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Kommunikatives und strategisches Handeln. Kritische Bemerkungen zu zwei zentralen Begriffen der „Theorie kommunikativen Handelns“ von Jürgen Habermas

  • Peter-Paul König

Zusammenfassung

Mit seinen „Sprechakttheoretischen Erläuterungen zum Begriff der kommunikativen Rationalität“ hat Jürgen Habermas seine „Theorie des kommunikativen Handelns“ jüngst gegen „einen ernstzunehmenden Einwand“1 Herbert Schnädel-bachs verteidigt und ist dabei zu neuen Akzentuierungen und Differenzierungen gelangt. Obgleich Habermas einräumt, daß „nicht jede sprachliche Kommunikation (...) einer Verständigung“ dient2 und daß kommunikative Rationalität „nicht der Sprache per se, sondern der kommunikativen Verwendung sprachlicher Ausdrücke“ innewohnt,3 deutet vieles darauf hin, daß er an seiner Grundkonzeption festhält: Derzufolge stellen kommunikatives und strategisches Handeln zwei „Interaktionstypen“ dar, die „nicht nur unter analytischen Gesichtspunkten“4 zu unterscheiden sind: „Aus der Perspektive der Beteiligten gesehen, müssen sich die beiden Mechanismen der Überzeugungsmotivierenden Verständigung und der verhaltensinduzierenden Einflußnahme ausschließen.“5 Der verständigungs- bzw. einverständnisorientierte6 Sprachgebrauch stellt nach Habermas den „Originalmodus” dar, strategische Handlungen verhalten sich demgegenüber „parasitär“.7

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© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1997

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  • Peter-Paul König

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