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Der Umbau des Sozialstaates — Die Befragung der Parteien und Wohlfahrtsverbände

  • Rainer Berger
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Zusammenfassung

Im folgenden will ich die Ergebnisse einer empirischen Untersuchung referieren, bei der bundesweit kommunale Fraktionen und Wohlfahrtsverbände befragt wurden. Einbezogen wurden die Räte kreisfreie Städte, Kreistage, in Berlin die Bezirke sowie die Geschäftsführungen der Arbeiterwohlfahrt, des Caritasverbands, Diakonischen Werks und des Paritätischen. Die Befragung erfolgte in zwei Wellen. Die längeren Fragebögen der ersten Welle wurden im Januar 1998 zum Versand gebracht. Aufgrund der Erkenntnisse des Rücklaufs wurde ab März eine zweite Welle mit verkürzten Fragebögen begonnen. Im August wurde die Dateneingabe bei einem Rücklauf von 1022 Fragebögen abgebrochen um die Auswertung abschließen zu können. Die Rücklaufquote lag bei den Parteien bei 34%, davon bei der Union 22%, SPD 37%, Grüne 43%, FDP 35% und PDS 30%. Bei den Wohlfahrtsverbänden läßt sich eine Rücklaufquote nur für die Arbeiterwohlfahrt (29%) und das Diakonische Werk (30%) relativ genau angeben. Da die uns zugänglichen Adressenverzeichnisse des Caritasverbands und besonders des Paritätischen sich nicht als durchgängig aktuell erwiesen, können für die beiden Verbände keine Angaben gemacht werden. Die regionale Verteilung des Rücklaufs unserer flächendeckenden Gesamterhebung entspricht, wie Tabelle A.O zeigt, in etwa der regionalen Struktur der Bundesrepublik

