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Informationsrevolution und Industrielle Produktion Eine einführende Betrachtung

  • Kurt Nagel
  • Roland F. Erben
  • Frank T. Piller

Zusammenfassung

Der Einsatz der neuen Informations- und Kommunikations- (IuK-)Technologien hat derart dramatische Veränderungen der gesamten Wertschöpfungskette eines Unternehmens zur Folge, daß das Schlagwort der „Informationsrevolution” im Mittelpunkt vieler aktueller wissenschaftlicher Diskussionen steht. Auch für die „klassische” industrielle Sachgüterproduktion ergehen sich hieraus neue Herausforderungen und Chancen für die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit am Standort Deutschland.

So sind zahlreiche Prozeßinnovationen im Rahmen der Produktionstechnik erst durch den Einsatz der neuen IuK-Technologien möglich geworden. Durch die Senkung der Transaktionskosten entstehen neue Formen der intra- und interorganisationalen Kooperation. Darüber hinaus versuchen viele Unternehmen, sich durch die „Informatisierung” von Inputgütern und Produkten im Wettbewerb zu differenzieren. Die genannten Entwicklungen stellen allerdings hohe Anforderungen an einen „intelligenten” Einsatz der Technologien und erfordern eine weitreichende Umstellung der Arbeitsorganisation.

Aufgrund des Ausmaßes und der Nachhaltigkeit der Umweltveränderungen kann von einem „Paradigmenwechsel” in der Produktionswirtschaft gesprochen werden. Während die klassische, massenhafte Produktion von Standardgütern mehr und mehr an Bedeutung verlieren wird, basiert die Fabrik der Zukunft auf flexiblen, agilen und interagierenden Einheiten, die unter Nutzung moderner IuK-Techno-logien kundenindividuelle Produkte in hoher Qualität und zu niedrigen Kosten herstellen. Der Beitrag gibt einen einführenden Überblick über viele der im folgenden noch ausführlicher behandelten Aspekte.

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Anmerkungen

  1. 1.
    Metaphern dienen, seit sie Aristoteles in seiner „Poetik” einführte, als Übertragungen, bei denen ein Begriff in uneigentlicher Bedeutung verwendet wird, d.h. von einem vertrauten in einen unüblichen Kontext transferiert wird. Gerade im Computerbereich werden viele ehemals abstrakte technologische Neuheiten durch vertraute Gegenstände in meist aus dem Englischen übernommenen Metaphern beschrieben (z.B. Mäuse, Fenster, Menüs oder Viren).Google Scholar
  2. 2.
    Allerdings hat teilweise der Einsatz der Informationstechnik nur zu einem Zuwachs des Papieraufkommens im Büro geführt, die daraus folgende mangelnde Integration von Aufgaben steht einer Automatisierung (noch) im Wege, ja schafft sogar neue Routineaufgaben durch die Transformation der Inhalte von Papier in elektronische Form und zurück (Norman 1993, S. 135).Google Scholar
  3. 4.
    Klassischerweise wurde davon ausgegangen, daß für Aufgaben mit hoher Spezifität, strategischer Bedeutung und Unsicherheit sowie geringem Wiederholungsgrad der interne Vollzug dieser Aufgaben in einem Unternehmen vorteilhaft ist und vice versa standardisierte Produkte und Leistungen kostengünstiger am Markt bezogen werden können (vgl. z.B. Picot 1991).Google Scholar
  4. 5.
    „Das Telefon hat zu viele Unzulänglichkeiten, als daß es ernsthaft eine Bedeutung für die Kommunikation besitzen könnte”, Western Union, 1876; „Meiner Meinung nach besteht ein Weltmarkt für rund fünf Computer”, Thomas Watson, IBM-Chairman, 1943; „Es gibt keinen Grund, einen Computer daheim zu benutzen”, Ken Olsen, Gründer und CEO von DEC, 1977; „Im Internet ist für uns nichts zu verdienen” Bill Gates, Gründer und CEO von Microsoft, 1994.Google Scholar

Copyright information

© Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler GmbH, Wiesbaden 1999

Authors and Affiliations

  • Kurt Nagel
  • Roland F. Erben
  • Frank T. Piller

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