzt, misst im Gegensatz zu Weber dem Protestantismus keine entscheidende Rolle hinsichtlich der Entstehung des ‘kapitalistischen Geistes’ bei. S. dazu Sombart 1987 u. 1988, S. 252ff. Als Gegenargument zu Sombarts Interpretation der Bedeutung des Judentums für die Entstehung des Kapitalismus (Sombart 1988, S. 342ff.) s. Zweig 1997, S. 26.Google Scholar
  47. 47.
    S. Käsler 1995, S. 222, Weiß 1981, S. 115ffu. Schluchter 1988.Google Scholar
  48. 48.
    Weber 1984, S. 13.Google Scholar
  49. 49.
    Vgl. Weber 1984, S. 17.Google Scholar
  50. 50.
    Feuerbach 1972.Google Scholar
  51. 51.
    Habermas 1965, S. 79.Google Scholar
  52. 52.
    Gabriel 1979, S. 29.Google Scholar
  53. 53.
    Vgl. Weber 1984, S. 9 ff.Google Scholar
  54. 54.
    Marcuse 1965c, S. 111.Google Scholar
  55. 55.
    Die Konzeption der formalen Organisation bzw. der Bürokratie als reine Verkörperung formaler Rationalität, die aus sich heraus weder Sinn noch Zweck zu produzieren in der Lage ist, bringt es mit sich, dass an der Spitze bürokratischer Herrschaft, als Träger materialer Rationalität zumindest ein nicht rein bürokratisches Element steht. (Vgl. Weber 1985, S. 127)Google Scholar
  56. 56.
    Vgl. Weber 1985, S. 44.Google Scholar
  57. 57.
    Vgl. Weber 1985, S. 44.Google Scholar
  58. 58.
    Weber 1985, S. 128.Google Scholar
  59. 59.
    Vgl. dazu auch Marcuse 1980, S. 61ff.Google Scholar
  60. 60.
    Weber (1924) Gesammelte Aufsätze zur Soziologie und Sozialpolitik, S. 413; vgl. auch Weber 1988b, S. 332.Google Scholar
  61. 61.
    Weber 1984, S. 21.Google Scholar
  62. 62.
    Weber 1988b, S. 332.Google Scholar
  63. 63.
    „Interessen (materielle und ideelle), nicht: Ideen, beherrschen unmittelbar das Handeln der Menschen. Aber: die ‘Weltbilder’, welche durch ‘Ideen’ geschaffen wurden, haben sehr oft als Weichensteller die Bahn bestimmt, in denen die Dynamik der Interessen das Handeln fortbewegt.“ (Weber 1988a, S. 252).Google Scholar
  64. 64.
    Marx 1979, S. 742.Google Scholar
  65. 65.
    Tawney 1912, S. 188f. zit. n. Moore 1969, S. 24f; vgl. auch Hill 1977, S. 18ff.Google Scholar
  66. 66.
    Vgl. dazu Marx/Engel 1981, S. 311 und Engels 1988.Google Scholar
  67. 67.
    Marx 1979, S. 749.Google Scholar
  68. 68.
    Zur Bedeutung der bürgerlichen Revolution für die Einhegungspraxis vgl. auch Moore 1969, S. 38ff. Dabei geht Moore auch auf die Auswirkungen neuer, verbesserter Anbaumethoden in der Landwirtschaft ein, die u.a. ein Grund für die Einhegungen, d. h. die Herstellung größerer geschlossener Anbauflächen war. (Vgl. dazu auch Braudel 1986c, S. 619.).Google Scholar
  69. 69.
    Dobb 1984, S. 225.Google Scholar
  70. 70.
    Dobb 1970, S.245.Google Scholar
  71. 71.
    Dobb 1970, S. 246f., vgl. auch Helmer 1993, S. 544.Google Scholar
  72. 72.
    Dobb 1970, S. 248.Google Scholar
  73. 73.
    Dobb 1970, S. 248.Google Scholar
  74. 74.
    Dobb 1970, S. 248.Google Scholar
  75. 75.
    Dobb 1970, S. 248f.Google Scholar
  76. 76.
    Im Gegensatz dazu vertritt Elsenhans (1979) die Auffassung, dass sowohl die Einhegungen als auch der Fernhandel und die staatliche Wirtschaftspolitik nur bedingt verantwortlich gemacht werden können für die Entstehung des Kapitalismus in England. Die Grundvoraussetzung für die Entstehung des Kapitalismus in England besteht für ihn in der im Feudalismus angelegten „Offenheit für Konkurrenz“ (118) und damit der Möglichkeit kapitalistischen Wachstums. Zentral ist für Elsenhans, „daß in England Strategien zur Senkung der Masseneinkommen wegen des Widerstands der Betroffenen und der geringen Rezentralisierungsmöglichkeit der Herrschenden nicht durchgesetzt werden konnten.“ (118) Hieraus leitet er die Möglichkeit der Bildung eines Massenmarktes ab, der wiederum rentable Investitionen im produzierenden Gewerbe erlaubte, wodurch eine nichtmonopolistische Unternehmerklasse entstand.Google Scholar
  77. 77.
    Marx 1979, S. 765.Google Scholar
  78. 78.
    Marx 1979, S. 776.Google Scholar
  79. 79.
    Marx 1986, S. 339.Google Scholar
  80. 80.
    Marx 1970, S. 17.Google Scholar
  81. 81.
    S. Clegg/Dunkerley 1980, S. 55 u. Clegg 1995.Google Scholar
  82. 82.
    Weber 1985, S. 563.Google Scholar
  83. 83.
    Zodel 1990, S. 68. Zwar ist auch für Weber im Kapitalismus eine Entwicklungstendenz zum Sozialismus angelegt, jedoch leitet Weber diese Tendenz nicht aus den inneren Widersprüchen der kapitalistischen Produktionsweise ab, sondern aus demselben Rationalisierungsprozess, aus dem schon der Kapitalismus entstand. (S. Schluchter 1995, S. 335).Google Scholar

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Authors and Affiliations

  • Michael Bruch

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