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Sprechen, Sprache und Handeln

  • Louise Röska-Hardy

Zusammenfassung

Was heißt es, eine Handlung mittels der Verwendung sprachlicher Ausdrücke zu vollziehen oder eine solche zu verstehen? Wie ist Sprechen, das beobachtbare Äußern von Lauten, nicht bloß als Verhalten, sondern als eine durch die Verwendung sprachlicher Mittel vollzogene Handlung zu interpretieren? Nach der Weiterentwicklung der Sprechakttheorie John L. Austins (1962) durch John R. Searle (1969) und deren einflußreichen Rezeption in der Philosophie, Sprachwissenschaft und Soziologie könnte eine Antwort auf diese Frage überflüssig erscheinen.1 Haben die Sprechakttheoretiker im Gefolge Searles nicht gezeigt, daß gerade bei Sprechakten die Bedeutung des Gesagten für die im Sprechen vollzogene Handlung konstitutiv ist? Demnach bestimmt die sprachliche Bedeutung der verwendeten Ausdrücke als welche Handlung, z.B. eine Behauptung, ein Befehl usw., das Äußern der Ausdrücke gilt. Das heißt, bei dem Vollzug und dem Verstehen einer Äußerungshandlung bestimmt die Bedeutung der im Vollzug geäußerten Ausdrücke, welche spezifische Handlung vollzogen wird. Die Bedeutung der verwendeten Ausdrücke besitzt den logischen und begrifflichen Primat.

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Anmerkungen

  1. 1.
    Cf. die Arbeiten K.-O. Apels zur Transzendentalpragmatik, ders. (1976),Google Scholar
  2. 1a.
    Cf. die Arbeiten K.-O. Apels „Sprechakttheorie und transzendentale Sprachpragmatik zur Frage ethischer Normen“, in: K.-O. Apel (Hrsg.), Sprach-pragmatik und Philosophie, Frankfurt am Main;Google Scholar
  3. 1b.
    die Arbeiten D. Wunderlichs in der Linguistik, ders. (1976), Studien zur Sprechakttheorie, Frankfurt am Main; ders. (1980),Google Scholar
  4. 1c.
    Arbeiten D. „Aspekte einer Theorie der Sprechhandlungen“, in: H. Lenk (Hrsg.), Handlungstheorien-interdisziplinär Bd. I, München;Google Scholar
  5. 1d.
    sowie die Arbeiten J. Habermas (1976) „Was ist Universalpragmatik? “, in: K.-O. Apel (Hrsg.) (1976), op. cit.; ders. (1981), Die Theorie des kommunikativen Handelns, Bd. I: III, Frankfurt am Main;Google Scholar
  6. 1e.
    sowie die Arbeiten J. Habermas ders. (1988), Nachmetaphysisches Denken: II. 4., 5., Frankfurt am Main.Google Scholar
  7. 2.
    Einen Überblick bieten die Aufsatzsammlungen von G. Meggle (Hrsg.) (1977), Analytische Handlungstheorie Bd. I, Frankfurt am Main und vonGoogle Scholar
  8. 2a.
    A. Beckermann (Hrsg.) (1977), Analytische Handlungstheorie Bd. H, Frankfurt am Main.Google Scholar
  9. 3.
    D. Davidson (1984), Essays on Truth and Interpretation, Oxford,Google Scholar
  10. 3a.
    D. Davidson dt. ders. (1986), Wahrheit und Interpretation, Frankfurt am Main; ders. (1984), Essays on Actions and Events, Oxford/ dt. ders. (1985),Google Scholar
  11. 3b.
    D. Davidson Handlung und Ereignis, Frankfurt am Main; ders. (1980),Google Scholar
  12. 3c.
    D. Davidson „Toward a Unified Theory of Meaning and Action“, in: Grazer Philosophische Studien 11: S. 1–12.Google Scholar
  13. 4.
