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Doppelverdienertum und Ehestandsdarlehen

Zur Reglementierung der Frauenerwerbstätigkeit am Beispiel des Nationalsozialismus
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Part of the Jahrbuch für Sozialökonomie und Gesellschaftstheorie book series (JSG)

Zusammenfassung

Der Versuch, mit ideologischen und/oder praktischen Mitteln die Frauenerwerbstätigkeit zu vermindern, ist fast eine gesetzmäßige Begleiterscheinung der Krise. Dies läßt sich sowohl am Beispiel der Weltwirtschaftskrise in der Endphase der Weimarer Republik und im Dritten Reich wie am Beispiel der Bundesrepublik spätestens seit den Anfang der 70er Jahre beginnenden Zyklen zeigen. Lohnabhängig erwerbstätige Frauen sind von der Krise mehrfach betroffen, als potentielle Angehörige der Reservearmee und als „Spielmaterial“ besonderer beschäftigungspolitischer Maßnahmen. Hierin sind sie vergleichbar mit ausländischen Arbeitskräften, denen ebenso wie den Frauen eine „Alternative“ zur Arbeitslosigkeit aufgedrängt wird, nämlich das Land, in dem sie bisher als Arbeitnehmer beschäftigt waren, zu verlassen und in ihre „angestammte Heimat“ zurückzukehren. Dies schönt die Arbeitslosenstatistik und lenkt, bei gegebener und zunehmender — häufig genug geschürter — Ausländerfeindlichkeit von den eigentlichen Ursachen der Krise ab. Die Entwicklung in der BRD zeigt, daß den Ausländern sogar finanzielle Angebote gemacht werden, damit sie das Land verlassen. Auch hier ließe sich ohne Schwierigkeiten ein Vergleich zu den Frauen ansetzen, wie für die Zeit des deutschen Faschismus und seiner Spielart von Ausländerfeindlichkeit auf dem Arbeitsmarkt, der Frauenfeindlichkeit, noch zu zeigen sein wird.1

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Anmerkungen

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© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1984

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