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Wahlkampfkommunikation, Sprache und politische Symbolik

  • Ulrich Sarcinelli
Part of the Studien zur Sozialwissenschaft book series (SZS, volume 72)

Zusammenfassung

Für eine systematische Analyse symbolischer Politik am Beispiel eines Wahlkampfes ergeben sich noch erhebliche Probleme einer forschungspraktischen Realisierung. Die Theorie politischer Symbolik ist dabei als wissenschaftlicher Erklärungsansatz zwar hilfreich, sie macht jedoch die Berücksichtigung verschiedener sprachwissenschaftlicher und kommunikationstheoretischer Forschungsansätze und -ergebnisse notwendig, wenn konkrete Akteursartikulationen und verschiedene Formen der Kommunikation einer analytischen Bewertung unterzogen werden sollen. Eine erste thematische und materialmäßige Eingrenzung ist deshalb erforderlich: die Konzentration auf zentrale Aussagen, Schlagwörter, Slogans, also auf vorwiegend sprachlich vermittelte Legitimationsstimuli. Für den Legitimations-/Legitimierungszusammenhang ist diese Schwerpunktsetzung nicht zuletzt deshalb von Bedeutung, weil die Sprache nicht nur ein zentrales Mittel des politischen Akteurs im Wahlkampf ist; sie liefert dem ”demokratischen Politiker die wichtigste Quelle seiner Wirksamkeit: Legitimität.”1) Tatsächlich wird auch ein großer, wenn nicht der größte, Teil des Zeitbudgets gerade führender Politiker mit kommunikativen Funktionen ausgefüllt.2) Ebenso wie etwa Wappen, Staatsfarben oder Hymnen gehören politische Begriffe zum ”politischen Symbolstand”, dessen sich jede demokratisch zu legitimierende Machtelite bedienen muß, um Zustimmung zu erreichen; denn die Sprache der Politik ist eine ”Sprache der Begriffe”. Selbst dann, wenn diese der Alltagssprache entliehen sind, in der den Wörtern durch den allgemeinen Sprachgebrauch Bedeutung zugewiesen wird, werden Begriffe in der Politik zu verdichteten Symbolen, ”die für Zusammenhänge stehen und durch sie bestimmt werden.”3) Und nicht nur in der Wahlkampfkommunikation wird Politik ”hochaggregiert” in Formeln, Redewendungen, Begriffen, die zum Code der zwischenparteilichen Konfrontation, der Berichterstattung und auch der Wahrnehmung von Politik werden. 4)

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© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1987

Authors and Affiliations

  • Ulrich Sarcinelli

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