    In der Terminologie Austins ist das Erschrecken ein perlokutionärer Akt, der mittels eines phonetischen Akts vr’lzogen wird, cf. dazu III. Die Sprecherziehungsübung ist als ein phatischer Akt zu klassifizieren, welche einen phonetischen Akt einschließt. Das Hervorrufen des witzigen Echos ist ein rhetischer Akt, d.h. das Äußern von bestimmten Vokabeln, welche einen Sinn und einen Bezug (im Sinne von Gottlob Freges Sinn und Bedeutung) haben, aber kein illokutionärer Akt.Google Scholar
  14. 5.
    Hier soll der Ausdruck verständigen’ nichts darüber implizieren, ob die Verwendung der sprachlichen Ausdrücke aufrichtig oder geglückt ist. Unaufrichtige oder mißglückte Verwendungen fallen auch darunter.Google Scholar
  15. 6.
    Cf. L. Röska-Hardy (1988), Die,Bedeutung‘ in natürlichen Sprachen, DI, IV, Frankfurt am Main.Google Scholar
  16. 7.
    Ein Vertreter des intentionalistischen Ansatzes im Sinne von H.P. Grice (1957) würde bestreiten, daß die Bedingungen des intentionalen Handelns nicht genügen, um die Verwendung und das Verstehen von Sprachhandlungen zu erklären. Er würde die Autonomie der Bedeutung sprachlicher Ausdrucksmittel gegenüber den Absichten der Handelnden in Frage stellen und behaupten, daß die sprachliche Bedeutung sich letzdich auf die Absichten des Sprechers bei einer bestimmten Außerungsgelegenheit zurückführen läßt (Grice, 1957, 1968, 1969). Die Bedingungen des intentionalistischen Grundmodells, welche nur Handlungsziele betreffen, reichen demnach aus, um den Vollzug und das Verstehen von Sprachhandlungen zu explizieren. Der Kernpunkt des Einwands betrifft die Autonomie der Bedeutung von Wort-bzw. Satztypen. Es wird behauptet, daß die Bedeutung solcher sprachlichen Typen sich auf das von dem Sprecher mit seiner Äußerung Gemeinten zurückführen läßt. Cf. Röska-Hardy (1988), für eine Kritik dieser Position cf. op.cit, IV.Google Scholar
  17. 8.
    Searles Regeln bestimmen Verhalten, das Äußern sprachlicher Elemente, die sog. Indikatoren der illokutionären Kraft, wie „Ich verspreche“ und sollen notwendige und insgesamt hinreichende Bedingungen für den Vollzug des betreffenden Sprechaktes angeben. Die semantischen Regeln für den Gebrauch eines jeden Mittels V, das als Indikator des Versprechens dient, sind beispielsweise: 1. Regel: V darf nur im Zusammenhang eines Satzes oder Diskursabschnitts T geäußert werden, dessen Äußerung einen zukünftigen Akt A des Sprechers S prädiziert. 2. Regel: V darf nur geäußert werden, wenn der Zuhörer H S’s Ausführung von A der Unterlassung von A vorziehen würde und wenn S glaubt, H würde S’s Ausführung von A der Unterlassung von A vorziehen. 3. Regel: V darf nur geäußert werden, wenn es für S und H nicht offensichtlich ist, daß S bei normalen Verlauf der Ereignisse A tun wird. 4. Regel: V darf nur geäußert werden, wenn S die Ausführung von A beabsichtigt (Aufrichtigkeitsregel). 5. Regel: Die Äußerung von V gilt als Übernahme der Verpflichtung zur Ausführung von A (wesentliche Regel) (1969: S. 63/97). Diese Regeln sollen das wörtliche und ernsthafte Äußern von V bestimmen.Google Scholar
  18. 9.