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Literaturverzeichnis

  1. 66.
    Angeboten wurden von uns folgende Wählergruppen: Frauen — Jungwähler — Alte/Rentner — Nicht-Berufstätige — Arbeitslose/Sozialhilfeempfänger — ungelernte Arbeiter — Facharbeiter — Angestellte — Beamte — Studenten — Lehrer, Künstler, Journalisten — Landwirte — freie Berufe/Unternehmer -Angestellte/Beamte in Führungspositionen.Google Scholar
  2. 67.
    Alle folgenden Wiederholungsfragen sind dem Fragebogen des DFG-Projektes „SPD und Grüne“ aus 1991 entnommen. Das Projekt lief unter der Leitung von Prof. Dr. Bodo Zeuner an der FU-Berlin.Google Scholar
  3. 69.
    Folgende Kontaktgruppen haben wir angeboten: Unternehmen — Unternehmerverbände, Kammern — Verbände von Handel und Handwerk — Gewerkschaften — Bauernverbände — Bürgerinitiativen — Umwelt- und Naturschutzverbände — Kirchen — Verbände der Wohlfahrtspflege/Jugendverbände — Selbsthilfe- und Alternativprojekte-Vereine (Sport, Kultur, Heimatpflege)-Hochschulen/Forschungseinrichtungen.Google Scholar
  4. 70.
    So das Urteil von Richard Schröder in der Zeit vom 30.7.1998 („In der Zwickmühle“).Google Scholar
  5. 71.
    Anzahl der Fraktionen in Prozent, die entsprechende Kontakte angeben. Die Tabelle 2 kann keine Auskunft über Veränderungen der Intensität der Kontakte bei SPD und die Grünen geben, sie zeigt nur, wo Kontakte hinzugekommen oder weggefallen sind, denn in der Befragung von 1991 ging es darum, ob Kontakte überhaupt vorhanden waren. Tabelle A.4 gibt dagegen über den aktuellen Grad der Intensität der Kontakte Auskunft, da wir sie 1998 mit einer 5-Felder-Skala von „intensiv“ bis „nicht intensiv“ gemessen haben.Google Scholar
  6. 72.
    Als Personen und Gruppen wurden angeboten: politische Spitze Oberbürgermeister/Landrat) — Mehr-heitsfraktion(en) des Rates — Rat insgesamt — Verwaltung — Medien (Presse, Lokalfunk) — Kirchen und kirchliche Organisationen — örtlichen bzw. überörtlichen Unternehmer — Gewerkschaften — Wohlfahrtsverbände — Bürger und Zusammenschlüsse der Bürger (Vereine, Initiativen).Google Scholar
  7. 75.
    Die Daten sind entnommen: Der Kommunalpolitiker 1998, Bonn 1997.Google Scholar
  8. 77.
    Vgl. Kapitel 5.3 und Tabelle 1 im Anhang.Google Scholar
  9. 78.
    Es wurde die von Bodo Zeuner und Jörg Wischermann bereits 1991 auf 7 Indikatoren erweiterte Form übernommen. Vgl. hierzu Zeuner und Wischermann (1995) S. 102ff.Google Scholar
  10. 80.
    Schmitt (1989a, 303) stellte bereits vor 10 Jahren fest: „Die Stabilität des Anteils der katholischen Unionswähler beruht darauf, daß bei den säkularisierten Katholiken ein Transfer von „sozial abgeleiteter“ in „originäre“ CDU/CSU-Parteibindung stattgefunden hat.Google Scholar
  11. 82.
    Zitiert nach Kaiser, Carl-Christian, Suche nach der Gemeinschaft, Manifest der Kommunitarier, in: DIE ZEIT Nr. 17 vom 21.04.1995.Google Scholar
  12. 83.
    Der naheliegende Einwand, die Frage sei nicht richtig verstanden worden, trägt nicht, denn Schäuble hat sich als Vordenker der Union wiederholt auf Etzioni berufen, zuletzt 1998, 92ff.Google Scholar
  13. 84.
    Vgl. Rudolf Scharping, Von den Kommunitariern lernen, in: Die Zeit vom 22.9.1995.Google Scholar
  14. 85.
    Bundesverband der Deutschen Arbeitgeberverbände, Sozialstaat vor dem Umbau, Köln 1994.Google Scholar
  15. 86.
    Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit, Wort des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Deutschen Bischofskonferenz zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Deutschland, Hannover und Bonn 1997.Google Scholar
  16. 88.
    Alle Zitate aus dem „Sozialpapier“ der Kirchen, S. 45ff.Google Scholar
  17. 89.
    Vgl. Hans Jonas (1979) zu den Schwierigkeiten, eine Ethik für das potentielle Leben zu begründen.Google Scholar
  18. 91.
    Sozialstaat vor dem Umbau, S. 8f.Google Scholar
  19. 92.
    Durchschnittlicher monatlicher Nettozahlbetrag nach Abzug der Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung am 1.7.1995. Quelle: Sozialpolitische Umschau 427/1996.Google Scholar
  20. 93.
    Vgl. Wolfgang Gernert, Kommunale Sozialverwaltung und Sozialpolitik, Stuttgart 1990.Google Scholar
  21. 95.
    Die relative Mehrheit wird bei dieser Skalenfrage mit 43% erreicht, denn 33% antworteten neutral, 25% ablehnend. % Die Befragung lief unter dem Titel „Die Bedeutung von sozialem Management für die Ausbildung in Sozialarbeit/Sozialpädagogik“. Die erste Welle (Sommersemester 1996) bezog alle Städte mit mehr als 100000 Einwohnern ein. Im Wintersemester 1996/1997 fand eine Nachbefragung bei Einrichtungen in Städten mit mehr als 50000 Einwohnern im Ruhrgebiet sowie ausgewählten Städten mit mehr als 100000 Einwohnern statt. Die Adressen waren jeweils kommerziellen CDs entnommen, die (Un)Zuverlässigkeit des Adressenmaterials läßt keine Schlüsse auf die Rücklaufquote zu. Bei den kommunalen Ämtern, deren Adressen bekannt waren, lag die Rücklaufquote bei knapp 40 Prozent. Die Daten wurden in Form zweier postalischer Befragungen bei städtischen Jugend- und Sozialämtern sowie sozialen Einrichtungen erhoben. An der Auswertung waren zu 26% kommunale Ämter, 36% Einrichtungen von Wohlfahrtsver-bänden und 38% kirchliche oder ungebundene Einrichtungen beteiligt. 40% der Antwortenden hatten bis zu 10 Mitarbeiterinnen, je etwa 30% 10 bis 50 bzw. über 50 Mitarbeiterinnen. Es gab also eine leichte Verzerrung zugunsten kleiner, ungebundener Einrichtungen, die auch gewollt war, da vermutet wurde, daß diese Einrichtungen von den Veränderungsprozessen bisher am wenigsten betroffen waren oder daß sie diesen Prozessen (noch) besonders skeptisch gegenüberstehen. Es ging uns ferner bei der zweiten Welle der Befragung darum, die in der ersten Welle zu kurz gekommenen Aufgabenbereiche abzugleichen. Im Mittelpunkt stand also nicht eine ausgeglichene Beteiligung der Verbände entsprechend ihrer Bedeutung, sondern das Interesse der Studierenden an bestimmten beruflichen Aufgabenbereichen in der Sozialen Arbeit.Google Scholar
  22. 98.
    Das Kapitel 13.3.1 wurde zusammen mit Prof. Dr. Eckart Reidegeld formuliert.Google Scholar
  23. 99.
    Der Indikator Sozialhilfeempfang weist beispielsweise für Dortmund eine Verdoppelung der von Armut betroffenen von 1980 bis 1990 aus, von September 1992 bis März 1995 verdoppelte sich die Zahl der Sozialhilfeempfänger abermals. Die Sozialhilfeausgaben stiegen von 100 Mil. DM in 1980 auf über 310 Mil. DM in 1994.Google Scholar
  24. 101.
    Der Anteil der Zeitverträge in Sozialberufen lag 1994 bei 16,4%. Sozialpolitische Umschau 112/1994.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1999

Authors and Affiliations

  • Rainer Berger

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