Advertisement

Der Zusammenbruch des FDGB: Die Abwicklung des SED-Staates in den Betrieben

  • Jürgen Kädtler
  • Gisela Kottwitz
  • Rainer Weinert
Part of the Schriften des Zentralinstituts für sozialwissenschaftliche Forschung der Freien Universität Berlin book series (SZFB)

Zusammenfassung

“Von meiner persönlichen Erfahrung damals ausgehend”, so charakterisiert ein Betriebsratsvorsitzender die FDGB-Strukturen in dem betreffenden Betrieb, “war die Gewerkschaft wie ein Kleidungsstück, das man halt trug. Das war so, fertig. Das hat man am Ende gar nicht mehr bemerkt. Man hat weder selber aktiv was getan, noch hat man gemerkt, daß was getan wurde.” (Interview L3)

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. 21.
    Über das engere Sample des Projekts hinaus beziehen wir uns hier auf unserere breiteren Vorerhebungen, aus denen Teilergebnisse bereits veröffentlicht sind; vgl. Kädtler/Kottwitz 1990; Jander/Lutz 1991;Pirker/Hertle/Kädtler/Weinert 1990.Google Scholar
  2. 22.
    Derselbe ehemalige Leiter bestätigt allerdings in demselben Interview die von Betriebsratsvertretern kritisch gegen die frühere BGL-Tätigkeit gewendete Feststellimg, die BGL habe in Lohn- und Prämienfragen durchweg eher gebremst mit der Folge, daß ein völlig unübersehbares Geflecht abteilungs-, gnippen- und anlaßbezogener Einzelarrangements entstanden sei.Google Scholar
  3. 23.
    Es gibt natürlich im — allerdings seltenen — Einzelfall das geachtete hauptamtliche BGL-Mitglied, und es gibt ebenso die ehrenamtliche “rote Socke”. Diese stellen aber Abweichungen von einem in allen Betrieben vorzufindenden Unterscheidungsschema dar, das unterschiedslos auch von den Befragten bestätigt wird, für die es nicht die Selbstinterpretation früheren eigenen Engagements darstellt.Google Scholar
  4. 24.
    Gezählt werden alle hauptamtlichen Funktionäre, die auf dem Wege der BGL-Wahl bestellt wurden, unabhängig davon, ob sie vom FDGB oder vom Betrieb bezahlt wurden.Google Scholar
  5. 25.
    Von erheblich größerer Bedeutung dürfte die Berichterstattung der westlichen Medien über diese Initiativen und die dadurch angestoßenen Debatten gewesen sein.Google Scholar
  6. 26.
    Vgl. hierzu ausfuhrlich Jander/Lutz 1992.Google Scholar
  7. 27.
    Wo einer eindeutigen betrieblichen Tendenz zur kurzfristigen Gründung von Betriebsräten bzw. anderen BGL-Alternativen Rechnung getragen werden mußte wie in den Betrieben C, D, I, J, K, L, flankierte die Organisation das mit entsprechenden Firmentarifen etc.Google Scholar
  8. 28.
    Ein Leitungsmitglied aus O charakterisiert die Situation im ehemaligen Kombinat mit der Feststellung: “Das strahlende Zentrum der Arbeiterklasse war (M), also die Turbinenbauer. Dann gab es den Ingenieurbetrieb, das sind wir (...). Und dann war da noch der Wasserkopf, die Kombinatsleitung. Diese drei Teile haben sich immer bekämpft.”Google Scholar
  9. 29.
    Mit diesem Punkt ist nur die eine — institutionelle — Seite des gewerkschaftspolitischen Kontinuitätsproblems berührt. Auch Gewerkschaften wie z.B. die IG CPK und die IG BE, die von vornherein konsequent gegen das BGL-System Front machten, zeigten im Hinblick auf personelle Kontinuitäten im gewerkschaftlichen Hauptamtlichenbereich kaum Berührungsängste.Google Scholar
  10. 30.
    Vgl. dazu im einzelnen unsere Darstellung in Pirker u. a. 1990, S. 72–81.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1997

Authors and Affiliations

  • Jürgen Kädtler
  • Gisela Kottwitz
  • Rainer Weinert

There are no affiliations available

Personalised recommendations