    Austins Theorie (1962) blieb unvollendet. Sie wurde von P.F. Strawson (1964) im intentionalistischen Sinne und von Searle (1969) im konventionalistischen Sinne weiterentwickelt. Durch die Übernahme der Analyse des Meinens von H.P. Grice (1957) bricht Strawson mit Austins Auffassung, daß Sprechakte durch Konventionen gekennzeichnet sind. Searle dagegen hält an die Konventionalität der Sprechakte fest, versucht aber immanente Probleme der Theorie Austins auch mit Hilfe einer revidierten Analyse des sog. Grice-Mechanismus zu lösen. In seiner Version analysiert Searle das, was ein Sprecher S im Äußern eines Satzes T meint, wenn er das, was er sagt, aufrichtig tut, wie folgt: S äußert T und beabsichtigt, (a) mit dem Äußern von T beim Hörer H zu bewirken, daß H erkennt, daß bestimmte Sachlagen bestehen, die durch bestimmte für T geltende Regeln spezifiziert sind (= die illokutionäre Wirkung); (b) daß das Äußern die illokutionäre Wirkung dadurch bewirkt, daß H die Absicht von S erkennt; und (c) daß H die Absicht (a) von S aufgrund seiner Kenntnis der T bestimmenden Regeln erkennt (1969: 2.6).Google Scholar
  19. 10.
    Searle führt das Prinzip der Ausdrückbarkeit als eines von drei sprachlichen Prinzipien an, die die Unzulänglichkeiten der Position Austins erhellen (1968: S. 414). Das Prinzip kann verstanden werden: (1) als ein Prinzip über die Vollständigkeit natürlicher Sprachen. Natürliche Sprachen enthalten Mittel, mit denen wir über das, was wir mit der Verwendung der Sprache tun, sprechen können. (2) als ein bedeutungstheoretisches Prinzip. Es erlaubt, die Regeln für den Vollzug eines Sprechaktes mit Regeln für die Äußerung gewisser sprachlicher Elemente gleichzusetzen. Es stellt eine Verwendungsthese in bezug auf die Bedeutung der sogenannten illokutionären Kraft-Indikatoren dar. Denn nach Searles Prinzip gibt es für jeden möglichen Sprechakt ein mögliches sprachliches Element, dessen Bedeutung (in einem bestimmten Äußerungskontext) gewährleistet, daß die wörtliche Äußerung des sprachlichen Elements den Vollzug genau des betreffenden Sprechakts konstituiert (1969: S. 36). (3) als ein methodologisches Prinzip. In Speech Acts fungiert es als ein methodologisches Mittel, um die Analyse von Sprechakten auf die Analyse von illokutionären Verben zu reduzieren. Die Behauptung, daß die Untersuchung von Sprechakten mit der von langue, d.h. mit der Untersuchung von Sätzen, zu identifizieren ist, beruht auf diesem Aspekt des Prinzips. Es gibt zwei Lesarten des Prinzips. Die stärkere Konstitutionsthese kommt an solchen Stellen, wie “... for any possible speech act there is a possible linguistic element the meaning of which (given the context of utterance) is sufficient to determine that its literal utterance is a performance of precisely that act“ (1969: S. 20–21/36–37), zum Ausdruck. Die stärkere These impliziert die schwächere Erläuterungsthese, daß „every possible speech act can in principle be given an exact formulation in a sentence or sentences (assuming an appropriate context of utterance) “ (1969: S. 18/33), aber nicht umgekehrt. Es ist die stärkere Version des Prinzips, die für Searles These bezüglich illokutionärer Kraft erforderlich ist.Google Scholar
  20. 11.
