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Zum Bewußtsein von Frauen zwischen Erwerbs- und Familienarbeit

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Part of the Jahrbuch für Sozialökonomie und Gesellschaftstheorie book series (JSG)

Zusammenfassung

Die Leerstellen sozialwissenschaftlicher Forschung und Theoriebildung in Sachen Frauen und Themen, die sich grundlegend der weiblichen Sozialisation und spezifischen Lage und Rolle der Frau annehmen, werden neuerdings zunehmend als dringend zu bearbeitende Problemfelder identifiziert. Angesichts zahlreicher wissenschaftlicher Aktivitäten der allerdings noch jungen Frauenforschung1 in der BRD könnte angenommen werden, daß sich diese Lücken schließen. Ein kurzer Rückblick auf die Versäumnisse soll i. F. verdeutlichen, wie erheblich die Defizite sind. Sie verweisen darauf, welch lange Tradition das wissenschaftliche Vorbeidenken an Frauen hat und wie fest auch hier ideologische Zuschreibungen von Geschlechtsspezifika etabliert sind. Deren Relativierung und Überwindung ist nicht im ersten Anlauf zu bewerkstelligen. Die sozialwissenschaftlichen Disziplinen verfügen über eine nahezu ungebrochene kognitive wie soziale Identität gegenüber Frauen, deren Lage sie als Problem einer gesellschaftlichen Randgruppe begreifen. Ihr wesentliches Merkmal, so die verbreitete These, sei eine defizitäre Sozialisation. Dies Verständnis führt dazu, daß — z.B. im Bildungssektor — Konzepte der „Nachhilfe“ für Frauen entworfen werden. Die neue Frauenbewegung, die in einem beträchtlichen Umfang Aktivitäten als Frauenbildungsbewegung entfaltet2, begegnet dieser Haltung mit Skepsis und Vorbehalt. Emanzipation sei nicht mit der Angleichung des weiblichen an den männlichen Sozialcharakter und an dessen Kompetenzen und Haltungen erreicht.

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Anmerkungen

  1. 4.
    Zu den Versuchen, feministisches und sozialistisches Gedankengut zur Emanzipation der Frau zusammenzubinden, vgl. die Veröffentlichungen der Argument-Frauenredaktion Berlin seit 1982.Google Scholar
  2. 17.
    Ebenda. Aber dieses Verhalten scheint sich nur schichtspezifisch in einem bestimmten Ausschnitt von Gesellschaft abzuspielen. Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes weisen für den Bevölkerungsdurchschnitt ein Ansteigen der Ehedauer bis zur Geburt des 2. Kindes aus, vgl. Statistisches Bundesamt 1983, S. 27.Google Scholar
  3. 18.
    Ulrike Prokop 1976: Weiblicher Lebenszusammenhang. Von der Beschränktheit der Strategien und der Unangemessenheit der Wünsche, Frankfurt/Main, S. 48; vgl. Helge Pross 1975: Die Wirklichkeit der Hausfrau, Reinbek und A. Wagnerova 1976: Mutter — Kind — Beruf, Reinbek, S. 98.Google Scholar
  4. 19.
    Mädchen 1982. Eine repräsentative Untersuchung über die Lebenssituation von Mädchen in der BRD, durchgeführt vom Deutschen Jugendinstitut München im Auftrag der Zeitschrift Brigitte, Hamburg; vgl. auch Janssen/Packmohr 1981, S. 140.Google Scholar
  5. 30.
    M.M. Ferree 1982: Hausarbeit und Erwerbsarbeit. Neue Entwicklungen in der amerikanischen Frauenforschung. In: Sektion „Frauenforschung“, S. 88.Google Scholar
  6. 45.
    Becker-Schmidt 1982: Lebenserfahrung und Fabrikarbeit, psycho-soziale Bedeutungsdi-mensionen industrieller Tätigkeit. In: Materialien zu Industriesoziologie, Sonderheft 24 der KZfSS, hrsg. von König u. a., S. 301.Google Scholar

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© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1984

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