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Einleitung: Zu kognitiven und handlungstheoretischen Grundlagen der Sprachtheorie

  • Gerhard Preyer
  • Maria Ulkan
  • Alexander Ulfig

Zusammenfassung

Dank der sprachanalytischen Philosophie und der Chomsky-Revolution in der Linguistik erfuhren die sprachwissenschaftlichen Grundlagenforschungen eine bis dahin noch nicht bekannte Entwicklung und Ausweitung. Das Interesse an sprachwissenschaftlichen Fragestellungen und Resultaten wurde im Zuge dieser Entwicklung in den Sozialwissenschaften, der Psychologie und der Anthropologie geweckt. Die Sprachtheorie untersucht seitdem Sprache nicht nur als „abstraktes Objekt“, sondern auch als das Produkt des Sprachverhaltens natürlicher Sprecher und ihres Sprachgebrauchs in konkreten Situationen. Wichtig sind seitdem speziell zwei Fragen: Wie wirken, erstens, Eigenschaften der Sprach-Struktur und Eigenschaften von Sprech-Ereignissen bei unserer Kommunikation zusammen? Und wie ist, zweitens, die Kluft zwischen der Perspektive der Teilnehmer einerseits und der externen Beobachter andererseits zu überbrücken? Bei diesen Fragen geht es um nichts weniger als um die kognitions- und handlungstheoretischen Grundlagen einer systematisch betriebenen Sprachtheorie. Der vorliegende Band dokumentiert einen Ausschnitt der einschlägigen Forschungen.

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Anmerkungen

  1. 1.
    Zur Unterscheidung zwischen „Situation“ und „Kontext“ cf. T. A. van Dijk (1977), Text and Context: Explorations in the Semantics and Pragmatics of Discourse, London; zur systematischen Analyse von „Situation“, E. Goffman (1964), „The Neglected Situation“, in: American Anthropology 66, M. Argyle (1981), Social Situation, Cambridge, P. Brown/C. Fraser (1978), Speech as a Marker of Situation. Paper presented at the Conference on „Social Marker in Speech“, Paris, M. Kreckel (1981), Communicative Acts and Shared Knowledge in Natural Discourse’, New York.Google Scholar
  2. 2.
    Zur Berücksichtigung der Zeitdimension bei der Klassifikation von illokutiven Akten cf. B.G. Cambell (1975), „Toword a Workable Taxonomy of Illocutionary Forces, and its Implication to Works of Imaginative Literature, in: Language and Style, Vol. 1., zur Kritik an Searle und alternativen Ansätzen: D. Wunderlich (1976), Studien zur Sprechakttheorie, Frankfun am Main, JJ. Katz (1977), Propositional Structure and Illocutionary Force, New York.Google Scholar
  3. 3.
    Cf. D. Lewis (1995), Konventionen. Eine sprachphilosophische Abhandlung, Berlin.Google Scholar
  4. 4.
    Cf. G. Preyer (1996), „Zwei Konstruktionsprobleme der »Theorie des kommunikativen Handelns’“, in: Berliner Journal für Soziologie, 4.Google Scholar
  5. 5.
    Cf. dazu G. Preyer (1996), „Hintergrundwissen. Kritik eines Begriffs“, in: G. Preyer, G. Peter, A. Ulfig (Hrsg.), Protosoziologie im Kontext. „Lebensweit“ und „System“ in Philosophie und Soziologie, Würzburg.Google Scholar
  6. 6.
    In der Zeitschrift Argumentation, die seit 1987 erscheint, findet man die einschlägigen Untersuchungen zu den Problemen der Argumentationstheorie, zur Übersicht über die einschlägige Literatur cf. „North American Perspectives on Teaching Critical Thinking: A General Bibliographie“ (1989), in: Argumentation 3; zur Einführung in die Praxis der Argumentationstheorie ist gut geeignet cf. T. Govier (1992), A Practical Study of Argument, Belmont.Google Scholar
  7. 7.
    Auszunehmen ist hiervon die Pragmatik indexikalischer Ausdrücke von R. Montegue, da er im Anschluß an A. Tarski modelltheoretisch verfährt.Google Scholar
  8. 8.
    Cf. dazu vor allem A. Bilgrami (1993), „Norm and Meaning“, in: R. Stoecker (ed.), Reflecting Davidson. Donald Davidson Responding to an International Forum of Philosophers, Berlin, ders., „3 Society and Norm“, in: ders. (1992), Belief and Meaning. The Unity and Locality of Mental Content, Cambridge/Massachusetts.Google Scholar
  9. 9.
    G. Preyer (1997), „Sprachbedeutung ohne Regelbefolgung“, in: W. Kellerwessel, T. Peuker (Hrsg.), Wittgensteins Spätphilosophie. Analysen und Probleme, Würzburg 1997.Google Scholar
  10. 10.
    Cf. dazu G. Preyer/G. Peter/A. Ulfig (Hrsg.) (1996), PROTOSOZIOLOGIE im Kontext. „Lebens-welt“ und „System“ in Philosophie und Soziologie,Google Scholar
  11. 10a.
    Würzburg; G. Preyer/F. Siebelt/A. Ulfig (1994), Language, Mind and Epistemology. On Donald Davidson’s Philosophy, Synthese Library Vol. 241, Dordrecht; PROTOSOCIOLOGY. An International Journal of Interdisciplinary Research (Word Wide Web: http://www.rz.uni-frankfurt/protosociology), Vol. 6/1995: Rationalität I, Vol. 8,9/1996: II, IE;Google Scholar
  12. 10b.
    G. Preyer, J. Schissler (1996), Integriertes Management. Was kommt nach der Lean-Production, Frankfurt am Main;Google Scholar
  13. 10c.
    G. Preyer (1995), „Schritte zu einer Protosoziologie“, in: Eva Jelden (Hrg.), Prototheorien — Praxis und Erkenntnis, Leipziger Schriften zur Philosophie I, Leipzig; G. Preyer/A. Ulfig (eds.), After the Received View. Developments in the Theory of Science, in Vorbereitung; das Projekt zur Diskurstheorie des Rechts erscheint in einem Sonderheft der Zeitschrift Rechtstheorie 3/1996 hrsg. von Werner Krawietz, Gerhard Preyer; G. Preyer, Handlungen: Beschreiben, Erklären, Verstehen, in Vorbereitung; G. Preyer, Lebenswelt — System — Gesellschaft-. Konstruktionsprobleme und Kritik der „Theorie des kommunikativen Handelns“ von Jürgen Habermas, in Vorbereitung; A. Ulfig (1997), Lebenswelt, Reflexion und Sprache. Zur reflexiven Thematisierung der Lebenswelt in Phänomenologie, Existenzia-lontologie und Diskurstheorie, Würzburg.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1997

Authors and Affiliations

  • Gerhard Preyer
  • Maria Ulkan
  • Alexander Ulfig

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