    Searles Gleichsetzung dessen, was ein Sprecher mit dem, was er sagt, meint, mit der vom Sprecher intendierten illokutionären Kraft des geäußerten Satzes, läßt sich in seiner Erläuterung des Prinzips der Ausdrückbarkeit erkennen, wo er behauptet: „Often we mean more than we actually say.... I might say, „I 11 come, “ and mean it as a promise — that is, mean it as I would mean „I hereby promise I will come“, if I were uttering that sentence seriously and meaning literally what I said“ (1968: S. 415, cf. 1969: S. 19. Diese Gleichsetzung kommt über die Beanspruchung von zwei Bedeutungen des englischen Lexems,mean* zustande. Der Ausdruck,mean’ wird sowohl im Sinne von „etwas mit der Äußerung von x zu meinen“ als auch im Sinne von „etwas zu tun beabsichtigen“ verwendet. Diese müssen jedoch nicht zusammenfallen und Searle präsentiert kein Argument für ihre Identifikation. Das heißt, Searle faßt die intendierte illokutionäre Kraft einer Äußerung als Teil des vom Sprecher mit seiner Äußerung Gemeinten auf. Dies geht deutlich aus seiner Austin-Kritik hervor, wo er schreibt: „There is still left a distinction between the literal meaning of a sentence and the intended force of its utterance... but that is only a special case of the distinction between literal meaning and intended meaning, between what a sentence means and what the speaker means in its utterance, and it has no special relevance to the general theory of illocutionary forces, because intended illocutionary force is only one of the aspects (sense and reference are others) in which intended speaker meaning may go beyond literal sentence meaning“ (1968: S. 413). Die Ansicht, daß intendierte illokutionäre Kraft ein Teil dessen ist, was ein Sprecher mit seiner Äußerung meint, legt es nahe, daß die Spezifizierung des illokutionären Aktes, den der Sprecher zu vollziehen beabsichtigt, sich nicht von der Spezifizierung des vom Sprecher Gemeinten unterscheidet. Dies ist jedoch nicht der Fall. Wenn ein Sprecher sagt, „Er hat den Mann mit dem Krückstock erschlagen“, meint er etwas mit seiner Äußerung. Man kann jedoch die illokutionäre Kraft seiner Äußerung spezifizieren, ohne dabei zu erklären, was der Sprecher mit seiner Äußerung meint. Zum Beispiel, man identifiziert die illokutionäre Kraft bzw. den vollzogenen Sprechakt: Der Sprecher hat eine Behauptung aufgestellt. Diese Spezifizierung der illokutionären Kraft der Äußerung läßt jedoch die Frage nach der Spezifizierung des vom Sprecher mit seiner Äußerung Gemeinten — der intendierten Lesart (,Er hat einen Mann mit einem Krückstock als Tatwaffe zu Tode geprügelt’ oder,Er hat den Mann, der einen Krückstock bei sich führte, erschlagen’) -offen. Wenn andererseits die Frage nach dem vom Sprecher Gemeinten beantwortet ist, bleibt die Frage nach der illokutionären Kraft der Äußerung bzw. nach dem beabsichtigten Sprechakt, nach der Sprachhandlung, die der Sprecher zu vollziehen beabsichtigte, noch unbeantwortet. Die illokutionäre Kraft einer Äußerung und das vom Sprecher mit seiner Äußerung Gemeinte sind nicht das gleiche. Folglich ist die Spezifizierung des einen nicht mit der Spezifizierung des anderen gleichzusetzen, wie Searle es mit seiner terminologischen Festsetzung „speaker’s utterance meaning“ nahelegt.Google Scholar
  21. 12.
    Damit man ein an einer Raum-Zeit-Stelle geschehenes Ereignis, z.B. das Äußern der Laute tol oder ‘ grursdlc, einem Akteur zuschreiben und als eine Sprachhandlung interpretieren kann, sind differenzierte Überzeugungen zum Sprachsystem, zum Außerungskontext und zum Handlungsrahmen erforderlich. Um ein Außerungsereignis als eine Handlung zu beschreiben, muß man (a) die im Äußern produzierten phonetischen Laute festhalten, und (b) in Bezug zu der morpho-syntaktischen Struktur eines Sprachsystems setzen, um das geschehene Ereignis als das Äußern bestimmter Lexeme oder Vokabeln, die zu einem bestimmten Vokabular gehören, und einer bestimmten Grammatik zu identifizieren. Jemand, der die deutsche Sprache beherrscht, würde tol als,tolr — „hervorragend“ und grursdlc als „Grüß Dich“ beschreiben. Ein Englisch-Sprecher, der kein Deutsch versteht, würde tol als,toll‘ — „Maut“ beschreiben, und ein Englisch-Sprecher, der Deutsch gerade lernt, `gru:sdlc unter Umstünden als eine Begrüßungsform unter Freunden „Grüßtig“ statt als „Grüß Dich“. Darüber hinaus muß man das Ereignis des Äußerns als die Verwendung der als zu einer Sprache gehöhrenden Laute (c) mit einem bestimmten Sinn und einem bestimmten Sachbezug deuten. Vor dem Hintergrund der Sprecher- und Hörer-Überzeugungen kann man das Äußern von tol mit seiner Bedeutung auf Deutsch als eine Bewertung oder Ermutigung auffassen, das Äußern von `grurßdlc als eine Begrüßung verstehen. Auf dieser Beschreibungsebene der Äußerungsinterpretation spielen Motive, Zwecke, Absichten, Vorstellungen und Ziele des Akteurs sowie situationsbezogene, institutionelle und normative Kontexte, in denen agiert wird, und die Überzeugungen des Akteurs hinsichtlich solcher Kontexte auch eine Rolle in der Interpretation der Handlung. Seitens des Sprechers wäre zu unterscheiden zwischen der Bedeutung sprachlicher Ausdruckstypen, der Äußerungsbedeutung des Ausdrucksvorkommnisses, der Handlung, welche der Sprecher mittels der Verwendung des Satzes zu vollziehen beabsichtigt, und dem vom Sprecher mit seiner Handlung Gemeinten. Seitens des Hörers wäre dann zu differenzieren zwischen dem Verstehen des geäußerten Satztyps, der Zuschreibung einer Äußerungsbedeutung zum Vorkommnis, dem Erfassen der Handlung, welche der Sprecher im Äußern der Ausdrücke zu vollziehen beabsichtigt, und dem Erfassen des vom Sprecher Gemeinten. Dabei werden die Überzeugungen der Sprecher und Hörer zu den verschiedenen Aspekten des Sprechereignisses, welche als Gründe für die bestimmte Handlung fungieren, eine zentrale Rolle spielen.Google Scholar
  22. 13.
    Die Absichten eines Sprechers bezüglich der Handlung, die er im Äußern eines Satzes zu vollziehen beabsichtigt, können durchaus mit sprachlichen Mitteln explizit gemacht werden. Aber das, was explizit gemacht wird, betrifft weder das vom Sprecher mit dem Äußern eines Satztyps Gemeinte, noch irgendwelche andere Absichten, die die Bedeutung seiner Äußerung konstituieren. Stattdessen erläutert man die Absichten des Sprechers bezüglich dessen, was er gesagt hat, d.h. bezüglich der Lokution, die eine eigenständige Bedeutung besitzt. Man erläutert als welche spezifische (Sprach-)Handlung der Sprecher sein Äußern des Satztyps in einem Äußerungskontext verstanden haben will, d.h. als welcher Sprechakt er seine Äußerungshandlung intendiert. Wenn man deshalb die illokutionäre Kraft einer bestimmten Äußerung von „Ich werde kommen“ als die eines Versprechengebens identifiziert und sie kraft des Prinzips der Ausdrückbarkeit in seiner schwachen Interpretation mit „Hiermit verspreche ich, daß ich kommen werde“ sprachlich explizit formuliert, ist es dennoch ein Fehler, der Bedeutung der „performativen“ Formel eine sprechaktkonstituierende Rolle zuzuschreiben (cf. Searle 1968: S. 415). Eine Formel wie »Hiermit verspreche ich, daß’ formuliert die illokutionäre Kraft der Äußerung des Satzes in eindeutiger Weise und gibt damit die Handlung, die der Sprecher im Äußern des Satzes zu vollziehen beabsichtigt, explizit an. Aus der Tatsache, daß eine Formel die illokutionäre Kraft eindeutig angibt, kann man jedoch nicht schließen, daß die Formel die illokutionäre Kraft der Äußerung konstituiert. Sonst könnte man unsere Fähigkeit, die illokutionäre Kraft einer bestimmten Äußerung von,Ich werde kommen’ mit »Hiermit verspreche ich, daß ich kommen werde’ explizit zu machen, nicht erklären.Google Scholar

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Authors and Affiliations

  • Louise Röska-Hardy

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